Mind Mapping – Mind Maps richtig erstellen

Montag, 8. März 2010

Letzten Freitag hatte ich wieder einmal ein offenes Mind Mapping Seminar. Immer öfter sitzen in diesen Seminare Teilnehmer, die bereits vor dem Seminar auch schon Erfahrung mit Mind Mapping Software gesammelt haben und teilweise damit mit arbeiten.

Am Ende des Seminars mache ich immer ein kurzes Feedback in dem ich unter anderem folgende Frage stelle: "Was ist das Wichtigste, das Sie heute gelernt haben?"
Interessant ist für mich dabei auch die Rückmeldung, dass das Wissen um die Mind Mapping Regeln, also wie man Mind Maps richtig erstellt, dazu gehört. Mit dem Wissen, wie man Mind Maps erstellt, zum Beispiel, dass Mind Maps lediglich mit Schlüsselbegriffen arbeiten und keine Sätze auf die Zweige geschrieben werden, werden Mind Maps erst richtig effektiv.

Mind Maps zeichnen - Schritt für Schritt


Wie Mind Maps richtig erstellt werden, habe ich auch in einem Video erklärt, das ich hier noch einmal zur Verfügung stellen möchte.


Mind Mapping - Mind Maps richtig erstellen @ Yahoo! Video


Diese Regeln bilden die Grundlage für sämtliche Anwendungsgebiete von Mind Mapping. Ich bin hier nicht dogmatisch, glaube aber, dass Mind Maps vor allem dann nützlich sind, wenn man die Regeln bei der Erstellung beachtet.
Wer es gerne schriftlich möchte, den verweise ich auf meine drei Artikel zum Erstellen von Mind Maps (Teil 1, Teil 2, Teil 3)

Mit Mind Mapping Software effektiver arbeiten


Mir fällt auch auf, dass Menschen Mind Mapping mit Mind Mapping Software gleich setzen und die beiden als Synonyme betrachten.
Mind Mapping ist eine Technik zur Visualisierung von Informationen. Zentral ist das Verständnis und die Erfahrung im Umgang mit der Technik des Mind Mapping selbst. Software ist eine Möglichkeit Mind Maps zu erstellen, genau so kann man dies auch mit Papier und Stift erstellen. Ich arbeite nach wie vor mit beiden Varianten, genau so wie beim Schreiben. Auch ohne ein Textverarbeitungsprogramm lässt sich schreiben.
Die obigen Schritte zu Erstellung von Mind Maps gelten genauso auch für den Umgang mit Mind Mapping Software. Die Beachtung der Regeln machen aus meiner Sicht die Arbeit mit Software wesentlich effektiver.
Ebenfalls interessant ist die Beobachtung, dass mir viele Teilnehmer, die erst ausschließlich an den Einsatz von Software gedacht haben am Ende des Seminars berichten, dass Sie beide Varianten einsetzen werden und dass Software eben nicht immer der beste Weg der Umsetzung ist.

Mind Map Wortanalyse

Sonntag, 29. November 2009

Anfang des Jahres sind Stefan Scheurer vom Wissens- und Datenmanagement Blog und ich in einen Artikel-Dialog getreten, wie man Mind Maps mit weiteren Informationsdimensionen anreichern könnte.
Im meinem Artikel Mind Mapping Software mit Tagcloud-Funktion habe ich mir Gedanken gemacht, wie von digitalen Mind Maps sogenannten quantitative Wortwolken erstellt werden könnten. Wortwolken sind bekannt als Tag-Clouds, z.B. bei Bookmarking-Diensten.

Damals habe ich einige Vorteile darin gesehen, wenn Mind Mapping Software wie z.B. Mindjet MindManager in der Lage wäre, solche Wortwolken zu erstellen:

"Diese parallele, aber visuell anders strukturierte, Darstellung eines Mind Maps Inhaltes bietet folgende Mehrwerte:

  • es wäre eine andere Sicht auf die Inhalte eines Mind Maps möglich.
  • Inhalte werden neben der hierarchisch strukturierten Darstellung des Mind Maps unabhängig von ihrer Verortung innerhalb des Maps quantitativ dargestellt.
  • auf diese Weise kann ein Informationsgewinn entstehen, da noch eine weitere „Dimension“ zum Inhalt des Mind Maps hinzukommt."

Nun habe ich eine Möglichkeit gefunden, wie man diese Wortwolken zumindest halb-automatisch erstellen kann.
Die Website Wordle.net bietet die Möglichkeit von beliebigen Texte oder Blogartikel quantitative Wortwolken zu erstellen. Quantitativ heißt, dass einfach die Häufigkeit der Worte abgebildet wird, ganz wie bei den Tagclouds.
In Wordle kann man nun Mind Mapping Inhalte einspeisen und sich eine Wortwolke erstellen lassen.

Bild 1 zeigt ein Mind Map zu einem wissenschaftlichen Text, den ich gelesen habe.
(1 - Brunet, A. P. and New, S. (2003) 'Kaizen in Japan: an empirical study', International Journal of Operations & Production Management, Vol. 23, no. 12, pp. 1426-1446.)



