Die Persönlichkeit großer Innovatoren

Strahlemann Sir Richard Branson

Eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Unternehmer-Welt ist der Engländer Sir Richard Branson. Er gilt in mancher Hinsicht als „Paradebeispiel“ für den erfolgreichen Unternehmer. Denn als Legastheniker hatte er große Probleme in der Schule, dessen Rektor im sogar prophezeite, dass er entweder als Krimineller oder als Millionär enden werde. Berühmte wurde er dann für seine Vielzahl an unternehmerischen Aktivitäten, von denen fast alle irgendwie mit „Virgin“ betitelt wurden: Virgin Records, Virgin Atlantic, Virgin Galactic, Virgin Cruise… und diverse andere. Er gilt als enorm charismatisch und inszeniert sich mit Leidenschaft selbst.
Aber was davon hängt nun mit seinem unternehmerischen Erfolg zusammen? Kann man von seinem Leben und von seiner Persönlichkeit lernen, wie man Innovation erfolgreich vorantreibt?

Selbstdarsteller oder Visionär?

Branson wird nicht nur geliebt. Trotz seiner erfolgreichen Selbstdarstellung – die gerne auch in den Medien aufgegriffen wird – gibt es immer wieder auch negative Presse. Einer seiner größten Kritiker ist Tom Bower, der zu verschiedenen Geschäftsleuten nicht autorisierte Biografien geschrieben hat. Er stellt Branson als Blender dar, dessen größte Fähigkeit es ist, anderen Menschen zu viel zu versprechen. Das bekannteste Beispiel ist der Start des Raumschiffs von Virgin Galactic, der immer und immer wieder verschoben wurde. Am Ende stürzte es dann sogar ab. Allerdings hat Branson nach dem Absturz öffentlich behauptet, dass das Geld der ersten Interessenten erstattet werden soll.
Und selbst nach dem Absturz hält Branson an seiner Vision fest. Er will immer noch eine private Fluglinie in den All schaffen. Ist das Blenderei oder Träumerei? Wer sich mit Innovation beschäftigt stellt schnell fest, dass Erfolg ohne Hartnäckigkeit kaum möglich ist. Auch bei Fehlschlägen weiter an seine eigenen Ziele glauben zu können ist also durchaus eine wertvolle Eigenschaft.

SS2 and VMS Eve.jpg
SS2 and VMS Eve“ by Virgin Galactic/Mark Greenberg – http://www.virgingalactic.com/extranet/file/spaceship-unveil/monday-7th-dec/ss2-and-vms-eve-preview4/. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Wie überzeugt man andere von der eigenen Vision?

Charisma und Selbstinszenierung scheinen dabei weniger wichtig zu sein, als man vielleicht glaubt. Branson und natürlich Steve Jobs sind berühmte Beispiele für erfolgreiche Selbstdarsteller. Aber introvertierte Unternehmer wie Bill Gates oder Elon Musk zeigen Alternativen auf. Und: Branson wurde erst nach seinen ersten großen Erfolgen wirklich bekannt. Ob sich Unternehmer medial selbst inszenieren oder nicht ist also eher eine persönliche Entscheidung. Natürlich bleibt die Frage, ob vollmundige Versprechen im persönlichen Umgang mit Partnern und Kunden ebenfalls eine persönliche Entscheidung sind, oder ob hier auch ein Quentchen Grund für den Erfolg zu finden ist. Klar ist, dass pessimistische Persönlichkeiten andere kaum von einer großen (waghalsigen) Vision überzeugen können. Der Schlüssel ist natürlich, sich mit aller Kraft um die Einhaltung der Versprechen zu bemühen. Wer das nicht tut, verliert seine Glaubwürdigkeit.

Experimentierfreude als Triebkraft

Eine der wichtigsten Eigenschaften erfolgreicher Innovatoren erkennt man aber durchaus auch in Bransons Leben: Experimentierfreude. Der schrille Milliardär jongliert mit zig Projekten gleichzeitig. Eine klare Linie ist zwischen dem Verkauf von Musik, dem Betreiben einer Fluglinie und der Eroberung des Weltalls nicht zu erkennen. Auch die Google-Gründer und Amazon-Chef Jeff Bezos sind bekannt dafür, ungewöhnliche Projekte zu unterstützen (oder gar selbst anzuschieben). Viele dieser Projekte scheitern, manchmal auch unter dem Gelächter der Öffentlichkeit. Man denke nur an die ersten Rezensionen der Google Glasses oder Bezos Idee, Amazon-Pakete mit Drohnen ausliefern zu wollen. Aber Innovation ist und bleibt ein statistisches Spiel: Nicht jede Idee führt zum Erfolg, man muss also eine Menge ausprobieren, um am Ende auch erfolgreiche Projekte zu sehen. Und wer dabei noch das Image des exzentrischen Sonnyboys aufrechterhalten kann, behält vielleicht sogar seine gute Laune.

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