Mit Mindjet MindManager effektiv Ideen entwickeln

Montag, 5. Januar 2009

Überall ließt und hört man: Neue Ideen benötigen wir, gerade jetzt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten: "Dann lassen Sie sich mal was einfallen!"
Ideen kommen zwar teilweise durch Zufall und glückliche Fügungen, aber dies ist nicht zum Glück ausschließlich so. Im Gegenteil, im Rahmen des Adventskalenders der Denkwerkzeuge habe ich gezeigt, wie man Ideen sehr systematisch entwickeln und weiterentwickeln kann und dass der Zufall ein bewusstes Element im Rahmen eines strukturierten Prozesses ist. Dieser kann komplex sein, deshalb werde ich bei wichtigen und großen Themen als Moderator gebeten, diesen zu moderieren.
Es muss aber nicht immer ein moderierter Ideenworkshop sein, mit ein paar einfachen Regeln kann auch jeder Einzelne systematischer als bisher etwas für die Entwicklung von Ideen hin zum konkreten Handlungsplan tun.
In diesem Post möchte ich zeigen, wie Einzelne und Teams einen einfachen Prozess der Ideenentwicklung mit Hilfe von Mindjet MindManager effektiv und verständlich gestalten und visualisieren können.

Schritt 1: Die Ausgangsfrage formulieren
Um Ideen zu entwickeln, benötigt man immer eine konkrete Frage. Als Anwendungsfall nehme ich mein eigenes Thema, dass für mich im Moment wichtig ist und zu dem ich Ideen benötige: Wie lauten alle Themen, über die ich 2009 auf meinem Blog berichten könnte?

Alle im Artikel gezeigten Bilder können mit einem Klick vergrößert werden.

Schritt 2: Ideen generieren
Nun benötige ich Ideen. Dafür sollte man sich ca. 20 Minuten Zeit nehmen (auch alleine!). Am besten Sie schreiben alle Ihre Einfälle erst einmal völlig unstrukturiert herunter. Dafür gibt es im MindManager die äußerst praktische Funktion Brainstorming starten und das Programm liefert sogar eine Timer-Funktion mit, den man auf 20 Minuten einstellen kann (beide Funktionen im Menü unter Extras).

Wichtig, für die Phase der Ideenfindung sollten die Grundregeln dieser Art des Denkens beachtet werden. Also vor allem: keine Zensur und so viel und so wild wie möglich. Schreiben Sie alles und wirklich alles, was Ihnen einfällt, auf. Wenn Ihnen die Ideen ausgehen, habe ich ebenfalls im Rahmen meines Adventskalenders der Denkwerkzeuge ein paar Techniken gezeigt, die Ihnen auf die Sprünge helfen können.

Das Endergebnis mit Gedankensammlung mit MindManager sieht man in Bild 1.

Bild1

Schritt 3: Die besten Ideen auswählen
Wie auf Bild 1 ersichtlich, habe ich eine ganze Menge an Einfällen generiert, von denen wahrscheinlich aber nicht alle gut sein werden. Nun geht es darum, aus dieser unstrukturierten Menge der Ideen die besten zu markieren. Diese werden nun mit Hilfe der MindManager Funktion Icon-Markierungen Aufgabenprioritäten mit roten Einsern versehen (siehe Bild 2)

Bild2

Schritt 4: Die besten Ideen filtern
Bild 3Bild 4
In meinem konkreten Fall habe ich ca. 50% meiner Ideen für gut befunden und möchte diese weiter bedenken. Nun nutze ich die Funktion Powerfilter von MindManager (siehe Bild 3 & 4), um nur diejenigen Ideen anzuzeigen, die mit einer roten Eins versehen wurden, alle anderen Ideen sollen ausgeblendet werden. Das Ergebnis sieht man auf Bild 5.

Bild 5

Schritt 5: Ideen kategorisieren
Nachdem ich meine Ideen ausgewählt habe, müssen diese handhabbarer gemacht und in eine Struktur gebracht werden, sozusagen die Königsdisziplin des MindManagers. Deshalb beende ich nun den Brainstorming-Modus und erstelle mir eine Reihe von Hauptzweigen um das Zentralthema der Map. Diese Hauptzweige dienen mir als Platzhalter für Kategorieüberschriften, die noch hinzugefügt werden müssen. Zuerst teile ich meine gefilterten Ideen jedoch nach bestimmen Gemeinsamkeiten in Blöcke ein bzw. hefte diese als Unterzweige hinter einen der Platzhalter (siehe Bild 6)

Bild 6

Schritt 6: Kategorien beschriften
Nun, nachdem ich meine Ideen in Cluster sortiert habe, beschrifte ich diese, in dem ich Überschriften auf die Hauptzweige eintrage (Bild 7). Jetzt, wo alle guten Ideen zugeteilt wurden, kann ich auch den Ausschuss löschen. Dazu deaktiviere ich den Powerfilter, so dass jetzt wieder die bisher ausgeblendeten Ideen sichtbar werden (Bild 8 ). Diese kann ich nun markieren und löschen. Von allen anderen Ideen entferne ich nun die rote Einser, die ich vorher zum Filtern zugeteilt habe.

Bild 7
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Bild 8

Schritt 7: Kategorien überarbeiten
Einige Kategorien benötigen eventuell noch etwas Feinschliff oder ich möchte einige Ideen doch zu anderen Kategorien zuordnen. Dies mache ich jetzt. Weitere Ideen, die in die bestehenden Kategorien passen und die mir jetzt einfallen, trage ich ggf. ein (Bild 9).

