Die Mind Mapping Regeln – Teil 1

Immer mehr Menschen im deutschen Sprachraum kennen den Begriff Mind Mapping, immer mehr können damit auch konkret etwas verbinden. Im englischen Sprachraum hat er sogar schon die Aufnahme ins Wörterbuch erfahren.
In den letzen Jahren tummelt sich leider viel unter dem Begriff Mind Mapping, das nichts oder wenig mit dem von Tony Buzan entwickelten Mind Mapping zu tun hat. Mind Mapping ist eine Technik, eine Methode, die erst einmal nichts mit einer bestimmten Software zu tun hat, sondern ganz traditionell mit Papier uns Stift funktioniert. (Mehr dazu in meinem Post vom 12.12.06) Auch die meisten der sogenannten „Mind Mapping““Software produziert keine Mind Maps. Die Firma Mindjet, Anbieter der MindManager Software bezeichnet ihre Software deshalb auch als Business Mapping oder einfach nur Mapping Software.

Tony Buzan selbst bringt gerade seine iMindMap Software auf den Markt. Die damit erstellbaren Maps kommen von allen Programmen am nächsten an Mind Maps heran, alles andere würde ja auch verwundern. Trotzdem ist die Verwirrung nach wie vor groß und von vielen angeblicher Mind Mapping Trainer natürlich auch gewollt…

Ausgebildete und zertifizierte Mind Mapping Trainer (von Buzan selbst, oder im deutschsprachigen Raum von Maria Beyer) versuchen zwar Aufklärungsarbeit zu leisten, aber es ist nicht immer einfach.

Ich möchte in diesem Post auf das Erstellen von Mind Maps, nicht von computergenerierten Business Maps eingehen.
Mind Mapping, wie es von Tony Buzan entwickelt wurde, basiert auf eine Reihe weniger, aber wichtiger Regeln. Diese Regeln lassen sich aus der Lern- und Hirnforschung begründen. Um mit Mind Mapping effektiv arbeiten zu können – und Mind Mapping ist hoch effektiv, wenn man weiß, wie es gemacht wird – sollte man diese Regeln kennen.

Ich werde diese in drei Teilen (also drei Posts) erklären.
Im ersten Teil gehe ich auf die grundlegende Anordnung der Zweige ein.
Im zweiten Teil betrachte ich die Schlüsselwortregel und im dritten Teil gehe ich auf grafische Elemente ein.

Zentralbild
Im Gegensatz zur „normalen“ Art Aufzeichnungen zu machen, beginnt ein Mind Map immer in der Mitte des Blattes. Am besten nimmt mein unliniertes DIN A3 oder A4 Blatt.
In die Mitte des Blattes kommt das Thema, oder das Zentralbild.


Man kann das Thema entweder einfach in die Mitte schreiben (Bild 1), oder versuchen, es wirklich als Bild zu zeichnen (Bild 2). Sie werden feststellen, dass man wesentlich mehr überlegen muss, wenn man ein Bild zeichnet, als wenn man das Thema einfach in die Mitte schreibt.

Hauptäste
Die Hauptäste schließen direkt an das Zentralbild an (Bild 3). Die darauf geschriebenen Worte werden ebenfalls nah an das Zentralbild geschrieben, um die Nähe deutlich zu machen. Wo genau man mit den Hauptästen beginnt ist nicht festgelegt, es bietet sich jedoch an, von rechts oben zu beginnen und im Uhrzeigersinn um das Zentralbild herum zu schreiben. Auch für die Anzahl der Hauptäste gibt es keine Vorgaben, das hängt völlig vom Thema und den ausgelösten Assoziationen ab.

Zweige
Die Zweige schließen an den Hauptästen an und können mehrere Ebenen in die Tiefe gehen, d.h. Zweige können wieder Unterzweige nach sich ziehen und so weiter. Wichtig beim Zeichnen der Zweige und Unterzweige ist, dass diese am hinteren Ende der Zweige oder an der Unterseite beginnen (Bild 4). Außerdem sind die Zweige immer miteinander verbunden! Es gibt keine Zwischenräume oder „frei schwebende“ Äste. Man kann vom Zentralbild die Zweige wie einen Weg bis in die unterste Verzweigung nachvollziehen, dabei ist die Hierarchie (Zentralbild, Hauptzweige, Unterzweige …) immer ganz klar erkennbar. Trotz der auf den ersten Blick wirren Darstellung mancher Mind Maps, sind diese, wenn sich nach den Regeln erstellt wurden, von der Anordnung der Informationen sehr klar.

Zweige werden niemals vor einem Schlüsselwort oder über dem Schlüsselwort angefügt. Dadurch würde die Klarheit der Informationshierarchie und die Verbundenheit der Zweige zerstört werden.

Zweige sollten sich immer von innen nach außen entwicklen, d.h. vom Zentralbild immer weiter an den Blattrand. Die Zweige sollten dabei nicht wieder zum Zentralbild zurückgeschwungen werden. Dadurch nimmt man sich die Möglichkeit, später weitere Zweige hinzuzufügen.

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