Visualisierung von Denkwerkzeugen mit Mind Mapping

Freitag, 28. Dezember 2007

Viele meiner Artikel drehen sich um Mind Mapping und Denkwerkzeuge. Mind Mapping ist das "Schweizer Taschenmesser" der Arbeitstechniken, man kann es für fast alles einsetzen, unter anderem auch für die Visualisierung von Denktechniken.
Besonders beim Einsatz von Denkwerkzeugen in Gruppen bringt die Visualisierung mit Mind Mapping den Vorteil, dass alle im Bilde sind und die bisher gefunden Ergebnisse einsehen können und sich auf diese beziehen können.

Drei Beispiele möchte ich vorstellen:


Dieses Map ist mit Mindjet MindManager erstellt worden und zeigt den derzeitigen Stand der Anwendung der TO-LO-PO-SO-GO Methode im Münchner Denkclub (Wer in Würzburg wohnt, kann sich glücklich schätzen, auch dort gibt es einen Denkclub). Wir haben uns ein sehr umfangreiches Thema vorgenommen, deshalb werden wir in der nächsten Sitzung wieder darauf zurück kommen. Das Map ermöglicht es allen Mitgliedern des Denkclubs schnell wieder in das Thema zurück zu finden.



Dieses Map ist ebenfalls mit Mindjet MindManager erstellt worden und visualisiert die Anwendung der Sechs Denkhüte in einer Gruppe von 12 Leuten zum Thema "Transrapid in Bayern". Kenner der Methode werden anmerken, dass nur fünf Hüte abgebildet sind. Da ich als Moderator den blauen Hut auf hatte, fehlt dieser hier.



Hier ein Mind Map erstellt mit iMindMap. Es handelt sich ebenfalls um die TO-LO-PO-SO-GO Methode.

Die Visualisierung kann man natürlich genauso mit Mind Maps in Form von Papier und Stift machen. In Gruppen bietet sich jedoch Software an, da man hier mit Beamer arbeiten kann, das Bild schön groß darstellen kann und jederzeit Veränderungen an Inhalt und Ansicht vornehmen kann.

iMindMap jetzt auch auf Deutsch

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Seit kurzem ist die Version 2.2.3 von Tony Buzan's Mind Mapping Software iMindMap online.
Für bestehende Kunden gibt es hier das kostenlose Upgrade.
Neben der Oberfläche in unterschiedlichen Sprachen sind viele der kleinen Fehler, die ich in meinem letzten Test noch bemängelt habe, inzwischen behoben.
Neu ist nun auch, dass man Bilder herunterladen kann und diese Offline durchsuchen kann.
In der ersten Jahreshälfte 2008 sind noch ein paar weitere größere und kleinere Veränderungen bei iMindMap zu erwarten. Wir sind gespannt!

MindMap Software mit Sicht Feature?

Samstag, 8. September 2007

Hallo Herr Rustler,

kennen Sie eine MindMapping Software mit Sicht Feature? In Datenbankssystemen gibt es einmal gewöhnliche Tabellen. Daneben aber auch sogenannte Sichten, welche eine Teilmenge einer Tabelle oder die Kombination mehrerer Tabellen sein kann. Dabei kann man genauso mit den Sichten, virtuellen Tabellen arbeiten, wie mit den eigentlichen. Die Daten bleiben synchron.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sicht_(Datenbank)

Kennen Sie eine MindMapping Software die diese Funktionalität enthält?

Der Vorteil von Sichten ist bspw. folgendes: Es existiert eine Todo MindMap mit sämtlichen Aufgaben zugeordnet nach Projekten. Nun kann man eine Sicht definieren, die nur alle Aufgaben beinhaltet die diese Woche erledigt werden soll. So hat man nur eine Datenbasis, jedoch zwei unterschiedliche Tabellen. Eine Änderung in der Einen wirkt sich auf die Andere. So bleiben beide synchron und Redundanz wird vermieden.

Die Sichten in DBMS werden mit SQL definiert. In XML basierten MindMaps könnte hierfür vielleicht XQuery dienen. Leider habe ich bislang keine Software mit diesem Feature entdecken können.

mfg...


Es gibt beim MindManager Funktionen, mit denen man einen ähnlichen Effekt erreichen kann, jedoch technisch nicht auf mehrere Maps zugreift, sondern sich nur innerhalb eines Maps bewegt. Dies sind die Filterfunktionen, mit der man Ihr angesprochenes Todo-Map umsetzen kann. Die Filterfunktionen wurden in MindManager 7 erheblich verbessert, so dass sich hier nun z.B. Abfragen speichern lassen. Dazu habe ich auch schon Posts verfasst (Planung mit MindManager Teil1 und Teil2), wo ich diese Funktionalität beschrieben habe.
Es gibt das kostenpflichte MindManager Plugin ResultsManager, das die Gettings Things Done Methode (siehe dazu meine Posts Teil1 und Teil 2) umsetzt, die anscheinend wirklich neue Maps aus bestehenden Maps erstellen und diese rücksynchronisieren. Ich denke das kommt Ihrem Sicht-System sehr nahe.