Bild 9

Schritt 8: Ideen priorisieren
Wie man sieht, ist mir doch einiges eingefallen, das ich in diesem Jahr auf meinem Blog umsetzen können. Die wichtigsten Kategorien oder Einzelideen priorisiere ich, indem ich die Funktion Aufgabeninfo von MindManager nutze. Nun kann ich wieder mittels Powerfilter filtern und mir so meine wichtigsten Maßnahmen für dieses Jahr anzeigen lassen (Bild 10).

Bild 10

Mittels der Funktion Aufgabennotizen kann ich außerdem Deadlines vergeben, bis wann ich etwas bearbeitet haben möchte, oder wann ich mit etwas beginne. So kann ich auf die Ideenentwicklung gleich eine einfache Handlungsplanung folgen lassen, alles in MindManager. Leute, die mir helfen können, bestimmte Themen umzusetzen, werden mit helfe der Ressourcen-Funktion zum jeweiligen Zweig hinzu geschrieben. (Bild 11).

Bild 11

Dieses Vorgehen eignet sich sehr gut für die vielen kleineren Fragestellungen mit denen jeder von uns fast täglich konfrontiert ist. MindManager kann dabei eine sehr hilfreiche und vielfältige Hilfe sein, mit der man den ganzen Prozess strukturieren kann.

Adventskalender der Denkwerkzeuge 15: Mind Mapping

Montag, 15. Dezember 2008

Mind Mapping gehört eigentlich nicht in einen Adventskalender der Denkwerkzeuge, da Mind Mapping kein Denkwerkzeug ist, in dem Sinne, wie ich Denkwerkzeuge definiere. Mind Mapping sagt dem Denker nicht, was er bedenken soll bzw. in welche Richtung er denken soll. D.h. Mind Mapping strukturiert das Denken eines Individuums oder einer Gruppe nicht! Im Gegenteil, der Nutzer eines Mind Maps gibt einem Thema eine individuelle Struktur und diese ist bei jedem Menschen anders. Mind Mapping auch keine Kreativitätstechnik (eine Untergruppe der Denkwerkzeuge) oder gar eine Technik für das Brainstorming, davon rate ich sogar explizit ab; warum das so ist, habe ich hier beschrieben.
Das Mind Mapping kein Denkwerkzeug ist, ist ein Vorteil für Mind Mapping, denn sonst wäre der Einsatz wesentlich beschränkter. Ein Denkwerkzeug ist meist für einen bestimmten Zweck entwickelt worden, z.B. lohnenswerte Ziele zu identifizieren (Wunschdenken) oder das Problem eingrenzen (Netz der Abstraktion oder Aussagenstarter). Mind Mapping ist viel breiter! Mind Mapping wird als das Schweizer Taschenmesser für das Gehirn bezeichnet, weil es wesentlich mehr kann. Mit Mind Mapping lassen sich vielfältige Informationen strukturieren und visualisieren (z.B. ganze Bücher oder Mitschriften von Vorträgen), daher ist die Anwendung keinesfalls nur auf die Ideenentwicklung beschränkt. Das Mind Mapping lediglich eine Kreativitätstechnik sei, lese ich eigentlich nur in Texten, wo man bei Lesen bereits merkt, dass die Autoren nicht mit Mind Mapping arbeiten und wirklich verstanden haben, wie die Technik funktioniert.

Warum ich Mind Mapping dennoch hier vorstelle? Weil sich die Technik sehr gut eignet, um manche Denkwerkzeuge zu visualisieren oder sogar einen ganzen Problemlöseprozess. Wie das mittels Software (in diesem Fall Mindjet MindManager) funktionieren kann, habe ich hier gezeigt. Da Menschen besonders stark auf visuelle Informationen reagieren und man durch visuelle Information Zusammenhänge ausdrücken kann, wie es mit Wörtern nur schwer möglich ist, setze ich die Technik gerne als Instrument der Visualisierung für manche Denkwerkzeuge ein.

Bild 1 stellt eine Visualisierung der des Denkwerkzeugs Hervorheben dar, welches ich gestern vorgestellt habe. Die orangen Cluster symbolisieren die mit der unstrukturierten Technik Aussagenstarter gefundenen Problemcluster, die gelben könnten nachträglich hinzugefügt worden sein.

So funktioniert es:
Mind Mapping nach Tony Buzan arbeitet nach einer Reihe einfacher Regeln, die ich in einer dreiteiligen Serie vorgestellt habe: Teil 1, Teil 2, Teil 3.

Mind Mapping Kalender
Auf imgriff habe ich vor einigen Tagen einen interessanten Post über das Chronotbook der japanischen Firma Muji gefunden. Das Chonotbook stellt eine Art visuellen Kalender zur Zeitplanung dar. Diese Vorlage ein wenig weitergesponnen und einmal herumexperimentiert, wie eine visuelle Tagesplanung in einer Kombination mit Mind Mapping aussehen könnte.
Beim Chronotebook (siehe Bild 2) gibt es jeweils für Vormittag und Nachmittag einen Zeitkreis.

