Palomar 5 Summit

Freitag, 27. November 2009

Am Montag fand der Palomar 5 Summit in Berlin statt, das offizielle Ende des sechswöchigen Innovationscamps.

Wie in meinem Artikel Online Diskussionen visualisieren angekündigt, möchte ich einmal experimentieren, ob ich einen Artikelfließtext nicht auch als verständliche Map darstellen könnte. Zum Summit habe ich dazu ein Map mit Debategraph erstellt. Hierzu freue ich mich über Rückmeldung. Ich habe dazu auch eine Umfrage gestartet, diese findet ihr in der rechten Seitenleiste des Blogs.



Eine Farblegende zur Debategraph-Map


Anbei noch ein paar Fotoeindrücke vom Summit.

The Egg


Show me love


Das Ideenkreuz


Eine witzige Idee für Ideenworkshops: Ideen, die nicht weiter verfolgt werden, werden mit dem Ideenkreuz beerdigt.

Online Diskussionen visualisieren

Donnerstag, 5. November 2009

Viele Blogleser sind auch Mitglied in sozialen Netzwerken wie z.B. xing. Dort gibt es eine Vielzahl an thematischen Gruppen, in denen man sich zu wirklich jedem erdenklichen Thema austauschen kann. Diese Gruppen bieten die Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen und von anderen zu lernen. Mich persönlich überfordern diese jedoch immer mehr, da es mir einfach zu anstrengend ist, mich durch all die Post zu lesen und zu versuchen, der Diskussion zu folgen.
Das Problem bei "traditionellen" Online-Diskussionsforen: Die Inhalte sind zeitlich geordnet und nicht thematisch (zumindest innerhalb einer Diskussion nicht mehr).

Das bringt eine Reihe von Problemen und Qualitätsmängeln mit sich. Schön erklärt ist dies in einem visuell begrenzt ansprechenden Video des Massachusetts Institute of Technology.



Die Argumente kartographieren
In der aktuellen Brand eins ist ein sehr interessanter Artikel“Wie wär's mit Argumenten?“ von Ralf Grötker erschienen, der Software Projekte vorstellt, die versuchen die ungeordneten Argumente im Internet zu visualisieren und damit das erkennen und stiften von Sinn zu ermöglichen. Die passende Initiative dazu hat dann auch den schönen Namen Global Sensemaking.

Viele der dort vorgestellten Online-Tools sollen es ermöglichen, die Inhalte zu visualisieren und damit das Verständnis zu erhöhen, Komplexität besser darzustellen und vor allem die Geschwindigkeit mit der der Einzelne Sinn erkennen kann zu erhöhen. Viele der Programm bedienen sich dabei Map-artigen Visualisierungen, ähnlich wie beim Mind Mapping, das jedoch vor allem ein Tool zur individuellen Visualisierung ist, werden Informationen in abgegrenzten Einheiten durch Verbindungen dieser Einheiten in Sinnzusammenhang gebracht.

Besonders interessant fand ich die folgenden Projekte aus der Gesamtliste.

Deliberatorium
The Deliberatorium is an implemented, evolving, web-based system developed to help large distributed groups efficiently arrive at well-founded conclusions concerning responses to complex challenges like climate change.

Siehe dazu auch das obige Video.

Cohere
Cohere is an idea management tool for you to weave meaningful connections between ideas, for personal, team or social use.



Compendium
Compendium is a hypermedia software tool, providing a visual interface for mapping the connections between people, ideas, multimedia documents and websites, to supoprt the analysis of socio/technical problems.
Auch diese Software gibt es kostenlos zum download

Debategraph
Debategraph is an Anglo-Australia, creative commons, social venture that combines web-based, argument visualization with collaborative wiki editing to make the best arguments on all sides of complex public debates freely available to all, and continuously open to challenge and improvement by all.



Google Wave
Eine interessantes Zwischending finde ich in diesem Zusammenhang Google Wave, dass einerseits zwar die Argumentationen immer noch zeitlich darstellt, es aber auch ermöglicht, die Abfolge von Argumenten in Ihrer Entwicklung nachzuvollziehen.

Ein visuelles Blog?
Beim Durchsehen dieser Tools habe ich mir die Frage gestellt, ob es nicht auch möglich wäre ein Weblog visuell darzustellen und meine Inhalte in Form von allgemein verständlichen Wissenskarten darzustellen.

