Wie virtuelle Realität unsere Empathie beeinflussen kann.

Diese Woche möchte ich mal wieder über einen Innovations-Hit schreiben, einen Innovations-Hit, der auf den ersten Blick eventuell schon als abgedroschen wirken könnte.

Es handelt sich um die gute alte virtuelle Realität, und die dazugehörigen Gadgets, die uns in diese andere Welt transportieren.

Der Begriff stammt aus den frühen 80er Jahren als das Konzept einer immersiven Realität in Romanen und Filmen immer populärer wurde.

Die ersten angewandten Prototypen fokussierten sich auf die Computerspielindustrie, doch damals fehlte es noch an Rechenleistung um diese Konzepte der breiten Masse, sei es in Form von Spielen oder Filme, zukommen zu lassen.

Die technologischen Entwicklungen der letzten 15 Jahre haben den Weg für die Nutzung dieser Darstellungsart immer mehr geebnet. Eine der aktuellsten und beliebtesten Hardware Gadgets der letzten Jahre ist die Oculus Rift, eine hochauflösende 3D-Brille, die dem Nutzer das Gefühl gibt in einem virtuellen Raum oder Landschaft zu stehen und sich zu bewegen.

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Oculus Rift

Doch auf die Gadgets im Zusammenhang mit der VR (virtuellen Realität) möchte ich in diesem Artikel gar nicht hinaus, sondern eher was ein veränderter Kontext und damit auch ein veränderter Nutzen der selben Technologie bei einem solchen Produkt ausmachen kann.

Der Mann der diese Technologie vom Status eines „Spielzeugs“ zu einem potentiellen Kommunikationsmedium verholfen hat, ist der US Amerikanische Regisseur Chris Milk.

In einem TED Talk Anfang diesen Jahres, erzählt Milk über seine Anfänge als Musikvideo-Regisseur und über seine Faszination für eine virtuelle Realität in der der Zuschauer tatsächlich in diese andere Welt eintauchen kann und Teil von ihr werden kann.

Mit dem Filmprojekt, das er in dem TED Talk vorstellt, welches er zusammen mit den Vereinten Nationen entwickelt hat, schafft er es, die Emotionale Nähe des Zuschauers zu den Protagonisten des Films so zu verstärken, dass der Effekt des Filmes  viel stärker spürbar ist.

In dem ersten Film dieses Projektes, „Clouds over Sidra“, geht es um ein kleines Mädchen aus Syrien, dass mit ihrer Familie in einem Flüchtlingscamp in Jordanien lebt. Die genutzte Kameratechnologie, die Bilder und Ton in 360° aufnehmen kann, ermöglicht es dem Zuschauer, der den Film über eine VR-Brille von Samsung auf eine Art und Weise zu erleben, die viel stärker auf der emotionalen Ebene funktioniert, als herkömmliche Filme.

Milk nutzt dieses Medium um wichtigen Entscheidern aus der Wirtschaft und der Politik gewisse soziale und globale Problematiken vor Augen zu halten. Dank der Kraft dieser Bilder können sich diese Menschen besser in die Situation der dargestellten Flüchtlinge hineinversetzten und entwickeln dadurch einen ganz anderen Zugang, was wiederum einen starken Einfluss auf ihre Entscheidungen hat.

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Zuschauer des Films „Clouds over Sidra“ beim World Economic Forum

 

Dieser Nutzen der virtuellen Realität geht weit über die Unterhaltungsindustrie hinaus, erweitert und bereichert ihn.

Wieder ein schönes Beispiel der Wichtigkeit des Kontexts eines Produkts.

 

 

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