Ein Patentrezept zur Ideenfindung

Freitag, 19. März 2010

Die letzten Tage war ich hier im schönen Penang (Malaysia) für einen Innovationsworkshop zur technischen Produktentwicklung.
Dabei wurde ich von einem Entwicklungsingenieur gefragt, ob es ein Patentrezept gibt, um auf gute Ideen zu kommen.
Ja das gibt es und es funktioniert immer. In diesem Artikel möchte ich es verraten.

Das Patentrezept für gute Ideen besteht darin möglichst viele Ideen zu suchen. Quantität vor Qualität! Bei der Ideenfindung gilt das Prinzip „weniger ist mehr“ nicht. Es ist wie beim Gold schürfen. Um die Goldklumpen zu finden, muss eine ganze Menge Schutt mit in den Trichter gekippt werden, denn man weiß ja leider nicht, wo genau sich die Goldstückchen befinden.

Die guten Ideen: Im Nachhinein logisch, im Vorhinein durch Logik alleine nicht zu finden


Wenn man für ein Problem mit unbekannter Lösung endlich eine funktionierende Lösung gefunden hat, dann erscheint diese im Nachhinein, sobald sie also sichtbar ist, als einleuchtend. Man fasst sich an den Kopf und denkt sich, da hätte ich doch auch früher drauf kommen können.
Leider ist kommt man im Vorhinein einfach nur durch logisches Nachdenken nicht auf die Lösung. Die beste Möglichkeit die Perlen unter den Ideen zu identifizieren, ist es also möglichst viele davon zu haben, immer mit in dem Bewusstsein, dass man nur einige davon wirklich brauchen kann. Und hier genau liegt die Krux. Die Perlen sind unbedingt die, die man auf den ersten Blick dafür hält oder glaubt im Kopf zu haben. Oft entstehen diese durch puren Zufall. Wichtig ist dann diese auch zu erkennen und dafür braucht man wiederum die intensive Beschäftigung mit dem Thema. Denn: Der Zufall begünstigt den vorbereiteten Geist.
Man weiß vorher auch nie genau, wo unter den vielen generierten Ideen sich die guten befinden. Das unten stehende Bild zeigt eine Szene aus dem Innovationsworkshop von dieser Woche. Mit 10 Leuten haben wir in 35 Minuten über 200 Ideen generiert, die dann anhand von vorgegebenen Kriterien bewertet wurden. Wie erkennbar ist befinden sich die gewählten Ideen über alle Flipcharts verteilt. Die erste Hälfte des ersten Flipcharts war das Ende des normalen „Brainstormings“, wie es in vielen Organisationen statt findet. Danach wird meistens Schluss gemacht. Denn uns fällt ja nichts mehr ein. In meinem letzten Video: Ideenfindung mit Kreativitätstechniken habe ich gezeigt, wie man noch wesentlich mehr Ideen entwickeln kann. Wie das Foto zeigt, lohnt es sich!

Ideenfindung

Die richtigen Fragen stellen und die Suchrichtung der Ideenfindung festlegen


Dennoch findet Ideenfindung nicht ins Blaue hinein statt. Obwohl es darum geht, möglichst viele Ideen und in "alle Richtungen" Ideen zu suchen, muss trotzdem vorher die Suchrichtung festgelegt werden. Dieses wird dadurch erreicht, dass die Ausgangsfrage genau festgelegt wird, um dadurch die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, das Problem wirklich zu lösen und zum Beispiel ein neues Produkt zu entwickeln.

Das richtige Vorgehen bei der Auswahl und Bewertung der Ideen


Die beste Ideenentwicklung nützt jedoch nichts, wenn das Auswählen und bewerten der Ideen so abläuft, dass nur die "realistischsten" Ideen den Auswahlprozess überleben. Zumindest bei einem Innovationsworkshop würden dadurch meist nur die Ideen übrig bleiben, an die man vorher mehr oder weniger schon gedacht hat und die schon bekannt waren. Zentral ist es bei der Auswahl die sogenannte verfrühte Schlussfolgerungen zu vermeiden. Deshalb gehe ich mit Kriterien vor, die auch die Originalität und den Neuigkeitswert von Ideen berücksichtigen und bewusst mehr die Potenzial von Ideen als nur die Probleme in Betracht ziehen.
Denn eine Idee noch keine Lösung, sondern wie ein Rohdiamant, der weiter geschliffen werden muss.
Auch dieser schrittweise Verbesserungsprozess ist Teil des Patentrezeptes, um von Ideen zu richtig guten Ideen zu kommen.

