Anwenderporträt: Andreas Weinberger

Herr Weinberger, stellen Sie sich bitte kurz vor und sagen Sie ein paar Sätze, was Sie beruflich machen (Aufgaben).

Ich arbeite als IT-Architekt bei einer Bank in Luxemburg und bin nebenbei auch als Trainer/Coach im Thema „Optimierung der Arbeit des Information Worker“ tätig.
Hierbei setze ich neben MS Office und Mindjet MindManager sehr stark auf modernere Web-Lösungen, da ich hier enormes Entwicklungspotential sehe und auch realisieren kann.
Ein weiteres meiner Tätigkeitsfelder – IT Service Management (zertifizierter ITIL-Fachmann, Aufbau/Leitung der Bereiche Benutzerservice und Systemintegration) ruht zur Zeit aufgrund von Umstrukturierungen.

Wie sind Sie mit Mind Mapping in Berührung gekommen und wie haben Sie es gelernt?
Reines Mind Mapping kannte ich schon länger, kam aber 1999 zufällig mit der Software MindManager in Kontakt und beschäftige mich seither intensiv mit der Software aber auch den dieser zugrunde liegenden Methoden.
Die Software hab ich auf die gleiche Art und Weise erlernt, wie zuvor schon diverse andere Applikationen (darunter MS Office) – durch ausführlichstes Testen und Hinterfragen aller Funktionalitäten.
Die Methode „Mind Mapping“ habe ich mir durch Lektüre angeeignet und in der Trainer-Ausbildung vertieft und verfeinert.

Wie erstellen Sie Mind Maps? Als traditionelle Mind Maps mit Papier und Stift und/oder als Business Maps mittels einer Visualisierungs-Software?
Ich erstelle einfach gesagt „MindManager-Maps“. Das ist der einzig „saubere“ Begriff, den ich für meine Maps verwenden kann, denn viele meiner Maps haben mit einer Mind Map nur noch sehr wenig gemeinsam und auch der Begriff Business Maps trifft es hier nicht.
Ich verwende als Tool den MindManager in den Versionen 5 und 6 in Verbindung mit Microsoft Office und hier vor allem mit Outlook.

Für welche Einsatzgebiete verwenden Sie Mind Mapping? Geben Sie bitte einige Beispiele.
Persönliches Portal und Navigationshilfe:
Ausgehend von einer persönlichen Startmap – die verschiedene Rollen/Funktionen bzw. Aufgabengebiete/Projekte abbildet – erreiche ich alle verlinkbaren Informationsquellen die ich häufig nutze ohne mich an den Strukturen von z.B. Filesystemen entlang hangeln zu müssen.
Hier zwei meiner Postings zu diesem Thema – der mit Mindjet geplante Webcast kam leider durch personelle Veränderungen bei Mindjet nicht zustande:
http://itligenz.twoday.net/stories/2772585/
http://itligenz.twoday.net/stories/2772737/

Problemlösung:
Die Analyse komplexer Probleme erleichtere ich mir durch Informationssammlung und –visualisierung in einer Map. Durch die Integration von Ansprechpartnern (durch Outlook-Kontakte), Einbindung von E-Mails, Internet-Recherchen, … entsteht eine hohe Informationsdichte.
Hier ebenfalls zwei Postings:
http://itligenz.twoday.net/stories/2755682/
http://itligenz.twoday.net/stories/2593117/

Analysieren von Daten:
Bei diesen Thema erreiche ich bei geeignetem Datenmaterial einen Mehrwert, den ich bei einer vergleichbaren Datenanalyse basierend auf den Filterfunktionen von Excel nicht erreichen kann.
Ich kann hier z.B. gleichartige Daten aus 3 verschiedenen Listen so in eine Map kombinieren, dass es mir jederzeit möglich ist, aus der Map heraus den Zustand jeder dieser Listen zu rekonstruieren (das geht auch mit Excel). Darüber hinaus kann ich aber Zusatzinformationen ab- und Gruppierungen anlegen und Querverbindungen zwischen den Daten erkennen, verdeutlichen und kennzeichnen.
Auch dazu zwei Postings:
http://itligenz.twoday.net/stories/2273753/
http://itligenz.twoday.net/stories/2773578/

