Adventskalender der Denkwerkzeuge 5: Six Thinking Hats

Ein Zwitter aus Framework (siehe Post Adventskalender Nr. 4) und einem Denkwerkzeug sind die auch in Deutschland bekannten Denkhüte von Edward de Bono.

Ein Thema umfassend betrachten
Sinn und Zweck der Sechs Denkhüte ist es, ein Thema umfassend und strukturiert zu betrachten und das oft sprunghafte und unstrukturierte Hin und Her, wie es sich in vielen Diskussionen findet, zu vermeiden. Damit soll einmal Zeit gespart werden, aber vor allem auch ein Thema wirklich ganzheitlicher betrachtet werden, um so eine bessere Ausgangsbasis für Entscheidungen oder Diskussionen zu haben.


Eine Farbe pro Denkrichtung
Wie der Name bereits sagt, arbeitet dieses Vorgehen mit sechs verschiedenfarbigen Hüten, deren Farben eine bestimmte Art zu Denken symbolisieren. Das Besondere daran: Wenn die Technik in einer Gruppe angewendet wird, dann haben alle Personen zur gleichen Zeit, den gleichen Hut auf, d.h. alle betrachten zur gleichen Zeit den gleichen Aspekt. Dieses Vorgehen nennt de Bono auch paralleles Denken, da alle zur gleichen Zeit in die gleiche Richtung denken und auch alle gemeinsam den Hut wechseln. Zum Beispiel könnten in einer Hut-Sitzung alle Teilnehmer gebeten werden, einmal zwei Minuten zu überlegen, wo Vorteile und Potenziale einer Sache liegen – und zwar unabhängig von ihrer ursprünglichen Meinung (ich bin dafür oder dagegen). Als nächstes könnten dann alle gemeinsam wiederum für eine bestimmte Zeit überlegen, wo Schwachstellen und Gefahren liegen.

Die Hüte im Detail
Das Vorgehen arbeitet mit den Farben weiß, rot, schwarz, gelb, grün und blau.

Kurz und knapp vorgestellt stehen die Farben für folgende Arten des Denkens:

  • Weiß: Objektive Fakten und Fragen
  • Rot: Emotionen, Intuition und Ahnungen
  • Schwarz: Gefahren, Schwächen, Nachteile
  • Gelb: Vorteile, Möglichkeiten und Chancen
  • Grün: Alternativen und neue Sichtweisen
  • Blau: Meta-Hut, dieser Hut strukturiert das Denken

Zu Anfang des Post habe ich die Sechs Denkhüte als einen Zwitter aus einem Framework und einem Denkwerkzeug beschrieben. Eine Mischform deshalb, da die Technik anhand einer bestimmten Hut-Reihenfolge „abgespult“ werden kann, dann hat es stärker einen Werkzeugcharakter. Die Hüte können allerdings auch wesentlich umfangreicher und mächtiger eingesetzt werden, wenn eine Person bestimmt wird, die den blauen Hut auf setzt und sich aus den Inhalten heraus hält und damit als Moderator fungiert und die Hüte nach Bedarf variiert oder wiederholt (Framework-Charakter).

Etwas ausführlicher (Teil 1 und Teil 2) habe ich die Sechs Denkhüte bereits in 2007 einmal vorgestellt.

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