Ideenfindung mit Kreativitätstechniken: über 100 Ideen in 30 Minuten

Sonntag, 14. März 2010

Am ersten Tag eines Kreativitätstrainings oder eines Innovationsworkshops bekomme ich am Ende meistens die Rückmeldung, dass die Teilnehmer sehr überrascht waren, wie viele Ideen wir mit Hilfe von Kreativitätstechniken entwickelt haben und dass sie nicht gedacht hätten dass das möglich ist.

Wenn erst einmal eine Atmosphäre der Kreativität geschaffen ist, ist es mit dem richtigen Vorgehen nicht schwer, mit 8 – 10 Leute in 30 Minuten über 100 Ideen zu entwickeln. In diesem Video zeige ich mein grundsätzliches vorgehen.



Folgende Kreativitätstechniken habe ich im Video angesprochen, zu welchen ich bereits einen Artikel geschrieben habe:

Gewohnheiten kreativer Menschen: Verwendung konstruktiver Sprachmuster

Mittwoch, 10. März 2010

Bisher in dieser Serie
Gewohnheit 1: Ein Notizbuch für alle Ideen und Gedanken

In diesem Artikel möchte ich mich dem Sprachgebrauch kreativer Menschen beschäftigen. Nach ein paar Minuten Gespräch mit einer Person lässt sich anhand der verwendeten Sprachmuster viel über deren Denkweise ableiten.

Nehmen Sie folgende Beispiele als Ausgangssituation:

  • Sie stellen Ihren Bekannten Ihren Plan vor eine vier monatige Auszeit zu nehmen, weil Sie sich neu orientieren möchten.
  • Sie reden mit Menschen, die noch nie davon gehört haben über die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens.
Die Reaktionen von Person 1 könnten zum Beispiel so ausfallen: Kopfschüttelnd beginnt er/ sie zu sprechen "Das würde ich auf keinen Fall machen, weil", "Das geht nicht, weil...", "Ja, aber das ist zu gefährlich und dauert zu lange."

Ein kreativer Mensch wird Ihnen vielleicht folgendermaßen reagieren: Er / sie wird erst einmal weitere Fragen stellen und mehr wissen wollen. Die Phrase "Ja, aber..." kommt in seinem Sprachgebrauch nicht oder nur äußerst selten vor.
Ein kreativer Mensch ist erst offen das was Sie sagen. Ein Schlüsselcharakteristikum von kreativen Menschen ist die Fähigkeit vorschnelle Beurteilungen zu vermeiden und eine Bewertung erst einmal zurück zu stellen.
Ein weitere Gewohnheit ist die Verwendung bestimmter Sprachmuster. Statt "Ja, aber..." kommt ein "Ja, und...".
Schwachstellen oder negative Aspekte eines Vorschlags einer Idee werden nicht als Feststellung geäußert, sondern in Form einer lösungsorientierten Frage gestellt.
Anstelle von "das dauert zu lange..." heißt es statt dessen "Wie könnte man es schneller durchführen?" Der Unterschied ist, dass die zweite Äußerung zur Suche nach Lösungen und Verbesserungen anregt.

Selbstverständlich müssen die Formulierungen nicht genau in dieser Form verwendet werden, aber auf die grundlegende Richtung kommt es an.
Achten Sie beim nächsten Gespräch einmal auf sich und Ihr Gegenüber.