Ich hoffe, ich kann Ihnen damit weiterhelfen! Es lesen ja auch immer viele Spezialisten dieses Blog, vielleicht hat hier jemand noch weiteren Input.

Viele Grüße

Florian Rustler

Anwenderporträt Alexander Greisle

Donnerstag, 30. August 2007


Herr Greisle, stellen Sie sich bitte kurz vor und sagen Sie ein paar Sätze, was Sie beruflich machen (Aufgaben).

Hallo, mein Name ist Alexander Greisle. Ich helfe Unternehmen bei der Einführung neuer Arbeitskonzepte. Das reicht von modernen, innovations- und kommunikationsförderlichen Büros bis hin zur Unterstützung von verteilt arbeitenden Teams. Dabei interessieren mich vor allem die Methoden und die Menschen, aber natürlich auch die Werkzeuge. Ein Büro ist übrigens auch "nur" ein Werkzeug und keinesfalls schlicht "vorhanden".

Zweiter Schwerpunkt ist etwas, das ich als "Information Worker Performance" bezeichne. Also die Frage, wie wir uns persönlich und im Team mit den neuen Informations- und Kommunikationswerkzeugen, auch dem Web 2.0, voran bringen. Auch hier sehe ich die unterschiedlichen Menschentypen und Arbeitsweisen im Mittelpunkt. Für diese müssen die richtigen Methoden in die Werkzeuge des täglichen Tuns umgesetzt werden. Dabei unterstütze ich meine Kunden in Projekten und mit Seminaren und individuellen Coachings.

Und dann schreibe ich noch im work.innovation Blog, das Gedanken, Tipps und Interessantes zu all diesen Themen bietet.

Wie sind Sie mit Mind Mapping in Berührung gekommen und wie haben Sie es gelernt?

Wie ich damit in Berührung gekommen bin? Das weiß ich schon gar nicht mehr. War irgendwann während des ersten Studiums. Damals hatte ich mir ein Buch über Mindmapping gekauft, ich weiß gar nicht mehr welches, und es mir autodidaktisch beigebracht. Seit dem nutze ich Mindmapping, mal mehr, mal weniger intensiv und mit immer wieder wechselnden Einsatzschwerpunkten.

Wie erstellen Sie Mind Maps? Als traditionelle Mind Maps mit Papier und Stift und/oder als Business Maps mittels einer Visualisierungs-Software (z.B. Mindjet Mindmanager)?

Begonnen habe ich mit Papier und Stift, bin aber recht schnell auf den MindManager gekommen. Den nutze ich inzwischen seit der Version 2.0, also schon ein paar Jahre. Inzwischen nutze ich als zweites Tool noch iMindMap von Tony Buzan.
Es kommt durchaus auch mal vor, dass ich ein Mindmap per Hand zeichne. In letzter Zeit aber immer weniger, da ich meine Ablage inklusive der Notizen komplett digital habe. Da fallen Papier-Mindmaps halt etwas aus dem Rahmen und eingescannte Maps lassen sich über die Desktop-Search nur sehr eingeschränkt wieder finden.

Für welche Einsatzgebiete verwenden Sie Mind Mapping? Geben Sie bitte einige Beispiele.

Mit iMindMap kann man die Maps sehr schön am Computer gestalten. Diese entsprechen eher handgemachten Mindmaps als man das von den anderen Computerwerkzeugen so kennt. Diese Mindmaps nutze ich gerne in anderen Dokumenten und Präsentationen.

Für ausgearbeitete Konzepte, Ideensammlungen und in letzter Zeit auch verstärkt Angebote verwende ich den MindManager. Da gefällt mir die Handhabung – gut, ich bin sie auch seit Jahren gewöhnt – und die Schnelligkeit, mit der man die Dinge erledigt bekommt. Bei den genannten Anwendungen halte ich mich auch nicht strikt an die Mindmapping-Regeln, das ist eher Business-Mapping ohne den Anspruch auf methodische Reinheit.

