Missverständnisse zu Mind Mapping

In einem Telefonat mit einem Unternehmen letzter Woche kam das Gespräch auf Mind Mapping. Wieder einmal zeigte sich, dass mein Ansprechpartner den Begriff Mind Mapping mit Mindjet Mindmanager gleichsetzte. Das ist sicherlich schön für Mindjet, weil das Unternehmen es geschafft hat, einen Begriff mit einem Produkt zu besetzen.
Auf der anderen Seite ist das für Mind Mapping und die vielfältigen Möglichkeiten dieser Technik äußerst bedauerlich, da dieses Gleichsetzen den Blick verengt und ein falsches Bild erzeugt.
Es bedarf dann immer wieder Aufklärungsarbeit, um meinem Gegenüber klar zu machen, was Mind Mapping eigentlich ist und wo das Potenzial dieser Technik steckt und warum es auch ohne Computereinsatz sinnvoll sein kann, diese Technik zu erlernen.

Vielleicht zu Anfang einige Kurzformeln:

  • Mind Mapping ist nicht mit Business Mapping (computergestütztes Mind Mapping) gleichzusetzen!
  • Mind Mapping ist definitiv nicht Mindjet Mindmanager!Ich möchte die Definition von Mind Mapping, wie diese auch auf meiner Website zu finden ist, noch einmal wiederholen: „Mind Mapping® ist eine einfache und äußerst wirksame grafische Technik, um Gedanken, Wissen und Informationen zu visualisieren, zu organisieren und zu strukturieren. Mind Maps® funktionieren als externes Repräsentationssystem, um (gehirn-)interne Gedankenstrukturen darzustellen.“Mind Mapping ist eine Art und Weise Informationen zu strukturieren und zu organisieren, die nicht an einen Computer oder gar eine Software gebunden ist! Es ist eine Fertigkeit, die ich gerne mit Lesen, Schreiben oder sogar Zeichnen vergleiche. Wenn ich die Fertigkeit habe, dann kann ich mir das Mittel wählen, mit dem ich die Fertigkeit umsetze! Das Mittel variiert je nach meinem Ziel.
    Dies können auch im 21. Jahrhundert Papier und Stift sein, oder ein Computer und dann eines der vielen vorhanden Programme dafür. D.h. der Computer und die Software sind ein mögliches Vehikel!
    Wenn ich keinen Computer dafür einsetzen kann, heißt das nicht, dass man die Technik nicht einsetzen kann. Schreiben und Zeichnen kann ich sowohl mit als auch ohne Computer. Manchmal ist es sinnvoll ein E-Mail zu schreiben, manchmal möchte ich eine Nachricht auf einem Stück Papier verfassen.
    Egal für welche Art der Umsetzung ich mich entscheide, zuerst muss ich einmal die Technik an sich beherrschen.

    Software erweitert die Möglichkeiten des traditionellen Mind Mapping, da der Computer Operationen ermöglicht, die mit Papier und Stift unmöglich sind. Das ist in manchen Fällen äußerst sinnvoll und hilfreich. Ich selbst arbeite auch viel mit Business Mapping (computergestütztes Mind Mapping), setze jedoch das traditionelle papiergestützte Mind Mapping noch mindestens genauso häufig ein, obwohl ich beruflich die meiste Zeit vor der Kiste sitze.

    Manchmal kann der Computer mit all seinen Funktionen dem guten alten Papier und ein paar farbigen Stiften einfach nicht das Wasser reichen.

    Einige Beispiele, wofür ich Papier und Stift einsetze:

    • Telefon- und Besprechungsnotizen
    • Ideensammlung und Planung
    • Lernen und Merken
    • Exzerpte aus Büchern

    Diese Bereiche lassen sich sinnvoll mit Computer verbinden, manchmal geht allerdings einfach nichts über ein Blatt Papier und ein paar Stifte.

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