Gastbeitrag: Kein Raum für innovatives Denken im Beruf?

Extremer Termindruck hemmt die persönliche Kreativität. Ein Gastbeitrag von Ole Becker.

Jedes Unternehmen wünscht sich heutzutage Mitarbeiter, die innovative und kreative Ideen in den Beruf einbringen. Doch leider ist der Arbeitsablauf in den Abteilungen so strukturiert, dass dem einzelnen Mitarbeiter die Zeit für eine innovative Denkpause fehlt. Termine und Zeitdruck ersticken jede Kreativität im Keime. Wie viel Raum der Arbeitgeber den eigenen Mitarbeitern lässt, kann man auf unter anderem auf Portalen zur Arbeitgeberbewertung erfahren.

In unerwarteten Situationen zu improvisieren und die Fähigkeit Probleme auf unkonventionelle Art zu lösen, ist allerdings erlernbar. Nur müssen die Arbeitsbedingungen als wichtiger Faktor einbezogen werden. Denn um Lösungsansätze zu entfalten, braucht der Mitarbeiter neben genügend Freiraum, auch das Gefühl, dass die Führungspersonen seinen Einsatz zu würdigen wissen. Denn innovative Ideen haben nur einen Sinn, wenn sie auch angenommen werden. Ohne dieses Gefühl wird der Mitarbeiter seinen Ideenreichtum nie in den Beruf einbringen.

Selbst Genies entwickeln ihre besten Ideen nicht am eigenen Arbeitsplatz. Meist überfällt den Mitarbeiter die Erkenntnis einer Problemlösung außerhalb seines gewohnten Arbeitsumfeldes. Erst beim Spaziergang im Park, zu Hause auf der Couch, beim Sport oder in der Badewanne, also in der Erholungsphase, kommen die zündenden Einfälle.

Aufgrund dessen sollten Unternehmen darauf bedacht sein, Mitarbeiter zum selbstständigen Arbeiten zu ermutigen und ihnen gestatten zwischendurch einen Kaffee aus der Betriebsküche zu holen. So können Mitarbeiter ihren Gedanken freien Lauf lassen. Denn ein festgeschriebener Arbeitsablauf engt die Kreativität ein und demotiviert.

Der größte Kreativitätskiller scheint aber immer noch der Zeitdruck zu sein. Alternative Ideen entstehen nicht, solange der Mitarbeiter ständig ein Auge auf die Uhr gerichtet hält, um pünktlich mit seinem Auftrag fertig zu werden. Allerdings bedeutet dies nicht, dass eine freie Zeiteinteilung automatisch innovatives Denken im Beruf fördert. Mitarbeiter, die keinerlei Zeitvorgaben erhalten, beschäftigen sich vielleicht gar nicht erst mit alternativen Lösungen.

Am besten wirkt sich eine lockere Zeitplanung auf die Kreativität der Mitarbeiter aus. Eingeplante Zeitpuffer setzen den Termindruck außer Kraft und verschieben den festen Abgabetermin für die Aufgabe nach hinten. Trotz zeitlicher Grenze bleibt dem Mitarbeiter genügend Raum, um sich eingehend mit diversen möglichen Lösungsansätzen zu beschäftigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Newsletter

Social Media
Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter oder XING. Wir veröffentlichen zudem regelmäßig auf Medium.com.