Der Mythos der beiden Gehirnhälften

Vor mehr als 30 Jahren wurde der amerikanische Mediziner Roger Sperry weltweit mit seiner „Split-Brain“-Forschung bekannt. Grundlage bildete seine Forschung an Epilepsiepatienten, denen die Verbindung zwischen den beiden Hirnhemisphären corpus callosum durchtrennt wurde.
Dadurch konnte herausgefunden werden, dass die Gehirnareale für unterschiedliche geistige Fähigkeiten an verschiedenen Orten der Hemisphären angeordnet sind.
Die Schlussfolgerung, dass der Mensch deshalb mal die eine oder die andere Hemisphäre benutzt bzw. die eine andere oder andere Hemisphäre vernachlässigt, konnte nicht nur nicht bewiesen werden, sondern ist bereits seit mehreren Jahren widerlegt. Der Mythos der Gehirnhälften suggeriert seit Jahren, dass es in unserem Gehirn bei bestimmten geistigen Tätigkeiten, z.B. Sprechen oder Rechnen in der einen Hälfte ganz kräftig knistert, während die andere untätig in unserem Kopf liegt.
Auch die Behauptung das bestimmte Übungen deshalb besonders die eine oder andere Gehirnhälfte stärken oder stimulieren gehört in die Märchenkiste.

Durch moderne Technik kann man unserem Gehirn heute sehr schön beim Denken zusehen. Je länger man das Gehirn beobachtet und je mehr man davon versteht, desto deutlicher wird, dass bei den allermeisten Denkoperation die unterschiedlichsten Bereiche des Gehirns gleichzeitig aktiv sind (vgl. z.B. Spitzer: Lernen, 2003).
Um effektiv zu lernen und zu arbeiten ist es trotzdem äußerst hilfreich, wenn man weiß, wie unser Gehirn lernt und wie das bei verschiedenen Menschen unterschiedlich abläuft. Etwas mehr dazu in meine Post vom Methodenkongress: Teil1, Teil2, Teil 3

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