|
Die Begründung von Denkwerkzeugen ergibt sich aus der Erforschung des Denkens:
Denken ist ein Prozess, der zum großen Teil durch Wahrnehmung bestimmt und beeinflusst wird. Die menschliche Wahrnehmung wird gelenkt von Dingen, die unsere Aufmerksamkeit erregen, wie z.B. Emotionen, Vorlieben und Interessen, und folgt dabei meist eingeübten Mustern und Schemata. Damit ist das Denken oft schnell auf bestimmte Bereiche fixiert, Aspekte, die außerhalb der momentanen Wahrnehmung liegen, werden nicht beachtet oder übersehen. Denken erfolgt häufig nach dem Muster Reiz – Reaktion.
Dieser Muster lässt sich oft in Diskussionen beobachten, wo jeder Teilnehmer ausschließlich seinen Standpunkt verteidigt (siehe Bild 1). So entwickeln sich die typischen "Ja, aber..." Besprechungen.
Denkwerkzeuge ermöglichen es, dieses Reiz – Reaktion Muster zu durchbrechen und ersetzen es durch das Muster Reiz – Erkunden – Reaktion.
Dadurch wird die Entwicklung von Optionen und die Bewertung der Optionen von einander getrennt. Dies ist ganz zentral, um den Korridor des bereits Gedachten zu verlassen und auf das Terrain der Entdeckung zu gelangen.
Es wird zuerst das Denk-Terrain abgeschritten, dann erfolgt die Reaktion (Bild 2). in Gruppen kann dieses Erkunden des Terrains gemeinsam geschehen, in diesem Fall spricht man von parallelem Denken (Bild 3).
|