Innovationsfaktor ganzheitliches Wissensmanagement

Bild

Co-Autor: Dr. Florian Welter

Wissen ist Macht! Im heutigen dynamischen und komplexen Umfeld von Unternehmen mehr denn je. Denn die Innovationszyklen von Produkten, Prozessen und Geschäftsmodellen müssen mittlerweile ein atemberaubendes Tempo erreichen, will man auf den globalisierten Märkten überleben. Wer nicht innoviert, verliert! Die alles entscheidenden Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen lauten: Wie kann entscheidendes Wissen generiert und innovationsorientiert eingesetzt werden? Und wie sieht heutzutage Wissensmanagement aus, das im engen Zusammenspiel mit Innovationsmanagement einen Mehrwert bietet?

Ganzheitliche Wissensmanagementlösungen müssen her!

In den letzten 15 Jahren ist die Spezies der Wissensmanager und -managerinnen stetig angewachsen. Anhand von Modellen, Zyklen und Tools werden seitdem insbesondere Unternehmen befähigt, die Ressource Wissen strategisch und operativ nutzbar zu machen bzw. zielgerichtet zu managen. Aus unserer Sicht sollten insbesondere 6 Handlungsfelder beachtet und mit Hilfe von passgenauen Methoden und Tools bearbeitet werden (s. Abbildung).

IO WiMa

Abbildung: Handlungsfelder des Wissensmanagements (in Anlehnung an Pumacy 2014)

Einer grundlegenden Zweiteilung von Wissensmanagementlösungen, die entweder technische Lösungen oder den Menschen in den Fokus ihres Handelns stellen, weicht langsam aber sicher der Erkenntnis, dass ganzheitliche Lösungen, die die Dimensionen Mensch, Organisation und Technik gleichermaßen betrachten, notwendig sind. So ist z. B. die Arbeits- und Kommunikationskultur von Mitarbeitern und Führungskräften ausschlaggebend dafür, ob und inwieweit eine scheinbar technisch perfekte Lösung zur Konservierung von Wissen akzeptiert und nachhaltig in organisationale Strukturen und individuelle Prozesse integriert wird. Diese Erkenntnis ist wichtig! Denn ohne Wissen, keine Innovation.

Brüder im Geiste: Wissens- und Innovationsmanagement

Wissen stellt die Basis jeder Innovationsform dar – egal ob Produkt-, Prozess- oder soziale Innovation. Bisherige Ansätze des Innovationsmanagements berücksichtigen jedoch nur ansatzweise das Potenzial, das eine Integration von Modellen und Methoden des Wissensmanagements in bestehende Innovationsmanagementansätze eröffnet. Insbesondere in Phasen des Innovationsprozesses, in denen Menschen miteinander interagieren, ihr Wissen, teilen, mitunter aber auch bewusst verstecken, ist Wissensmanagement gefragt, um neue Ideen (z. B. über Online-Mindmappingtools wie „Mindmeister“, webbasierte Brainstorming-Tools wie „Stormboard“ oder spielerische Kollaborations-Methoden wie „LEGO Serious Play“) zu entwickeln oder das Wissen von erfahrenen Kollegen (über Methoden wie „Shadowing“, „Pressekonferenzen“, „Kanban“, „Pecha Kucha“ oder „Storytelling“) zu neuen Ideen zusammenzuführen. Gleichermaßen stellt die kontinuierliche Bewertung von Wissen, z. B. in Form von Wissens-Scorecards Belliger und Krieger 2007, Jansen 2004, VDI), eine wichtige und leicht anwendbare Methode zum Review und zur Gestaltung innovationsförderlicher Rahmenbedingungen in Organisationen dar.

WiMa

©cooldesign – www.freedigitalphotos.net

Wissen teilen und phantasieren nicht vergessen!

Wissen unter Mitarbeitern verstecken, um sich darüber zu profilieren war gestern – heute ist teilen angesagt! Denn nur wenn die Ideenpotenziale aller Mitarbeiter systematisch identifiziert, weiterentwickelt und genutzt werden, kann ein Unternehmen langfristig innovationsfähig sein. Ein ganzheitlich ausgerichtetes Wissensmanagement ist die Basis dafür, dass Innovationsprozesse schnell eingeleitet und erfolgreich durchgeführt werden können.

Aber bei allen Gedanken zu Innovation und Wissen dürfen wir eines nicht vergessen: Phantasieren und das Entfachen Kreativer Kräfte ist mindestens genauso wichtig wie die Erfassung, die Dokumentation, die Entwicklung und das Teilen von Wissen! Denn Wissen ist begrenzt. Und wer wirklich innovativ sein will, der sollte Grenzen auch mal ganz bewusst überschreiten.

Mehr dazu  finden Sie im Blog von HANSEN+ und dem Beitrag „Kreativität als Innovationsmotor. Drei Prinzipien für echte Innovation“:
http://www.hansenplusblog.de/2014/12/15/kreativit%C3%A4t-als-innovationsmotor-drei-prinzipien-f%C3%BCr-echte-innovation/.

 

Quellenangaben:

VDI Reihe 8: Meß-, Steuerungs- und Regelungstechnik, Nr. 1024, VDI-Verlag Düsseldorf.

Pumacy (2014): Wissensmanagement-Trends 2014-2023.

2 Kommentare auf “Innovationsfaktor ganzheitliches Wissensmanagement
  1. Alan Hansen sagt:

    Vielen Dank für Ihren Kommentar und den Hinweis auf die Shore Labs. Ich habe mit der Kanban Methode ebenfalls gute Erfahrungen gemacht, insbesondere weil es die Transparenz und Kommunikation in Teams steigert, während Prozesse definiert werden. Das halte ich fast für noch wichtiger, als eine Übersicht zu erstellen. Ich habe häufer das Tool „Trello“ verwendet.

  2. Nikita sagt:

    Danke für den interessanten Beitrag! Wissen zu managen ist keine leichte Aufgabe… Ich neige immer zu Mindmaps – sie helfen mir Überblick in der Gesamtheit der Thematik zu finden und wichtige Details herauszuziehen. Wenn es um weitere Schritte im Prozess geht, d.h. wie das gesammelte und strukturierte Wissen in Praxis umzusetzen ist, verwende ich die im Artikel erwähnte Kanban-Methode, und zwar digital mit Kanban-Tafeln von Shore Labs. Es ist übersichtlich und visualisiert genau das, was signifikant ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Newsletter

Schreiben Sie uns
Wenn Sie mehr über unsere Leistungen erfahren wollen, kontaktieren Sie uns per Mail an info@creaffective.de.