Weiß jemand, ob es dazu bereits Lösungen gibt?
Ich werde auf jeden Fall weiter recherchieren.

Southbeach Modeller - Beispiele von TRIZ-Denkwerkzeugen

Dienstag, 19. Mai 2009

Die Firma Southbeach gibt ein bietet eine kostenlose Visualisierungssoftware namens Southbeach Modeller zum Donwload an.
Das Programm ist entwickelt worden, um auf einfache Weise verschiedene Denkwerkzeuge zu visualisieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Darstellung des TRIZ-Werkzeugs der Funktionsanalyse.
Besonders gelungen finde ich die vielen Beispiele auf dem Weblog der Firma.



TRIZ ist eine Sammlung von Techniken zur erfinderischen Problemlösung, d.h. ursprünglich zur Lösung technischer und physikalischer Probleme.
Diese TRIZ-Werkzeuge können nun wiederum mit einem Prozessmodell sinnvoll angeordnet und kombiniert werden. In der TRIZ-Welt gibt es dazu verschiedene Vorgehensweisen, von sehr stark strukturierten bis hin zu relativ flexiblen Prozessen.
Ich integriere TRIZ-Denkwerkzeuge in meinen Innovationsworkshops oder Kreativworkshops im Rahmen des Creative Problem Solving Modells. Die TRIZ-Werkzeuge kommen je nach Aufgabenstellung in Kombination mit anderen Techniken zum Einsatz.
Das besondere an manchen TRIZ-Werkzeugen ist, dass diese das Wissen aus vorherigen Patentrecherchen enthalten. Damit können zur Lösung bestimmter Fragestellungen bereits vielversprechende, in der Vergangenheit erfolgreiche Möglichkeiten angedeutet werden. Damit wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Ideenfindung in eine erfolgversprechende Richtung geht.

Ideen entwickeln - auf Papier oder digital?

Mittwoch, 13. Mai 2009

In meinen Innovationsworkshops und Trainings zur systematischen Ideen-und Lösungsentwicklung wird jede generierte Idee normalerweise auf einen Post-It-Zettel geschrieben und für alle sichtbar an eine eine Stellwand oder ein Flipchart geheftet (Bild 1).

In einem darauf folgenden Schritt werden oft aus einer Vielzahl an Optionen die wichtigsten ausgewählt und daraus Cluster gebildet. (Bild 2). Dies lässt sich mit Klebezetteln gut bewerkstelligen, da diese ohne großen Aufwand umsortiert werden können. Ich empfinde diese als praktischer als Metaplankarten (keine Pinnnadeln) und natürlich wesentlich flexibler als das lineare Untereinanderschreiben von Optionen auf einem Flipchart.


Digitale Post-its?
Während des letzten Trainings kam wieder einmal die Frage auf, welche digitalen Möglichkeiten es denn gäbe, Workshopinhalte festzuhalten und zu strukturieren. Wenn es lediglich um das Festhalten der sich ansonsten auf Papier befindenden Ergebnisse geht, um z.B. während eines gemeinsamen Brainstormings Ideen digital festzuhalten, wäre es theoretisch auch möglich, alle Ideen untereinander in ein Textverarbeitungsprogramm zu tippen.

Hier besteht ähnlich wie beim untereinander schreiben der Ideen auf einem Flipchart das Problem, dass diese sich schlecht kategorisieren lassen.
Zwei visuellere und flexiblere Möglichkeiten, die ich gerne verwende, wenn ich alleine Ideen sammle, sind MindManager und VUE.

MindManager – erst Brainstorming, dann Mind Map
MindManager verfügt über den Brainstorming-Modus, der es ermöglicht, Ideen erst einmal unstrukturiert zu sammeln, um diese in einem zweiten Schritt, dann in einem Mind Map zu strukturieren. Wie das im Detail funktionieren kann, habe ich in meinem Artikel Mit MindManager effektiv Ideen entwickeln vor einiger Zeit beschrieben.