Den Mindmanager verwende ich in letzter Zeit häufiger in Workshops. Für alle sichtbar an die Wand projiziert hat man eine wunderbare Visualisierung der wichtigsten Ergebnisse und kann diese direkt diskutieren und klären. Mit dem Effekt – und etwas Moderationsgeschick vorausgesetzt –, dass nach dem Meeting bereits ein abgestimmtes Protokoll steht, jeder weiß, was er zu tun hat und die Nacharbeiten auf ein Minimum reduziert werden. Egal ob als pdf oder als Mindmanager-Datei haben die Teilnehmer das Protokoll oft schon im Postfach, bevor sie überhaupt wieder am Platz sind.
In der einen oder anderen Workshop-Situation haben sich an der Pinwand händische Mindmaps ebenfalls sehr bewährt.

Wo sehen Sie die Vorteile beim Einsatz der Mind Mapping Methode?

Beim Mindmapping in der klaren Visualisierung der Themen und in der spielerischen Gestaltung. Neben der Visualisierung hilft mir der Gestaltungsprozess beim Erstellen einer Mindmap dabei, meine Gedanken zu sortieren. Was häufig zu einer inhaltlichen Weiterentwicklung der Mindmap führt.
Beim Business-Mapping in der Schnelligkeit der Ergebnisse, in der Übersichtlichkeit und den Navigationsmöglichkeiten und, last but not least, der sehr einfachen Möglichkeit, diese immer wieder und sehr einfach weiterentwickeln zu können.

Wo haben Sie Schwierigkeiten beim Mind Mapping?

Ist eine Mindmap, die nicht nur für den persönlichen Gebrauch ist, zu stichwortartig, dann lässt sie viel Raum für Interpretation. Gerade in interdisziplinären Teams sind Begriffe ja häufig mehrfach belegt bzw. werden mit einem anderen Mind-Set interpretiert. Selbst bei älteren Mindmaps für den persönlichen Gebrauch stelle ich schon ab und an mal fest, dass ich über den Kontext und die Bedeutung eines Astes nachgrüble.
In Bezug auf die Computerwerkzeuge wäre ich für einen funktionierenden Datenaustausch ohne zeitraubende manuelle Zwischenschritte sehr dankbar. Leider habe ich den Eindruck, dass die Big Player im Markt der Mindmapping-Software hier die gleiche proprietäre Strategie fahren, wie sie Microsoft lange Jahre verfolgt hat und erst langsam aufgibt.

Erstellen Sie Mind Maps nur für sich, oder teilen Sie diese auch mit Ihren Freunden/Kollegen? Wie reagieren diese darauf?

Wie aus den vorherigen Antworten sicher hervorgegangen ist: Sowohl als auch.
Ich erlebe eigentlich nur positive Reaktionen. Mindmapping kennt man inzwischen, auch wenn es bei weitem nicht jeder aktiv nutzt. Hier hilft es, kurze Gebrauchshilfen einzubauen, zum Beispiel einen gebogenen Pfeil, der die Leserichtung anzeigt.

Verwenden Sie noch weitere Denk- und Arbeitstechniken? Wenn ja, welche und wie setzen Sie diese ein?

Sehr viele. Das resultiert nicht zuletzt aus meiner Tätigkeit. Letztlich ist es ein bunter, auf meine Arbeitsweise zugeschnittener Mix an Methoden. Ein „Best-of“ sozusagen. Am liebsten sehr einfach, intuitiv und so, dass sich die Methoden an die Arbeitsweise anpassen – keinesfalls umgekehrt.

Ich verfolge da einen auf den ersten Blick einfachen Dreiklang:

Arbeitsprozesse und Arbeitsweise => Unterstützende Methoden => Tools und Werkzeuge.

Das wichtigste dabei sind die Pfeile, die im Alltag leider häufig kaum beachtet werden. Sie symbolisieren die Transformation zwischen den Schritten. Nur wenn diese Abstimmung gelingt, dann wird ein rundes Ganzes für das tägliche Tun daraus. Daran arbeite ich und deshalb wechseln die Methoden immer wieder. Nur einige bewährte, wie das Mindmapping, bleiben dauerhaft.

iMindMap - schneller Support

Freitag, 24. August 2007

Den Inhalt meines zweiten Tests von iMindMap habe ich auch an das iMindMap Supportteam übermittelt und die haben super schnell reagiert. Das Problem mit der Ausrichtung von Icons und Bildern war ein Bug, der sofort behoben wurde. Nach bereits zwei Tagen stand eine neue Programmversion von iMindMap zum Download bereit. Ich bin beeindruckt!

iMindMap – zweiter Test

Samstag, 18. August 2007

EDIT: Test zur Version 3 von iMindMap

Vor neun Monaten habe ich das damals neu auf den Markt gekommene Programm iMindMap zum ersten mal getestet, damals in der Version 1. Wie damals bereits berichtet, steckt hinter der Software der Erfinder des Mind Mappings Tony Buzan, der das Programm mit dem Argument vermarktet, mit iMindMap richtige und gerhirngerechte Mind Maps nach der von ihm erfunden Methode erstellen zu können. Nun liegt die Version 2 vor, die ich nun noch einmal unter die Lupe genommen habe.




