Ergebnisse der Mind Mapping Software Umfrage von Chuck Frey

Dienstag, 13. März 2007

Die Ergebnisse der zweiten Mind Mapping Software Umfrage von Chuck Frey sind veröffentlicht. Der detaillierte Ergebnisbericht kann hier angefordert werden. In seinem Blog hat er bereits einige wichtige Ergebnisse genannt. Auch ich möchte ein paar Punkte herausgreifen:


  • Der Preis der Software ist – zumindest in den USA – kein entscheidendes Kriterium
  • Der Nutzen der Software liegt für den Großteil der Befragten in klarerem Denken, das man mit Hilfe der Software erreichen kann.
  • Lediglich 14% sagen, dass die Software keinerlei Zeitersparnis bringt, die restlichen 86% sehen die Ersparnis im Spektrum von 1 – über 7 Stunden pro Woche.
  • 62% der Softwarenutzer erstellen auch handschriftliche Mind Maps, wobei darunter nicht unbedingt Mind Maps nach den Regeln (siehe hierzu meine Posts 1, 2, 3) von Tony Buzan verstanden werden müssen. Für viele ist es besonders in Besprechungen einfach praktischer mit Papier und Stift zu arbeiten. Dazu passt, dass Software (Business) Mapping und Mind Mapping nicht als entweder - oder zu sehen sind, sondern sich in den Einsatzgebieten unterscheiden und ergänzen.
  • Viele Nutzer lernen zuerst das traditionelle Mind Mapping von Hand und erweitern ihre Anwendungen dann auf dem PC. Ein Vorgehen, dass meiner Meinung nach sehr viel Sinn macht, denn mit dem Wissen um Mind Mapping nach Buzan lässt sich die Software wesentlich effektiver nutzen.
  • Die meisten Nutzer exportieren ihre Maps nach dem erstellen in ein anderes Format und die Map oder den Inhalt mit Kollegen zu teilen, viele sind aber nach wie vor unzufrieden mit den Exportfunktionen der Programme.


Die Ergebnisse der Umfragen zeigen auch, dass es für den Großteil der Businessnutzer keine Rolle spielt, ob die Software sich an die Mind Mapping Regeln nach Tony Buzan hält, ja sogar das viele Nutzer davon überhaupt keine Ahnung haben. Das wird es für Buzan und seine iMindMap Software schwierig machen, im geschäftlichen Umfeld Fuß zu fassen, besonders, wenn der Sinn und Nutzen des richtigen Mind Mapping nicht bekannt ist. Außerdem fehlen iMindMap noch eine Menge Funktionen, die einen Umstieg attraktiv machen.

Noch gar nicht angesprochen wurde der im Moment sehr in Bewegung geratene Markt der Online Mind Mapping Tools. Hier gab es in den letzten Monaten einige spannende und vielversprechende Lösungen (z.b. Mindmeister, Mindomo), die sicher noch viel Potenzial für die Zukunft haben.

Die Mind Mapping Regeln – Teil 3 (Ende)

Dienstag, 6. Februar 2007

Im dritten und letzten Teil möchte ich mir einen Aspekt genauer ansehen, den man unter dem Stichwort Grafik zusammenfassen könnte.

Wie man bereits an den auf diesem Blog gezeigten Mind Maps sieht, enthalten diese zahlreiche Elemente wie:


  • Farben
  • Symbole
  • Bilder
  • Verbindungspfeile
  • Rahmen


All diese Elemente muss man nicht verwenden, kann man aber - und sie machen einen guten Teil der Wirkung von Mind Maps aus! Diese grafischen Bestandteile bieten für das Gehirn zusätzliche Zugänge und Möglichkeiten, Informationen abzuspeichern und ermöglichen es, Informationen auf einem Mind Map in hoch verdichteter Form abzulegen.



Durch den Einsatz dieser Elemente kann man Informationen kodieren, die man – würde man ausschließlich Text verwenden – in vielen Wörtern umschreiben müsste. (So wie ich es bei diesem Post gerade mache)
Anstelle zu schreiben: Ich habe mehr Zeit [durch gutes Zeitmanagement] kann man beim Mind Mapping einfach nur Zeit schreiben und einen Pfeil nach oben dazu zeichnen, was bedeutet, dass die Zeit mehr wird.