VUE – frei verschiebbare Notizen
Eine andere Möglichkeit bietet kostenlose Software Visual Understanding Environment (VUE)der Tufts University. Hier können auf einer großen Weißfläche eine beliebige Anzahl von Nodes angelegt werden, die auch optisch an Post-its erinnern (Bild 3). Diesen können dann kinderleicht gruppiert werden, indem diese in größere Nodes hineingeschoben werden (Bild 4), die als Behälter fungieren. Durch Pfeile lassen sich mit VUE dann sogar Affinitätsdiagramme erstellen (Bild 5), was ich sonst durch ein räumliches Anordnen von Papierclustern erreiche.






Der Clustering-Vorgang bei VUE lässt sich außerdem äußerst schick mit einem Wii-Mote System kombinieren. Dabei wird einen normaler Beamer mittels eines Nintendo Wii-Controllers und einem Stift mit Infrarot-Diode zu einem Smartboard umfunktioniert, d.h. ich kann die Inhalte an der Wand mit einem Stift manipulieren. Wie das funktioniert habe ich in Artikel Opensource Smartboards beschrieben. Wer die Kombination dieser Möglichkeiten in Aktion sehen will, dem empfehle ich das Video von meinem Freund Diego Uribe, ein Großmeister der digitalen Workshopmoderation.

Obwohl ganz einfach, für die meisten dann doch zu technisch! Deswegen landen wir nach wie vor bei den Post-its. Was bei all den technischen Möglichkeiten nicht vergessen sollte, das Schreiben von Post-its und das händische Gruppieren und Anordnen von Clustern auf dem Fußboden erzeugt eine andere Gruppendynamik und sorgt aus meiner Sicht für höhere Energielevel als die digitale Lösung. Und genau aus diesem Grund sind meine Workshops oft eine Mischung aus Visualisierung per PC und dem händischen Schreiben aller Teilnehmer. Viele Teilnehmer haben trotzdem den Eindruck, das ich mit ungewöhnlich vielen technischen Hilfsmitteln arbeite. Wie sagte doch neulich eine Teilnehmerin: "Ich habe selten einen Workshop erlebt, bei dem so viel Technik zum Einsatz kommt, die dann auch tatsächlich noch funktioniert."

Visualisierungen in Asien

Montag, 13. April 2009

Bei der Lektüre des Buches Envisioning Information von Edward Tufte ist mir aufgefallen, dass viele der Beispiele für gelungene Visualisierungen aus Asien, besonders aus Japan stammen.
Dort wird viel mit putzigen kleinen Figuren gearbeitet, die sehr an die japanischen Comics erinnern. Ziel einer Visualisierung sollte sein, dem Betrachter das Verständnis der Information möglichst einfach zu machen, ich glaube dies gelingt durch einfach Bilder besser als viele Beschreibungen.

Im Moment bin ich wieder in Taiwan. Auch hier ist der Einsatz von Bildern zur Kommunikation besonders von Warnhinweisen und öffentlichen Aufklärungskampagnen besonders ausgeprägt. Comicartige Bilder finden sich allerdings fast überall, einfach nur weil es putzig aussieht.

Auf meinem Weg durch Taipeh habe ich ein paar Schnappschüsse gemacht (leider in schlechter Qualität), um ein paar Visualisierungen zu zeigen.

Rettung im Notfall
Hier wird erklärt, wie man Hilfe holt, falls jemand beabsichtigt oder unbeabsichtigt vor die U-Bahngleise gekommen ist.


Busfahrplan
Das Bild zeigt zwei Busfahrpläne aus Taipeh. Die U-Bahnlinien sind auch schön auf Englisch beschrieben und man kommt als Ausländer gut zurecht. Die Busfahrpläne kann man hingegen nur mit Chinesisch-Kenntnissen lesen. Interessant ist hier, wie die Route des Busses angedeutet wird.



Comicfiguren beim Getränkekauf


Das City Mall Verbote-Poster


Der City Mall Orientierungsplan



Hinweise zur Benutzung der Rolltreppen
Hier in Taiwan wird man vielen Tipps und Hinweisen bedacht, wie man sich am besten beim Rolltreppenfahren verhalten sollte. Von Verboten bis zu Geboten ist alles dabei.






Anleitung zur Nutzung eines zweistöckigen Fahrradständers


Hier der Fahrradständer dazu



Lohas
Auch in Taiwan wichtig: Live of Health and Sustainability (LOHAS). Dazu gibt es eigene Zeitschriften und eine von der Stadtverwaltung Taipeh gestartete Anti-Drogen Hotline, die ebenfalls unter dem Lohas-Motto angepriesen wird. Auch hier gibt es wieder ein paar putzige Figuren dazu.



