Wenn ein Kollege oder der Chef sabotiert

vis_kreativitaetstraining-grossDer Geist ist willig doch das Fleisch ist schwach – das gilt teilweise auch für Innovationsprozesse und Kreativität in Unternehmen. Gerade im Zuge der Digitalisierung sehen viele Firmen die Notwendigkeit und das Potential von Veränderungen. Oft übersehen sie jedoch die internen Strukturen, die ein kreatives Klima im Keim ersticken. Oder sie kennen schlicht und einfach nicht die größten Fallen, die auf dem Weg zur Innovation lauern.

Wenn der Samen zu Popcorn wird

Folgendes Erlebnis haben Sie vielleicht selbst schon beobachtet oder erlebt: Der neue Kollege fasst sich ein Herz und bringt im Brainstorming eine ungewöhnliche Idee vor. Meist fallen diese Samen jedoch nicht auf fruchtbaren Boden, sondern werden so lange von allen Seiten geröstet, bis die Gruppe sie als Popcorn verspeist. Und das bevor ein neues Pflänzchen daraus entsteht.

Basierend auf Erfahrung und den bisherigen Mustern, wird die neue Idee auf ihre Fehlerhaftigkeit hin gescannt. Der Kollege oder Chef sieht sogar Potential, das „ja, aber“ erstickt den Einfall jedoch bereits im Keim. Evolutionär bedingt lassen neue und ungewohnte Begebenheiten unser Gehirn in Habachtstellung schalten. In der Vergangenheit machte das durchaus Sinn. Ein großes, unbekanntes Tier verspeiste den Neandertaler, hätte er die Vorzüge seines glänzenden Fells analysiert anstatt sich zu verteidigen. Die unbekannte Idee ist jedoch kein Jaguar, möglicherweise aber der Motor für künftige Veränderungen im Unternehmen.

Unwissenheit schützt vor Schaden nicht

Hier kommt die gute Nachricht: In den meisten Fällen geschieht der Sabotageakt durch Kollegen oder den Chef recht unbewusst. Es ist eine reine Frage des Fokus. Analysiert das Unternehmen die innovationshemmenden Faktoren, potenziert sich der Output an kreativen Ideen. In dem Maße, in dem Ideen gesammelt und auf ihren Wert hin untersucht werden, können Kollegen im nächsten Schritten darauf aufbauen und weitere Ideen daraus spinnen. Natürlich kommt auch der Moment, in dem konstruktiv aussortiert werden muss. Jedoch erst an späterer Stelle, hier gibt es auch Techniken und Hilfsmittel um die Juwelen als solche zu erkennen und nicht voreilig zu begraben.

Holen sie auch den Kapitän an Bord

Zudem ist es ratsam, in einem Innovationsprozess explizit die Führungskräfte zu schulen und nicht nur ein neues Innovationsteam ins Leben zu rufen. Ohne das richtige Verständnis für neue Denkweisen und Strukturen, stoßen Mitarbeiter schnell an Grenzen, die keine sein sollten.

Achten Sie daher im nächsten Meeting oder der nächsten privaten Debatte mit ihrem Partner auf das kleine Teufelchen in ihrem Kopf. Versuchen Sie bewusst eine Idee positiv zu hinterfragen, egal ob sie von ihnen selbst oder dem Gegenüber stammt. Welches Potential bietet sie? Wie ließe sie sich noch verbessern? Wie überwinde ich  Hürden auf dem Weg dorthin? Und lassen Sie sich versichern, auch ein routinierter Innovationscoach muss sich diese Denkweise immer wieder ins Bewusstsein rufen. Dann versetzt sie jedoch Berge.

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