Der Vorteil besteht darin, dass man die verplanten Zeitstücke sieht. In Kombination mit Mind Mapping (Bild 3) könnte man nun die Ereignisse in Form von Zweigen an den Zeitkreis dranhängen und damit nicht nur das Ereignis an sich, sondern auch die Details in Form von Unterzweigen anschließen. Mit speziellen Farbcodes und Symbolen wie bei Mind Mapping könnte man noch mehr Infos hineinpacken. Angst, dass der Kreis überfüllt wird hätte ich nicht (zumindest nicht beim Großteil der Menschen), zumindest wenn in den Kalender nur Dinge hinein kommen, die an einen spezifischen Zeitpunkt gebunden sind (wie z.B. eine Besprechung) und der Kalender nicht als Todo-Liste mit verwendet wird.

Adventskalender der Denkwerkzeuge 12: Das Netz der Abstraktion

Freitag, 12. Dezember 2008

Bevor es in Kreativworkshops an die Ideenentwicklung geht, sollte man sich erst einmal darüber im Klaren sein, wofür, das heißt für welches Problem man genau Ideen entwickeln möchte.
Genau um diesen Aspekt geht es in der Phase "das Problem klären" in Creative Problem Solving (CPS).
Stellen Sie sich vor Sie habe das allgemeine Ziel Ihr Englisch zu verbessern. Nun können Sie sich überlegen, welche Möglichkeiten Sie haben, ihre Sprachkenntnisse auf Vordermann zu bringen. Vielleicht ist das aber gar nicht das wirklich wichtige Problem? Vielleicht stellen Sie fest, dass Sie zuerst daran arbeiten sollten, wie Sie etwas weniger Verpflichtungen eingehen könnten, um so mehr Zeit zu haben, um dann z.B. Ihr Englisch zu verbessern.
Deutlicher wird das vielleicht an einem etwas komplexeren Beispiel, wie es in manchen meiner moderierten Ideenworkshops schon vorgekommen ist. "Wir möchten unsere Vertriebszahlen erhöhen". Das ist ein sehr allgemeines Problem, dass so möglicherweise noch zu ungenau und zu breit für die Ideenentwicklung ist. Daher macht es, nachdem man Daten gesammelt hat, z.B. mit Unterstützung der Technik 6 Ws Sinn, das Problemspektrum etwas aufzufächern, um so Teilaspekte des Problems zu identifizieren oder eine Priorisierung vorzunehmen, um dann in der Phase der Ideenentwicklung zu sehen, welche Lösungmöglichkeiten es gibt.

Abstrakter und handlungsorientierter
Ein Denkwerkzeug, das ich heute vorstellen möchte ist das Netz der Abstraktion, dessen Ziel es ist den Fächer der Perspektiven, wie man ein Problem betrachten kann, zu erweitern. Erweitern, in dem man das Problem abstrakter formuliert und erweitern, in dem man das Problem noch handlungsorientierter formuliert.

So funktioniert es:
Ich kann es hier nur exemplarisch vorführen. Sie sollten sich zur Durchführung mindestens 20 Minuten Zeit nehmen.


  1. Schreiben Sie ihr Ziel in die Mitte eines Blattes, z.B. Es wäre super, wenn ich mein Englisch verbessern könnte.
  2. Nun fragen Sie sich Warum? und schreiben die Antwort oberhalb Ihres Ziels, z.B. Weil ich meine beruflichen Qualifikationen verbessern möchte..
  3. Nun fragen Sie Warum noch? und schreiben eine Antwort in die gleiche Ebene. Auf diese Weise erhalten Sie drei bis vier Antworten auf einem abstrakteren Level
  4. Nun können Sie das Gleiche noch einmal für die so neu gefundenen Antworten wiederholen und so ein weiteres Level der Abstraktion einführen.
  5. Um konkreter zu werden, gehen Sie zum ursprünglichen Ziel in der Blattmitte zurück und fragen Was hält mich davon ab? und Was hält mich noch davon ab? Auf diese Weise bekommen Sie Antworten die etwas konkreter werden. Eine Antwort könnte sein Weil ich keine Zeit habe.
  6. Auch hier können Sie zwei Ebenen entwickeln.
  7. Nun identifizieren Sie die Fragestellung an der Sie arbeiten möchten.


Wenn man das Netz einmal entwickelt hat, entsteht ein breiterer Blick auf das Problem und nicht selten stellt man fest, dass die Herausforderung auf die man seine Energien konzentrieren sollte, eine andere als die ursprünglich gedachte ist. Kann sein, muss aber nicht!

Klicken Sie zum Vergrößern des Beispiels auf das Bild.

Adventskalender der Denkwerkzeuge 11: Die 6 Ws

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Die 6 Ws ist eine Technik, die auch gerne als Journalistenfragen oder W-Fragen bezeichnet werden, dies wohl deshalb, weil sie sich besonders gut zur Vorbereitung von Artikeln eignet.
Im Rahmen von Creative Problem Solving (CPS) fallen die 6 Ws in die Phase des Daten sammeln. Ziel dieses Denkwerkzeugs ist es, möglichst alle für eine Herausforderung / ein Problem relevanten Daten zu sammeln.

