Die Zukunft inspirierend und spannend machen: Der Innovator Elon Musk

Es gibt viel Literatur und Forschungen darüber, was Innovatoren auszeichnet und was man von diesen Menschen lernen kann. Auf TED.com wurde letzte Woche ein Gespräch mit Elon Musk veröffentlicht. In diesem Gespräch kann man direkt mit erleben, was die Dinge, die die Literatur identifiziert, praktisch bedeuten.
Elon Musk ist vielleicht nicht jedem ein Begriff, die Firmen die er gegründet hat bzw. bei welchen er involviert ist, dürften dagegen bekannter sein: Paypal (elektronisches Zahlungssystem), Tesla (Elektroautos), Solarcity (Photovoltaik-Anlagen), SpaceX (wiederverwendbare Raketen). Die Unternehmen sind sehr unterschiedlich, alle von Musk getrieben und alle sind erfolgreich.

Die Probleme des Planten lösen

Auf die Frage, wie er auf seine Unternehmen gekommen ist, meint Musk, dass er sich überlegt hat, welche dringenden und wichtigen Probleme dieses Planeten gelöst werden müssten und was es für eine inspirierende Zukunft bräuchte. Nicht gerade kleine Ambitionen.
Obwohl die Unternehmen sehr verschieden sind, sind sie doch miteinander verknüpft. Tesla bietet Lösungen für den Energieverbrauch von Autos, Solarcity für die Produktion von Energie und beide lassen sich verbinden.
In dem Kommentaren zum Video auf der TED-Homepage hat es ein Nutzer schön geschrieben: Die meisten haben viele Ideen und sagen „man sollte“, „man müsste mal“, Musk tut es wirklich. Dabei ist Geld für ihn nicht der Motivator. Das lässt sich bei allen erfolgreichen Unternehmern und Innovatoren beobachten: Geld ist ein Erfolgskriterium, aber die Ausgangsbasis der Überlegungen.

Technik und Geschäftsmodell verknüpfen

Was die Ideen von Musk vermutlich auch so erfolgreich macht, ist die Verknüpfung von Technik mit einem innovativen Geschäftsmodell. In letzter Zeit liest man viel in der Zeitung, dass die Solarbranche vor dem Abstieg steht, erst heute war zu lesen, dass Bosch sich aus dem Feld zurück gezogen hat. Musk hingegen glaubt fest an die Zukunft der Solarenergie: „I believe solar will be everything. It has to be acutally, otherwise we will be in deep trouble.“ Damit die Technik sich weiter durchsetzt, braucht es nach Musk allerdings nicht nur eine innovative Technik, sondern auch ein innovatives Geschäftsmodell. So bietet er mit seiner Firma Solarcity an, dass Hausbesitzer mit null Dollar Investition ihr aus mit Solarzellen ausrüsten lassen können, was sich sofort positiv auf die Stromrechnung auswirkt. Die Kosten werden über eine Leasingsystem und einer Beteiligung an den Einspeiseerlösen wieder rein geholt. Damit werden zwei der zentralen Hürden für die Akzeptanz von Solartechnologie gelöst die Kosten für die Erstinstallation und die Finanzierung.

Eigenschaften von Innovatoren

Für das taiwanische Brain Magazine habe ich eine Artikel-Serie über westliche Innovatoren geschrieben und habe in jedem Artikel vor allem die Person des Innovators genauer vorgestellt.
Viele der Eigenschaften, die Innovatoren auszeichnen, zeigen sich auch bei Musk, wie im TED Gespräch deutlich wird:

  • Bescheidenheit
    Er hätte allen Grund sich einiges auf das einzubilden, was er erreicht hat. Die Art wie er die Fortschritte seiner Firmen beschreibt, zeigt genau das Gegenteil. Er gibt sich sehr bescheiden und ist jederzeit offen für die Gedanken anderer.
    Auf die Frage, was man von ihm lernen kann sagt er: „Really pay attention to negative feedback and solicit it, particularly from friends. That may sound like a very simple advice but hardly anyone does that and it is incredible helpful.

  • Selbstsicherheit
    Einerseits ist er bescheiden, andererseits ist er sich seiner selbst sicher. Auch wenn er mit dem einen oder anderen Vorhaben scheitert, ist er trotzdem für weitere Projekte gerüstet.

  • Mut
    Ganz zentral: Er ist mutig. Einen neuen Automobilhersteller aufzubauen oder den Planten Mars zu besiedeln sind nicht gerade kleine Vorhaben. Viele Leute werden einen für verrückt erklären. Innovatoren brauchen den Mut, trotzdem für ihre Ideen einzustehen.

  • Disziplin
    Die meisten Menschen haben in der Dusche Ideen. Die wenigsten setzen welche davon um. Dafür braucht es viel Ausdauer und einfach eiserne Disziplin. Auch hier antwortet Musk als er gefragt wird, was man von ihm lernen kann: „Ich arbeite sehr hart und viel.“
    Steven Pressfield schreibt in seinem Buch „The war of art“ so schön. „Ich schreibe nur dann, wenn ich Inspiration habe. Die Inspiration kommt jeden Morgen um Punkt 9 Uhr zu mir.“

  • Groß und langfristig denken
    Wie viele Erfolgreiche Innovatoren, setzt Musk sich große Ziele, viele würden sagen unerreichbare Ziele. Große Visionen sind oft leichter zu verfolgen als kleine, denn auch bei Hindernissen und Zweifeln, die sich einem in den Weg stellen, ist die Vision so groß, dass man diese trotz der Hindernisse noch sieht. Dieser Zugeffekt ist wichtig, um genug Energie zu haben.
    Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass die Ziele nicht von heute auf morgen zu erreichen sind.

Die Physik als Orientierungsmodell des Denkens

Sehr spannend fand ich Musk Ausführungen wie er als Innovator an die Probleme herangeht. Für ihn ist das Vorgehen der Physik dabei ein Leitfaden für das Denken:
Boil things down to the fundamental truth and reason up from there as opposed to reasoning by analogy.
Most of our lives we get through by reasoning by analogy, which essentially means copying what other people, do with slight variations. You have to do that, otherwise you wouldn’t be able to get through the day. But when you want to do something new, you have to apply the physics approach. Physics is really good at how to discover new things that are counter-intuitive.

Ein weiterer Vorteil, den Musk sicherlich hat (bzw. den er sich erarbeitet hat), ist, dass er Entrepreneur ist und nicht Intrapreneur. Er muss zwar möglicherweise Geldgeber überzeugen, muss sich aber nicht in einem Unternehmen durch eine Vielzahl von Hierarchiebenen kämpfen. Was besonders die Intrapreneure tun können, habe ich in einem Artikel über Pre-Innovation beschrieben.

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