Mind Mapping – Mind Maps richtig erstellen

Montag, 8. März 2010

Letzten Freitag hatte ich wieder einmal ein offenes Mind Mapping Seminar. Immer öfter sitzen in diesen Seminare Teilnehmer, die bereits vor dem Seminar auch schon Erfahrung mit Mind Mapping Software gesammelt haben und teilweise damit mit arbeiten.

Am Ende des Seminars mache ich immer ein kurzes Feedback in dem ich unter anderem folgende Frage stelle: "Was ist das Wichtigste, das Sie heute gelernt haben?"
Interessant ist für mich dabei auch die Rückmeldung, dass das Wissen um die Mind Mapping Regeln, also wie man Mind Maps richtig erstellt, dazu gehört. Mit dem Wissen, wie man Mind Maps erstellt, zum Beispiel, dass Mind Maps lediglich mit Schlüsselbegriffen arbeiten und keine Sätze auf die Zweige geschrieben werden, werden Mind Maps erst richtig effektiv.

Mind Maps zeichnen - Schritt für Schritt


Wie Mind Maps richtig erstellt werden, habe ich auch in einem Video erklärt, das ich hier noch einmal zur Verfügung stellen möchte.


Mind Mapping - Mind Maps richtig erstellen @ Yahoo! Video


Diese Regeln bilden die Grundlage für sämtliche Anwendungsgebiete von Mind Mapping. Ich bin hier nicht dogmatisch, glaube aber, dass Mind Maps vor allem dann nützlich sind, wenn man die Regeln bei der Erstellung beachtet.
Wer es gerne schriftlich möchte, den verweise ich auf meine drei Artikel zum Erstellen von Mind Maps (Teil 1, Teil 2, Teil 3)

Mit Mind Mapping Software effektiver arbeiten


Mir fällt auch auf, dass Menschen Mind Mapping mit Mind Mapping Software gleich setzen und die beiden als Synonyme betrachten.
Mind Mapping ist eine Technik zur Visualisierung von Informationen. Zentral ist das Verständnis und die Erfahrung im Umgang mit der Technik des Mind Mapping selbst. Software ist eine Möglichkeit Mind Maps zu erstellen, genau so kann man dies auch mit Papier und Stift erstellen. Ich arbeite nach wie vor mit beiden Varianten, genau so wie beim Schreiben. Auch ohne ein Textverarbeitungsprogramm lässt sich schreiben.
Die obigen Schritte zu Erstellung von Mind Maps gelten genauso auch für den Umgang mit Mind Mapping Software. Die Beachtung der Regeln machen aus meiner Sicht die Arbeit mit Software wesentlich effektiver.
Ebenfalls interessant ist die Beobachtung, dass mir viele Teilnehmer, die erst ausschließlich an den Einsatz von Software gedacht haben am Ende des Seminars berichten, dass Sie beide Varianten einsetzen werden und dass Software eben nicht immer der beste Weg der Umsetzung ist.

Neue Gewohnheiten entwickeln

Freitag, 5. März 2010

Vor Kurzem habe ich den ersten Teil einer Serie über Gewohnheiten kreativer Menschen hier auf dem Blog veröffentlicht.
"Gute" Gewohnheiten sind ja bekanntlich sehr nützlich sobald sie sich einmal etabliert haben. Bei einer Gewohnheit muss man nicht mehr groß überlegen man tut es einfach, dadurch ist nur wenig Überwindung notwendig. Das gilt für die schlechten Gewohnheiten leider auch.
Lukas vom WaterClearMind-Blog hat nun einen schönen Artikel veröffentlicht "In 30 Tagen zur neuen Gewohnheit", wie man neue Gewohnheiten entwickeln kann. Falls Sie als vorhaben in Zukunft die Notizbuchgewohnheit umzusetzen, zeigt Ihnen der Artikel wie es geht.

Innovationsworkshop als Video

Donnerstag, 4. März 2010

Vor kurzem habe ich in einem Artikel beschrieben, wie ein Innovationsworkshop abläuft. Nun habe ich auch ein kurzes Video dazu erstellt, wo ich in knapp fünf Minuten das Wichtigste erkläre.



Leider funktionieren die Kommentarfunktionen im Moment (4.3.10) nicht, ich hoffe, der Fehler wird bald behoben.

