Teamwork (annie-spratt-608001-unsplash)
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Dieser Artikel ist Teil des creaffective New Work Glossar.

Was ist ein Hackathon?

Ein Hackathon ist eine Art Großworkshop, bei dem eine große Anzahl an Teilnehmer in einem engen Zeitrahmen (normalerweise ein bis zwei Tage) in Kleingruppen mögliche Lösungen für eine vorgegebene Herausforderung entwickelt.

Wo kommt das Konzept des Hackathons her?

Der Begriff ist aus „Hacking“ und „Marathon“ zusammengesetzt und verweist auf den Ursprung in der Softwareindustrie. Bei dortigen Hackathons geht es in der Regel um die Erstellung von Softwareprototypen innerhalb eines Tages und einer Nacht (daher die Anlehnung an Marathon).

Das Konzept wurde von anderen Branchen aufgegriffen und ist mittlerweile nicht mehr auf den Software-Bereich begrenzt. Viele Hackathons sind bewusst sehr frei gestaltet und überlassen die Teams quasi „sich selbst“. Will man eine gewisse Qualität der Arbeit sicherstellen, können die Teams von Coaches unterstützt werden. Auch denkbar ist der Einsatz eines oder mehrere Facilitator, die eine zeitliche Taktung und den Einsatz bestimmter Werkzeuge und Methoden vorgeben.

Wann und wie werden Hackathons durchgeführt?

Hackathons können drei verschiedene Zwecke erfüllen.

Ein sehr häufiges Anwendungsgebiet, insbesondere in der Softwareindustrie, ist das Recruiting. Viele Firmen veranstalten Hackathons und ähnliche Formate, um potentielle Mitarbeiter einzuladen und kennenzulernen. Das zeitlich eng getaktete Format begrenzt den Aufwand und erzeugt gleichzeitig eine gewisse Drucksituation, die bei der Beurteilung der Kandidaten hilft. Die Kleingruppenarbeit simuliert die spätere Teamarbeit und das finale Ergebnis vermittelt einen Eindruck der Programmierqualitäten der Anwesenden.

Ein zweitere Bereich kann das inhaltliche und persönliche Vernetzen der Teilnehmer sein. Durch den starken Fokus auf Teamarbeit lernen sich die Teilnehmer kennen. Gleichzeitig können zentrale Inputs oder gegenseitige Präsentationen der Teams dafür sorgen, dass alle Anwesenden schnell einen gleichmäßigen, gemeinsamen Erkenntnisstand gewinnen. Die Ergebnisse des Hackathons können dann auch einen wichtigen Meilenstein innerhalb eines Entwicklungsprojekts darstellen. Besonders bei sehr komplexen Themen mit großen Projektteams lohnt sich ein Hackathon als Format.

Nicht zuletzt kann ein Hackathon der Vermittlung von methodischer Expertise dienen. Werden die Teilnehmer bei einem Hackathon gecoacht oder methodisch angeleitet, stellt sich auch ein Lerneffekt ein. Bei dieser Art von Hackathon lernen die Teilnehmer praktisch, mit bestimmten Vorgehensweisen im Team zu arbeiten.

Typische Herausforderungen bei einem Hackathon

Nutzen wir einen Hackathon vor allem für Recruiting-Zwecke, müssen wir uns keine allzu großen Gedanken machen, ob die Arbeit in den Teams effektiv abläuft. Für diesen Anwendungsfall ist ein unstrukturierter, unmoderierte Hackathon durchaus denkbar.

Haben wir aber ein Interesse daran, dass die Teilnehmer ihre begrenzte Zeit optimal nutzen und am Ende ein konkretes Ergebnis stehen soll, müssen wir uns intensiver mit der Struktur des Hackathons beschäftigen. Im Idealfall gibt es eine zentrale Anmoderation und Zeitplanung, die dem Format einen methodischen Rahmen gibt. Darüber hinaus sollte jedes Team Zugriff auf einen Coach bzw. Facilitator haben, um im Notfall methodische Unterstützung zu bekommen. Je nach Vorerfahrung der Teilnehmer und Gruppengröße in den Teams kann ein Facilitator auch durchaus zwei bis drei Teams unterstützen. Das entspricht auch genau der Vorgehensweise, die wir bei unseren Hackathons einsetzen.

Facilitator sollten geschult werden. Gerade die zentrale Anmoderation verlangt einiges an Erfahrung und sollte nur von einem erfahrenen Moderator durchgeführt werden. Wir nutzen für solche Zwecke unser fünftägiges Format für die Ausbildung von Innovationsmoderatoren. Sind weder eine intensive Schulung noch einzelne, externe Facilitator für die Begleitung der Teams Optionen, können einige der Teilnehmer auch vorher in einer Art „Crashkurs“ mit den grundlegenden Vorgehensweisen vertraut gemacht werden. Diese „Hilfs-Facilitatoren“ können dann jeweils eine der Kleingruppen betreuen und unterstützen.

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