 
Mit Tablet PC fast wie mit Papier und Stift
Diesmal hat sich an meinen Testbedingungen eine wichtige Änderung ergeben. Der letzte Test fand mit einem ganz normalen Laptop statt, diesmal arbeite ich mit einem Tablet PC, d.h. ich kann mit einem speziellen Stift direkt auf dem Bildschirm schreiben.
Das Gefühl auf einem Tablet PC mit iMindMap Mind Maps zu erstellen ist fantastisch! Durch den Freihandmodus der Software, kann man die Zweige wirklich völlig frei zeichnen, wie mit Papier und Stift. Dadurch ist iMindMap die erste Software, die wirkliche Mind Maps nach den Regeln von Tony Buzan am PC erstellen kann, da die Maps genau so erscheinen, wie ich diese zeichne und das haptische Erlebnis des selbst Zeichnens und Schreibens gegeben ist. (Mindjet Mindmanager arbeitet in der Tablet-Version nur mit Stiftgesten, Zweige werden nach wie vor in das MindManager Schema gepresst) Das Beschreiben der Zweige wird ermöglicht durch die Software ritepen, einer Handschriftenerkennung von Evernote, die extra zu erwerben ist. Auch das Zeichnen von kleinen Skizzen und Bildern erfolgt wie auf Papier, nur dass man mit iMindMap die alles nachträglich skalieren und verändern kann – absolut genial!

Wie gesagt: Genial mit dem Tablet, mit einem „normalen“ Laptop mit Maus und Tastatur ist das Erlebnis ein völlig anderes und auch der Mind Mapping Effekt ein anderer. Hier ist das Anlegen der Zweige eher mühsam und langsam, im Gegensatz zu anderer Software, wo man neue Zweige per Tastendruck anlegen kann.
Um diesem Problem Herr zu werden, hat das Programm nun den Speed Mapping Mode. Hier kann man Zweige ebenfalls per Tastendruck anlegen und diese schnell beschriften. Danach kann man diese dann ordnen und individualisieren, in dem man diese neu anordnet und ausrichtet. Leider ziemlich mühsam.

Gut gedacht – noch mangelhaft umgesetzt
Nochmal: Das Konzept hinter iMindMap und die Bedienung mittels Tablet PC ist großartig. Ich freue mich hier auf weitere Versionen. Mit iMindMap könnte die Unterscheidung zwischen Mind Mapping (mit Papier und Stift) und Business Mapping (am PC) fallen, da das Erstellen von Mind Maps mit fast den gleichen Freiheiten und (gehirnpsychologischen) Effekten wie mit Papier und Stift möglich wird.
Noch gibt es leider einige Fehler in der Umsetzung, die noch nicht zufriedenstellend gelöst sind und das vernünftige Arbeiten noch unmöglich machen.

Die beiden Hauptkritikpunkt sind aus meiner Sicht:

Icons und Bilder :
Diese lassen sich extrem umständlich einbinden und verhalten sich dann nicht intelligent. Icons und Bilder werden mitten in das geschriebene Wort eingefügt und müssen dann umständlich skaliert und repositioniert werden (Bild 2). Das macht die Bedienung sehr langsam und ineffektiv. Ein bestehender Bug der Software scheint zu sein, dass die Ausrichtung der Schlüsselworte (links, zentriert, rechts) nicht mit abgespeichert wird und diese nach dem Schließen des Maps wieder in den Default-Zustand gesetzt wird. Dadurch landen Bilder und Icons wieder mitten im Wort. Außerdem „haften“ die Bilder und Icons nicht richtig an den Zweigen, weshalb diese, wenn ein Zweig in seiner Position verändert wird, nicht richtig repositioniert werden.




Bearbeiten von Zweigen und Elementen:
iMindMap arbeitet mit Kontrollpunkten an Zweigen und Elementen wie Bildern und Icons. Hier funktioniert die Erkennung der Kontrollpunkte nur unzureichend. Wenn man z.B. eine Grafik markiert, um diese zu skalieren und sich in der Nähe der Grafik ein Kontrollpunkt für einen Zweig befindet, dann hat dieser bei iMindMap Vorrang. Ergebnis: Man kann die Grafik nicht skalieren, sondern verschiebt statt dessen den Zweig. Das Ganze artet dann in eine lästiges Gefummel aus.