Fredmund Maliks Irrtümer der Innovation

Dienstag, 2. März 2010

In der gestrigen Ausgabe des Handelsblatts (1.3.2010) ist ein ökonomischer Gastkommentar von Fredmund Malik erschienen: "Fünf Irrtümer stehen vielen Innovationen im Wege".

In diesem Kommentar legt der St. Gallener Professor fünf Irrtümer dar, denen zu viele Unternehmen aufsäßen und deshalb oft mit Innovationsprojekten scheiterten.

Diese Irrtümer sind:

  1. Innovation entsteht in Forschungslaborien und Entwicklungsabteilungen.
    Dies sei nicht so, im Gegenteil "Innovation hingegen muss kompromisslos vom Markt her definiert werden … Die Schlüsselfrage muss vielmehr lauten 'Was wäre zu tun, und was ist erforderlich, um diese Entwicklung, Erfindung oder Entdeckung erfolgreich in den Markt zu bringen?'"

  2. Kreativität sei wichtig
    Dahinter stecke die falsche Annahme, dass „es im Unternehmen einen Mangel an Ideen“ gebe. Das Problem sei nicht der Mangel an Ideen, sondern der Mangel an realisierten Ideen.

  3. Nur kleine Unternehmen seien innovativ.
    Laut Malik sind kleine Unternehmen zwar gute Sprinter, d.h. sie kommen schnell bis zur Prototyp-Phase, aber dann sieht es oft schlecht aus. Das liege daran, dass diese kleinen Unternehmen schlecht finanziert und schlecht geführt seien.

  4. Innovation habe vorzugsweise mit Hochtechnologien zu tun.
    Auch hier gebe es viele Möglichkeiten zu Innovation in nicht technischen Feldern.

  5. Zum Innovieren brauche man einen bestimmten Persönlichkeitstyp, "nämlich, den initiativen, kreativen, unternehmerischen und risikofreudigen Pionier."
    Das sei der größte Irrtum, denn die meisten Pioniere waren vor allem Menschen die ihr Handwerk beherrschten und sich durch systematische Arbeitsweise auszeichneten und genau das könne man von Ihnen lernen.
Der Kommentar legt sicherlich den Finger in die eine oder andere Wunde und enthält viele aus meiner Sicht richtige Argumente. Meine zweideutige Überschrift zeigt, dass ich diesen Irrtümern nicht völlig zustimmen kann.

Irrtum 1: Innovation entsteht in Forschungslaborien und Entwicklungsabteilungen


Herr Malik schreibt, dass Innovation kompromisslos vom Markt definiert werden muss. Wenn Innovation verstanden wird als das Einführen eines neuen und nützliches "Produktes" in einen Markt, dann kann Innovation per Definition nur vom Markt als solche definiert werden. Der Markt entscheidet, ob es sich um eine Innovation handelt oder nicht, da er die Nützlichkeit beurteilt.
Die große Frage aus meiner Sicht ist, ob Unternehmen bei der Schaffung von Innovation ausschließlich - oder kompromisslos wie Malik schreibt - aus der Sicht des Marktes heran gehen sollten. Das bekannte Zitat von Henry Ford zeigt, dass der Markt nicht unbedingt eine spätere Innovation erkennt oder auch nur fordert. Die meisten Marktteilnehmer bewegen sich mental im Paradigma des bisher bekannten.
Ich habe einige Innovationsworkshops moderiert, wo man sich von der anderen Seite her genähert hat und wo es sehr viel Sinn macht in Entwicklungsabteilungen einmal zu überlegen, wie etwas wirklich neues Aussehen könnte. Allerdings – und da hat Herr Malik völlig recht – muss dann möglichst schnell die Marktakzeptanz getestet werden und die Sicht des Marktes eingebunden werden. Daher ist die Folgefrage richtig, sich dann zu fragen, wie eine Entwicklung erfolgreich in den Markt gebracht werden kann.