Farben
Farben kann man dazu einsetzen, unterschiedliche Themen von einander abzugrenzen, oder einfach nur ein Unterscheidungsmerkmal zu bieten. Man kann aber auch eine konkrete Bedeutung mit einer Farbe verknüpfen. So könnte ich bei einem Mind Map, in dem ich Vor- und Nachteile gegenüberstelle, die Vorteile in grün und die Nachteile in schwarz darstellen.

Symbole
Symbole sind wie Icons am Computer kleine Zeichnungen, die immer wieder kehren und immer die gleiche Bedeutung haben. Man kann sie verwenden, um zusätzliche Informationen auszudrücken. Vorteil der Symbole ist, dass diese sofort ins Auge springen und der Inhalt eines Mind Maps so schneller verarbeitet werden kann. Außerdem stellen Symbole einen zusätzlichen Kanal für unser Gehirn dar, Informationen abzuspeichern. Es empfiehlt sich, sich ein persönliches Set an Symbolen zu schaffen (siehe Bild 2). Wichtig ist lediglich, dass Sie selbst – als Erschaffer der Symbole – mit diesen arbeiten können.



Bilder
Bilder sind im Gegensatz zu Symbolen einzigartige Zeichnungen, mit deren Hilfe man ganz einfache Dinge ausdrücken kann, aber auch hoch komplexe Zusammenhänge. Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte! Man kann sehr sehr viele Informationen in ein Bild packen, dadurch wird es möglich, Inhalte sehr komprimiert auf einem Mind Map abzuspeichern. Bilder haben den weiteren Vorteil, dass sie sehr einprägsam sind und man diese sehr gut behalten kann. Betrachtet man ein Mind Map nach längerer Zeit wieder, werden einem als erstes die Bilder ins Auge springen und Assoziationen auslösen. Auch das Mind Map als Ganzes stellt eine Art Bild dar, zumindest dann, wenn man das Mind Map gezeichnet hat (siehe dazu den Unterschied zum Business Mapping), das sich gut einprägen lässt. Ehemalige Seminarteilnehmer, die Mind Maps zum Lernen eingesetzt haben, berichten immer wieder, dass sie in der Prüfung das Map wie ein Bild vor dem inneren Auge vor sich hatten. Eine weitere Erfahrung aus den Seminaren ist die, dass viele Leute glauben, sie könnten nicht zeichnen oder bräuchten keine Bilder. Die Bilder müssen nicht kompliziert sein und auch nicht im Museum hängen, auch mit ganz einfachen Skizzen kann man viel ausdrücken. Die Kraft, die Bilder haben merkt man vor allem dann, wenn man nach einiger Zeit wieder mit einem Mind Map arbeitet.

Verbindungspfeile
Pfeile kann man verwenden, um Zusammenhänge und Verbindungen deutlich zu machen. Ich empfehle, damit etwas sparsamer umzugehen, da ein Mind Map sonst schnell mit zu vielen Pfeilen überfrachtet werden kann. Wenn Verbindungspfeile gezeichnet werden, dann sollten diese niemals durch bestehende Zweige hindurch gezeichnet werden, sondern immer außen herum (siehe Bild 1)

Rahmen
Rahmen kann man verwenden, um einzelne Zweige (mit Unterzweigen) innerhalb des Maps noch einmal besonders hervorzuheben. Beim Betrachten des Maps stechen die Zweige, die eingerahmt wurden wieder besonders ins Auge.


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Die Mind Mapping Regeln – Teil 1

Freitag, 19. Januar 2007

Immer mehr Menschen im deutschen Sprachraum kennen den Begriff Mind Mapping, immer mehr können damit auch konkret etwas verbinden. Im englischen Sprachraum hat er sogar schon die Aufnahme ins Wörterbuch erfahren.
In den letzen Jahren tummelt sich leider viel unter dem Begriff Mind Mapping, das nichts oder wenig mit dem von Tony Buzan entwickelten Mind Mapping zu tun hat. Mind Mapping ist eine Technik, eine Methode, die erst einmal nichts mit einer bestimmten Software zu tun hat, sondern ganz traditionell mit Papier uns Stift funktioniert. (Mehr dazu in meinem Post vom 12.12.06) Auch die meisten der sogenannten "Mind Mapping“"Software produziert keine Mind Maps. Die Firma Mindjet, Anbieter der MindManager Software bezeichnet ihre Software deshalb auch als Business Mapping oder einfach nur Mapping Software.