An manchen meiner Kritikpunkte aus dem ersten Post hat sich auch in Version 2 noch nichts geändert. Der Präsentationsmodus ist so konzipiert, dass der Präsentator alles machen kann, außer sich auf seine Präsentation zu konzentrieren. Statt dessen ist man immer mit dem Nachjustieren des Maps beschäftigt.

Zweignotizen und Links werden nun inzwischen mit einem kleinen Symbol kenntlich gemacht, dafür verschwinden die – in dieser Version verfügbaren – Aufgabeninfos ins Nirwana sobald man diese angelegt hat.

Fazit
Das Konzept des Programms ist großartig, besonders in Verbindung mit einem Tablet PC. Hier können wie mit Papier und Stift richtige Mind Maps erstellt werden mit allen Vorteilen aus der händischen Erstellung und den Möglichkeiten des Computers!
Für 99% aller Nutzer, die über keinen Tablet PC verfügen ist der Nutzen und die Bedienung nur halb so gut.
Noch stecken leider immer noch zu viele Fehler (wirkliche Fehler) in der Bedienung des Programms, weshalb ich nach wie vor empfehlen würde, mit der Anschaffung zu warten. Es gibt Fortschritte im Vergleich zum letzten Test, noch ist das Programm aber nicht ausgereift.

Missverständnisse zu Mind Mapping

Sonntag, 12. August 2007

In einem Telefonat mit einem Unternehmen letzter Woche kam das Gespräch auf Mind Mapping. Wieder einmal zeigte sich, dass mein Ansprechpartner den Begriff Mind Mapping mit Mindjet Mindmanager gleichsetzte. Das ist sicherlich schön für Mindjet, weil das Unternehmen es geschafft hat, einen Begriff mit einem Produkt zu besetzen.
Auf der anderen Seite ist das für Mind Mapping und die vielfältigen Möglichkeiten dieser Technik äußerst bedauerlich, da dieses Gleichsetzen den Blick verengt und ein falsches Bild erzeugt.
Es bedarf dann immer wieder Aufklärungsarbeit, um meinem Gegenüber klar zu machen, was Mind Mapping eigentlich ist und wo das Potenzial dieser Technik steckt und warum es auch ohne Computereinsatz sinnvoll sein kann, diese Technik zu erlernen.

Vielleicht zu Anfang einige Kurzformeln:

  • Mind Mapping ist nicht mit Business Mapping (computergestütztes Mind Mapping) gleichzusetzen!
  • Mind Mapping ist definitiv nicht Mindjet Mindmanager!
Ich möchte die Definition von Mind Mapping, wie diese auch auf meiner Website zu finden ist, noch einmal wiederholen: "Mind Mapping® ist eine einfache und äußerst wirksame grafische Technik, um Gedanken, Wissen und Informationen zu visualisieren, zu organisieren und zu strukturieren. Mind Maps® funktionieren als externes Repräsentationssystem, um (gehirn-)interne Gedankenstrukturen darzustellen."

Mind Mapping ist eine Art und Weise Informationen zu strukturieren und zu organisieren, die nicht an einen Computer oder gar eine Software gebunden ist! Es ist eine Fertigkeit, die ich gerne mit Lesen, Schreiben oder sogar Zeichnen vergleiche. Wenn ich die Fertigkeit habe, dann kann ich mir das Mittel wählen, mit dem ich die Fertigkeit umsetze! Das Mittel variiert je nach meinem Ziel.
Dies können auch im 21. Jahrhundert Papier und Stift sein, oder ein Computer und dann eines der vielen vorhanden Programme dafür. D.h. der Computer und die Software sind ein mögliches Vehikel!
Wenn ich keinen Computer dafür einsetzen kann, heißt das nicht, dass man die Technik nicht einsetzen kann. Schreiben und Zeichnen kann ich sowohl mit als auch ohne Computer. Manchmal ist es sinnvoll ein E-Mail zu schreiben, manchmal möchte ich eine Nachricht auf einem Stück Papier verfassen.
Egal für welche Art der Umsetzung ich mich entscheide, zuerst muss ich einmal die Technik an sich beherrschen.

Software erweitert die Möglichkeiten des traditionellen Mind Mapping, da der Computer Operationen ermöglicht, die mit Papier und Stift unmöglich sind. Das ist in manchen Fällen äußerst sinnvoll und hilfreich. Ich selbst arbeite auch viel mit Business Mapping (computergestütztes Mind Mapping), setze jedoch das traditionelle papiergestützte Mind Mapping noch mindestens genauso häufig ein, obwohl ich beruflich die meiste Zeit vor der Kiste sitze.