Bild 2 zeigt das Original Mind Map dazu



Über die Wortwolke ist nun eine zusätzliche Sicht auf das Mind Map möglich. Die Zusatzfunktionen, die ich mir in meinem Artikel vom Januar gewünscht habe, sind so natürlich nicht möglich.

Interessant wird es nun, wenn ich den Originaltext, der mir als PDF-Datei vorliegt durch Wordle jage.
Das Ergebnis zeigt Bild 3.



Damit sind nun Vergleiche möglich, z.B. ob der Leser eines Textes und Autor eines Mind Maps ähnliche inhaltliche Schwerpunkte gesetzt hat, wie der Autor des Textes, oder ob der Leser nur bestimmte Elemente als wichtig erachtet hat etc. Dies könnte sowohl für den Leser als auch für den Autor von Texten interessant sein.

Was nun über die Wortwolke nicht deutlich wird ist die Tatsache, dass ich den 21 seitigen Originaltext auf ein Mind Map komprimiert habe und die Anzahl der Wörter als auch die Komplexität des Texte wesentlich reduziert habe.

Bessere Mitschriften mit Mind Mapping - Sachtexte aus unterschiedlichen Perspektiven lesen

Montag, 4. Mai 2009

Vor einiger Zeit habe ich das Vorgehen Rein und Raus Schreiben vorgestellt. Rein und Raus Schreiben ist eine Vorgehensweise, mit der man beim Anfertigen von Mitschriften seine eigenen Gedanken, die einem während des Lesens oder Zuhörens kommen, im Rahmen der Mitschrift festhalten kann. Wenn wir einen Text lesen und uns Notizen dazu machen, kommen uns oft Ideen oder wir werden an etwas erinnert. Diese Gedanken können mit dem Vorgehen gut fest gehalten werden, um so noch mehr aus der Lektüre eines Textes zu ziehen.

Manchmal kann es sinnvoll sein, diese Vorgehensweise noch zu erweitern und die Gedanken mehrerer Rollen festzuhalten. Die meisten von uns befinden sich ja in mehreren Rollen gleichzeitig, die wir so für das Lesen von Sachtexten nutzen können.
Angenommen ich lese einen Text über den Einfluss der Raumeinrichtung auf die Kreativität der Menschen im Raum, dann könnte ich diesen Text aus mehreren für mich sinnvollen Blickwinkeln betrachten und mir entsprechend Notizen machen. Ich könnte mehrere Perspektiven parallel einnehmen und den Text unter diesen Brillen lesen.
Denkbare Rollen in meinem Beispiel könnten sein. Wissenschaftler, Trainer und Unternehmensgründer (Bild 1). Jede Rolle stellt einen Aufmerksamkeitsfokus dar mit dem ich den Text betrachte. Die Notizen, die sich jede Rolle macht, können durchaus sehr unterschiedlich sein.



Ich mache meine Notizen grundsätzlich in Form von Mind Maps und habe auch die Technik Rein & Raus-Schreiben mit Mind Maps vorgestellt. Auch das Einnehmen mehrerer Rollen gleichzeitig lässt sich wunderbar mit Mind Maps abbilden.
So könnten eingehende Notizen in schwarz fest gehalten werden und für jede Rolle eine spezifische Farbe definiert werden (ähnlich wie in der obigen Tabelle), die für die weiterführenden Gedanken dieser Rolle stehen (Bild 2).

Mitschriften mit Mind Mapping

Die Anzahl der Rollen die man gleichzeitig einnehmen kann und damit die Anzahl der Brillen mit der man einen Text gleichzeitig lesen kann, ist sicherlich begrenzt. Ich persönlich arbeite mit 2 – 3 Perspektiven, die für den jeweiligen Text Sinn machen.
Diese Vorgehensweise ist natürlich wunderbar kombinierbar mit anderen Techniken zum effektiveren Lesen. Diese habe ich z.B. in meiner zweiteiligen Serie die Pyramide des Bücherlesens vorgestellt.

Version 4 von Buzan's iMindMap

Donnerstag, 9. April 2009

Die Stillschweigevereinbarung ist aufgehoben, nun darf geschrieben werden. Die vierte Version von Buzan's iMindMap steht kurz vor der Veröffentlichung und wartet mit interessanten kleinen und großen Änderungen.

Die wichtigsten Neuerungen: Präsentationsmodus und Audionotizen

Was man von anderen Mind Mapping Programmen kennt, kommt nun auch bei iMindMap: Ein Präsentationsmodus. In der Version 3 hat sich iMindMap noch mit der Hilfskonstruktion einer Powerpoint- oder OpenOffice-Präsentation beholfen. Jetzt ist ein zumindest optisch sehr ansprechender Präsentationsmodus im Programm enthalten, der meiner Meinung nach aber noch nicht wirklich praxistauglich ist, da er dem Benutzer zu wenige Möglichkeiten der Steuerung lässt. Mehr dazu weiter unten.

