Dynamisches Business Mapping

Wolfgang hat in einem Kommentar zu meinem Artikel „Wissensmanagement mit MindManager“ eine interessante Diskussion zum Themas Wissensmanagement und PersonalBrain angestoßen.
PersonalBrain ist eine Software, die dynamische Business Mapping ermöglicht und seit kurzem in der Version 4 vorliegt.

Dynamisches Business Mapping vs. statisches Business Mapping
Nun ist schon wieder so ein sperriger Begriff gefallen: Dynamisches Business Mapping. Was heißt das? Am besten verdeutlicht wird das wahrscheinlich durch einen bildlichen Vergleich.
Beim statischen Business Mapping, z.B. durch Software wie Mindjet MindManager ist die Grundstruktur des Maps unveränderlich (Bild 1). Statisches Business Mapping orientiert sich an der Methode des Mind Mapping nach Tony Buzan. Ausgangspunkt des Maps bildet ein zentrales Bild oder Thema, um das sich weitere Information in Form von Haupt- und Unterzweigen angliedert. Software wie MindManager erlaubt es zwar einzelne Zweige ein- oder auszuklappen und das Map somit zu manipulieren, die Grundstruktur bleibt allerdings immer gleich und damit statisch.

Die Software PersonalBrain arbeitet nach dem dynamischen Prinzip. Wie beim statischen Business Mapping gibt es einen zentralen Ausgangspunkt. Weitere Informationen gliedern sich in Form von Unterzweigen an (Bild 2).

Das Besondere daran ist, dass immer der aktuell markierte Zweig in den Mittelpunkt rückt und somit zum Zentralbild wird, d.h. der Betrachtungspunkt wird dynamisch verändert (Bild 3). Außerdem wird immer nur ein kleiner Ausschnitt eines Maps dargestellt, nie das gesamte Map.

Die Auwirkungen
Diese dynamische Art des Business Mapping hat eine Reihe von Konsequenzen, die diese Art des Business Mapping für bestimmte Anwendung besonders auszeichnen.
Dadurch, dass immer der aktuell markierte Zweig in den Mittelpunkt rückt, ist nie das ganze Map sichtbar, sondern immer nur ein Aussschnitt: Der aktuelle Mittelpunkt und die angrenzenden Hierarchieebenen. Dadurch sind wesentlich größere Maps möglich, ohne unübersichtlich zu werden. Beim statischen Business Mapping stößt man irgendwann an Grenzen der visuellen Darstellung, da zu viele Zweige und Hierarchieebenen das Map unübersichtlich machen und die eigentlich angestrebte Klarheit dann irgendwann verloren geht. In diesem Fall muss man mit verknüpften Untermaps arbeiten.

Die dynamische Darstellung erlaubt bessere Querverbindungen und Sprünge zwischen Zweigen (Bild 4). Von jedem Zweig können nicht nur Unterzweige gebildet werden, sondern ähnlich wie beim statischen Business Mapping Querverbindungen zu anderen Zweigen gesetzt werden. Dies geschieht hier nun allerdings nicht mittels Pfeilen oder Sprüngen zwischen verlinkten Business Maps wie beim MindManager, sondern mittels Sprüngen innerhalb eines Maps.

Unterschiedliche Einsatzgebiete
Wie in der Diskussion mit Wolfgang im oben erwähnten Post bereits angedeutet eignen sich statisches und dynamisches Business Mapping für unterschiedliche Anwendungsgebiete.
Wenn es um das Visualisieren von Wissen und Informationen geht (z.B. eine Mitschrift aus einem Vortrag), dann eignet sich statisches Business Mapping besser. Für das Gehirn ist eine wiedererkennbare bildhafte Struktur wichtig, wie sie beim statischen Business Mapping gegeben ist. Außerdem ermöglicht die statische Business Mapping sowie auch das Mind Mapping immer den Blick auf das große Ganze, das gesamte Thema, wohingegen beim dynamischen Business Mapping, immer nur ein bestimmter Ausschnitt angezeigt wird.

Dynamisches Business Mapping eignet sich meiner Meinung besonders gut für die Verknüpfung von großen Wissensmengen, da man hier sehr große Themengebiete in einem Map gut navigierbar und übersichtlich ablegen kann. Die gute Suchfunktion von PersonalBrain ermöglicht einen schnelleren Zugriff auf Daten als MindManager, da das Map nie verlassen werden muss und man sich entweder anhand der Zweigstruktur oder anhand von Suchworten durch das Map bewegt.

Wie auch MindManager ermöglicht PersonalBrain die Verknüpfung von Zweigen mit Dateien, Webadressen etc. Das Besondere am Wissensmanagement mit Business Mapping allgemein, egal ob statisch oder dynamisch ist, – und hier möchte ich Wolfgangs Gedanken aufgreifen – dass man digitale Information nun inhaltlich gliedert und nicht anhand einer Ordnerstruktur auf einem Datenträger. D.h. ich gliedere ein Thema nach inhaltlichen Kriterien und verknüpfe dann bestimmte Dateien und Websites damit, egal wo sich diese befinden und in welchem Format diese abgelegt sind. Je nach Thema können bestimmte Dateien auch mehrmals von einem Map aus verlinkt werden. Business Mapping kümmert sich also mehr um die Wissenszusammenhänge als um Speicherorte für Dateien. Wo genau Dateien nun abgelegt werden, wird hier nun zweitrangig. Dies kann zu einer völlig neuen Art des Umgangs mit digitalen Informationen führen. So wäre es z.B. denkbar, dass sämtliche Dateien in ein einziges Verzeichnis gelegt werden und von einem Business Map darauf verlinkt wird bzw. mittels Desktop-Suchmaschinen nach bestimmten Information gesucht wird.

Im nächsten Post möchte ich auf weniger auf die Methode des dynamischen Business Mappings eingehen, sonder die Software PersonalBrain vorstellen.

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