 



 
Manchmal kann der Computer mit all seinen Funktionen dem guten alten Papier und ein paar farbigen Stiften einfach nicht das Wasser reichen.

Einige Beispiele, wofür ich Papier und Stift einsetze:

  • Telefon- und Besprechungsnotizen
  • Ideensammlung und Planung
  • Lernen und Merken
  • Exzerpte aus Büchern
Diese Bereiche lassen sich sinnvoll mit Computer verbinden, manchmal geht allerdings einfach nichts über ein Blatt Papier und ein paar Stifte.


Mind Mapping Software Test in der c't

Montag, 6. August 2007

Nachdem schon über zwei Jahre seit dem letzten Test vergangen sind, war es für die c't mal wieder Zeit für einen Mind Mapping Software Test (erschienen in der aktuellen Ausgabe vom 6.8.07). Ich nenne diese Programme ja immer noch Business Mapping Software, aber lassen wir das...
Getestet wurden:


  • ConceptDraw Mindmap Pro 5.0
  • Freemind 0.9.0
  • Knowledge Map 2007 Professional (siehe hierzu meinen Post vom 14.01.07)
  • MindGenius 2 business
  • MindManager Pro 7 (die Liste meiner Posts hierzu ist zu lang, um diese nun alle aufzuführen)
  • Creative MindMap 4 Pro
  • MindMapper 5.0 Pro
  • OpenMind 2.0 Business
  • Visual Mind 9


Die wichtigsten Programme hat der Artikel damit abgedeckt, schön wäre es gewesen iMindMap von Tony Buzan noch mit aufzunehmen (siehe hierzu meinen Post vom Dezember 2006). Hierzu werde ich bald wieder einen neuen Test veröffentlichen, denn hier hat sich in den letzten Monaten einiges getan. Die Preispanne der getesteten Programm reicht dabei von kostenlos (Freemind) bis zu MindManager Pro (356 Euro). Gar nicht mit von der Partie waren die zahlreichen Online Mind Mapping Tools, die in letzten Monaten entstehen, obwohl diese möglicherweise für einige der vorgestellten Programm eine Alternative darstellen könnten.
Wer einen groben Überblick über die wichtigsten Funktionen und Unterschiede der Programme erhalten möchte, für den ist der Artikel sicherlich interessant. Für alles andere heißt es nur: ausprobieren.

PersonalBrain – Work the way you think

Donnerstag, 12. Juli 2007

Im letzten Post habe ich dynamisches Business Mapping berichtet. Meines Wissens gibt es bis jetzt nur eine Software, – im Gegensatz zu statischem Business Mapping, wo es sehr viele Anbieter gibt – die die Erstellung dynamischer Business Maps ermöglicht: PersonalBrain.
Seit Kurzem ist die Version vier erhältlich nach über dreijähriger Entwicklungspause. Im Vergleich zum Vorgängerversion gibt es einige funktionelle Neuerungen, die ich in diesem Post vorstellen möchte. Ähnlich wie andere Anbieter von Business Mapping Software folgt der Hersteller dem Trend deutlich unterschiedliche Lizenzen mit anderem Funktionsumfang anzubieten: Free, Core und Pro. Die Unterscheidung geht immer stärker dahin zwischen den Standard und den Powerusern zu unterscheiden, die die Möglichkeiten der Software wirklich ausnutzen.

Der Plex
Kernbestandteil der Software ist das Map-Fenster oder auch Plex genannt (Bild 1). Hier ist das Map und der aktuell markierte Hauptzweig zu sehen. Dadurch das nie das gesamte Map auf einmal sichtbar ist wird am unteren Rand eine Liste der zuletzt aktivierten Zweige angezeigt. Am oberen Rand gibt es mit der Pinfunktion die Möglichkeit, häufig benutzte Zweige fest zu pinnen, um auf diese immer schnell Zugriff zu haben.


Die Navigation innerhalb des Maps verläuft teilweise anders als beim statischen Business Mapping, wo man sich anhand der räumlichen Struktur orientiert, da immer das gesamte Map sichtbar ist. Dadurch das bei PersonalBrain immer nur der aktive Zweig und die umliegenden Zweige sichtbar sind nutzt man zum navigieren sehr stark die Suchfunktion, um von einem Themenkomplex zum anderen zu springen.
Neu in Version 4 ist die Möglichkeit, den Ansichtsmodus zu wechseln und mehr als nur die aktuellen Zweig mit seinen Unterzweigen einzublenden. Es gibt nun die Möglichkeit einzelne Zweige bewusst ein und auszuklappen und sogar das Ganz Map anzusehen (Bild 2). Diese Funktion führt allerdings sehr schnell dazu, dass das die Darstellung sehr unübersichtlich wird, deshalb ist diese Funktion mit großer Vorsicht zu genießen.


