Übersichtsseite mit allen Begriffen zum Glossar Organisationsentwicklung.

„Hierarchie ist eine stufenmäßig auf Überordnung und Unterordnung beruhende Rangordnung. Die Elemente dieser Ordnung sind in vertikaler Reihung nach absteigender Bedeutung für die Entscheidungsmacht, Kompetenzen und Rang positioniert.“ (Wikipedia).

Sobald sich Menschen in größeren Gruppen organisieren, entsteht irgendeine Form von Hierarchie. Einfach deshalb, weil es nicht praktikabel ist, dass immer alle in alles eingebunden werden. Auch „hierarchiefreie“ Organisationen haben eine Form von Hierarchie, auch wenn es nicht viele Hierarchiestufen gibt.

Hierarchie lässt sich abgrenzen von einer Heterarchie, einem „System von Elementen, die nicht in einem Über- und Unterordnungsverhältnis stehen, sondern mehr oder weniger gleichberechtigt nebeneinander.“
Sociocracy 3.0 unterscheidet bei einer Hierarchie noch dabei, wie die Rangordnung zustande gekommen ist. Wenn Gruppen von Menschen Entscheidungskompetenzen an eine Sub-Gruppe delegiert, um für die größere Gruppe Entscheidungen zu treffen, dann wird von einem Bottemarchy gesprochen, weil die Hierarchie von unten nach oben entstanden ist.

Der Effekt in Organisationen ist jedoch ein ähnlicher.
Hierarchie ist ein Mittel der Formalstruktur der Organisation, dass Gefolgschaft erwartbar macht, aber nicht garantiert.

Die Rolle der Hierarchie

Formale Hierarchie hat die Rolle Handlungen zu koordinieren und Entscheidungen herbeizuführen.
Besonders relevant wird diese Rolle bei langwierigen Kommunikations- und Abstimmungsprozessen. Hierarchie kann diese manchmal ersetzen und so Entscheidungen treffen:

„In der Face-to-face-Kommunikation könnte solch ein Abgleich der Prämissen noch in langen Diskussionen erreicht werden, in größeren Organisationen ist dies faktisch unmöglich. Hierarchie kann (und muss) hier den Kommunikationsprozess ersetzen. Sie kann über die Entscheidungsprämissen entscheiden, welche die Mitglieder ihren Entscheidungen zugrunde zu legen haben. “ (Simon, Fritz B. Einführung in die systemische Organisationstheorie.)

Besonders relevant im Konfliktfall

Organisationen sind um Konflikte herum gebaut, daher sind Konflikte grundsätzlich regelmäßig zu erwarten.
Viele Gruppen von hierarchisch gleichgestellten Personen (sowohl in Unternehmen, als auch in Verbänden oder Parteien) tun sich manchmal schwer damit, eine Entscheidung im Konfliktfall herbeizuführen. Dann wird meist „eskaliert“ und zwar nach oben in der Hierarchie. Es ist dann Aufgabe der hierarchisch höheren Ebene, eine Entscheidung zu treffen oder herbei zu führen. Ein Mittel des Einflusses, dass die Hierarchie dann einsetzen kann, ist die ihr gegebene formale Macht. Im Konfliktfall kann die Chef-Karte den Konflikt beenden.

Abmildern und teilweise vermeiden lässt sich diese Eskalationsdynamik durch andere Entscheidungsprozeduren, wie zum Beispiel dem Konsent-Vorgehen.