Irrtum 2: Kreativität ist für Innovation nicht wichtig


Hier sitzt Herr Malik einem Irrtum über Kreativität auf, dem leider viele aufsitzen. Kreativität wird in seinem Kommentar reduziert auf das Generieren von Ideen.
Diese Sicht ist zwar verbreitet, aber greift viel zu kurz und entspricht nicht dem, was die Kreativitätsforschung in den letzten 50 Jahren hervorgebracht hat. Kreativität ist die Fertigkeit ein neues und nützliches materielles oder immaterielles Ergebnis hervorzubringen. Kreativität ist nicht beschränkt auf das divergierende Denken, d.h. dem Entwickeln von Optionen.
Kreativität ist unter anderem auch ein Prozess der beginnt mit der Definition einer sinnvollen Ausgangsfrage und der diese Frage beantwortet, in dem ein neues und nützliches Ergebnis geschaffen wird. Dazu habe ich bereits dutzende von Artikel hier veröffentlicht. Die Entwicklung von Ideen ist nur ein Element, das divergierende Denken ein Aspekt davon. Genauso wichtig ist die andere Seite, nämlich das Auswählen und weiter entwickeln dieser Ideen hinzu belastbaren Lösungen. Hier genau krankt es aus meiner Erfahrung in vielen Unternehmen. Diese bleiben im Stadium der Ideen stehen, wobei Idee definiert wird als ein möglicher Ansatz ein Problem zu lösen. Und genau deshalb sind die von Malik abgelehnten Kreativitätstrainings und Kreativitätstechniken so wichtig, weil es hier darum geht von einer Idee zur einer realisierbaren Lösung zu kommen. Hier wiederum stimme ich völlig zu. Günter Faltin hat es in seinem Buch Kopf schlägt Kapital schön beschrieben. Das Ideenkind muss weiter entwickelt werden und nicht lediglich als gegeben hingenommen werden.

Irrtum 3: Nur kleine Unternehmen sind innovativ


Ich stimme zu, dass dem nicht so sein muss. Dennoch gehen viele große Unternehmen genau den Weg, für Innovationsprojekte Ausgründungen zu schaffen, die sich vorbei an den großen und komplexen Organisationsstrukturen schneller bewegen können. Es ist durchaus so, dass große und gewachsene Strukturen Innovation nicht unbedingt förderlich sind. Nach Malik seien kleine Unternehmen außerdem oft nicht ausreichend finanziert. Wenn wir uns im Hochtechnologie-Paradigma befinden, das Malik selbst als Irrtum Nr. 4 bezeichnet, dann ist dieses Argument sicher richtig. Um nochmal auf Faltins Buch Kopf schlägt Kapital zurück zu kommen. Innovation außerhalb des Hochtechnologiefeldes braucht oft erstaunlich wenig Kapital, wenn man genug Zeit in die Entwicklung der Ideen steckt. Hier wiederum braucht es die Kreativität.

Irrtum 4: Innovation hat vorzugsweise mit Hochtechnologien zu tun


Ich stimme völlig zu, das dem nicht so ist. Innovation ist lediglich die Einführung eines neuen und nützlichen Ergebnisses in den Markt und das ist nicht auf Hochtechnologie beschränkt.

Irrtum 5: Innovation braucht einen bestimmten Persönlichkeitstyp


Laut Malik muss dieser nicht unbedingt initiativ, kreativ und unternehmerisch sein, sondern vor allem sein Handwerk beherrschen und systematisch sein.
Die meisten Innovation sind keine Einzelleistungen sondern Teamleistungen! Hier zeigt die Forschung sehr klar (vgl. Min Basasur, Gerard Puccio), dass für die kreative Lösung eines Problems unterschiedliche Präferenzen braucht. Dazu gehört sehr wohl und ausdrücklich der initiative, entwickelnde und unternehmerische Geist. Dieser alleine wird aber womöglich in der Phase der Erstideen stecken bleiben. Deshalb braucht es genauso einen optimierenden, weiter entwickelnden Typus und am schließlich einen umsetzenden und organisatorisch starken Typus. Diese Kombination macht es.
In meinen Innovationsworkshops zeigt sich immer wieder, dass der systematische Fachkenner zwar notwendig aber definitiv nicht hinreichend ist.

