Innovationsworkshop auf reisen

In den letzten 3 Wochen habe ich mich ein bisschen wie ein Innovations-Coach auf der Walz gefühlt. Das liegt daran, dass ich für einen Kunden zuerst einen dreitägigen Workshop in Luxemburg hatte und dann noch einen, eine Woche später in den USA.

Beide Workshops behandelten die gleichen Fragen und Herausforderungen, und dennoch war dank der Teilnehmerzusammenstellung alles ein bisschen anders.

Bei dem ersten Workshop in Luxemburg, handelte es sich um 13 Teilnehmer aus dem europäischen und asiatischen Raum, während es in den USA 12 Teilnehmer aus den USA, Deutschland und Frankreich waren.

Was lief so gut bei diesen Workshops?

Es gibt verschiedene Aspekte die bei mir den Eindruck erwecken, dass diese Workshops gut liefen.

In beiden Gruppen herrschte eine super Stimmung, nicht nur bei den Teilnehmern unter einander, sondern auch mit mir. Ich hatte sehr oft das Gefühl selbst mit zu dem Unternehmen zu gehören. Und dennoch kam, wie so oft, das Feedback wie gut es doch sei jemanden externen zu haben, der sich „nur“ um den Rahmen und die Moderation kümmert und das dieser jemand nicht zum Unternehmen gehört, und so keine Konflikte entstehen können.

Eine weitere positive Rückmeldung war das die Teilnehmer größtenteils sehr angetan von unserer Herangehensweise an den Workshop waren. Die Art und Weise wie wir in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber die Herausforderungen vorbereitet und begleitet haben wurde als sehr anders als die bisherigen internen Workshops wahrgenommen.

Zu guter Letzt, war der Kunde auch mit den Ergebnissen des Workshops zufrieden: jeweils sechs Grobkonzepte zu neuen Ideen, jede Menge weitere Ideen für eventuelle Ausarbeitungsrunden zu einem späteren Zeitpunkt, und eine große Portion Inspiration zum kreativen Denken.

Warum lief es so gut?

Meiner Meinung nach liefen diese beiden Workshops dank eines Zusammenspiels von verschiedenen Faktoren so gut.

An erster, und meiner Ansicht nach wichtigster Stelle, steht die Tatsache dass der Auftraggeber ein großes Verständnis von Innovation und Innovationsprozessen hat. Er vertritt die Meinung dass diese Prozesse Zeit und Muße brauchen, dass Innovationen nicht von einem Tag auf den anderen entstehen können. Diese Einstellung hilft mir als Moderatorin ungemein den Rahmen eines solchen Workshops zu setzten, da somit die internen Bedingungen des Unternehmens und des Teams dieses erleichtert.

Dank dieses Verständnisses war der gesamte Ablauf, von der Vorbereitung bis zur Durchführung und Nachbereitung sehr angenehm und entspannt. Es gab genügend Zeit im Vorfeld um gemeinsam die Herausforderungen zu analysieren und die richtigen Fragen zu formulieren. Es gab Zeit um Hintergrundinformationen einzuholen und auszubereiten, die später im Workshop vorgestellt wurden. Insgesamt war also der zeitliche Aspekt ein ausschlaggebender Faktor. Zusätzlich gab es nach den Workshop-Slots Zeit um gemeinsame Unternehmungen durch zu führen: Stadtführungen, Fahrradtouren,  Klettergarten… Aktivitäten die es dem Team (und auch mir) ermöglicht haben etwas Abstand zum harten Arbeitstag zu nehmen, den Kopf frei zu bekommen und somit am nächsten Tag mit neuer Energie zu starten.

Neben der Zeit war auch das gewählte Umfeld der Workshops ein positiver Einflussfaktor. Bei beiden Workshops hatten die Teilnehmer die Gelegenheit komplett aus ihrem Arbeitsumfeld auszusteigen und sich an schön ausgewählten Orten auf den Prozess einzulassen.

