PowerPoint ist tot – es lebe Prezi

Na ja, so schnell aussterben wird PowerPoint wohl nicht, aber bald wird es eine Software geben, die Präsentationen der ganz anderen Art möglich macht. Neue Software für dies und das wird fast täglich angekündigt, aber Prezi wird meiner Meinung nach etwas wirklich Großes werden. Selten bin ich so fasziniert und begeistert vor einer neuen Software gesessen.

Nichtlineare Präsentationen
Nach Prof. Edward Tufte, einer der wohl bekanntesten Kritiker von PowerPoint, ist der kognitive Stil von PowerPoint schuld an den meist miserablen Präsentationen ist und nicht die Unfähigkeit des Nutzers. Er schreibt: „PowerPoint is like being trapped in the style of early Egyptian flatland cartoons rather then using the more effective tools of Renaissance visual representation.“

Für Tufte ist eine lineare Abfolge von Folien und Aufzählungslisten nicht der beste Weg, komplexe Zusammenhänge darzustellen. Wobei PowerPoint natürlich auch anders nutzen kann als lediglich zur Aneinanderreihung von Aufzählungslisten.

Prezi geht einen ganz anderen Weg, einen nicht-linearen Weg: Bei Prezi ist die gesamte Präsentation auf einer großen weißen Fläche angeordnet. Der Nutzer wird durch einen vom Ersteller der Präsentation vordefinierten Pfad durch Elemente auf der weißen Fläche geführt, wobei das jeweilige Element dann vergrößert dargestellt wird. Gleichzeitig ist es aber auch möglich den Vergrößerungsfaktor zu verändern und so weitere oder sogar alle Elemente auf der Leinwand zu sehen (siehe Bild 1). Mit einem Klick auf ein beliebiges Objekt wird dies fokussiert und vergrößert. Es entstehen Zooming-Presentations.
Auf diese Weise kann ähnlich wie bei einem Mind Map (eine ebenfalls nicht-lineare Visuaslisierung) gleichzeitig das große Ganze und die Details gesehen werden. Durch die Anordnung der Elemente im Raum können so Sinnzusammenhänge mit wesentlich mehr Möglichkeiten dargestellt werden als in einzelnen aufeinander folgenden Folien.

Kinderleicht zu bedienen
Noch befindet sich das Programm in der Beta-Phase. Ich habe die Gelegenheit an dieser Test-Phase teilzunehmen. Das Programm ist wirklich kinderleicht zu bedienen und kommt mit einer kleinen Anzahl kreisförmiger Bedienungselemente aus (siehe Bild 2) die am linken Bildschirmrand angeordnet sind.
Alle weiteren Bedienelemente bestehen aus vier Navigationselemente am rechten unteren Bildschirmrand (siehe Bild 2) und einem aus drei Manipulationskreisen (Bild 4). Sobald man ein Objekt anklickt, kann man es mit Hilfe der drei Kreise beliebig vergrößern, verschieben und rotieren.

Online und offline
Das Programm basiert auf einer Flashtechnologie. Erstellt werden die Präsentationen online. Man kann diese dann mit einem Klick für andere freigeben, die sich dann durch einen Online zur Verfügung gestelleten Flashfilm klicken. Siehe dazu die Beispiele auf der Prezi-Homepage.
Wer seine so erstellten Präsentation offline nutzen und zeigen möchte, kann diese herunterladen. Die fertige Präsentation wird dann in einen Flashfilm konvertiert, der sich offline ausführen und im Vollbildmodus ansehen lässt.

Ich freue mich schon, meine nächsten Vorträge mit einer Prezipräsentation zu unterstützen! Ich glaube, dieses Programm hat das Potenzial wirklich etwas einen innovativen Mehrwert in die foliengeprägte Präsentationslandschaft zu bringen.

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