Praktikum: Erstellung Gemeinwohl-Bilanz

In Umfragen sagt ein Großteil der Menschen in Deutschland, dass sie mit dem jetzigen Wirtschaftssystem nicht zufrieden sind. Sie wünschen sich eine gerechtere und „glücklichere“ Welt.
In 2010 formulierte Christian Felber im gleichnamigen Buch seine Vision einer Gemeinwohlökonomie als Alternative zu unserem jetzigen System. Eine Alternative, die das Gemeinwohl als Kern seiner Struktur und Verfasstheit beinhaltet. Was versteht Felber unter Gemeinwohl? „Gemeinwohl-Ökonomie hat als Leitbegriff keine a priori definierte Bedeutung außer der, dass das Wohl aller Menschen und der natürlichen Mitwelt gleich wichtig ist. Das Glück einer »größtmöglichen Zahl von Menschen«, wie wir es von den Utilitaristen kennen, wäre zu wenig, weil alle Menschen gleich wertvoll – mit Würde ausgestattet – sind.“ (Felber, Gemeinwohlökonomie, 2011, Pos 11,2/386).

Unser momentanes Wirtschaftssystem hat aufgrund seiner strukturellen Verfasstheit vor allem monetäre Gewinne zum Ziel. Der Autor und Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrats Jean Ziegler bezeichnet unser Wirtschaftssystem in einem kürzlich erschienen Interview als ein System „struktureller Gewalt“: „Es geht um ein […] System der ‚strukturellen Gewalt’. Der Präsident von Nestlé ist ein sehr guter Ski-Fahrer. Hin und wieder kreuzen sich unsere Wege auf der Piste in Zermatt. Ich kenne ihn. Er ist ein hochanständiger Mensch. Aber wenn es darum geht, in seiner Funktion als Präsident von Nestlé den Börsenwert seines Unternehmens zu steigern, dann tut er das, was dazu eben nötig ist. Tut er es nicht, wird er nach drei Monaten nicht mehr Präsident von Nestlé sein.
Umweltschutz und die Frage, wie die im Prozess involvierten Menschen behandelt werden, sind dem Gewinninteresse unterzuordnen. Dass ich als Gründer von creaffective mit diesem System meine Probleme habe, habe ich in einem Artikel „Ethische Dilemma eines Innovation Coaches“ beschrieben.

Die Vision der Gemeinwohlökonomie ist dabei eines der wenigen konkreten Alternativangebote, die mir bekannt sind. Dabei stimme ich Felber in nicht allen Argumenten seines Buches und seiner Konzeptes zu. Dennoch ist besonders die Möglichkeit für Unternehmen eine Gemeinwohl-Bilanz zu erstellen (neben der obligatorischen Finanz-Bilanz) eine tolle Möglichkeit, das Unternehmen selbst in Hinblick auf die Ziele der Gemeinwohlökonomie zu analysieren und konkrete nächste Schritte einzuleiten, um die in der Bilanz betrachteten Aspekte kontinuierlich zu verbessern. Grundlage für diese Gemeinwohl-Bilanz bietet die Gemeinwohl-Matrix.

Quelle: https://www.ecogood.org/de/gemeinwohl-bilanz/gemeinwohl-matrix/

Wir von creaffective haben uns entschlossenm nun eine erste Gemeinwohl-Bilanz für uns zu erstellen. Da die Erstellung auch für ein kleines Unternehmen unserer Größe einen erheblichen zeitlichen Aufwand (ca. 200 – 300 Stunden) bedeutet, suchen wir Hilfe.

Wir suchen einen Praktikanten / eine Praktikantin, die uns in einem dreimonatigen Praktikum bei der Vorbereitung der Bilanz-Erstellung behilflich ist.

Praktikum Gemeinwohl-Bilanz: Details

Schwerpunkt des Praktikums werden sein:

  • uns bei der Erstellung der Gemeinwohlbilanz zu unterstützen
  • die notwendigen Dokumente vorzubereiten
  • Arbeitstreffen und Interviews bei creaffective zur Beantwortung der Fragen durchzuführen

Darüber hinaus hat jeder bei uns die Möglichkeit, auch anderen Fertigkeiten und Interessen in anderen Rollen (ein Begriff aus der Holakratie) einzubringen.

Was wir von Interessenten erwarten:

  • Du hast bis hierhin gelesen und bist beim obigen Text nicht eingeschlafen (herzlichen Glückwunsch!)
  • Du liest diesen Text bis zum Ende durch und beachtest besonders den letzten Paragraphen.
  • Du hast dich mit creaffective auseinander gesetzt und kannst dich mit unseren Werten und unserem Unternehmenszweck identifizieren: „Wir unterstützen Organisationen dabei, ihre innere Struktur, Innovationskultur und kreativen Prozesse so zu gestalten, dass sie nach außen innovative Lösungen schaffen und sich an ein dynamisch veränderndes Umfeld anpassen.
  • Du hast Lust in einem selbstorganisierten (holakratischen) Unternehmen mitzuarbeiten und kannst dich eigenverantwortlich organisieren und das Thema aktiv bei uns vorantreiben.
  • Du hast ein gutes Verständnis zum Thema Gemeinwohlökonomie, kannst dich mit den Grundsätzen identifizieren und hast dich bereits intensiver mit dem Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie auseinander gesetzt.
  • Du achtest auf Details und kannst dir vorstellen die GWÖ-Handbücher zur Erstellung der Bilanz zu lesen.
  • Was du studierst / studiert hast und wo ist uns egal.

Was bieten wir darüber hinaus?

  • Teilnahme an unseren Trainings
  • Gelegentliche Begleitung unserer Innovation Coaches zu Kundenprojekten
  • Kennenlernen, erleben und eingebunden sein in eine holakratische Organisation und der dazugehörigen Prozesse und Besprechungsformate.

Arbeitszeiten:
Wir kalkulieren mit einer 32 Stunden-Woche. Wann, wie und wo du arbeitetest, ist uns egal. Es gibt keine festen Zeiten und keinen festen Ort. Da wir für die Erstellung der Bilanz öfter Treffen benötigen, macht es in diesem Fall Sinn, dass du für die Zeit des Praktikums in München bist bzw. zu regelmäßigen Treffen bei uns in München sein kannst. Das Praktikum dauert drei Monate.

Vergütung:
Das Praktikum ist bezahlt mit 400 Euro pro Monat.

Weiteres Vorgehen:
Falls wir dein Interesse geweckt haben, freuen wir uns über eine Nachricht von dir. Schreibe dazu ein E-Mail an Florian (Rustler) unter rustler-at-creaffective-Punkt-de und lass uns wissen, warum du uns unterstützen kannst und willst. Alles, was wir zu diesem Zeitpunkt von dir wissen sollten, schreibe bitte in diese Nachricht.
Bitte schicke KEINE Zeugnisse und KEINEN Lebenslauf mit.

Die weiteren Schritte sind dann wie folgt:

  • Nach Gefallen deiner Kontaktaufnahme laden wir dich zu einem Kennenlerngespräch ein.
  • Du triffst eine Entscheidung, ob du Lust auf uns hast.
  • Wir entscheiden uns für einen Praktikanten.

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