Vielleicht ist der Einsatz vieler Bilder hier in Asien auch deshalb verbreiteter, da hier ein größeres Bewusstsein dafür herrscht, dass Menschen, die die jeweilige Landessprache nicht beherrschen wirklich absolut gar nichts mit schriftlichen Anleitungen anfangen können.

Prezi Präsentationssoftware jetzt verfügbar

Montag, 6. April 2009

Mitte Februar habe ich das erste Mal über Prezi berichtet, eine neue Präsentationssoftware, die es erlaubt Zooming-presentations auf einer großen Weißfläche zu erstellen.
Seit heute ist das Programm offiziell verfügbar über die Prezi-Homepage.
Neben kontinuierlichen Verbesserungen der Online-Oberfläche ist nun auch ein Offline-Editor im Angebot, damit man die Prezi-Präsentationen nicht nur offline zeigen kann, sondern diese auch offline erstellen kann.

Alle Infos zur nun verfügbaren Version sowie den Preismodellen gibt es auf dem Prezi-Blog

Um Prezi einmal zu demonstrieren, habe ich meine 5 Minuten Präsentation Warum Mind Mapping funktioniert, die ich in meinen Mind Mapping Seminaren halte öffentlich zugänglich gemacht. Die Präsentation ist nicht selbsterklärend, aber reicht sicherlich, um die Funktionsweise von Prezi deutlicher zu machen.

Alles Wichtige im Blick: Persönliche Startcenter mit MindManager

Montag, 9. März 2009

1986 erschien in den USA das Buch "One Page Management" von Riaz Khadem und Robert Lorber. In diesem als Erzählung geschriebenen Sachbuch hilft ein ominöser "Info-Mann" dem neu berufenen Geschäftsführer des "großen Industrieunternehmens" X-Corp bei seinem Kampf, die für das Management des Unternehmens notwendigen Schlüsselinformationen zu erhalten und zu organisieren. Wichtigste Waffe des Info-Manns sind drei themenspezifische Memos von jeweils einer Seite, in welchen sämtliche für den Geschäftsführer wichtigen Information, sowohl zu seiner eigenen Tätigkeit als auch über die Firma allgemein, dargestellt werden.

Die in One Page Management vorgestellten Memos, damals noch ausgedruckt, stellen für den Geschäftsführer eine Art Informationscockpit dar mit dessen Hilfe er Zugriff auf alle wichtigen Daten hat, die er für seine Tätigkeit als Geschäftsführer benötigt.
Wäre es nicht schön, wenn wir so ein Cockpit (siehe Bild 1) zur Verfügung hätten, von dem aus wir das gesamte Flugzeug steuern könnten? Wäre es außerdem nicht super, wenn wir dieses Cockpit nicht immer neu ausdrucken müssten, sondern digital zur Verfügung hätten?

Das Bild zeigt eine Beispieldatei des Programms let's focus.

Seit einigen Jahren ist das Erstellen von digitalen Infocockpits kein Problem mehr. Im Internet helfen personalisierte Startseiten, wie netvibes oder iGoogle dem Nutzer. Für die persönliche Arbeitsorganisation bietet sich z.B. Mindjet MindManager an, mit dem ich die Vorteile des Mind Mapping mit den Möglichkeiten von heutigen Computern verbinden kann. Ich selbst arbeite seit einigen Jahren mit einem persönlichen "Startcenter", wie ich dieses Infocockpit nenne, und berate auch meine Kunden bei deren Erstellung.

Zugriff auf alle relevanten Daten

Bild 2 zeigt mein Startcenter in eingeklappter Form, d.h. nur die Hauptäste und einige Zweige sind sichtbar. Mein Startcenter ist in einer für mich sinnvollen inhaltlichen Struktur angelegt, die es mir ermöglicht, innerhalb von Sekunden auf für mich wichtige private und berufliche Informationen zuzugreifen, wie z.B. Daten zu meiner Firma creaffective und für mich privat relevante Dokumente, wie z.B. meine Jahresplanung, Dokumente zum Münchner Denkclub und einer Wissensdatenbank zu Kreativitätstechniken und Verfahren.