Gewohnheiten kreativer Menschen: Ein Notizbuch für alle Ideen und Gedanken

Samstag, 27. Februar 2010

Der amerikanische Autor Stephen Covey ist in den 90ern Jahren mit seinem Buch "7 habits of highly successful people" bekannt geworden in dem er sieben Gewohnheiten von vorstellt, die "erfolgreiche" Menschen besonders oft haben.

Ich möchte mich in einer Artikelserie mit den Gewohnheiten kreativer Menschen beschäftigen. Wer das Buch von Stephen Covey gelesen hat, wird merken, dass es Überschneidungen zwischen den Gewohnheiten gibt, einfach deshalb weil Kreativität ein Faktor für Erfolg ist, wie auch immer jeder einzelne seinen persönlichen Erfolg definiert.
In dieser Serie stelle ich eine Liste von Gewohnheiten vor, die kreative Menschen besonders auszeichnet.

Die erste Gewohnheit kreativer Menschen ist es, immer und wirklich immer ein Notizbuch dabei zu haben, in welches jederzeit Ideen und Gedanken geschrieben werde können.
Die hat drei Gründe:

  • Ideen werden dadurch nicht vergessen.
    Oft ist eine Idee genau so schnell wieder aus dem Kopf, wie sie gekommen ist.

  • Ideen können so weiter entwickelt werden und reifen.
    Das menschliche Gehirn ist nicht gut darin mit zu vielen Informationen gleichzeitig zu jonglieren und die Aufmerksamkeit darauf zu richten. Ideen aufzuschreiben ermöglicht es, immer wieder draufzuschauen und diese schrittweise zu überarbeiten und zu verbessern.

  • Der Kopf wird frei.
    Das ist das bekannte Prinzip aus David Allens Getting Things Done. Wir schreiben Dinge auf, um den Kopf frei zu bekommen und nicht ständig daran denken zu müssen, dass da doch noch etwas war. Ein freier Kopf wiederum bietet Raum für Kreativität.




Grundsätzlich ist es egal welches Notizbuch Sie nutzen, ich empfehle ein hochwertiges Notizbuch, bei dem Sie Lust verspüren, es zu nutzen. Ich persönlich nutze gerne das X17 System.
Dieses modulare Notizbuch hat folgende Vorteile:

  • Man kann mehrere Notizbücher in einem haben.
    Ich nutze ein "Buch" für meine Todos und spontane Ideen und ein weitere Buch in dem ich spezifische Ideen ausdetailliere und weiterentwickle.

  • Man tauscht nur die Einlegeblätter aus, nicht das ganze Buch
    Unterschiedliche Notizbücher können zu unterschiedlichen ausgetauscht.

  • Ein vollgeschriebene Seite kann durch eine Perforation sehr einfach herausgetrennt werden, so dass nur noch die Info im Buch steht, die ich auch wirklich noch benutzen möchte.

  • Im Gegensatz zu den Moleskine Büchern ist X17 wirklich langlebig und stabil

Ich empfehle ein Notizbuch das so groß ist, dass Sie es wirklich immer dabei haben können. Ich benutze ein DIN A5 Buch, das für die meisten wohl zu groß ist, allerdings kann ich in dieses Buch auch Notizen in Mind-Mapping-Form anlegen.

Falsche Darstellung des Blogs in Feed-Readern

Freitag, 26. Februar 2010

Ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Dankenswerterweise hat mich ein Abonnent des Blogs darauf aufmerksam gemacht, dass es Probleme mit diesem Blog bei Feedreadern, wie z.B. Google Reader gibt.
Dort werden sämtliche alte Artikel wieder als neu angezeigt. Dies hängt mit einem Update zusammen, dass ich kürzlich gefahren habe. Ich bitte dies zu entschuldigen! Die richtige Reihenfolge findet sich auf meinem Blog – ohne Feedreader betrachtet.

