Thinking Club drittes Treffen

Das Treffen ist schon wieder eine Weile her, leider bin ich mit dem Artikel dazu etwas spät dran, aber besser spät als nie. Eigentlich müsste die Überschrift zu diesem Post auch lauten Thinking Club Treffen 3 und 4. Beim ersten Versuch vor drei Wochen ist uns etwas passiert, dass man eigentlich während des Thinking Clubs vermeiden sollte: Wir haben uns von einer der gefundenen Ideen mitreißen lassen und haben den ganzen Abend damit verbracht, diese Idee zu Ende zu denken.

Ausgangspunkt war die Umkehrmethode, die wir auf den Begriff Arzt verwendet haben. Wir haben versucht Punkte zu finden, die wir beim Arzt als gegeben hinnehmen und diese dann auf den Kopf gestellt. Davon ausgehend sind wird dann darauf gekommen, dass Ärzte nur dann Geld erhalten sollten, wenn die Patienten gesund sind und die Bezahlung dann von einem Ranking abhängt, das die Patienten vergeben… und so weiter und sofort … so landeten wir irgendwann bei der Idee, ein Ärzte-Ranking-Portal im Internet zu schaffen. Das gibt und gab es schon, wie wir danach festgestellt haben, aber es hat auf alle Fälle großen Spaß gemacht, diese Idee weiter zu denken.

Nun aber zur Ende Agenda des Treffens:

Ich werde dieses Mal versuchen, ein paar der Ergebnisse gleich in die Agenda einzubauen.