Das Startcenter erfüllt mich nun zwei wichtige Funktionen:

  1. Es ermöglicht mir den schnellen Zugriff auf wichtige digitale Informationen, z.B. in Form von anderen MindManager Dateien oder Excellisten etc. Dazu muss ich das Programm MindManager nicht verlassen, sondern kann diese Dokumente per Hyperlink aus dem Startcenter heraus aktivieren.
  2. Es zeigt mir innerhalb des Startcenters bereits Schlüsselinformationen an, wie z.B. meine Jahresziele und aktuelle Kundendaten.
So ein Startcenter kann man sich wie die Spitze einer Informationspyramide vorstellen (siehe Bild 3). Aus dem Startcenter heraus kann ich nun entweder Information direkt sehen, oder per Klick andere Dateien öffnen, die die notwendigen Daten enthalten.

Klarheit durch visuelle Darstellung

Die Visualisierung in Mind Map-Form bietet eine Reihe von Vorteilen für den Nutzer.
  • Alle wichtigen Infos sind auf einer Seite sichtbar und diese sind nach inhaltlichen Kriterien angeordnet (und nicht einfach unter einander geschrieben). Dadurch wird das effektive Arbeiten erleichtert.
  • Die Zugriffsgeschwindigkeit auf wichtige Informationen erhöht sich beträchtlich, da mit einem Klick alles aktivierbar bzw. sichtbar wird.
  • Die Navigation zu Dokumenten erfolgt inhaltlich und nicht nach Ordnerstrukturen auf einer Festplatte. Dadurch lassen sich Zusammenhänge sinnvoller darstellen und es ist völlig egal, wo auf einem Rechner oder in einem Netzwerk sich Dokumente befinden.
  • Über die Mind Map artige Visualisierung ist es möglich, die Anzahl der Informationen auf einer Seite deutlich zu erhöhen und dabei gleichzeitig die Klarheit zu verbessern (Edward Tufte: To increase clarity, add complexity!). Hierbei kommen die Vorteile der Technik Mind Mapping zum tragen. So kann, z.B. mithilfe von Farben und kleinen Symbolen eine zusätzliche Bedeutung darstellen, wie Prioritäten, Farben für bestimmte Personen, Abteilungen oder Projekte etc.


Möglichkeiten mit MindManager
MindManager bietet eine Reihe von speziellen Funktionen, die für das Erstellen solcher Infocockpits sehr hilfreich sein können:
  • Excel-Bereich:
    Über die Funktion Excel-Bereich lassen sich innerhalb eines Maps Ausschnitte aus einer Exceltabelle einblenden (Bild 4). So kann ich mir aktuelle Vertriebszahlen direkt innerhalb meines Startcenters anzeigen lassen. Noch weitere Möglichkeiten bietet die, in Version 8 hinzugekommene Funktion des Datenbanklinkers, der es mir ermöglicht, Elemente anderer Datenquellen (z.B. Accessdatenbanken) innerhalb eines Maps darzustellen.

  • Power-Filter:
    Mit der Power-Filter Funktion lässt sich innerhalb eines Startcenters noch einmal die Ansicht nach bestimmte Kriterien einschränken, um so Komplexität weiter zu reduzieren und Klarheit zu erhöhen. Zum Beispiel lassen sich alle Zweige die mit einem Symbol für Vertrieb versehen sind, hervorheben und gleichzeitig andere Elemente ausblenden.

  • Map-Ansichten:
    Über die Funktion Map-Ansichten lassen sich zurechtgelegte Ansichten, z.B. nach einem Filtervorgang abspeichern. So ist es möglich per Klick Ansichten wie Tagesbeginn, Vertrieb, Projekte etc. anzuzeigen ohne sich jeweils wieder durch das Map klicken zu müssen.


Einmal in seinen Grundzügen angelegt, kann ein Startcenter jederzeit flexibel verändert und angepasst werden und sozusagen mit sich verändernden Aufgaben und Projekten mitwachsen.

Zum Schluss möchte ich natürlich auch einen Nachteil nicht verschweigen:
Wenn Sie sich entschließen auf Schlüsseldokumente per Hyperlink aus einer MindManager-Datei zuzugreifen, dann muss sichergestellt werden, dass sich weder der Name der Datei noch deren Speicherort ständig verändern. Sonst werden die Hyperlinks nicht funktionieren.