Wo sehen Sie die Vorteile beim Einsatz der Mind Mapping Methode?
Aus der Mind Mapping Methode nach der „reinen“ Buzan-Lehre verwende ich einige für mich sinnvolle Elemente und nutze sie in Kombination mit den Erfordernissen meines papierarmen Arbeitsplatzes. Dazu gehören die Technik der Stichwörter und die Verwendung von Farben und Bildern.
Dabei entsteht für mich (unter anderem) folgender Nutzen:
Wiederverwendbarkeit von einmal durchgeführten Arbeitsschritten (ich suche z.B. einen Ordner im Filesystem normalerweise nur ein einziges Mal und habe ihn ab dann in meiner Themenmap verlinkt)
Hirngerechte Visualisierung von hirn-ungerechten Strukturen (z.B. Organigramme mit Bildern statt Kästchen, Filestrukturen, …)
Flexibilität z.B. beim Aufbauen der Struktur eines Dokuments – hier kann ich wesentlich schneller und sicherer die komplette Struktur eines größeren Dokuments verändern, als das in Word mit der Outliner-Funktion jemals möglich ist.
Entstehende Struktur entdecken: aus einer wirren Informationssammlung (z.B. aus einem Brainstorming oder einer groben Recherche) kann ich durch Umsortieren, Querverbinden, Einfärben, … Strukturen „sehen“ und entwickeln und diese sogar testen.
Wiederverwendung von Map-Bestandteilen, Bau von Szenarien, problemloses Map-in-Map-Archivieren von verschiedenen Map-Zuständen

Wo haben Sie Schwierigkeiten beim Mind Mapping?
Dass die Werkzeuge (egal ob papier- oder IT-basierend) immer langsamer arbeiten als das Gehirn und laufend an Barrieren stoßen, die unnötig hemmen (Blattgröße, Bildschirmplatz).
Den Punkt zu erkennen, wo weiterer Aufwand für die Optimierung einer Map den Nutzen übersteigt.
Die Dokumentenorientierung und die Fesselung an das Werkzeug, denn ich stelle immer mehr fest, dass der Spruch „information wants to be free“ sehr viel Wahrheit enthält und wir uns bei der Entwicklung vom aktuell noch regierenden Papierdenken (Schrank – Ordner – Register – Blatt) zur nächsten „Evolutionsstufe“ (Information + Meta-Information + Querverbindungen) hiervon befreien sollten.

Erstellen Sie Mind Maps nur für sich, oder teilen Sie diese auch mit Ihren Freunden/Kollegen? Wie reagieren diese darauf?
Sowohl als auch. Mein unmittelbares Umfeld ist das mittlerweile so gewohnt, dass fast jede Map mir zugeschrieben wird (was nicht stimmt). Die Reaktionen sind höchst unterschiedlich, was mich aber nicht wundert, da die Hirne eben auch sehr unterschiedlich sind – ich biete aber bei kritischen Sachen oft beide Sichten (also Map und Outline) gleichzeitig an.

Verwenden Sie noch weitere Denk- und Arbeitstechniken? Wenn ja, welche und wie setzen Sie diese ein?
Ich verwende eine sehr individuell auf mich und meine Rollen zugeschnittene Produktivitätsmethode, die unter anderem Elemente aus Mind Mapping und GTD enthält. Meine langjährige Erfahrung mit E-Mail-Systemen und die Beschäftigung mit anderen Werkzeugen und Methoden haben darüber hinaus zu einer sehr komfortablen technischen Lösung geführt, die meine Arbeitsweise optimal unterstützt und die ich aktuell für einige Bekannte bei mir im Blog dokumentiere:
http://itligenz.twoday.net/stories/2772585/

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