Die 6 Ws stehen für die Fragen: Wer, Was, Wenn, Wo, Warum und Wie. Diese Fragen können ganz allgemein eingesetzt werden, um die Aufmerksamkeit in die Richtung der einzelnen W-Frage zu lenken.
Jede Einzelne W-Frage kann jedoch noch einmal mit spezifischeren Fragen angereichert werden, um so noch mehr wichtige Informationen zu erhalten. Z.B. Könnten unter WER noch die folgenden Fragen gestellt werden:

  • Wer ist im Problem involviert?
  • Wer ist der Entscheidungsträger?
  • Wer ist betroffen, wenn eine Handlung / eine Lösung herbeigeführt wird?
Erst in die Breite, dann ausdünnen
Wenn die 6 Ws im Rahmen von CPS eingesetzt wird, dann gilt auch hier wieder der wichtige Zweischritt: Zuerst versuchen wir möglichst viele Daten zu bekommen. Wir gehen also in die Breite und machen uns noch nicht so viele Gedanken, ob die so gefundenen Angaben wirklich zentral sind (divergierendes Denken). Das Aussortieren der relativ gesehen unwichtigen Antworten findet dann in einem zweiten Schritt statt, wenn wir uns alle gefundenen Antworten noch einmal ansehen (konvergierendes Denken). So erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit, dass wir die wirklich relevanten Daten auch erhalten und uns nicht zu sehr in eine Richtung beschränken.

Zentrale Bedeutung
Die Bedeutung dieses Schrittes (Daten sammeln) im Rahmen eines Problemlöseprozesses ist sehr hoch und sollte nicht unterschätzt werden oder in Eile gemacht werden. Die so gefundenen und ausgewählten Daten bilden die Grundlage, um z.B. in einem nächsten Schritt das genaue Problem zu definieren, für das dann Lösungen erarbeitet werden.

Michael Hewitt-Gleeson hat auf seinem Blog die Bedeutung dieser W-Fragen im Rahmen seiner Technik Graustufendenken hingewiesen.

Hewitt-Gleeson hat in seinem Artikel die 6 Ws als Concept Map dargestellt. Ich visualisiere diese Mind Map artig mit Mindjet MindManager. Die Visualisierung hat den großen Vorteil, dass man leichter weitere Punkte einfügen kann und die Übersicht über das Thema leichter fällt.

Ein digitaler Stift für Besprechungen

Dienstag, 16. September 2008

Auf diese Erfindung hat mich Alexander vom work.innovation Blog kürzlich nach unserer Denkclub-Sitzung hingewiesen: Paper Show
Ich habe vor Kurzem hier auf dem Blog über interaktive Whiteboards zum selber bauen berichtet. Mit ein paar einfach und günstig erhältlichen technischen Geräten kann man so jede Wand in ein sogenanntes Smartboard verwandeln.

Paper Show ist ein digitaler Stift, der mit dem Laptop verbunden wird. Auf speziell dafür vorgesehenem Papier kann man ganz normal schreiben und zeichnen. Alles, was auf das interaktive Papier geschrieben wird, wird dann automatisch auf den Laptop und ggf. auf eine Leinwand übertragen. Das Papier verfügt an der Seite über einige Einstellungsmöglichkeiten, so dass sich z.B. Stiftdicke und Farbe für die Übertragung an den PC verändern lassen.



Wie auch die kürzlich vorgestellten Opensource Smartboards könnte Paper Show eine flexible Alternative zu fest angebrachten Smartboards darstellen. Die Fähigkeiten des Stiftes, auch in projizierten Präsentationen herum zu malen ist sicherlich für manche Anwendungsgebiete interessant. Besonders ansprechen dürfte das Produkt diejenigen, die einfach gerne mit Papier und Stift arbeiten und das tippen und zeichnen mit einem Laptop in der Besprechung nicht mögen.

Die Landkarte der Karriere - Personalmarketing mit MindManager

Donnerstag, 28. August 2008

Als potenzieller Bewerber, der sich vor einer Bewerbung über ein Unternehmen informieren möchte, ist man mit einer Vielzahl von Karrierewebsites von Unternehmen konfrontiert. Diese sind mehr oder weniger gut strukturiert und optisch anspruchsvoll, auf jeden Fall gibt es für den Neuling auf einer solchen Karrierewebsite eine Vielzahl an Informationen und Texten, durch die er sich navigieren muss.

Mind Maps helfen, sich in komplexen Informationsstrukturen leichter zurecht zu finden. Besonders wirkungsvoll sind Mind Maps, wenn man diese selbst erstellt, um sich z.B. Exzerpte aus Büchern zu machen oder selbst Information aufzubereiten. Wenn man diese selbst erstellt, kann man diese so individuell wie möglich gestalten und so den Wiedererkennungswert erhöhen und den Zugang zum in den Mind Maps gespeicherten Wissen erleichtern.

Visuelles Karrierecenter
Es gibt allerdings auch Möglichkeiten, die visuelle Struktur von Mind Maps zu verwenden, um selbsterklärende Visualisierungen zu erstellen, um anderen Personen den Einstieg in ein Thema zu erleichtern.
Mit Mindjet MindManager habe ich einmal exemplarisch die (Karriere-)Websites von zwei Banken – der Deutschen Bank und der DekaBank – auf diese Weise visualisiert. Ich habe mich dabei ausschließlich der auf den Websites vorhandenen Information und Bildern bedient.
Ziel dieser visuellen Karrierecenter ist es, einen besseren Überblick zu ermöglichen, die Navigation zu erleichtern und die Geschwindigkeit, mit der Informationen gefunden werden können, zu erhöhen.

Eingesetzt werden könnten diese Karrierecenter als Mittel des Personalmarketings, um potenziellen Bewerbern eine leicht verständliche Visualisierung der Karrieremöglichkeiten in einem Unternehmen zu bieten, eine Art Landkarte, von der auch der Bewerber mit einem Klick alle weiteren Informationen erhält.

