Übersichtsseite mit allen Begriffen zum Glossar Organisationsentwicklung.
In Teamentwicklungs- und Organisationsentwicklungsprozessen werden früher oder später drei Begriffe fallen. Auf Englisch: Responsibility, Accountability und Ownership.
Zu diesen drei Begriffen gibt es keine eindeutige klare Definition. Daher braucht es dazu immer wieder Gesprächsbedarf, was damit gemeint ist. Denn je nach Verständnis hat dies unterschiedliche Implikationen für die Zusammenarbeit in Teams und der gesamten Organisation. Wichtig ist, dass wir in der relevanten Gruppe ein gemeinsames Verständnis schaffen.
Definitionen, die wir Kunden anbieten:
Responsibility = Verantwortlichkeit
Verantwortlichkeiten einer Rolle, einer Person oder eines Teams beschreiben, welche Tätigkeiten andere in der Organisation berechtigterweise von einem erwarten können. Der Fokus liegt hier auf den Aufgaben. Diese kann man einigermaßen definieren.
z.B. regelmäßiges Sicherheitsupdate unserer Website durchführen
Verantwortlichkeiten werden von der Organisation an einzelne Rollen delegiert.
Accountability = Rechenschaftspflicht
Jemand, der rechenschaftspflichtig ist, kann für die Ergebnisse (und besonders im Falle von negativen Ergebnissen) herangezogen werden.
In der klassischen Hierarchie ist normalerweise eine Person rechenschaftspflichtig für den Erfolg oder Misserfolg einer Aufgabe, auch wenn andere beteiligt sind. Meines Wissens nach geht das Gesetz hier genauso vor, in dem es rechtlich haftbare Personen gibt in Unternehmen.
Man kann es aber auch anders sehen und von geteilter Rechenschaftspflicht sprechen. Im practical guide zu Sociocracy 3.0. heißt es dazu: „Whenever a responsibility is delegated by one party (the delegator) to another party (the delegatee), accountability for results is shared between both parties. This is because either parties’ choices and actions (or inaction) will impact results. Furthermore the delegator is accountable for their decision to delegate these responsibilities, and for their decision about whom to delegate them to.“
Ownership = Verantwortung (übernehmen)
Hierbei handelt es sich nicht um Zuschreibung von außen, wie im Falle der Verantwortlichkeit, sondern um ein innen kommendes Gefühl, den Erfolg von etwas sicherzustellen zu wollen, auch (und gerade dann!) über die organisatorisch zugewiesenen Aufgaben / Verantwortlichkeiten hinaus. Eine Person, die Verantwortung übernimmt macht damit im Zweifel immer mehr als lediglich Dienst nach Vorschrift (= lediglich die Verantwortlichkeiten zu erfüllen).
Verantwortung übernehmen kann man aus meiner Sicht auch nicht verordnen, sonst wäre es eine Verantwortlichkeit. Die Organisation ist auf Mitglieder angewiesen, die die Haltung (siehe auch den Artikel zu Mindset) haben, Verantwortung übernehmen zu wollen. Ob Menschen kontinuierlich Verantwortung übernehmen möchten, hängt auch mit den Rahmenbedingungen der Organisation zusammen. Zum Beispiel die Frage, wie einfach es ist Verantwortung zu übernehmen und ob dieses Verhalten dann tatsächlich wertgeschätzt wird.
Ownership ist auch deshalb in jedem Team und in jeder Organisation wichtig, weil es schlicht nicht unmöglich ist alle Aufgaben für alle Eventualitäten klar definiert und delegiert zu haben. Es werden immer Dinge durch die Ritzen fallen und es werden immer neue Gegebenheiten auftreten. Hier braucht es dann Menschen, die Verantwortung übernehmen, auch wenn es nicht ihre Verantwortlichkeit ist!