Agenda

  • Einführung: Laterales Denken, Unterscheidung zu kreativem Denken
    Wichtig beim lateralen Denken ist der Versuch eines bewussten Spurwechsels im Denken. Die geschieht z.B. durch unten aufgeführte Techniken. Die Anwendung der Techniken erfolgt dabei völlig wertneutral, d.h. man bewertet gefundene Ideen erst einmal nicht danach, ob diese gut oder schlecht sind, sondern versucht, den Movement Value zu finden. Dieser Bewegungswert ist der Aspekt einer verrückten Idee, der trotzdem hilfreich für die Lösung bestehende, realer und normaler Probleme ist.
  • Vorstellung: exploratives Denken, paralleles Denken, laterales Denken
    • Einführung Zwischenschrittmethode: Umkehrmethode, Wunschdenken, Übertreibung, Provaktion
    • Übung 1: (4 Minuten) Provocative Operation (PO): PO Öffentlicher Nahverkehr ist grundsätzlich kostenlos
    • Übung 2: (4 Minuten) Umkehrmethode: Wir arbeiten erst und werden dann ausgebildet
    • Übung 3: (4 Minuten) Wunschdenken: Ich wünschte, ich bräuchte keinen Schlaf
      Ergebnisse mit Movement Value: Mehr Reflektieren, welche Dinge wirklich wichtig sind und diesen Priorität einräumen und sich bewusst dafür Zeit nehmen.
    • Übung 4: (4 Minuten) Provocative Operation (PO): PO Abgeordnetenmandate werden per Lotterie zugeteilt.
      Ergebnisse mit Movement Value: Die per Zweitstimme erhaltenen Listenplätze einer Partei werden innerhalb der Partei per Los zugeteilt, um Verkrustungen und Ämterpatronage zu verhindern. So wären die Abgeordneten auch unabhängiger, da sie sich nicht vorrangig um Ihre Wiederwahl kümmern müssten.
  • Einführung Fluchtmethode: Dinge als gegeben hinnehmen, Gegenteil finden, Provokation finden
    • Übung 5: (3 Minuten) Soldaten
    • Übung 6: (3 Minuten) Supermärkte
    • Übung 7: (4 Minuten) Autos
      Ergebnisse mit movement value: Es gibt öffentlich Autos innerhalb großer Städte, ähnlich wie das call-a-bike Konzept. Diese können an beliebigen Zonen innerhalb der Stadt abgestellt werden und ausgeliehen werden. Diese Autos werden sehr robust und einfach sein.
  • Einführung Zufällige Stimulation (Bisoziation): Wörter, Bilder
    • Übung 8: (6 Minuten), Einzelarbeit: (3 Minuten), Feedback (3 Minuten)
      Situation: Berufe schützen – Zufallswort,
      Zufallswort: Lotterie
      Ergebnisse mit Movement Value: Kontingente für bestimmte geschützte Berufe werden per Los vergeben, ähnlich der Green Card Lotterie in den USA
    • Übung 9: (4 Minuten) Situation: Staatliche Kindererziehung verbessern – Zufallswort
      Zufallswort: Hygiene
      Ergebnisse mit Movement Value: Die geistige Hygiene unserer Kinder verbessern durch gezielten Unterricht zu Werten, Stressmanagement und Meditation bereits in der Schule.
      Den Unterrichtsstoff hygienischer machen durch das Reduzieren unnötiger Details und geistigem Ballast.
    • Übung 10: (4 Minuten) Situation: Übergewichtige reduzieren – Zufallswort
      Zufallswort: Veranstaltung
      Ergebnisse mit Movement Value: Aufklärungsshows zu den Themen Ernährung, Sport und Gewichtsreduktion.
      Spezielle Abnahmezentren einrichten, wo Übergewichtige und fachmännischer Aufsicht abnehmen können.
  • Diskussion (10 Minuten)
    • Wo liegt der Unterschied zwischen kreativem und lateralem Denken?
      Im deutschen Sprachgebrauch – im Gegensatz zum Englischen – hat sich der Begriff laterales Denken noch nicht durchgesetzt. Das was deBono unter lateralem Denken versteht, würden bei uns die meisten Menschen als kreatives Denken bezeichnen. Letztendlich ist es auch von den jeweils verwendeten Definitionen abhängig, wie groß die Überschneidungen sind. Die wichtigsten Unterschiede kurz zusammengefasst:
      Lateral: Ziel ist es durch einen bewussten Spurwechsel im Denken und in der Wahrnehmung einen Mehrwert zu schaffen, d.h. Verbesserungen zu bestehenden Lösungen zu erarbeiten. Erreicht werden kann dieser Spurwechsel mittels gezielt einzusetzender Techniken wie z.B. der Provocative Operation.
      Kreativ: Bezeichnet nach der von deBono verwendeten Definition vor allem eine Perspektive, die sich von der normalen, dem Mainstream, unterscheidet. Das Wort kreativ ist auch mit einer positiven Konnotation besetzt, in Richtung Rebellentum, Frei- und Querdenker. Das kreative Denken muss sich allerdings nicht (!), wie das laterale Denken durch bewussten Spurwechsel auszeichnen, sondern vor allem durch seine Andersartigkeit. D.h., dass Kreative auf ihre andere Art oft in dieser Art des Denken relativ starr sind und diese andere Perspektive nicht wechseln, aber einfach anders sind und deshalb schon von einer Gesellschaft als kreativ wertgeschätzt werden.
    • Wann wäre der Einsatz besonders sinnvoll?
      Vor allem dann, wenn es darum geht, Neues zu generieren oder bestehende Dinge zu verbessern und Blockaden aufzulösen.
    • Wo liegen Schwierigkeiten?
      In Gruppen: Fehlende Offenheit und Bereitschaft sich darauf einzulassen (Kulturfrage).
      Den Kollegen, die Tools nicht kennen, diese erst einmal zu erklären und zu „verkaufen“
      Die Unsicherheit, ob überhaupt etwas und dann noch etwas „Brauchbares“ dabei herauskommen wird. Oft kann auch gar nichts dabei herauskommen.

Zum Thema Laterals Denken empfehle ich den geleichnamigen Podcast von Ruth Pink und Jürgen Stock vom Kreativblog.

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