Das Eigenschaftenfeld
Kräftig aufpoliert wurde das Eigenschaftenfeld, hier verstecken sich die meisten Neuerungen. Wie in der Vorgängerversion auch, kann jeder Zweig (ähnlich wie bei Mindjet MindManager) Textnotizen erhalten, nach denen in der Suche auch gesucht werde kann.
Neu ist, dass jeder Zweig nicht nur einen Link oder Anhang erhalten kann, sondern beliebig viele. Es ist theoretisch möglich, das gesamte Dateisystem in das Brain (so heißen die Dateien, die PersonalBrain abspeichert) zu verlagern und Informationen ausschließlich so zu verwalten.
Neu ist auch die Funktion, Zweigen einen Zweigtyp zuzuordnen. So ist es z.B. möglich, alle Personen einem Zweigtyp zuzuteilen, der diese grafisch besonders hervorhebt. Generell ist auf das Visuelle in der Version diesmal wesentlich mehr Wert gelegt worden, abgesehen von der an sich schon visuellen Darstellung der Informationen als Map. Zweige können nun mit verschiedenen Farben und Icons versehen werden, die sich automatisch vergrößern, sobald mit der Maus darüber fährt.
Neu ist ebenfalls, das Zweige nun verschlagwortet werden können (tagging). Mit der Suchfunktion können dann Zweige mit einem bestimmten Tag, das nicht im Namen an sich enthalten ist, gesucht werden.

Die Reportfunktion gibt Aufschluss darüber, welche Art von Zweig wie oft angeklickt bzw. genutzt wurde. Diese Funktion ist spannend, wenn man sehr große Maps für das Wissensmanagement einsetzt.
Die Kalenderfunktion ermöglicht es nun, in einem globalen Kalender Termine zu einzelnen Zweigen zu definieren. Alle Termine egal zu welchen Zweigen diese gehören, werden dann im Kalender angezeigt.
Die Pro Version von PersonalBrain besitzt die Möglichkeit, Termine mit Outlook zu synchronisieren. Nur dann macht der Kalender meiner Meinung nach überhaupt Sinn, zumindest für den der Outlook als Kalender nutzt, da man ansonsten wieder mehrere Kalender pflegen müsste.

Fazit
Die neue Version mit den erweiterten Funktionen hat wieder richtig Lust gemacht, mehr mit der Software zu arbeiten, da es wirklich sinnvolle Einsatzgebiete dafür gibt, die über andere Business Mapping Programme hinaus gehen. Wer „Mind Maps“ elektronisch erstellen möchten, sollte sich ein anderes Programm suchen, dass statische „Business Maps“ erstellt. Wer sehr große Maps bearbeiten möchte, aber nicht von diesen erschlagen werden möchte, der findet in PersonalBrain vielleicht ein hilfreiches Instrument. Wirklich sinnvoll ist es aus meiner Sicht vor allem für komplexes Wissensmanagement. Hier können sämtliche Informationen unabhängig von ihren wirklichen Position auf der Festplatte in einem Wissensnetz konzentriert und organisiert werden und das sehr einfach uns schnell.

Weitere Artikel zu PersonalBrain, die kürzlich auf anderen Blogs erschienen sind:

Dynamisches Business Mapping

Dienstag, 3. Juli 2007

Wolfgang hat in einem Kommentar zu meinem Artikel "Wissensmanagement mit MindManager" eine interessante Diskussion zum Themas Wissensmanagement und PersonalBrain angestoßen.
PersonalBrain ist eine Software, die dynamische Business Mapping ermöglicht und seit kurzem in der Version 4 vorliegt.

Dynamisches Business Mapping vs. statisches Business Mapping
Nun ist schon wieder so ein sperriger Begriff gefallen: Dynamisches Business Mapping. Was heißt das? Am besten verdeutlicht wird das wahrscheinlich durch einen bildlichen Vergleich.
Beim statischen Business Mapping, z.B. durch Software wie Mindjet MindManager ist die Grundstruktur des Maps unveränderlich (Bild 1). Statisches Business Mapping orientiert sich an der Methode des Mind Mapping nach Tony Buzan. Ausgangspunkt des Maps bildet ein zentrales Bild oder Thema, um das sich weitere Information in Form von Haupt- und Unterzweigen angliedert. Software wie MindManager erlaubt es zwar einzelne Zweige ein- oder auszuklappen und das Map somit zu manipulieren, die Grundstruktur bleibt allerdings immer gleich und damit statisch.


