Mind Mapping und Business Mapping

Um den Begriff Mind Mapping herrscht leider immer noch, oder besser schon wieder einige Unklarheit. Zugegeben ist es für jemanden, der sich nicht intensiv damit beschäftigt, nicht leicht, hier den Überblick zu behalten. Was ist Mind Mapping, was ist Business Mapping oder digitales Mapping oder Computer-Mapping? Begriffe gibt dazu reichlich.

In den meisten Foren oder Usergroups im Internet wird Mind Mapping meist mit computergestützten Visualisierungen, die ihren Ursprung im Mind Mapping haben, gleich gesetzt.

Ich werde versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen:

Mind Mapping

Mind Mapping ist eine grafische Technik, um Informationen und Gedanken zu visualisieren, die in den 70er Jahren vom britischen Wissenschaftsjournalisten und Lernforscher Tony Buzan entwickelt wurde. Buzan orientierte sich dabei an damals neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Funktionsweise unsere Gehirns und die Art und Weise, wie Menschen lernen.
Vor diesem Hintergrund entwickelte er die Technik des Mind Mapping, die einigen wenigen, aber festen Regeln folgt. Ziel Buzans war und ist es, die unterschiedlichen Herangehensweisen unseres Gehirns Information abzuspeichern (Stichwort: Mehrfachkodierung) in einer Technik zu verbinden und damit eine „gehirngerechte“ und hoch effektive Herangehensweise zu schaffen, die den Menschen beim Denken unterstützt.

Zu den Prinzipien des Mind Mapping gehört u.a. die Regel, nur mit Schlüsselwörtern zu arbeiten, d.h. nur ein Wort auf jeden Zweig zu schreiben. Einerseits unterstützt dieses Vorgehen unser Gehirn, Inhalte in Form von Schlüsselkonzepten abzuspeichern, andererseits sorgt die Einwortregel dafür, dass das Denken in alle Richtungen offen bleibt und Mind Maps sich in unterschiedliche (Denk-)Richtungen entwickeln können. Je mehr Wörter ich verwende, desto festgelegter ist meine Denkrichtung.
Mind Mapping ist eine Technik mit Papier und Stift und hat zuerst einmal nichts (!) mit bestimmter Software (wie z.B. MindManager) zu tun.
Beim Erstellen und Zeichnen von Mind Maps mit Papier und Stift finden eine Reihe wichtiger gedächtnispsychologischer Effekte statt, die für das Lernen und Merken, sowie für das Entstehen kreativer Prozesse sehr wichtig sind. Diese Prozesse, ausgelöst z.B. durch das selbst Zeichnen und das haptische Anfertigen der Mind Maps mit Papier und Stift, finden beim Einsatz von PC und
Software nicht statt.
Von daher versteht man unter Mind Maps das Erstellen von Gedankenkarten mit Papier und Stift, die den Mind Mapping Regeln (dazu in einem späteren Post mehr) folgen.
Ergänzende Information finden sich auf der creaffective-Website.

Business Mapping/ Digitales Mapping/ Computer-Mapping

Die Begifflichkeit ist hier noch nicht einheitlich (ich verwende den Begriff Business Maps, da diese vor allem in Unternehmen zum Einsatz kommen), gemeint ist das Erstellen von digitalen Maps mithilfe des Computers und Software, wie z.B. Mindjet Mindmanager.
Business Maps haben Ihren Ursprung in der Technik des Mind Mapping und folgen ähnlichen Prinzipien wie das Mind Mapping. So entwickeln sich auch Business Maps vom Zentrum des Blattes radial nach außen und Informationen werden ebenfalls auf Zweigen angeordnet. Business Maps bieten teilweise weniger als Mind Maps (besonders im Hinblick auf Lernen und Merken) und teilweise erheblich mehr als diese, da die Grundprinzipien des Mind Mapping mit den Möglichkeiten moderner PCs verbunden werden und sich dadurch Möglichkeiten eröffnen, die weit über Papier und Stift hinaus gehen.
Business Maps eignen sich hervorragend zum Planen und Präsentieren von komplexen Themen und sich ständig verändernden Inhalten. Im Gegensatz zu Mind Maps werden Business Maps meist mit mehreren Wörtern pro Zweig angefertigt, um diese selbst erklärend zu machen; ein Mind Map ist vor allem für den Ersteller der Gedankenkarte hilfreich und ist nicht selbst erklärend.

Dadurch, dass Business Maps mit PC erstellt werden, können sie beliebig verändert und weiter verarbeitet werden. Das setzen von Hyperlinks von einzelnen Zweigen zu beliebigen Sprungzielen ermöglicht eine Art des Wissensmanagements, wie es mit Papier und Stift unmöglich ist. Für das Merken und Lernen von Inhalten, sowie für kreative Prozesse und Brainstorming eigenen sich Business Maps nur bedingt, da das selbst Zeichnen und das Erfinden eigener Bilder und Symbole, sowie das haptische Erlebnis des Arbeitens mit Papier und Stift für das Einprägen von Inhalten sehr wichtig ist.

Mind Mapping und Business Mapping ist daher nicht gleich zu setzen, vielmehr sollten die beiden Techniken als komplementär verstanden werden. Je nach Anforderung und Einsatzgebiet kann die eine oder andere Technik eingesetzt werden.

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