Tony Buzan selbst bringt gerade seine iMindMap Software auf den Markt. Die damit erstellbaren Maps kommen von allen Programmen am nächsten an Mind Maps heran, alles andere würde ja auch verwundern. Trotzdem ist die Verwirrung nach wie vor groß und von vielen angeblicher Mind Mapping Trainer natürlich auch gewollt...

Ausgebildete und zertifizierte Mind Mapping Trainer (von Buzan selbst, oder im deutschsprachigen Raum von Maria Beyer) versuchen zwar Aufklärungsarbeit zu leisten, aber es ist nicht immer einfach.

Ich möchte in diesem Post auf das Erstellen von Mind Maps, nicht von computergenerierten Business Maps eingehen.
Mind Mapping, wie es von Tony Buzan entwickelt wurde, basiert auf eine Reihe weniger, aber wichtiger Regeln. Diese Regeln lassen sich aus der Lern- und Hirnforschung begründen. Um mit Mind Mapping effektiv arbeiten zu können – und Mind Mapping ist hoch effektiv, wenn man weiß, wie es gemacht wird – sollte man diese Regeln kennen.

Ich werde diese in drei Teilen (also drei Posts) erklären.
Im ersten Teil gehe ich auf die grundlegende Anordnung der Zweige ein.
Im zweiten Teil betrachte ich die Schlüsselwortregel und im dritten Teil gehe ich auf grafische Elemente ein.

Zentralbild
Im Gegensatz zur "normalen" Art Aufzeichnungen zu machen, beginnt ein Mind Map immer in der Mitte des Blattes. Am besten nimmt mein unliniertes DIN A3 oder A4 Blatt.
In die Mitte des Blattes kommt das Thema, oder das Zentralbild.


Man kann das Thema entweder einfach in die Mitte schreiben (Bild 1), oder versuchen, es wirklich als Bild zu zeichnen (Bild 2). Sie werden feststellen, dass man wesentlich mehr überlegen muss, wenn man ein Bild zeichnet, als wenn man das Thema einfach in die Mitte schreibt.


Hauptäste
Die Hauptäste schließen direkt an das Zentralbild an (Bild 3). Die darauf geschriebenen Worte werden ebenfalls nah an das Zentralbild geschrieben, um die Nähe deutlich zu machen. Wo genau man mit den Hauptästen beginnt ist nicht festgelegt, es bietet sich jedoch an, von rechts oben zu beginnen und im Uhrzeigersinn um das Zentralbild herum zu schreiben. Auch für die Anzahl der Hauptäste gibt es keine Vorgaben, das hängt völlig vom Thema und den ausgelösten Assoziationen ab.


Zweige
Die Zweige schließen an den Hauptästen an und können mehrere Ebenen in die Tiefe gehen, d.h. Zweige können wieder Unterzweige nach sich ziehen und so weiter. Wichtig beim Zeichnen der Zweige und Unterzweige ist, dass diese am hinteren Ende der Zweige oder an der Unterseite beginnen (Bild 4). Außerdem sind die Zweige immer miteinander verbunden! Es gibt keine Zwischenräume oder "frei schwebende" Äste. Man kann vom Zentralbild die Zweige wie einen Weg bis in die unterste Verzweigung nachvollziehen, dabei ist die Hierarchie (Zentralbild, Hauptzweige, Unterzweige ...) immer ganz klar erkennbar. Trotz der auf den ersten Blick wirren Darstellung mancher Mind Maps, sind diese, wenn sich nach den Regeln erstellt wurden, von der Anordnung der Informationen sehr klar.


Zweige werden niemals vor einem Schlüsselwort oder über dem Schlüsselwort angefügt. Dadurch würde die Klarheit der Informationshierarchie und die Verbundenheit der Zweige zerstört werden.

Zweige sollten sich immer von innen nach außen entwicklen, d.h. vom Zentralbild immer weiter an den Blattrand. Die Zweige sollten dabei nicht wieder zum Zentralbild zurückgeschwungen werden. Dadurch nimmt man sich die Möglichkeit, später weitere Zweige hinzuzufügen.



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