Den Zeit- und Effektivitätsgewinn, alles Wichtige auf einer Seite zu haben werden Sie jedenfalls bald nicht mehr missen mögen.

PowerPoint ist tot – es lebe Prezi

Dienstag, 17. Februar 2009

Na ja, so schnell aussterben wird PowerPoint wohl nicht, aber bald wird es eine Software geben, die Präsentationen der ganz anderen Art möglich macht. Neue Software für dies und das wird fast täglich angekündigt, aber Prezi wird meiner Meinung nach etwas wirklich Großes werden. Selten bin ich so fasziniert und begeistert vor einer neuen Software gesessen.

Nichtlineare Präsentationen
Nach Prof. Edward Tufte, einer der wohl bekanntesten Kritiker von PowerPoint, ist der kognitive Stil von PowerPoint schuld an den meist miserablen Präsentationen ist und nicht die Unfähigkeit des Nutzers. Er schreibt: "PowerPoint is like being trapped in the style of early Egyptian flatland cartoons rather then using the more effective tools of Renaissance visual representation."

Für Tufte ist eine lineare Abfolge von Folien und Aufzählungslisten nicht der beste Weg, komplexe Zusammenhänge darzustellen. Wobei PowerPoint natürlich auch anders nutzen kann als lediglich zur Aneinanderreihung von Aufzählungslisten.

Prezi geht einen ganz anderen Weg, einen nicht-linearen Weg: Bei Prezi ist die gesamte Präsentation auf einer großen weißen Fläche angeordnet. Der Nutzer wird durch einen vom Ersteller der Präsentation vordefinierten Pfad durch Elemente auf der weißen Fläche geführt, wobei das jeweilige Element dann vergrößert dargestellt wird. Gleichzeitig ist es aber auch möglich den Vergrößerungsfaktor zu verändern und so weitere oder sogar alle Elemente auf der Leinwand zu sehen (siehe Bild 1). Mit einem Klick auf ein beliebiges Objekt wird dies fokussiert und vergrößert. Es entstehen Zooming-Presentations.
Auf diese Weise kann ähnlich wie bei einem Mind Map (eine ebenfalls nicht-lineare Visuaslisierung) gleichzeitig das große Ganze und die Details gesehen werden. Durch die Anordnung der Elemente im Raum können so Sinnzusammenhänge mit wesentlich mehr Möglichkeiten dargestellt werden als in einzelnen aufeinander folgenden Folien.



Kinderleicht zu bedienen
Noch befindet sich das Programm in der Beta-Phase. Ich habe die Gelegenheit an dieser Test-Phase teilzunehmen. Das Programm ist wirklich kinderleicht zu bedienen und kommt mit einer kleinen Anzahl kreisförmiger Bedienungselemente aus (siehe Bild 2) die am linken Bildschirmrand angeordnet sind.
Alle weiteren Bedienelemente bestehen aus vier Navigationselemente am rechten unteren Bildschirmrand (siehe Bild 2) und einem aus drei Manipulationskreisen (Bild 4). Sobald man ein Objekt anklickt, kann man es mit Hilfe der drei Kreise beliebig vergrößern, verschieben und rotieren.



Online und offline
Das Programm basiert auf einer Flashtechnologie. Erstellt werden die Präsentationen online. Man kann diese dann mit einem Klick für andere freigeben, die sich dann durch einen Online zur Verfügung gestelleten Flashfilm klicken. Siehe dazu die Beispiele auf der Prezi-Homepage.
Wer seine so erstellten Präsentation offline nutzen und zeigen möchte, kann diese herunterladen. Die fertige Präsentation wird dann in einen Flashfilm konvertiert, der sich offline ausführen und im Vollbildmodus ansehen lässt.



Ich freue mich schon, meine nächsten Vorträge mit einer Prezipräsentation zu unterstützen! Ich glaube, dieses Programm hat das Potenzial wirklich etwas einen innovativen Mehrwert in die foliengeprägte Präsentationslandschaft zu bringen.

