Luftbetten und Sitzfleisch – aber bitte mit Herzblut

07_team_tsWas hat Airbnb mit Luftbetten zu tun? Ganz einfach, auch das milliardenschwere Unternehmen hat einmal klein angefangen, sehr klein sogar. Brian Chesky and Joe Gebbia machten als Firmengründer aus der Not eine Tugend. Als sie im Jahre 2007 die Miete in San Francisco nicht mehr zahlen konnten, kauften sie kurzerhand einige Luftbetten und platzierten sie in ihrer Wohnung. Sie nannten es “Air Bed and Breakfast.” Da auf Grund einer Konferenz für Industriedesign die meisten Hotels ausgebucht waren, konnten sie ihre Luftbetten auch ad hoc vermieten. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf. „Gelaufen“ ist es jedoch trotzdem nicht.

Wenn Dinge ihren Lauf nehmen, es aber einfach nicht läuft

Auf dem diesjährigen Münchner Startup-Festival Bits & Pretzels, hat Nathan Blecharczyk, Co-Founder von Airbnb, in seiner Keynote eine Sache vollkommen klargemacht: Man muss für seine Ideen einstehen, viel Herzblut hineinstecken und darf sich nicht entmutigen lassen. Neue Ideen stoßen nicht immer auf viel Anerkennung und Gegenliebe – Unbekanntes wird oft abgelehnt. Gut zwei Jahre nach der Gründung war noch immer kein Investor für die Airbnb-Gründer in Sicht, sie bekamen Absagen mit der Begründung: „Das wird doch niemand jemals nutzen“. Unglücklicherweise kam ihnen beim Launch auch noch die Wirtschaftskrise im September 2009 in die Quere.

Die Gründer klingeln bei jedem einzelnen Nutzer und machen bessere Fotos der Objekte 

Sie verdienen im Jahr 2009 immer noch lediglich $ 200 im Monat, doch glauben fest an ihre Idee. So reisen sie nach New York um dort jeden Nutzer zu besuchen. Die Listing-Bilder sind oft schlecht, bei jedem Besuch werden bessere Bilder der Objekte gemacht. Beim US-Wahlkampf werden Müsliboxen händisch umetikettiert, um Werbung zu machen. Nach viel Mühe und einigen Änderungen bei Angebot und Zielgruppe nimmt das Unternehmen endlich Fahrt auf und landet schließlich dort wo es heute steht.

Gegenwind als Bestätigung nehmen

Warum berichte ich von der Geschichte? In unseren Trainings und Workshops betonen wir, wie wichtig es ist an seine Ideen zu glauben und mit Neugierde, Mut, Durchhaltevermögen und manchmal auch Anstrengung dafür einzustehen. Menschen tendieren dazu, die Hände in den Schoß zu legen und auf den genialen Geistesblitz zu hoffen. Beim ersten Gegenwind wird oft alles stehen und liegen gelassen mit der Begründung: „Ich wusste doch, dass es nicht klappt.“ Nur weil Ihre Idee nicht auf Begeisterungsstürme trifft, heißt es nicht, dass es sich um eine schlechte Idee handelt. Menschen tendieren evolutionär bedingt dazu, Unbekanntes und damit Neues kritisch zu betrachten oder gar abzulehnen.

Nolan Bushnell, Gründer von Atari formulierte es so: Jeder hatte unter der Dusche schon einmal eine Idee. Jedoch erst die Person, die aus der Dusche steigt, sich abtrocknet und etwas damit anfängt, macht den Unterschied.

 

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