Lernen im 21. Jahrhundert

Während der letzten Wochen habe ich in verschiedenen Büchern und Artikeln einige Thesen zum Lernen gelesen. Der gemeinsame Nenner dieser unterschiedlichen Quellen: Die Art und Weise, wie Lernen heute in Schulen, Universitäten und Organisationen organisiert und institutionalisiert wird, vermittelt uns nicht die notwendigen Kompetenzen und Geisteshaltungen, die wir für eine nicht vorhersagbare und sich ständig wandelnde Zukunft benötigen. Im Gegenteil, unser Erziehungssystem stamme aus der Zeit der Industrialisierung, wo es vor allem auf standardisiertes und vorhersagbares Wissen und Fähigkeiten ankam.

Einige Beispiele:

Bildung vorher und nachher
Aus dem Buch „Wir kündigen! Und definieren das Land neu“ von Dagmar Deckstein, Peter Felixberger, Michael Gleich, Wolf Lotter aus dem Jahr 2005:
„Vorher:
Herkunft, Bildung und finanzielle Ausstattung der Eltern bestimmen immer noch darüber, was aus unserem Nachwuchs wird. Überdies beherrscht der Bildungskanon des 19. Jahrhunderts die Lehrpläne. Der Staat verordnet unnützes und veraltetes Wissen.

Nachher:
Bildung fördert nicht nur die Lust, ein Ich zu sein. Sie ist der Schutzpanzer gegen die medial vermittelten Sinnlosigkeitsdrogen. Und sie ist die einzige Chance, sich in der entfesselten Arbeitsgesellschaft einen Marktnischenplatz in den vorderen Reihen zu sichern. Bildung verliert ihren Beschulungscharakter und regeneriert zum angeleiteten Autodidaktentum.“ (S. 29)

Das Unterrichtsdesign gestalten
Aus dem Buch „The Accelerated Learning Handbook“ von Dave Meier aus dem Jahr 2000, S. 182:

  • Old belief: Learning is the absorption of information.
    New belief: learning is the creation of meaning, value, and actionable knowledge by the learner.
  • Old: Learning is an individualistic endeavor.
    New: Learning improves greatly in a social environment rich in collaboration and human interaction.
  • Old: Knowledge is mainly verbal and cognitive.
    New: Knowledge involves the whole body/mind, the emotions, the senses, and all aspects of intelligence.
  • Old: Standardization saves time and money.
    New: One-size-fits-all solutions waste money. Learning works best in an option-rich, multipathed environment.
  • Old: We must test for immediate recall as part of the learning program.
    New: Long-term performance, not immediate recall, is the aim of learning.
  • Old: Learning requires a controlled delivery system.
    New: Learning is hampered by too much structuring and too much external, hierarchical control.
  • Old: Learning is serious business.
    New: Learning is best when done in the spirit of joy and playfulness.

Ken Robinson: „If you’re not prepared to be wrong, you’ll never produce anything original.“
Im Moment lese ich gerade das neue Buch von Ken Robinson „The Element“, in welchem er die Bedeutung des Elements beschreibt. Das Element ist die Sache, in der sich individuelle Leidenschaft und Begabung treffen. Nur hier könne sich die Kreativität eines jeden Menschen optimal entfalten. Unser Schulsystem und das einseitige Festhalten and logisch-mathematischer Intelligenz macht es besonders Kindern sehr schwer ihr Element zu finden.
Einige der Inhalte finden sich in seiner TED-Rede aus dem Jahr 2006.

Wo stehen wir?
Die Zitate sind bereits einige Jahre alt. Wenn wir uns den Status quo ansehen, sind wir meiner Meinung nach immer noch im Vorher oder in den alten Glaubenssätzen verhaftet. Sind die von den zitierten Autoren neuen Lösungen die richtigen?

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