Schnelllesen – die Techniken

In Teil1 habe ich eine generelle Einführung in das Schnelllesen und Sinn und Unsinn der Methode gegeben. In diesem Teil soll es nun darum gehen, die dahinter stehende Technik genauer vorzustellen.
Das Schnelllesen, wie ich es vorstelle, basiert zum großen Teil auf dem Konzept des Spead Reading von Tony Buzan, dem Erfinder des Mind Mapping. Spead Reading bedient sich dabei unterschiedlicher Aspekte, die man ähnlich wie bei einem Baukasten ja nach Bedarf mit einander kombinieren kann:

  • Augentechniken
  • Subvokalisation
  • Herangehensweise an Texte
  • Mind Mapping

Augentechniken

Viele Menschen fixieren beim Lesen jedes einzelne Wort und hangeln sich so Wort für Wort an einem Text entlang (Bild 1). Manche lesen einige Worte mehrmals und springen so hin und her (Bild 2). Dies erhöht die zum Lesen benötigte Zeit zusätzlich.
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Das Sichtfeld unserer Augen erlaubt es allerdings, wesentlich mehr als nur ein Wort auf einmal zu fixieren, z.B. drei oder vier Worte auf einmal. Ein Ansatzpunkt der Schnelllesetechniken ist es deshalb, das sogenannte Blocklesen einzuüben, d.h. mehrere Worte auf einmal zu fixieren und dann zum nächsten Block zu springen. Waren beim ursprünglichen Lesen acht Fixierungen pro Zeile nötig, so reduziert sich diese Zahl nun auf zwei oder drei Fixierungen (Bild 3).
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Ein weiterer Aspekt ist es, sich durch Meta-Lesen einen ersten Überblick bzw. Eindruck von einem Text zu verschaffen. Bei diesem „Wischlesen“ wird der Text mit Hilfe bestimmter Lesebewegungen gescannt (Bild 4). Ziel ist es hierbei nicht ein hohes Textverständnis zu erreichen, sondern das verstehende Lesen vorzubereiten.



Subvokalisation

Viele Menschen sprechen während des Lesens den Text im Geiste mit. Besonders langsame Leser flüstern den Text sogar vor sich hin. Das Aussprechen nimmt viel Zeit in Anspruch und bremst somit die Lesegeschwindigkeit. Das Problem dabei ist, dass dieses Subvokalisieren oft unfreiwillig oder unbewusst stattfindet. Mithilfe von Übungen wird beim Schnelllesen versucht, diese Subvokalisierung zu unterbinden bzw. am Anfang durch Übungen mit sehr hoher Lesegeschwindigkeit das Subvokalisieren unmöglich zu machen. Am Anfang wird das Textverständnis natürlich darunter leiden, da viele Leser es gewohnt sind, den Text durch Subvokalisierung zu verarbeiten.

Herangehensweise an Texte

Wie lesen Sie ein Buch? Viele Leser gehen an jeden Text wie an einen Roman heran. Sie beginnen bei Seite 1 und beenden das Lesen auf der letzten Seite. Dieses Vorgehen ist beim Roman richtig, ich möchte ja schließlich die Geschichte genießen und nicht das Ende vorwegnehmen. Muss man auf diese Art auch ein Sachbuch lesen? Nein!
Meistens beschäftigt man sich mit einem Sachbuch, weil man eine bestimmte Information sucht, weil man eine Frage beantwortet haben möchte, oder weil man ein Thema verstehen möchte. Dabei geht es nicht um den zweckfreien Lesegenuss, sondern um ein bestimmtes Ziel.
Entsprechend anders und ökonomischer kann man an diese Texte herangehen. Manche Dinge machen die meisten von uns intuitiv, z.B. erst das Inhaltsverzeichnis und die Klappentexte zu lesen. Ein weiterer Schritt kann sein, erst von allen Kapiteln Einleitung und Zusammenfassung zu lesen und den Mittelteil auszulassen. Denn: Oft kann man nach dem Lesen der Einleitung und der Zusammenfassung das Leseziel bereits erreichen und die Frage, die man an das Buch stellt, bereits beantworten. Beim Schnelllesen wird ein Text also in mehreren Durchgängen mit unterschiedlicher Intensität gelesen. Kann das Leseziel bereits in einem der ersten Durchgänge erreicht werden, dann kann das Buch weggelegt werden und der Zweck ist erfüllt. Deshalb spricht man vom ökonomischen Herangehen an Texte, denn es geht darum, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel aus dem Lesenvorgang herauszuholen. Ziel ist es nicht 100% zu lesen oder zu verstehen. Dieses Vorgehen orientiert sich an der aus der Ökonomie bekannten Pareto-Regel. In 20% der Zeit kann ich 80% der relevanten Informationen erhalten. Um die anderen 20% der Information zu erlangen, muss ich 80% der Zeit aufwenden. Hier muss jeder selbst entscheiden, wie viel Zeit er aufwenden möchten. Ich glaube, dass es in einem Großteil aller Fälle ausreichend ist 80% der Informationen verstanden zu haben.

Mind Mapping

Dieses Vorgehen des mehrmaligen Lesens nach dem Baukastensystem wird es richtig effektiv, wenn es mit Mind Mapping verbunden wird. Wie das funktioniert, werde ich im nächsten Post zeigen.

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