iMindMap für das iPad

Auf der Website von iMindMap gibt es ein schönes Zitat: „iMindMap auf dem iPad würde mich dazu veranlassen, ein iPad zu kaufen.“ Das dachte ich mir auch! Denn die Verheiratung von Mind Mapping und dem iPad ist geradezu genial. Das iPad lässt sich intuitiv mit der Hand oder mit einem Stift bedienen und beim mindmappen hätte man das Gefühl auf einer Art digitalem Papier zu schreiben. Im Gegensatz zu einem Computer ist das iPad leicht, mit einem Tastendruck aktiviert und sofort einsatzfähig. Wenn es also iMindMap für das iPad gäbe, wäre das für jeden MindMapper ein großer Gewinn.
Es gibt die Software iMindMap für das iPad und das Demovideo auf der Website macht Lust auf mehr. Apps für das iPad kann man leider nicht testen, sondern immer nur als Katze im Sack kaufen. Im Fall von iMindMap sind es 23 Euro. Dieses Geld wäre für mich sehr gut investiert, wenn das Programm das könnte, was ich mir erhofft habe.
Installiert und ausprobiert, bin ich von der Umsetzung von iMindMap für das iPad enttäuscht. Ich sehe das große Potenzial, das in der Software und der Anwendung auf dem iPad steckt, leider ist die Umsetzung (noch) mangelhaft.

Die Vision: Ein Format auf unterschiedlichen Geräten

Bevor ich zur Realität von iMindMap für das iPad komme, möchte ich erst einmal meine Vision von iMindMap auf dem iPad skizieren. Da die Entwickler von iMindMap in der Vergangenheit dieses Blog gelesen und meine iMindMap Reviews bewerten haben, hoffe ich, dass auch dieser Artikel gelesen wird. Das Potenzial der Software ist besonders auf dem iPad mit seinem ausreichend großen Bildschirm riesig.

Wäre es nicht schön, wenn es ein Dateiformat für alle mit iMindMap erstellten Mind Maps gebe, das mit allen iMindMap-Produkten geöffnet und bearbeitet werden kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich iMind Map auf dem Mac, auf dem PC oder auf dem iPad nutze. Durch die automatische Synchronisierung meiner erstellten Mind Maps kann ich diese auf jedem Eingabegerät bearbeiten und weiter entwickeln.
Das iPad fungiert dabei wie ein digitales Papier. Mit dem Finger oder einem Stift kann ich meine Mind Maps völlig frei zeichnen, wie mit Papier und Stift. Außerdem lassen sich Symbole und Bilder sowie Textnotizen und Links hinzufügen. Durch den berührungsempfindlichen Bildschirm kann ich dabei sogar eigene Skizzen erstellen, die als Bild in meinem Mind Map landen.
Das iPad wäre dabei besonders interessant um Mind Map-Mitschriften beim Lesen von Büchern zu machen, oder Gedanken bequem vom Sofa mit Hilfe von iMindMap zu skizzieren.

Die Realität: Gut gedacht, unbefriedigend umgesetzt

Das Programm iMindMap für das iPad gibt es zum Kauf und kann in Ansätzen vieles von dem, was ich oben skizziert habe. Zu meiner Enttäuschung gibt es viele Funktionen nur in Ansätzen.
Mit iMindMap

  • Lassen sich Zweige und Textbox-Zweige mit dem Finger einfach und schnell zeichnen. Es gibt jedoch nur eine Autolayout-Funktion, so dass ich als Nutzer wenig Einfluss auf das Aussehen und die Anordnung der Zweige habe (Abbildung 1)

  • Kann man in einem SpeedMapping-Modus schnell und einfach automatisch formatierte Zweige hinzufügen, um schnell Informationen aufzunehmen (siehe Abbildung 2). Mit einem Fingertipp auf ein Symbol auf der linken oder rechten Bildschirmseite lassen sich schnell Zweige oder Unterzweige hinzufügen.
    Abbildung 2: Speed Mapping-Modus
  • Können zu jedem einzelnen Zweig können die Farbeinstellungen verändert werden und Zweibilder hinzugefügt werden (siehe Abbildung 3). Der Nutzer hat dabei leider keinen Einfluss, wo dieser Bilder auf dem Zweig platziert werden. Diese werden automatisch über das Schlüsselwort platziert, so dass alle anderen Zweige automatisch verschoben werden müssen.
    Abbildung 3: Zweigbilder hinzufügen
  • Lassen sich zu jedem Zweig können Textnotizen hinzufügen.
  • Kann der Nutzer mit einem rudimentären Präsentationsmodus sein Werk präsentieren.
  • Können Dateien exportiert werden, entweder als Bild oder PDF Datei (Abbildung 4). Dabei wird auch immer eine .imm-Datei mit exportiert, die sich in iMindMap auf dem PC oder Mac öffnen lässt.
    Abbildung 4: Exportfunktionen

    Jedoch sieht das Layout des Mind Maps einmal in iMindMap am Computer importiert völlig anders (und optisch nicht ansprechend) aus, als auf dem iPad (Abbildung 5). Damit ist die Mühe, die ich mir beim Erstellen gemacht habe, futsch.

    Abbildung 5: Das verändert Layout eines Mind Maps nach dem Import auf den PC

    Außerdem lassen sich Mind Maps, die mit iMindMap für das iPad erstellt wurden lediglich exportieren. Eine auf dem Computer bearbeitete Datei, kann nicht mit dem iPad erneut geöffnet werden.

    Das Programm hat großes Potenzial. Ähnlich wie iMindMap für den Computer in der Version 1 und 2 ist es noch mangelhaft umgesetzt und für mich als Nutzer eher frustrierend als eine Bereicherung.

    Was dieses Programm aus meiner Sicht besser machen würde:

    • Synchronisierungsfunktion: Für mich als Nutzer darf es keine Rolle spielen, mit welchem Eingabegerät ich eine iMindMap Datei bearbeite, diese muss überall geöffnet werden können. Ganz wichtig ist dabei, dass die Optik des Mind Maps dabei nicht zerstört wird, denn die besondere Stärke von iMindMap ist es ja gerade, dass man seine Mind Maps selbst gestalten kann und keine autoformatierten Fischgräten bekommt. Zwischen PC, Mac und Linux funktioniert das bereits.
  • Die Möglichkeit Symbole einzusetzen (im Gegensatz zu Zweibildern). Nach diesen Symbolen könnte dann auch gefiltert werden (siehe meinen kürzlich veröffentlichten Artikel zu iMindMap 5).
  • Ein Freihandmodus (ähnlich der PC und MAC Version von iMindMap) mit dem man die Zweige völlig frei zeichnen kann ohne ein automatisches Format, das die Zweige verändert und anpasst.Aus meiner Sicht braucht es keinen Projektmanagementmodus und sonstigen Schnickschnack für das iPad, dafür ist das iPad nicht das richtige Eingabegerät. Wichtig ist, dass die Grundlagen sauber funktionieren.
    Ähnlich wie bei den ersten Versionen von iMindMap für PC lautet mein Urteil: Gut gedacht – noch mangelhaft umgesetzt. Ich hoffe, dass sich iMindMap für iPad genauso positiv entwickelt wie iMindMap für Mac und PC, dann hätte sich der Kauf des iPads gelohnt!

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