Bessere Reden und Vorträge halten mit Mind Mapping

Vor zwei Wochen war ich auf der Ausstellungseröffnung von Ai Weiweis So Sorry im Haus der Kunst in München. In drei moderierten Foren wurde am Nachmittag unter anderem auch das von Ai Weiwei als Kurator betreute Ordos 100 Architektur Projekt vorgestellt.
Anwesend waren vier Teilnehmende Architekten aus der ganzen Welt, die jeweils ihr Teilprojekt in einem 10 Minuten Vortrag den Zuschauern vorgestellt haben.

Alle Vorträge waren mit Bildmaterial der Bauwerke visualisiert. Ich fand es erschreckend, dass von den anwesenden Architekten nur einer in der Lage war frei zu sprechen und seine Zuhörer bei seinem Vortrag wirklich anzusehen und mitzunehmen.
Alle anderen haben entweder in atemberaubender Geschwindigkeit und einschläfernder Monotonie einen vorformulierten Text von einem Blatt abgelesen. Und, wen wundert es, man hat es gemerkt.
Das ist sehr schade, weil die Inhalte des Vortrags darunter sehr leiden.

Vortragsmanuskripte mit Mind Mapping – so kann jeder frei sprechen
Mir ist durchaus bewusst, dass es nicht jedermanns Lieblingsbeschäftigung ist, sich vor hunderte von Leuten zu stellen und einen Vortrag zu halten. Ich verstehe auch, dass Menschen neben ihrer Visualisierung einen Spickzettel mit den Inhalten benötigen. Trotzdem glaube ich, dass es jedem gelingen kann, ein Vortragsmanuskript zu haben und trotzdem frei und flüssig zu sprechen.
Eine Methode, die das wunderbar ermöglicht ist das Mind Mapping.

Wie Mind Maps erstellt werden, habe ich auf diesem Blog ja bereits erklärt. Ein Einsatzgebiet von Mind Maps ist unter anderem die Verwendung als Vortragsmanuskript. Die Logik dahinter verdeutlicht Bild 1.

Jeder Hauptgedanke wird in Form eines Astes festgehalten. Die notwendigen Details werden durch Unterzweige dazu geschrieben. So entsteht auch eine optisch erkennbare Struktur der Inhalte für den Redner. Alle wichtigen inhaltlichen Punkte sind auf dem Mind Map enthalten und ich muss als Redner keine Angst haben, etwas zu vergessen. Da Inhalte nur in Form von griffigen Schlüsselwörtern aufgeschrieben werden, nicht in Form von ausführlichen Sätzen, muss ich trotzdem selbst und damit frei sprechen. Durch die Verwendung der grafischen Elemente wie Farben Symbole und Bilder kann ich außerdem zusätzliche Informationen fest halten, die mir das merken der Inhalte und das schnelle Auffassen der Inhalte erleichtern.
Bild 2 zeigt mein persönliches Manuskript für einen Vortrag über Taiwan, den ich einmal gehalten habe.

Mind Maps müssen selbst erstellt werden!
Das Zentrale bei Mind Maps ist, dass diese den Schlüssel zu den individuellen Gedanken des Erstellers darstellen. Deswegen heißt das Ding auch Mind Map, es ist eine Karte der Gedanken einer Person. Das heißt auch, dass das Mind Map für den Ersteller extrem aussagekräftig und verständlich ist, für einen Außenstehenden möglicherweise überhaupt nicht.
Die Konsequenz daraus: Wer Mind Maps als Vortragsmanuskript nutzen möchte, muss diese selbst erstellen. Dieses selbst erstellen, hilft dann auch beim Strukturieren und Behalten der Inhalte. Dieses selbst erstellen müssen ist sicherlich ein Grund, warum viele öffentliche Redner nicht mit Mind Maps arbeiten. Sie erstellen ihre Reden nicht selbst, sondern lassen schreiben und lesen ab. Für die Zuhörer bleibt zu hoffen, dass sie das möglichst gut machen.

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