Ganz wichtig und hilfreich für den Erfolg dieser Workshops ist in meinen Augen auch die bestehende Unternehmenskultur. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Mitarbeiter sehr gut verstanden haben, dass trotz der Internationalität des Unternehmens eine gute Kommunikation zwischen den Mitarbeitern herrscht und das sie stark motiviert sind ihr Unternehmen in die Zukunft zu begleiten. Die Tatsache dass die meisten Mitarbeiter schon seit vielen Jahren für dieses Unternehmen arbeiten, bestätigte mir meine Theorie.

Wie wird es weitergehen?

Ich bin sehr zuversichtlich, dass einige der Ergebnisse der Workshops den Sprung vom Grobkonzept in die Umsetzung schaffen werden und davon überzeugt dass dieses Unternehmen die Grundlagen geschaffen hat um weiterhin erfolgreich zu bestehen und sich weiter zu entwickeln.

3 Kommentare auf “Innovationsworkshop auf reisen
  1. Nach 24 Jahren im Innovationsmanagement kann ich nur zustimmen, dass das harte Arbeit ist und Erfahrung und Fachwissen in vielen Disziplinen voraussetzt. Dann habe ich bei Firmen regelmäßig mit Berufsanfängern im Innovationsmanagement zu tun, die auf keinem Gebiet Erfahrungen sammeln konnten oder Patentabteilung oder sonstwer macht es nebenbei. Mir kommt es eher so vor, man muss was tun und wenn es für die Außendarstellung ist, aber intern möchte man nichts ändern. Die Erkenntnis, dass hier viel Potential liegt, ist leider bei deutschen Firmen jeglicher Größe nicht vorhanden.

  2. Rolf Steinemann sagt:

    Ok? Mir tun sich unzählige Fragen auf. Für mich scheinen diese beiden Unternehmen kein Innovationsmanagement zu besitzen, sondern suchen sporadisch mittels eines Coaching/Workshop nach neuen Geschäftsideen. Dies kann u.U. genügend sein, ist jedoch kaum nachhaltig. Wer sich vom Arbeitstag den Kopf frei machen muss wird im Rest des Jahres kaum Innovation betreiben. Innovation besteht aus harter Arbeit und dazu gehört auch ein angemessener (Innovations-) Prozess und ist nicht zu verwechseln mit Kreativität, wie es vermutlich in diesem Workshop betrieben wurde. Dies ist nur ein Puzzelstein im gesamten Innovationsmanagement.

    Mit freundlichen Grüssen – Rolf Steinemann

    • Isabela Plambeck sagt:

      Sehr geehrter Herr Steinemann,
      vielen Dank für Ihren Kommentar und für Ihre Gedanken.
      Ich gebe Ihnen recht, dass ein interner Innovationsprozess nachhaltiger ist als hier und da mal ein Coaching oder ein Workshop. Meines Wissens nach gibt es so einen Prozess auch innerhalb dieses Unternehmens. Worauf ich aber mit meinem Artikel hinaus wollte, ist das die Haltung die ich erleben durfte für mich die Voraussetzung bildet um so einen Prozess einzuführen und dann auch zu leben und umzusetzen. In meiner Erfahrung ist dieses „den Kopf frei machen“ sehr wichtig und hilfreich, wenn es, und da gebe ich Ihnen wiederum recht, um Kreativität, aber auch um Innovation geht. Ja, Innovation ist harte Arbeit, aber der Prozess des Schaffens von Innovation hat verschiedene Momente: den Kreativen- und den Umsetzungs-Moment, unter anderem. Und jeder Moment bedarf von verschiedenen Methoden, Rahmenbedingungen und Ressourcen.
      Herzliche Grüße,
      Isabela Plambeck

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Newsletter

Social Media
Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter oder XING. Wir veröffentlichen zudem regelmäßig auf Medium.com.