Übersichtsseite mit allen Begriffen zum Glossar Organisationsentwicklung.

Im Glossar-Eintrag zu Führung habe ich Strategie bereits als eine Sonderform von Führung erwähnt. Diese Form der Führung ist nicht an Personen gebunden, sondern führt über die durch die Strategie gesetzten Rahmenbedingungen.

Was ist Strategie?

Strategie ist eine Form der Entscheidungskommunikation und hat die Funktion Entscheidungen zu fokussieren.

Eine Strategie bietet Orientierung in einer ungewissen Zukunft und hilft dabei, in der Zukunft Entscheidungen zu treffen. Dabei trifft Strategie begründete Annahmen über die Zukunft. Ob diese auch nur annähernd so eintreten, liegt außerhalb der Kontrolle der Organisation.
Im Post zum Thema Organisation habe ich Entscheidungen (treffen) als ein Kernkriterium von Organisationen definiert.
Strategie hilft einen Abgleich zwischen dem Ist und dem Soll zu machen. Sie reduziert Komplexität, durch ihre Orientierungsprinzpien. Strategie sagt auch, was eine Organisation nicht tut.
Sie kann Aussagen treffen dazu, wie die Organisation auf dem Markt reagiert, meist damit auch dazu, wie im Inneren Entscheidungen herbeigeführt werden. Sie hat damit Einfluss auf die formale und informelle Struktur der Organisation und führt zu Veränderungen dieser.
Strategie kann weh tun, es wird wirklich entschieden und diese Entscheidung hat Konsequenzen. Sonst ist es keine Strategie.

Strategische Entscheidungen sind keine alltäglichen Entscheidungen. Es bedeutet irgendwie „wichtig“. Bestimmte Themen werden in der Organisation als „strategisch“ markiert. Dann wird Strategie oft in der Nähe der Hierarchie gebracht. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es zur Umsetzung kommt.

Was ist Auslöser für einen Strategieprozess?

Vereinfacht kann man sagen, dass eine Organisation mit einer derartigen Ungewissheit konfrontiert ist, die von der Organisation nicht mehr gut absorbiert werden kann. Dadurch entstehen Entscheidungsbedarfe und der Bedarf nach Führung. Strategie kann eine Form von Führung sein, die hier zum Tragen kommt.

Ausgelöst werden kann die Notwendigkeit die Strategie zu überdenken durch Veränderungen der Umwelt, also des Marktes, von Technologien oder politischen Rahmenbedingungen. Das Jahr 2025 hat dazu reichlich Beispiele gegeben.
Ein weiterer Auslöser kann auch im Inneren der Organisation liegen. Möglicherweise ist die Art und Weise wie die Organisation Wertschöpfung erbringt so dysfunktional oder problembehaftet geworden, dass es eine Veränderung braucht.

In Strategieprozessen (ein Beispiel, wie das aussehen kann) mit Strategieworkshops als Teil davon erarbeiten Organisationen dann neue / überarbeitete Strategien.

Wichtig ist, dass die Strategie konkret genug ist, dass diese für die Organisation handlungsleitend sein kann.
Zwei Beispiele
Wir wollen in allen Märkten die besten sein„, ist keine Strategie.
Wir fokussieren für unser Marketing auf Weblogs und Presseveröffentlichungen und halten uns aus Social Media raus„, ist konkreter und hilft zu entscheiden, ob wir Facebook und Instagram bedienen sollten oder nicht. Ob die die Strategie sinnvoll ist und erfolgreich sein wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Mit Porsche und Mercedes haben im Jahr 2025 zwei Dax-Konzerne ihre einige Jahre zuvor erarbeitete und kommunizierte Strategie wieder einkassiert.