Die Pyramide des Bücherlesens – Teil 1

Mittwoch, 21. Januar 2009

Stellen Sie sich vor, Sie lesen ein Sachbuch, das Sie für Ihre Arbeit oder Ihr Studium benötigen. Während des Lesens markieren Sie sich mit dem Leuchtmarker einige wichtige Stellen. Nachdem Sie das Buch gelesen stellen Sie es wieder in das Regal zurück. Als Sie eine Woche später einem Kollegen etwas zum Inhalt des Buches erzählen sollen, merken Sie, dass Sie das meiste bereits schon wieder vergessen haben und sogar Schwierigkeiten haben, die Grundaussagen noch zu rekonstruieren. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Wenn man wie oben beschrieben an Sachbücher herangeht, dann ist das leider zu erwarten. Das liegt in der Funktionsweise unseres Gehirns begründet. Wer Inhalte eines Sachbuches nicht nur lesen muss, sondern diese auch für die weitere Arbeit benötigt, oder wer es einfach schade findet, nach dem Lesen eines Buches bereits nach einer Woche fast nichts davon behalten zu haben, für den möchte ich ein anderes Vorgehen vorstellen. Ich nenne es die Pyramide des Bücherlesens. Dieses Vorgehen übe ich mit Teilnehmern meiner Mind Mapping Seminare und speziell in Mind Mapping Seminaren für das Studium.

Die Pyramide steht als Metapher für ein bestimmtes Vorgehen, das auf vier aufeinander aufbauenden Schritten besteht. Ziel dieser Herangehensweise ist es, nach dem Lesen eines Sachbuches mehr zu behalten und mit relativ geringem zeitlichen Aufwand sich die Inhalte eines Sachbuches wieder präsent zu machen.



Die Basis: Mitschriften anfertigen
Es ist für unser Gehirn schlicht und einfach unmöglich, sich auch nur die wichtigsten Inhalte eines Buches einfach nur dadurch zu behalten und nachhaltig zu verstehen, dass wir diese einmal lesen. Die Lernspsychologie und die Pädagogik betonen hier die Bedeutung von Mitschriften. Prof. Stangl von der Universität Linz, der ein wirklich großartige Sammlung von Lerntipps aufbereitet hat, bezeichnet Mitschriften als schriftliches Gedächtnis, das wir benötigen, um uns die Inhalte zu merken. Er gibt folgende Tipps, was man beim anfertigen von Mitschriften beachten sollte:

  • Stichwörter in nicht-linearer Folge anordnen
  • nicht alles wörtlich mitschreiben
  • Das Gehörte in Beziehung zu bereits Bekanntem setzen!
  • Das Gehörte strukturieren!
  • System von Abkürzungen und Symbolen entwickeln!
Für regelmäßige Leser dieses Blogs: Kennen Sie eine Technik, über die ich dauernd schreibe und die all diese Anforderungen berücksichtigt?
Ja, es schreit gerade zu nach Mind Mapping.

Für alle, die sich mit der Technik ausreichend sicher fühlen, empfehle ich, die Mitschriften in Mind Mapping Form anzufertigen, da diese eine Menge an Vorteilen gegenüber linearen Zeilenteppichen aufweist.
Infos zu Mind Mapping:Ich persönlich bin dazu übergegangen, meine Mind Map Mitschriften elektronisch zu erstellen mit der Software iMindMap und einem Tablet-PC.

Stufe 2: Eigene Gedanken eintragen
Wenn man etwas liest, ist es selten so, dass man von einem Thema überhaupt keine Ahnung hat und alles neu ist. Im Gegenteil, meist lesen wir Bücher in unserem Fach- oder Interessensgebiet und während des Lesens kommen uns eine Menge Ideen und Assoziationen zu anderen Inhalten. Diese sollten Sie unbedingt aufschreiben. Wenn diese Gedanken thematisch zum Thema passen und es sich nicht um Ideen handelt, die in eine ganz andere Richtung führen, dann sollten Sie diese Gedanken zu Ihren Buchmitschriften hinzu schreiben. Dadurch schaffen Sie zusätzlich Lernanker, um die Inhalte zu verarbeiten und Sie erweitern den Kontext des Gelesenen durch eigene Anmerkungen. Besonders spannend finde ich es, diese eigenen Gedanken nach einiger Zeit beim Wiederholen (siehe Stufe 3) der Inhalte wieder zu lesen und zu erweitern.
Auch für das Eintragen von eigenen Gedanken zu den Mitschriften bietet Mind Mapping ein in Bezug auf den Schreibprozess und die Visualisierung vorteilhaftes Vorgehen an.
Wie genau das funktioniert, habe ich in einem Artikel zu Rein und Raus Schreiben erklärt.



