iMindMap Version 3 erschienen

Seit heute ist sie erhältlich, Tony Buzans neue Version seiner Software iMindMap. In einem Interview, das ich letztes Jahr mit ihm geführt habe, wollte er sich noch nicht zu den Neuerungen äußern, um die Spannung hoch zu halten.
Neuerungen im Vergleich zur Version 2.5. gibt es jede Menge, so viel steht fest. Ich hatte als Betatester ja schon etwas länger Gelegenheit mit der Software zu arbeiten.

Drei unterschiedliche Lizenzen
Auch die Macher von iMindMap haben sich nun dazu entschlossen unterschiedliche Versionen mit abgestufter Funktionsvielfalt und gestaffelten Preisen auf den Markt zu bringen. In Zukunft hat der Nutzer die Wahl zwischen iMindMap Elements, Professional und Ultimate.

Auf einige der neuen Features, die aus meiner Sicht wichtig sind, möchte ich eingehen. Um noch einen anderen Blick auf die Software zu bekommen, empfehle ich einen Post auf dem MindMapping Software Blog.

Die Benutzeroberfläche – übersichtlich und aufgeräumt
Bild 1 zeigt die neue Nutzeroberfläche, die sich von der alten deutlich unterscheidet. iMindMap hat einige neue Funktionen bekommen, so dass sich die Macher entschlossen haben, diese nicht alle in Form einzelner Icons in den Symbolleisten zu platzieren, sondern diese in grafische Oberkategorien zusammen zu führen.

Die neuen Funktionen – eine Vielzahl an Neuerungen und Verbesserungen
Neuerungen gibt es viele, die interessantesten möchte ich herausgreifen. Für einen Gesamtüberblick über alle Neuerungen empfehle ich die iMindMap Website.

Autolayout – Drei Stile, stufenlos veränderbar
Im Nachhinein kann man es natürlich nie genau sagen, was jetzt den Ausschlag gegeben hat, aber ich erinnere mich, dass ich nach Erscheinen der Version 2 den Vorschlag gebracht habe, dass es eine Möglichkeit geben sollte, im Layout der Maps zwischen organischen Mind Maps, wie von Tony Buzan entwickelt und der linearen und starren Darstellungsweise anderer Mapping Programme zu wechseln. Genau diese Funktion gibt es nun: Die Funktion Autolayout bietet über einen stufenlos verstellbaren Regler die Möglichkeit, zwischen der linearen Ansicht (Bild 2), der organischen Ansicht (Bild 3) und der radialen Ansicht (Bild 4) zu wählen.

Bild 5 zeigt das ursprüngliche Mind Map, dass ich per Freihandmodus erstellt habe. Ist die Funktion Autolayout einmal aktiviert, gibt es keine Möglichkeit mehr, die ursprünglich selbst gezeichnete Map wiederherzustellen, daher sollte man immer ein Duplikat speichern.
Neben der Autolayout-Funktion gibt es natürlich nach wie vor die Möglichkeit die Zweige selbst zu ziehen oder mit dem Freihandmodus komplett frei zu zeichnen.

Die Autolayout-Funktion hat die positive Konsequenz, dass jetzt ähnlich wie bei MindManager unendlich viel Platz zur Verfügung steht, das Map zu zeichnen, da die Software den Platz immer wieder neu justiert und alle Zweige unterbringt.
Dabei wird in Kauf genommen, dass die so entstanden Maps einige Mind Mapping Regeln, die Tony Buzan aus gutem Grund entwickelt hat, verletzen. So rückt die Information auf den Hauptzweigen, die eigentlich direkt an das Zentrum eines Mind Maps anschließen sollte, weit nach außen, um alles unter zu bringen. Durch das Autolayout geht auch die Individualität und Einzigartigkeit der Darstellung eines Mind Maps verloren, die besonders für das Lernen und Merken wichtig ist. Schön ist, man kann mit iMindMap beides haben.

Speedmapping – Verbesserung in der Bedienung
Der Speedmapping Modus ähnelt von seiner Bedienung der Software MindManager. In diesem Modus wird das individuelle Zeichnen der Zweige unterbunden. Statt dessen wird per Tastendruck automatisch ein neuer Zweig eingefügt und von der Software automatisch platziert. Hat diese Anordnung der Zweige in der Vorgängerversion noch nicht so wirklich funktioniert, klappt es jetzt einwandfrei, ohne Überscheidungen der Zweige und in drei Stilen (linear, organisch und radial).

Projektmanagement-Funktion mit integrierten GANTT-Diagrammen
Auch hier haben sich die Macher von iMindMap an den aktuellen Entwicklungen anderer Hersteller orientiert. Sicherlich auch, um den potenziellen Nutzerkreis der Software zu erweitern.
iMindMap kommt nun mit einem integrierten Projektmanagement-Modus (siehe Bild 6), je nach erworbener Linzenz. Jeder Zweig kann nun mit Aufgabeninfos und Enddaten versehen werden. Das Ganze wird automatisch in einem GANTT-Diagramm dargestellt.

