Verrückt aber verdammt gut

Happy child playing with toy wings against summer sky background

Sie wollen wissen, warum gute Werber überlegen, Goldbarren per Post zu verschicken? Ich werde das Rätsel lösen – vorab aber noch einige Gedanken zum Thema „verrückte Ideen“. Kinder sind in diesem Punkt unsere großen Vorbilder. Sie sind gedanklich und geistig vollkommen unbefangen und frei. Ein Kind im Vorschulalter ist unproblematisch in der Lage, aus dem Stehgreif zehn Möglichkeiten zu nennen, wie man mit einem Buntstift zum Mars fliegen kann. Schöne Fantasie- na und? Hier kommt der Knackpunkt.

Physik ist wichtig- doch Einstein war ein Genie in puncto Kreativität

Mit zunehmender Lebenserfahrung und Schulbildung lernen wir, warum Dinge scheinbar nur auf die eine Weise gut funktionieren. Lehrer vermitteln Sätze der Logik, Gravitation, Mathematik und Wahrscheinlichkeit. Diese sind wichtig, keine Frage. Kein Physiker kann neue Entdeckungen der Physik erringen, wenn er die entsprechenden Prinzipien nicht gelernt hat. Doch für die Offenheit, viele neue und kreative Lösungsoptionen zu generieren sind diese Glaubenssätze hinderlich. Mit zunehmendem Alter werden viele Kinder ihre verrückten Ideen verwerfen und nur noch überlegen, welcher Antrieb für das Spaceshuttle zum Mars am effizientesten ist.

Albert Einstein war auch deshalb ein Genie, weil er trotz seines Wissens nie verlernt hat, sich eine maximale Offenheit den Dingen gegenüber zu bewahren.

Verrückte Optionen für Erwachsene

Gerade die verrückten Optionen leisten uns bei unseren Workshops und Trainings zu Kreativität und Innovation in Sachen Ideenfindung gute Dienste. Kinder tun es intuitiv – Erwachsenen liegt die Herangehensweise ferner. In unseren Trainings und Workshops für Innovation und Kreativität legen wir deshalb einen gezielten Schwerpunkt auf komplett neue und „wilde“ Ideen. Als Aufwärmübung lassen wir Nilpferde fliegen und überlegen, wie Zugloks in Fahrradanhängern transportiert werden können. Natürlich geht es nicht darum, Nilpferde tatsächlich in die Luft zu befördern. Aber die scheinbar absurde Idee kann als prima Sprungbrett für tatsächlich relevante Ideen dienen. Es fällt wesentlich leichter auf komplett neue Ansätze zu kommen, wenn man sich eine Brücke baut. Ich könnte Ihnen viele Beispiele aus unserer täglichen Praxis nennen.

Vom Goldbarren zum Werbecoup

Sehr plakativ hat sich mir aber ein Beispiel eines Werbers eingebrannt, das er mir kürzlich auf einer Autofahrt berichtete. Auf meinen Kommentar zu verrückten Ideen hin, erzählte er folgendes: „Wir sollten für einen Kunden eine neue Marketing- Kampagne per Postsendung auf die Beine stellen. Nach langem Überlegen und fruchtlosen Vorschlägen war ein Kollege mutig, eine verrückte Idee anzumelden. Er schlug vor, einfach Goldbarren per Post zu versenden. Natürlich, Goldbarren sind zu wertvoll, groß, schwer, kompliziert zu versichern und passen durch keinen Briefschlitz. Was wäre aber, wenn man Silberbarren nimm und sie nur vergoldet? Immer noch zu groß und teuer. Was wäre, wenn man Alubarren vergoldet? Immer noch zu groß. Wie wäre es hingegen, wenn man aufblasbare Barren aus Goldfolie verschickt? Zu kompliziert. Möglicherweise könnte man jedoch Klappkarten im Pop-Up Stil verschicken, in denen sich ein Goldbarren selbst entfaltet? – Bingo.“

Sie sehen, die technische Umsetzung einen „Goldbarren“ zu verschicken ist gar nicht so schwierig. Hätte der Kollege sich jedoch nicht getraut, die sehr irrationale Idee zu nennen, wäre es nie zu der Kampagne gekommen. Versuchen Sie beim nächsten Brainstorming mit Kollegen oder für sich selbst einfach mal verrückt zu sein. Ziemlich sicher bringt es Sie im nächsten Schritt weiter.

 

 

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