In Teil 2 werde ich die Stufen 3 und 4 vorstellen.

Mind Mapping Software mit Tagcloud-Funktion

Dienstag, 13. Januar 2009

Vor ein paar Wochen habe ich mit einem Bekannten darüber gesprochen, welche sinnvollen Funktionen wir uns für Mind Mapping Software noch wünschen würden.
Eine Funktion die einen wirklichen Mehrwert bieten könnte und die nicht schwer umzusetzen sein dürfte, wäre eine Tagcloudfunktion. Meines Wissens bietet bisher keines der Mind Mapping Programme dieses Extra an.
Blog-affine Leute kennen den Begriff Tagcloud wahrscheinlich, für alle, denen dieser Begriff nichts sagt hier noch einmal eine Erklärung. Das englische Wort tag bedeutet so viel wie Schlagwort. Diese Schlagwörter werden in Web 2.0. Applikationen, wie z.B. Mister-Wong oder z.b. beim Musiknetzwerk lastfm dazu benutzt, um Inhalte durch die Nutzer beliebig verschlagworten zu lassen. Die von den Nutzern vergebenen Schlagworte können nun in Schlagwortwolken (Tagclouds) visuell dargestellt werden. Oft zeigt die Darstellungsgröße eines Schlagwortes die Häufigkeit an, mit der es vergeben wurde. Besonders wichtige Themen können so z.b. fetter und größer dargestellt werden als eher unbedeutende Themen.

Mind Map mit Tagcloud-Ansicht
Spannend wäre es nun, wenn man dieses Prinzip der Darstellung von Inhalten auch auf elektronische Mind Maps übertragen würde. So könnte z.B. ein Mind Map automatisch nach Schlagworten analysiert werden und das Ergebnis als Tagcloud dargestellt werden. Wie das Aussehen könnte habe ich in der unten stehenden Fotomontage einmal angedeutet. Mindjet MindManager wurde hier mit der Mister-Wong Tagcloud versehen.

Diese parallele, aber visuell anders strukturierte, Darstellung eines Mind Maps Inhaltes bietet folgende Mehrwerte:

  • es wäre eine andere Sicht auf die Inhalte eines Mind Maps möglich.
  • Inhalte werden neben der hierarchisch strukturierten Darstellung des Mind Maps unabhängig von ihrer Verortung innerhalb des Maps quantitativ dargestellt.
  • auf diese Weise kann ein Informationsgewinn entstehen, da noch eine weitere „Dimension“ zum Inhalt des Mind Maps hinzukommt.
Mit dieser Möglichkeit wären einige Kombinationen denkbar
  • Bei einem Klick auf ein Schlagwort in der Tagcloud könnte dieses innerhalb des Mind Maps hervorgehoben oder gefiltert werden.
  • Es könnten Tagclouds von mehreren Mind Maps oder verlinkten Mind Maps erstellt werden. Dies wäre besonders für das Wissensmanagement mit Mind Mapping Software interessant.
  • Im Bereich des Wissensmanagements wäre es auch sehr spannend, eine Tagcloud mit allen Begriffen einer Sammlung verschiedener Maps zu haben und bei einem Klick auf ein Schlagwort, alle Mind Maps angezeigt zu bekommen, die das entsprechende Schlagwort enthalten. Es könnte eine Art Mapverwaltungseditor entstehen, der alle Maps nach verschiedenen Schlagworten und anderen Kriterien sortiert, ähnlich wie der Editor der Software snagit von Techsmith (Mit snagit lassen sich Schnappschnüsse des Bildschirms machen und verwalten).
  • Es könnte automatische Analysen gefahren werden, die z.B. von der Tagverteilung Mind Maps mit hoher Übereinstimmung finden.
Meiner Meinung nach wäre dieses Feature eine wirklich sinnvolle Kombination der Möglichkeiten sich ständig aktualisierender elektronischer Schlagwortlisten und Mind Mapping.
Vielleicht greift es ja ein Hersteller auf?! Ich freue mich über Kontakt und stehe gerne mit Ideen zur Verfügung.



EDIT am 27.01.09
Stefan Scheurer hat diese Idee sowie einige Gedanken von zwei anderen Posts aufgriffen und sich Gedanken über Lernfunktion für Mind Mapping Software gemacht. Sehr interessant und lesenswert.