Aus meiner Sicht ist dieser Modus von der Grundidee her gut gedacht, allerdings nur beschränkt – für meine persönliche Arbeitsweise gar nicht – für die tägliche Projektarbeit tauglich: Im iMindMap Projektmanagement Modus werden automatisch alle bestehenden Zweige eines Mind Maps hinzugefügt und in das GANTT-Diagramm eingebaut. Der Nutzer hat keinen Einfluss darauf, welche Zweige aufgenommen werden und welche nicht. Bild 6 zeigt das für diesen Artikel verwendete Map, das aus 137 Zweigen besteht. D.h. im Projektmanagement habe ich 137 Aufgaben und 137 Balken im GANTT-Diagramm. Das macht das Ganze nicht nur unpraktisch, da ich die meisten Zweige gar nicht in der Projektansicht haben möchte, sondern fast unnavigierbar, da man sich in der Projektansicht fast zu Tode sucht.

Import von Freemind und MindManager Dateien
Kräftig aufpoliert wurden die Import und Exportfunktionen von iMindMap 3. Nun ist es sogar möglich MindManager Dateien zu importieren. Zumindest teilweise. Manche Bilder, Icons, Anmerkungen und Hyperlinks fallen dem Import zum Opfer. Im großen und ganzen funktioniert es allerdings gut. Bild 7 zeigt ein ursprüngliches MindManager Map, Bild 8 zeigt das importierte Ergebnis in iMindMap. Klasse finde ich, dass man nun beim importierten Map den Mapstil ändern kann (linear, organisch, radial).

Export – interaktive Präsentation und OpenOffice Unterstützung
Sehr Erfreuliches gibt es auch bei den Exportfunktionen zu vermelden. Der bisher fehlende Präsentationsmodus wird nun zumindest teilweise über die Funktion interaktive Präsentation nachgeholt. Hier wird ein Map in eine Powerpoint Datei exportiert. Per Animationsfunktion kann man dann jeden Zweig per Tastenklick einblenden. Leider hat diese Funktion bisher bei mir nie funktioniert, was möglicherweise an meiner alten Office-Version liegt.
Umso erfreulicher ist es, dass nun auch Nutzer von OpenOffice auf Ihre Kosten kommen, auch dieses wird von iMindMap 3 unterstützt, allerdings nicht die Funktion interaktive Präsentation.

Fazit
Abschließend kann ich sagen, dass sich seit der letzten Version wirklich einiges getan hat und den iMindMap Machern der Spagat zwischen wirklichen Mind Maps und den Möglichkeiten Mind Map ähnlicher Visualisierungen gut gelungen ist. Daher stimme ich der etwas plakativen Aussage auf der iMindMap Homepage zu, dass iMindMap das einzige Programm ist, mit dem man wirkliche Mind Maps erstellen kann. Und jetzt eben noch viel mehr. Eine Entwicklung der Funktionen hin zu bestehenden Programmen, vor allem MindManager, ist nicht zu übersehen.

Im erweiterten Teil gibt es meine Rückmeldung und Bewertung zur Software mit der PPCO-Methode.


Plus: Was ist gut? Was gefällt mir?

  • viele neue Features
  • sinnvolle Erweiterungen wie Autolayout, Export und Import
  • intuitive und unkomplizierte Bedienung
  • Übersichtliche Benutzeroberfläche
  • Vereinbarkeit von Mind Maps nach Tony Buzan und Mind Map ähnlichen Visualisierungen
  • viele Verbesserungen im Detail


Potentials: Was könnte daraus noch entstehen? Welche Möglichkeiten könnte es in der Zukunft geben?

  • Die Software könnte einfach zu bedienende Projektmanagement Software werden
  • Es könnten noch weitere kleinere Details, wie z.B. das Verhalten der Icons auf den Zweigen verbessert werden, um den guten Eindruck abzurunden
  • Die Software könnte eine interessante Alternative zu anderen Mapping Programmen werden, gerade auch durch die Unterstützung verschiedener Betriebssysteme und Office Programmen


Conerns: Welche Bedenken habe ich ?

  1. Wie könnte man die Handhabbarkeit des Projektmanagement Modus verbessern?
  2. Wie lauten alle Möglichkeiten, einen einfachen und flexiblen Präsentationsmodus zu integrieren?
  3. Wie lauten alle Möglichkeiten, Feinheiten der Map-Gestaltung zu optimieren?


Ideen, um die Bedenken zu überkommen:

zu 1.:

  • Die Zweige, die zum Projektmanagement Modus hinzugefügt werden sollen, einzeln auswählen
  • Die Möglichkeit bieten, Zweige aus dem Modus herauszwählen
  • Ausgewählte Zweige in der Map-Ansicht mit einem Icon sichtbar machen
  • Ausgewählte Zweige im Projektmanagement Modus filterbar machen
  • Gar keine Zweige automatisch übernehmen, sondern den Nutzer komplett selbst entscheiden lassen

zu 2.:

  • einen Präsentationsmodus a la MindManager integrieren
  • die Navigation im Map per Tastendruck ermöglichen
  • die Navigation im Map außerdem individuell ermöglichen
  • die Maps im Präsentationsmodus nach wie vor editarbar lassen
  • einen Zoommodus integrieren
  • ein automatisches Script schreiben, das iMindMap sozusagen fernsteuert und die entsprechenden Klicks, die im bestehenden Programm nötig sind, simuliert

zu 3.:

  • die Icons so gestalten, dass diese wirklich an den Zweigen haften bleiben, auch wenn man diese bewegt
  • die Icons beim Einfügen automatisch hinter dem Schlüsselwort einfügen
  • die Position beim Einfügen der Icons wählen lassen.
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