Flexible Ansichten mit Hyperlinks
Bild 1 und 2 zeigen jeweils die Grundansicht der von mir erstellten Karrierecenter für die Deutsche Bank und die DekaBank. Die erstellten Maps sind nicht komplett sichtbar sondern "eingeklappt", so dass nur die wichtigsten – für den Einstieg relevanten – Information dargestellt werden. Die "+" Symbole hinter den Zweigen zeigen an, dass sich dahinter weitere Details verbergen, die per Klick aufgeklappt werden können.












Die Funktionalitäten
Die hier dargestellten Visualisierungen sind so ausgestattet, dass von vielen Zweigen des Maps direkt auf die Website verlinkt wird, um weitere Informationen anzuzeigen. Bild 3 zeigt einen Zweig (gefiltert) mit den entsprechenden Hyperlink-Symbol. Ein Klick darauf befördert den Nutzer direkt auf die entsprechende Seite der Deutsche Bank Homepage.





Die Navigation – viele Möglichkeiten
Die bisher dargestellten Maps sind alle nicht vollständig ausgeklappt, um die Navigation zu erleichtern. Vorausgesetzt, die Nutzer nutzen MindManager oder den kostenlosen MindManager Viewer, um sich die Datei anzusehen, dann gibt es nun mehrere Möglichkeiten zu navigieren:


  • der Nutzer nutzt die Plus- und Minus-Symbole, um das Map an den interessanten Themen aufzuklappen.
  • Mind Manager 7 bietet die Möglichkeit von gespeicherten Mapansichten. Hier bietet es sich an, je nach Zielgruppe eine Ansicht zu speichern, also z.B. vier Ansichten für die jeweiligen Zielgruppen (Siehe Bild 4).




  • Ein Klick auf die jeweilige Ansicht würde das Map personalisiert für die Zielgruppe mit den relevanten Zweigen darstellen.
  • Über die Funktion Aufgabeninfo von MindManager lassen sich Zweige beschriften und dann danach filtern.

Bild 5 zeigt die personalisierte Ansicht für die Zielgruppe der Berufserfahrenen bei der DekaBank (zum Vergrößern klicken)




Die Kommunikation an die Zielgruppe – viele Formate möglich
Kann man erwarten, dass alle Bewerber MindManager haben, oder Lust haben sich den Viewer herunter zu laden. Vermutlich nicht! An vielen Universitäten gibt es MindManager für die Studenten gratis, da die Unis Teil des Mindjet Partnerprogramms sind.
Abgesehen von MindManager Format (.mmap) lässt sich das Map auch als anklickbares Bild ins Internet stellen, mit funktionierenden Hyperlinks etc.
Mit noch weniger Funktionen aber möglicherweise immer noch interessant ist ein Export in das PDF Format. Hier wäre das Map dann allerdings auf die reine Visualisierung beschränkt. Der aus meiner Sicht große Mehrwert Verlinkungen und Anhänge bereit zu stellen, sowie weitere Information in Form von Textnotizen bereit zu stellen, ließe sich damit nicht realisieren.

Mehrwert für die Zielgruppe
Die hier dargestellten Maps sind von mir in überschaubarem Zeitaufwand zusammen gestellt worden. Als Informationsquelle dienten mir die bestehenden Website der beiden Banken. Ich glaube, richtig interessant wird es, so ein Map zusammen mit Vertretern der Banken zu erstellen, da hier noch wesentlich mehr nützliche Infos eingebaut werden könnten. Ich denke da z.B. an die Möglichkeit Info-PDFs als Anhänge in das Map einzufügen, so dass potenzielle Bewerber mit dem Map über ein digitales Informationszentrum verfügen, welches Sie offline nutzen können und das alle wichtigen Informationen auf einer "Seite" enthält bzw. zugänglich macht.

Für alle die, die jetzt "ja, aber..." sagen, habe ich im erweiterten Teil des Post eine PPCO-Bewertung des Konzepts vorgenommen.


"Die Landkarte der Karriere - Personalmarketing mit MindManager" vollständig lesen

Erweiterte Mind Maps

Donnerstag, 24. Juli 2008

Kürzlich habe ich in den USA eine Masterarbeit von Dave Hoffmann gelesen, in der er vorgeschlagen hat, die Mind Mapping Technik nach Tony Buzan für noch mehr Sinne zugänglich zu machen.

Zur Erinnerung: Mind Mapping arbeitet bereits mit einer Vielzahl an Ankern, um es unserem Gehirn leicht zu machen, die Inhalte zu verarbeiten. z.B. Wörter, Farben, Symbole, Bilder sowie die räumliche Anordnung der Inhalte in Form eines nach außen wachsenden Zweiggerüsts.
Das unterscheidet Mind Maps grundlegend von der sequenziellen Aneinanderreihung von Information, wie dies z.B. in diesem Text geschieht. Die visuelle Darstellung verringert dabei Komplexität und erleichtert das verstehen, lernen und behalten der Inhalte.

3D - Mind Maps
Dave schwebt nun ein Konzept vor, Mind Maps durch unterschiedliche Oberflächentexturen zu erweitern, so dass auch der Tastsinn angesprochen wird. Also z.B. einen Zweig mit einer Sandpapiertextur oder einer Holzmaserung. In diese Oberflächen könnten nun zusätzliche Informationen kodiert werden, z.B. Schwierigkeiten als raue Oberfläche und gut funktionierende Dinge als glatte Oberfläche. Außerdem könnten nach diesem Modell Mind Maps auch als 3D Konstruktionen erstellt werden, um ein räumliches Gefühl zu vermitteln. Nach Daves Vorstellungen müsste man diese Mind Maps wirklich händisch bauen, um sie dreidimensional werden zu lassen. Zweidimensional auf einer Fläche angeordnet könnten diese zumindest mit Texturen (z.B. mit speziellen Klebebändern...) erweitert werden.