Die Software PersonalBrain arbeitet nach dem dynamischen Prinzip. Wie beim statischen Business Mapping gibt es einen zentralen Ausgangspunkt. Weitere Informationen gliedern sich in Form von Unterzweigen an (Bild 2).

Das Besondere daran ist, dass immer der aktuell markierte Zweig in den Mittelpunkt rückt und somit zum Zentralbild wird, d.h. der Betrachtungspunkt wird dynamisch verändert (Bild 3). Außerdem wird immer nur ein kleiner Ausschnitt eines Maps dargestellt, nie das gesamte Map.


Die Auwirkungen
Diese dynamische Art des Business Mapping hat eine Reihe von Konsequenzen, die diese Art des Business Mapping für bestimmte Anwendung besonders auszeichnen.
Dadurch, dass immer der aktuell markierte Zweig in den Mittelpunkt rückt, ist nie das ganze Map sichtbar, sondern immer nur ein Aussschnitt: Der aktuelle Mittelpunkt und die angrenzenden Hierarchieebenen. Dadurch sind wesentlich größere Maps möglich, ohne unübersichtlich zu werden. Beim statischen Business Mapping stößt man irgendwann an Grenzen der visuellen Darstellung, da zu viele Zweige und Hierarchieebenen das Map unübersichtlich machen und die eigentlich angestrebte Klarheit dann irgendwann verloren geht. In diesem Fall muss man mit verknüpften Untermaps arbeiten.

Die dynamische Darstellung erlaubt bessere Querverbindungen und Sprünge zwischen Zweigen (Bild 4). Von jedem Zweig können nicht nur Unterzweige gebildet werden, sondern ähnlich wie beim statischen Business Mapping Querverbindungen zu anderen Zweigen gesetzt werden. Dies geschieht hier nun allerdings nicht mittels Pfeilen oder Sprüngen zwischen verlinkten Business Maps wie beim MindManager, sondern mittels Sprüngen innerhalb eines Maps.


Unterschiedliche Einsatzgebiete
Wie in der Diskussion mit Wolfgang im oben erwähnten Post bereits angedeutet eignen sich statisches und dynamisches Business Mapping für unterschiedliche Anwendungsgebiete.
Wenn es um das Visualisieren von Wissen und Informationen geht (z.B. eine Mitschrift aus einem Vortrag), dann eignet sich statisches Business Mapping besser. Für das Gehirn ist eine wiedererkennbare bildhafte Struktur wichtig, wie sie beim statischen Business Mapping gegeben ist. Außerdem ermöglicht die statische Business Mapping sowie auch das Mind Mapping immer den Blick auf das große Ganze, das gesamte Thema, wohingegen beim dynamischen Business Mapping, immer nur ein bestimmter Ausschnitt angezeigt wird.

Dynamisches Business Mapping eignet sich meiner Meinung besonders gut für die Verknüpfung von großen Wissensmengen, da man hier sehr große Themengebiete in einem Map gut navigierbar und übersichtlich ablegen kann. Die gute Suchfunktion von PersonalBrain ermöglicht einen schnelleren Zugriff auf Daten als MindManager, da das Map nie verlassen werden muss und man sich entweder anhand der Zweigstruktur oder anhand von Suchworten durch das Map bewegt.

Wie auch MindManager ermöglicht PersonalBrain die Verknüpfung von Zweigen mit Dateien, Webadressen etc. Das Besondere am Wissensmanagement mit Business Mapping allgemein, egal ob statisch oder dynamisch ist, – und hier möchte ich Wolfgangs Gedanken aufgreifen – dass man digitale Information nun inhaltlich gliedert und nicht anhand einer Ordnerstruktur auf einem Datenträger. D.h. ich gliedere ein Thema nach inhaltlichen Kriterien und verknüpfe dann bestimmte Dateien und Websites damit, egal wo sich diese befinden und in welchem Format diese abgelegt sind. Je nach Thema können bestimmte Dateien auch mehrmals von einem Map aus verlinkt werden. Business Mapping kümmert sich also mehr um die Wissenszusammenhänge als um Speicherorte für Dateien. Wo genau Dateien nun abgelegt werden, wird hier nun zweitrangig. Dies kann zu einer völlig neuen Art des Umgangs mit digitalen Informationen führen. So wäre es z.B. denkbar, dass sämtliche Dateien in ein einziges Verzeichnis gelegt werden und von einem Business Map darauf verlinkt wird bzw. mittels Desktop-Suchmaschinen nach bestimmten Information gesucht wird.

Im nächsten Post möchte ich auf weniger auf die Methode des dynamischen Business Mappings eingehen, sonder die Software PersonalBrain vorstellen.