Kreativität der Kern der Innovation: Bericht von der CREA-Konferenz

Seit gestern bin ich hier in Sestri Levante zur CREA-Konferenz der größten Konferenz zu Creative Problem Solving außerhalb der USA. Und dies im europäischen Jahr der Kreativität und Innovation. Es ist faszinierend mit über 200 Menschen aus der ganzen Welt zu sprechen (bis auf Australien sind alle Kontinente vertreten), von denen jeder Verfahren zur kreativen Problemlösung kennt und viele als Prozessbegleiter Organisationen der strukturierten und systematischen Problemlösung und Innovation unterstützen.
Viele der Konferenzteilnehmer sind nicht nur Teilenehmer sondern gleichzeitig auch Workshopleiter und bieten ein vielfältiges Portfolio an Themen rund um kreatives Denken und kreative Problemlösung an.

Kreativität – der Kern jeder Innovation
Deutlich wurde hier bereits am ersten Abend, dass Innovation, wenn es nicht nur als Schlagwort benutzt wird, nur mit einem intakten kreativen System funktioniert. Das heißt, in einer Organisation, in einem Unternehmen, muss an den Stellschrauben Kreativität und Person (den Fähigkeiten von einzelnen, kreativ zu denken), Kreativität als Prozess und kreatives Klima gleichzeitig gedreht werden, damit diese Aspekte der Kreativität möglichst optimal zusammen wirken können und Innovation leichter entstehen kann.

Kreativität – oft in der falschen mentalen Schublade
Ein weiterer oft gehörter Punkt dieser Konferenz ist, dass in Hinblick auf Kreativität und die essenzielle Bedeutung von Kreativität für Innovation und Problemlösung noch viel Aufklärungsarbeit nötig ist. Kreativität ist eben nicht lediglich Tanz mit bunten Tüchern und Malerei (also nicht reduziert auf künstlerische Ausdrucksfähigkeit), sondern Kreativität bedeutet vor allem auch das Finden und Entwickeln neuer Ideen und Lösungen und kann sehr systematisch und strukturiert ablaufen. Dadurch dass der Begriff bei vielen Menschen zu schnell in die falsche mentale Schublade gerät, muss der Inhalt eben anders verpackt werden, auch wenn es im Kern um kreatives Denken und kreative Problemlösung geht.

Facilitator, Moderatoren und Prozessbegleiter
Ein weiteres, besonders für mich, spannendes Thema ist die Bezeichnung der Tätigkeit, die ich ausübe, den auch hier gibt es in vielen Sprachen Begriffe, die etwas ähnliches bezeichnen, aber doch andere Konnotationen haben. Neben Seminaren zur systematischen Ideenentwicklung und Problemlösung, die viele hier als Trainer geben, sind einige Teilnehmer als Facilitator tätig. Diesen im Englischen sehr verbreiteten Begriff gibt es im Deutschen nicht. Hier wird er meist mit Moderator übersetzt. Auch im Englischen gibt es den Begriff Moderator, der dem deutschen Begriff Moderator sehr ähnlich ist und nicht das Gleiche wie Facilitator ausdrückt. Ein Moderator, so wie wir ihn auch aus Radio oder Fernsehen kennen, versucht ein Gespräch meist auch inhaltlich zu kommentieren bzw. greift teilweise in den Inhalt ein. Außerdem arbeitet ein Moderator meist nicht mit einem bestimmten Prozess, nachdem die Moderation strukturiert wird. Anders der Facilitator, (vielleicht im Deutschen am ehesten als Prozessbegleiter oder Prozessmoderator) übersetzt, der das Denken einer Gruppe meist mit einem bestimmten Problemlöseprozess steuert, sich inhaltlich komplett raus hält und versucht, das Denken einer Gruppe so effektiv wie möglich zu gestalten, um schneller zu einem Ergebnis zu gelangen. Im Falle von kreativer Problemlösung, ermöglicht es der Facilitator der Gruppe außerdem, eine Vielzahl an Ideen zu generieren und diese zu umsetzbaren Lösungen weiter zu entwickeln, in dem er mit einer Vielzahlen an Techniken oder Denkwerkzeugen arbeitet, die das Denken der Gruppe fokussieren und leiten, im Gegensatz zu einer freien Diskussion.

Disclaimer: Meine Teilnahme an der CREA Konferenz wurde gefördert durch das Grundtvig Programm für lebenslanges Lernen der Europäischen Union.
Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trage alleine ich und die Europäische Kommission haftet nicht für die Verwendung der darin enthaltenen Informationen.

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