Erweiterte digitale Mind Maps
Ich habe nun an meine eigene Arbeit und an meine Kunden gedacht. Hier findet viel in Form von digitalen Mind Maps mit Hilfe von Software statt. Auch diese könnte man (in diesem Falle die Softwarehersteller) leicht erweitern, um diese noch vielfältiger zu machen.

Ein paar Ideen:

Audiosymbole
Bereits jetzt kann man mit Software wie MindManager oder iMindMap von jedem Zweig beliebig auf Dateien verlinken, auch auf Audiodateien. Ein Erweiterung dieses Prinzips könnte sein, ein kleines grafisches Symbol zu haben, dass bei einer Mausberührung einen Ton abspielt.

Texturen
Daves Idee der Texturen sollte sich ohne Probleme umsetzen lassen, in dem man die bestehende Möglichkeit, Farben für bestimmte Zweige zu ermöglichen um Texturen (dies ist in vielen Grafikprogrammen möglich) erweitert.

Bewegtbilder
Die Software iMindMap ermöglicht es bereits jetzt, animierte Gif-Bilder einzufügen. Diese sind allerdings nur animiert, wenn man das Map als html-Datei exportiert. Nett wäre es auch, wenn man Videos in Maps einbinden könnte. Diese könnten z.B. in einem Miniaturbild dargestellt werden und bei einem Klick automatisch vergrößert werden (siehe Bild 2 und 3) und abgespielt werden. Auch hier kann man sich bereits jetzt mit Verlinkungen zu Websites behelfen.
Ähnlich, wie ich ein Video in mein Blog einbinden kann, könnte es in Zukunft möglich sein, ein Video in das Dateiformat von Programmen wie MindManager oder iMindMap einzubinden.









Diese Vorschläge sind alle noch nicht weiter entwickelt, ich glaube allerdings, dass es hier für digitale Mind Maps noch sinnvolle Erweiterungsmöglichkeiten gibt, um noch mehr Sinne anzusprechen oder Informationen durch das gleichzeitige Anbieten mehrerer Elemente auf einem Zweig noch zu verdichten.

Das Creative Problem Solving (CPS) Verfahren

Donnerstag, 10. Juli 2008

Gibt es ein Verfahren mit dem man, wenn man es anwendet, innovative Lösungen für Herausforderungen und Probleme finden kann? Sozusagen fast automatisch?
Automatisch geht es leider nicht, aber Verfahren, die einen bei der zielgerichteten Suche nach innovativen Lösungen unterstützen können und die Erfolgswahrscheinlichkeit stark erhöhen, gibt es sogar mehrere:

Das TO-LO-PO-SO-GO Verfahren von Edward de Bono zu diesem Zweck sowie die Visualisierung mit Mindjet MindManager habe ich hier schon ausführlich vorgestellt. Aus Russland kommt das TRIZ-Verfahren zur Erfinderischen Problemlösung. Eine weitere große Schule ist das Synectics Verfahren.
Das Verfahren, das wissenschaftlich auch heute noch am stärksten untersucht, evaluiert und weiterentwickelt wird ist das Creative Problem Solving (CPS) Verfahren. Seinen Ursprung hat CPS in den 50ern Jahren am International Center for Studies in Creativity in Buffalo USA, wo ich auch meine Ausbildung dazu erhalten habe. Mit entwickelt wurde CPS in den Anfängen von Alex Osborn, dem Erfinder des Brainstorming, der auch hier zu Lande den meisten ein Begriff ist.

CPS: Ein expliziter Prozess zur kreativen Problemlösung

CPS ist keine Zauberei oder eine irgendwie besonders komplizierte Methode. CPS ist (wie übrigens die oben genannten Verfahren auch) ein expliziter Prozess, der sich an der natürlichen Art und Weise vieler Menschen Probleme zu lösen orientiert.





Das Bild (nach Miller, Vehar und Firestien) zeigt die drei Komponenten von CPS. In den Grundzügen ähneln sich alle vier genannten Prozesse:
Am Anfang steht immer eine Analyse des Problems / der Herausforderung. Wenn man dies einmal herausgearbeitet und eingegrenzt hat, folgt eine Phase der Ideengenerierung. Die gefundenen Ideen werden dann in einer weiteren Stufe weiterentwickelt und umsetzbar gemacht. (Einen guten Einblick in die grundlegende Struktur von TRIZ und dem Design Thinking Modell von Ideo bietet übrigens die aktuelle Ausgabe des Harvard Business Managers)

Einsatz bei "kreativen" Problemen

Warum rede ich immer von kreativen Problemen? Alle genannten Verfahren kommen zum Einsatz, wenn es sich um Probleme oder Herausforderungen handelt, die vom Ergebnis her offen sind, d.h. das Endergebnis steht nicht im Vorhinein fest, wie z.B. bei einem Reparaturprozess, und deren Lösungen in irgendeiner Weise neu und anders sein müssen. Mit diesen beiden Kriterien haben wir eine Arbeitsdefinition (es gibt viele mehr) von Kreativität: Etwas das neu ist und Nutzen bietet. Ob es sich dabei um ein reaktives Vorgehen auf ein vorhandenes Problem handelt oder ein proaktives Vorgehen, um Probleme zu vermeiden, ist dabei egal.

