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Bürokratie bezeichnet eine Form der Organisation, die sich durch eine Hyperformalisierung ihrer Struktur auszeichnet.
Neben einer sehr klar geregelten hierarchischen Über- und Unterordnung, sowie klar definierten Dienstwegen zeichnet sich eine Bürokratie vor allem dadurch aus, dass Entscheidungen vor allem basierend auf vorab festgelegten Regeln und Prozeduren getroffen werden. In einer Bürokratie ist es also unwahrscheinlich das situationsangemessen gehandelt wird, obwohl es grundsätzlich das Konzept des Ermessensspielraums gibt.

Bürokratie sorgt für Verlässlichkeit

Bürokratie bildet sich vor allem dann aus, wenn es darum geht Compliance / Regeltreue effizient sicherzustellen. Dadurch ist ein zentrales Kennzeichen von Bürokratien, dass sie berechenbar und verlässlich sind. Gleichzeitig schränken bürokratische Strukturen den Raum der Handlungsmöglichkeiten stark ein. Das ist auch der Grund, warum gesunder Menschenverstand in Bürokratien so selten anzutreffen ist. Nicht weil die Menschen in Bürokratien keinen mehr haben, sondern weil der Einsatz durch die formalisierten Regeln unwahrscheinlich geworden ist.

In einem lesenswerten Artikel bezeichnet Stefan Kühl die spezielle Form von Regen in der Bürokratie als Wenn-Dann-Programme oder Konditionalprogramme.“Durch diese wird festgelegt, was getan werden muss, wenn ein bestimmter, vorher definierter Impuls registriert wird.“ Dadurch ist es Staatsbürokratien möglich Einzelfallgerechtigkeit herzustellen.

Bürokratie gibt es vor allem auf der Ebene des Staates oder der staatlichen Verwaltung, aber auch in Organisationen in anderen Gesellschaftsbereichen.

Die Bürokratie selbst hat keinerlei Anreize sich selbst zu reduzieren, im Gegenteil. Deshalb ist das Wort Bürokratie nicht nur eine Bezeichnung für eine bestimmte Form der Organisation, sondern inzwischen auch ein Schimpfwort.

Dass der Bürokratieabbau auf der Ebene des Staates so herausfordernd ist, hat auch mit den Anreizstrukturen Beamten zu tun, wie Ralf Lanwehr in einem Artikel schön erklärt.