Open Innovation bietet viel Potential – aber (noch) nicht für jedes Unternehmen!

Think Outside The Box Torn Paper

Autoren: Thomas Schumacher (HANSEN+) & Dr. Alan Hansen

Die Anforderungen an Open Innovation und die dafür notwendige Innovationskultur sind nicht gerade gering und stellen Unternehmen und deren Kultur vor einige Herausforderungen. Bei genauerer Betrachtung kristallisiert sich oft eine zentrale Frage heraus:

„Wie können Mitarbeiter dazu motiviert werden, sich nachhaltig mit externen Ideen und Wissen auseinander zu setzen?

Dies ist insofern eine berechtigte Frage, als dass es in vielen Unternehmen ja bereits an der team- bzw. abteilunsgsübergreifenden Zusammenarbeit, der zwischenmenschlichen Kommunikation und am offenen Wissensaustausch hapert. Ausgeprägte Silomentalität, die mangelnde Fähigkeit in „End-to-End Prozessen“ zu  denken, die nur gering ausgeprägte Bereitschaft voneinander zu lernen, fehlende Offenheit für Neues und unzureichende Infrastrukturen sind nur einige der Gründe, weshalb bestimmte Unternehmen (erstmal)  besser die Finger von Open Innovation lassen sollten.

Denn letztlich soll ja die Information, das Wissen oder die Idee von außen intern angereichert, weiterentwickelt, ausgearbeitet und im Idealfall auch in Form konkreter Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle etc. umgesetzt werden. Da dies nicht alles von einer Person, sondern durch den Zusammenschluss und die Kollaboration mehrerer Disziplinen und Abteilungen realisiert wird, führen die zuvor beschriebenen Unternehmensrealitäten häufig zu Blockaden, Ressourcenverschwendungen und ungenutzten (Innovation-)Potenzialen.

Open Innovation als „Heiliger Gral“

Open Innovation wird oft als „Heiliger Gral“ gesehen, der in der Lage ist, die intern bestehenden Probleme oder ein marodes Produkt oder Geschäftsmodell schnell vergessen machen zu können. Das passt doch ganz gut: denn so kann man elegant über die unzureichende Nutzung des internen Innovationspotentials oder ineffiziente  Prozesse & Strukturen hinwegtäuschen. Schließlich muss und will ja jeder heute irgendwie und irgendwo innovativ sein.

Open Innovation rockt, ist sexy und angesagt und eignet sich darüber hinaus hervorragend dazu, den Eindruck einer innovationsgetriebenen Unternehmenskultur zu erwecken. Bei vielen Unternehmen ist dies jedoch mehr Schein als Sein. Bei dem ganzen Hype um Open Innovation ist auch immer eine kritische Reflexion des eigenen Unternehmens und der Innovationskultur notwendig. Das Potenzial von Open Innovation ist sicherlich groß, (insbesondere auch im B2B-Bereich bieten sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, die in vielen Unternehmen bei Weitem noch nicht ausgeschöpft sind) die Chance, das Unternehmen damit „an die Wand zu fahren“ – sofern die Unternehmenskultur dafür nicht bereit ist – allerdings auch.

Erst Hausaufgaben machen, dann Open Innovation!

Wir erlauben uns an dieser Stelle, Unternehmen den folgenden Rat zu geben: Bitte erst einmal die internen („closed“)  Innovationsprozesse in den Griff bekommen, eine Innovationskultur fordern und fördern, die sich u.a. durch eine Optimierung des Wissenstransfers, Offenheit für Neues, Intrapreneurship und gegenseitiges Lernen sowie Respekt voreinander auszeichnet. Auf dieser Basis kann dann Open Innovation als ergänzende Maßnahme einen sinnvollen Beitrag zu einem ganzheitlichen Innovationskultur-Management liefern.

Denn: Die grundlegenden Bausteine für eine erfolgreiche Innovationskultur „ Wollen“ + „Können“ + „Dürfen“ + „Machen“ sind ja häufig gar nicht bzw. nur unzureichend ausgeprägt. Für ein integriertes Open Innovation Konzept fehlen im Unternehmen meist die notwendigen Strukturen, Prozesse und Kompetenzen, um die Ergebnisse aus einer Open Innovation Maßnahme auch sinnvoll in das Unternehmen integrieren zu können. Damit wird wertvolles Entwicklungs- und Innovationspotenzial verschwendet! Denn letztlich sollte die Öffnung nach außen und damit die sinnvolle Integration von Zulieferern, Stakeholdern, der „Crowd“ und Kunden, ein fester Bestandteil der Innovationskultur eines jeden Unternehmens werden.

Quelle: www.innovations-wissen.de

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Innovationsmanagement ist die Pflicht, Open Innovation die Kür!-

Internes Innovationskultur-Management ist somit die Pflicht – Open Innovation die Kür. Den vielfältigen Vorteilen und Chancen die sich durch die Öffnung von Innovationsprozessen ergeben, wie „Fit to Market“, „Time to Market“, „Cost to Market“ und „New to Market“ stehen allerdings auch Risiken wie das „Not invented here“ Syndrom oder die beschriebenen Risiken aufgrund mangelhaft ausgeprägter Innovationskultur gegenüber. Damit wird Open Innovation zum Balanceakt.

Letztlich ist die Innovationskultur der Schlüssel zum Erfolg und entscheidet darüber, wie innovativ ein Unternehmen ist. Dieser Aspekt wird leider im Rahmen der Open Innovation Debatte häufig ausgespart und damit verkannt. Mit einer funktionierenden Innovationskultur (sowie den damit verbundenen notwendigen Ressourcen) wären Ansätze wie z.B. Open Innovation wesentlich schneller und gewinnbringender integrier- und umsetzbar.

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