Mehrere Phasen mit wiederkehrenden Arten des Denkens

Bild 1 zeigt die drei Komponenten von CPS, die wiederum in weitere Phasen unterteilt werden. Jeder dieser Phasen ist gemein, dass Sie zuerst divergierendes Denken (die breite Suche nach unterschiedlichen, neuen Alternativen) gefolgt von konvergierendem Denken (die fokussierte und bejahende Bewertung der Alternativen) erfordern (siehe Bild 2).




(Dieses Bild ist eine Kombination der Arbeiten von Puccio, Murdock und Mance sowie Miller, Vehar und Firestien)

Die Vermischung dieser beiden getrennten Phasen führt dazu, dass sogenannte „Ideensitzungen“ meist in die Hose gehen (einen schönen Beitrag hat dazu Jürgen Stock vom heureka-Blog geschrieben).

Kombination mit Denkwerkzeuge und Kreativitätstechniken

Angereichert werden die einzelnen Phasen von CPS (und auch die der anderen Verfahren) nun mit Kreativitätstechniken und Denkwerkzeugen um das beste aus einer Gruppe herauszuholen.

Da dies in Kombination alles nicht so einfach ist, werden Problemlöseverfahren in Gruppen meist durch einen Facilitator (Prozessmoderator) geleitet, der die Gruppe geschickt durch den Prozess leitet.

Warum?

Eingesetzt wird CPS immer dann, wenn innovative Lösungen auf Probleme (reaktiv) oder Herausforderungen (proaktiv) nötig sind. Der Einsatz von CPS ermöglicht es, die Arbeit, die in Gruppen oft in vielen Tagen oder Wochen statt findet auf einige Stunden zu kondensieren. Außerdem wird das leichter möglich gemacht, was oft aus eigener Anstrengung nur mit sehr viel Aufwand oder gar nicht möglich ist: Umsetzbare innovative Lösungen.

Hauptsächlich in Gruppen, aber auch alleine

Am meisten Sinn mach es, solche Prozesse in Gruppen einzusetzen. Es ist aber genauso möglich, den Prozess alleine zu durchlaufen. Am Beispiel von de Bonos TO-LO-PO-SO-GO habe ich das bereits einmal durchexerziert.
Ähnlich wie bei TO-LO-PO-SO-GO lässt sich auch der CPS-Prozess visualisieren und protokollieren(!). Auch hier habe ich wieder Mindjet MindManager benutzt.



(Entwickelt von Florian Rustler)

Opensource Smartboards

Samstag, 21. Juni 2008

Ich bin immer fasziniert, wenn ich in Konferenzräumen mit Smartboards bin. Smartboards sehen aus wie normale Whiteboards. Mittels eines Beamers kann man den Computerbildschirm auf diese projizieren und auf diesen schreiben. Das Besondere an Smartboards: Sie werden mit dem Computer verbunden und man über das Smartboard mit speziellen Stiften den projizierten Bildschirminhalt verändern. Alles was auf Smartboard geschrieben wird, kann eins zu eins in den PC übertragen werden.
So kann man z.B. herrliche Mind Maps mit iMindMap erstellen, indem man diese direkt auf dem Smartboard zeichnet. Phantastisch und macht viel Spaß.
Der Hacken: Die Dinger sind nicht gerade billig, von 2000 – 10.000 Euro ist alles drin.

Opensource-Smartboard für 50 Euro!
Hier in den USA habe ich letzte Woche eine Demo einer Opensourcelösung gesehen, die mich wirklich umgehauen hat. Johnny Chung Lee hat eine Methode entwickelt, über die man jeden beliebigen projizierten Bildschirmschirminhalt (egal ob auf eine Leinwand, eine Wand oder ein Whiteboard) steuern kann. Mittels eines Nintendo Wii-Controllers und eines speziell gebastelten Infrarotstiftes sowie einer Opensource-Software, die den Wii-Controller über Bluetooth mit dem Laptop verbindet (ich würde mich ja gerne auf Deutsch ausdrücken, aber ich glaube es gibt keine adäquaten Übersetzungen). Absolut Wahnsinn! It blows you away wie sie hier sagen.
Den Infrarotstift habe ich mir schon besorgt, zurück in Deutschland brauche ich nur noch einen Wii-Controller und es kann los gehen.



Der Clou, mittels dieser Technik wird jede Projektionsfläche zum Smartboard, d.h. man hat ein mobiles Smartboard. Für meine Trainings und Moderationen ergeben sich daraus sehr spannende Möglichkeiten, die Kunden können z.B. mittels dieser Technik die in einem Innovationsworkshop gefundenen Ideen selbst bewegen und kategorisieren!

Die Frucht wächst am Rande des Baumes

Freitag, 6. Juni 2008

ein Gastbeitrag von Bauingenieur Stefan Scheurer-Schäfle



Das Wichtigste in Kürze


  • Das Mindmapping-Verfahren unterstützt die Entwicklung von wirklich neuen Ideen NICHT!
  • Es muss zwischen Aufgabenbewältigung und Ideen- bzw. Lösungsfindung unterschieden werden!
  • Die Unterscheidung zwischen Aufgaben- und Problemstellung ist eine wesentliche Grundlage für das Ergebnis!
  • Das Problem sollte gedanklich in die Problematik und die Lösung aufgeteilt werden
  • Umgehen wir das Problem, indem wir mit dem Problem umgehen