Methoden der Produktentwicklung – SCAMPER

Sonntag, 21. Februar 2010

Eine weitere Kreativitätstechnik, die ich gerne in einem Innovationsworkshop mit dem Schwerpunkt auf Produktentwicklung einsetze, ist SCAMPER.



SCAMPER ist ein Akronym und steht für die folgenden Begriffe:


  • Substitute (ersetzen)
  • Combine (kombinieren)
  • Adapt (anpassen/angleichen)
  • Modify (modifizieren)
  • Put to other uses (anders einsetzen)
  • Eliminate (weglassen)
  • Rearrange (neu anordnen)

SCAMPER ist eine Weiterentwicklung und Kategorisierung der Osborn Checkliste. Alex Osborn, der "Erfinder" des Brainstormings entwickelte zusammen mit Sidney Parnes die erste Version des Creative Problem Solving Prozesses. Zur Ideenfindung verwendete er neben Brainstorming eine Liste von Fragen, die Denkanstöße bei der Lösung des Problems geben sollte.

Diese Frageliste wurde später weiter entwickelt und kategorisiert, um die Anwendung der Technik zu verbessern. Zur leichteren Merkbarkeit entstand das Akronym SCAMPER. SCAMPER gehört somit zur Familie der Checklistentechniken.

Besonders hilfreich in der Produktentwicklung


Besonders hilfreich ist SCAMPER, wenn es auf eine bestehende Vorlage, das heißt ein bereits existierendes Produkt oder Dienstleistung angewandt wird anhand derer die Fragen einmal durchgespielt werden. Denn dann machen diese Fragen Sinn. Wenn Sie also überlegen, wir die Stabilität des Bauteils XY verbessern, können diese Fragen hilfreich sein.

Die unten stehenden Folien aus meinem Kreativitätstraining zeigen am Beispiel der Supermarktkasse, wie SCAMPER zum Einsatz kommen kann.



SCAMPER detailliert


Die Erfahrung zeigt, dass die reinen Überschriften vielen Menschen zu abstrakt sind, um darauf Ideen zu generieren, deshalb arbeite ich gerne mit detaillierten Unterfragen, die ich abhängig von der konkreten Problemstellung einsetze:

Ersetzen

  • Was kann man ersetzen?
  • Was kann man statt dessen nutzen?
  • Wer kann statt dessen eingebunden werden?
  • Welchen Prozess könnte man statt dessen nutzen?
  • Welches andere Material könnte man statt dessen nutzen?

Kombinieren

  • Was kann kombiniert werden?
  • Was kann man vermischen?
  • Wie könnte man bestimmte Teile verbinden?
  • Welche Zwecke könnte man kombinieren?

Anpassen/ Angleichen

  • Welche anderen Ideen suggeriert das?
  • Gibt es etwas, das ähnlich ist, dass man auf das bestehende Problem anwenden kann?
  • Gibt es aus der Vergangenheit ähnliche Situationen?

Modifizieren

  • Welche Veränderung könnte man einführen?
  • Kann man die Bedeutung verändern?
  • Wie könnten man Farbe oder Form verändern?
  • Was kann man vermehren?
  • Was kann man verringern?
  • Was könnte man modernisieren?
  • Kann man es vergrößern?
  • Kann man es verkleinern?

Anders einsetzen

  • Wofür könnte es im jetzigen Zustand noch eingesetzt werden?
  • Wofür könnte man es einsetzen, wenn man es verändert?

Weglassen

  • Was könnte man weglassen?
  • Ohne was würde es auch funktionieren?

Neu anordnen

  • Welche anderen Muster würden auch funktionieren?
  • Welche Veränderungen könnte man einführen?
  • Was könnte man austauschen?
  • Was könnte man neu anordnen?

Aus meiner Erfahrung ist es wichtig, zuerst ein Beispiel zu sehen und dann die detaillierten Fragen kurz durchzugehen. Allerdings ist habe ich auch bemerkt, dass SCAMPER für viele wesentlich anstrengender ist als andere Kreativitätstechniken und die Anzahl der Ideen bei SCAMPER geringer ausfällt.