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Ein Promptathon ist ein relativ neues Workshopformat, das erst mit der Verbreitung von KI und LLMs (Large Language Models) entstanden ist und nun an Relevanz gewinnt.

Es grenzt sich ab vom eher bekannten Hackathon, der oft im Rahmen von Innovationsprozessen zum Einsatz kommen kann. Bei einem Hackathons geht es darum, dass Entwickler zusammenarbeiten, um in einem sehr intensiven Workshopformat innerhalb von 24 – 48 Stunden Software-Prototypen oder technische Lösungen zu entwickeln.

Ein Promptathon fokussiert speziell auf die Arbeit mit Large Language Models mittels Eingabeinstruktionen über Sprache, also Prompts. Es steht nicht das Schreiben von Code im Vordergrund, sondern die Entwicklung von Ergebnissen mithilfe von KI durch Prompts. Programmierkenntnisse sind also nicht notwendig.

Sowohl Hackathons and auch Promptathons brauchen ähnlich wie ein Marathon (daher die Namen) Durchhaltevermögen und Fokus und finden über einen Zeitraum von 1 – 5 Tagen statt.

Wer nimmt teil an einem Promptathon?

Im Gegensatz zu einem Hackathon nehmen bei einem Promptathon vor allem Menschen aus den Fachbereichen teil, die erkunden möchten, wie KI die Arbeit in den Fachbereichen bereichern könnte. Aktuell vor allem Fachbereiche, die sich durch kognitive Arbeit am Computer auszeichnen, weniger körperliche und handwerkliche Tätigkeiten. Die Gruppe kann unterstützt werden von Menschen mit tieferen technischen Verständnis zu den in der Organisation verfügbaren KI-Modellen und den technischen Möglichkeiten generell. Das kann helfen, einen sinnvollen Rahmen für den Promptathon zu setzen.

Wir von creaffective betreuen und gestalten für Kunden Promptathons und kümmern uns um den generellen Rahmen und den methodischen Ablauf der Veranstaltung und stellen sicher, dass Austausch stattfindet und die Gruppe produktiv arbeitet und wirklich experimentiert. Gleichzeitig haben wir als relativ gesehen fortschrittliche Anwender (ohne ausgewiesene KI-Experten zu sein) Möglichkeiten, den Teilnehmern neue Denk- und Experimentiermöglichkeiten aufzuzeigen und Erfahrungen aus anderen Organisationen einzubringen.

Organisationsentwicklung durch Promptathons

KI wird bleiben und bietet durch die technischen Möglichkeiten das Potenzial, dass sich Arbeitsweisen, Praktiken, Prozesse sowie Strukturen in der Organisation verändern werden.
Promptathons können eine Art der Intervention sein im Rahmen von Organisationsentwicklungs- und Veränderungsprozessen, um zu explorieren, welche Veränderungen möglich sind und sinnvoll sein könnten.
Das Format wirkt daher aktuell auf drei Ebenen:

  • KI-Kompetenz entwickeln und verteilen: Viele Organisationen haben aktuell das Problem, dass KI-Wissen bei einzelnen Early Adoptern oder in Spezialeinheiten konzentriert ist. Ein Promptathon kann hier als Hebel wirken, auch Menschen aus Fachabteilungen, die bisher keinen Berührungspunkt hatten zu beteiligen. Außerdem sind Menschen in den Fachabteilungen näher an den Fachprozessen als es Spezialeinheiten sein können. So entstehen andere Lösungen.
  • Arbeitsprozesse hinterfragen und verändern: Wenn Teams Prompts für ihre konkreten Arbeitsaufgaben entwickeln, müssen sie explizit machen, was sie eigentlich tun und welches Ergebnis sie erwarten. Die Arbeit mit LLMs erzwingt eine Präzisierung von Aufgabenbeschreibungen, Qualitätskriterien und Entscheidungsketten, die im Alltag oft implizit bleiben. Ein Promptathon kann so zum Katalysator werden Praktiken zu hinterfragen und zu verändern. Das ist ein unterschätzter Aspekt der Organisationsentwicklung.
  • Experimentier-Labor für neue Praktiken in der Organisation: In einem kürzlich von creaffective gestalteten Promptathon bei einem Kunden hat sich ein weiterer Effekt gezeigt: Veränderungen können oft nicht auf dem Reißbrett erdacht werden, sondern entstehen aus einer Interaktion von Menschen mit ihrer Umwelt. Durch diese Interaktion können Zufälle und Unbeabsichtigtes eine zentrale Rolle spielen. Diese können nur(!) durch Ausprobieren und Experimentieren entstehen. Von den drei konkreten Ergebnissen des Promptathons waren zwei zu Beginn der Veranstaltung noch überhaupt nicht auf dem Möglichkeitenradar der Teilnehmer. Diese sind durch experimentieren entstanden. Ein Promptathon kann einen Rahmen darstellen innerhalb dessen man im Sinne eines „leistbaren Verlusts“ Experimente durchführen kann.