Zu meiner Person
Ich bin von Beruf Bauingenieur und bearbeite verschiedenste Projekte aus den Bereichen Wasserversorgung, Entwässerung und Wasserbau. Vom ersten Entwurf bis zur Erstellung des Bauwerkes wird ein Projekt in viele verschiedene Phasen aufgeteilt. Der Zeitraum der Bearbeitung kann sich unter Umständen über mehrere Jahre erstrecken.
Aufgrund der hohen Anzahl von Projektinformationen, die sich im Laufe der Zeit ansammeln, hatte ich vor einigen Jahren nach einem Instrument oder Verfahren gesucht, um wesentliche Daten aus šberlegungen, Besprechungen, Gutachten, Berechnungen uvm. möglichst in einem Datensatz zu speichern. Dabei bin ich über das Freeware-Programm "freemind" bzw. das Mindmapping-Verfahren "gestolpert". Sowohl das Programm als auch das MindMapping-Verfahren waren mir unbekannt. Da mir jedoch das Denken in Kategorien liegt, fand ich mich hier sehr schnell zurecht.

Eher durch Zufall bin ich auf einen archivierten Post auf dem creaffective-Blog mit den Themen Daten- und Wissensvernetzung gestoßen. Florian hatte mich nach einigen Dialogen aufgefordert, einen Artikel zu schreiben, da ich Mindmapping in meiner täglichen Praxis nutze und meine Erfahrungen für andere evtl. wertvoll sein könnten.
Ich habe aber auch den Artikel zum Anlass genommen, meine Erfahrungen zu dieser Vorgehensweise überhaupt erst einmal zu ordnen. Die hier beschriebenen Gedanken und Behauptungen erheben ausdrücklich keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, sondern nur den Anspruch auf Dialog.
Alle Überlegungen sind im Wesentlichen das Ergebnis meiner Reflektionen sowie dem Versuch, einen "roten Faden" durch dieses Thema zu ziehen. Am Ende der meisten Artikel habe ich dann nochmal wichtige Behauptungen und Erkenntnisse zusammengefasst.

Housten, wir haben ein Problem!
Mindmapping ist ja nicht schlecht, aber...
Durch permanentes Zergliedern von Themen erzwingt das Mindmapping-Verfahren eine strukturierte und analytische Vorgehensweise und im Laufe der Zeit habe ich die meisten Projekte nach dem Mindmapping-Verfahren verwaltet.
Meine Thesen sind jedoch, dass zum einen das Mindmapping-Verfahren die Entwicklung von wirklich neuen Ideen NICHT unterstützt, und zum anderen das Mindmapping-Verfahren zur Bearbeitung bzw. Darstellung von Projekten alleine NICHT ausreicht.
Um dies näher zu erläutern, will ich einen Vorgang, den ich "Aufgabenbewältigung" nenne, von dem Vorgang, den ich "Ideen- oder Lösungsfindung" nenne, abgrenzen.

Keine Idee, trotz Mindmapping!
"Aufgabenbewältigung" ist für mich der Vorgang, mit bekannten Hilfsmitteln ein Problem zu lösen. Ihnen ist ein Lösungsschema bekannt oder Sie wissen zuest, unter welchem Stichwort zu suchen ist. Beispielsweise möchten Sie von "hier" nach "dort" gelangen und untersuchen die Aufgabe nach dem Mindmapping-Verfahren oder mit der "Mittel-Ziel-Analyse": Fortbewegungsmöglichkeiten (laufen, fahren, schwimmen, fliegen) werden aufgelistet; Zeiten und Kosten verglichen, um danach die optimale oder gewünschte Art und Weise der Fortbewegung zu wählen. Hier wird das Problem durch bereits bekannte Denkkategorien gelöst.

Was ist aber mit Problemen, für die Ihnen jeglicher Ansatz fehlt. Also Probleme, die in den Rahmen der Ideen- und Lösungsfindung hineinfallen. Diese Art von Problemen erkennen Sie vielleicht, weil Ihnen und anderen (z.B. Wikipedia) dazu nichts mehr einfällt. Möglicherweise arbeiten Sie auch noch unter Zeitdruck und die Methode der Inkubation (am nächsten Morgen wache ich auf und habe vielleicht eine Lösung) ist zu unsicher. Was dann?

Das kognitive Psychodrama!
Verschiedene Ansätze zur Propblemlösung werden in der kognitiven Psychologie behandelt:
Priorisierung, Mittel-Ziel-Analyse, Methode der Unterschiedsreduktion, Analogiebildung usw. Alles Operatoren oder Algorithmen um neue Verknüpfung in einem bereits bestehenden Wissensnetzen zu erzeugen.

Ich behaupte, dass diese Vorgehensweisen ihrem Wesen nach bei wirklich neuen Ideen versagen. Ich behaupte ABER auch, dass bei Verwendung dieser Verfahren trotzdem die Möglichkeit, eine wirklich neue Idee zu haben, gegeben ist.

Dieser Effekt liegt aber nicht an dem Wesen und der Tüchtigkeit der oben aufgezählten Verfahren, sondern an der Bedeutsamkeit der Problemrepräsentation, die durch diese Verfahren ermöglicht wird.

Thesen: Ideen haben oder Aufgaben bewältigen?
  • es muss zwischen Aufgabenbewältigung und Ideen- und Lösungsfindung unterschieden werden!
  • Jedes verwendete Verfahren kann zweifach verwendet werden: Einerseits als Algorithmus zur Lösungsfindung und andererseits als Verfahren zur Problemrepräsentation im Sinne der Anschaulichkeit!


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