Eine weitere Neuerung, die es meines Wissens nach bei anderem Programmen nicht gibt und die wirklichen Zusatznutzen bietet, sind die Audionotizen. Zu jedem Zweig lassen sich nun auf Wunsch Notizen aufsprechen, die dann in die .imm-Datei gespeichert werden. Das funktioniert über einen einfach zu bedienenden eingebauten Audioeditor.
Ich habe die Audionotiz-Funktion vor einigen Monaten mal hier auf dem Blog als Idee vorgeschlagen und auch an die Entwickler von iMindMap geschickt. Ob mein Vorschlag aufgenommen wurde, oder ob es sowieso schon geplant war, weiß ich nicht. Schön ist, dass die Funktion jetzt verfügbar ist.

Die dritte auffällige Funktion, die in der Version 4 verfügbar ist, sind sogenannte Zweig-Boxen (siehe Bild 1). Diese sind dafür gedacht, mehr Text auf einen Zweig zu schreiben und diese optisch von anderen Zweigen abzuheben.



Ansonsten zeichnet sich die neue Version von iMindMap vor allem durch viele kleine Detailverbesserungen aus, die die Nutzung vereinfachen bzw. verbessern, wie z.B. eine Formatierungsbox für individuelle Zweige.

Wie auch bereits beim meinem Post zur Version 3 von iMindMap getan, möchte ich auch für die Version 4 von iMindMap Rückmeldung mit der PPCO-Technik geben.

Plus: Was gefällt mir gut


  • die Tatsache, das ein Präsentationsmodus nun integriert wurde
  • die Audionotizen, die eine weitere Möglichkeit bieten, Informationen in Mind Maps zu kodieren
  • die Formatierungsbox für jeden Zweig mit welcher wichtige Funktionen schnell zugreifbar werden
  • eine kleine aber fundamentale Änderung im Projektmanagement Modus: Es ist nun möglich, für jeden Zweig einzeln festzulegen, ob dieser in einer Gantt Ansicht erscheint (siehe Bild2), oder nicht. In der letzten Version war dies noch nicht möglich, was dazu führte, dass jeder Zweig automatisch auch im Gantt-Diagramm dargestellt wurde, was sehr unübersichtlich war und die Benutzung des Projektmanagement Modus fast unmöglich gemacht hat. Nun ist es möglich, auch wenn die Funktion sehr gut versteckt ist und immer noch umständlich zu bedienen ist.
  • die Textansicht von iMindMap, die auch die Bilder mit beinhaltet. Bei anderen Mind Mapping Programmen wird hier teilweise nur Text angezeigt, Zweige die keinen Text enthalten, sondern lediglich aus einem Bild bestehen erscheinen dann leer, was die Interpretation erschwert.




  • die Einfachheit in der Bedienung des Programms trotz steigender Funktionsvielfalt
  • die wirklich vielen Möglichkeiten ein Mind Map optisch ansprechend zu gestalten und es völlig frei zu gestalten, wie mit Papier und Stift.




Potentials: Zu welchen positiven Entwicklungen könnte es in der Zukunft führen?

  • iMind Map könnte sich in ein mächtiges Tool (ähnlich wie MindManager) verwandeln und dabei trotzdem seine Besonderheiten, besonders hinsichtich der Mind Map Optik, behalten.
  • iMindMap könnte besonders im Bereich Projektmanagement für kleine Projekte interessant werden, indem Filterfunktionen hinzugefügt werden und damit individuelle Ansichten innerhalb eines Map möglich werden, wie z.B. bei der Erstellung von Startcentern.
  • Mit iMindMap könnten wunderschöne Präsentationen mit dem Präsentationsmodus entstehen, wenn er noch etwas handhabbarer gemacht würde
  • iMindMap könnte besonders für Nutzer von Tablet-Laptops eine phantastische Alternative zum Mappen mit Papier und Stift darstellen. Für mich ist es das bereits


Concerns: Bedenken, die ich sehe:

  1. Wie könnte man die Zweig Boxen flexibler gestalten?
  2. Auf welche Weise könnte man den Präsentationsmodus besser bedienbar machen?
  3. Wie lauten alle Möglichkeiten, wichtige Befehle schneller zugänglich machen?


Overcome Concerns: Meine Ideen, um die obigen Bedenken auszuräumen.
Vielleicht stellen diese für die iMindMap Entwickler ja eine Basis da, diese weiter zu entwickeln und zu verfeinern.

Zu 1:

  • Zweigboxen individuell anpassbar machen
  • es ermöglichen sowohl Höhe als auch Breite manuell zu verändern
  • die Zweige zur Zweigbox ungefähr so lang machen wie die Box und diese nicht unnötig verlängern


Zu 2:

  • es ermöglichen, im Präsentationsmodus einzelne Zweige flexibel ein- und auszuklappen
  • es dem Benutzer ermöglichen, mit einem „Weiter“-Knopf immer den nächsten Zweig zu öffnen, ohne dabei sämtliche Unterzweige zu öffnen
  • eine Option einbauen, die die Abspielgeschwindigkeit veränderbar macht
  • es ermöglichen, zu Beginn der Präsentation die Hauptzweige sichtbar zu machen
  • es ermöglichen, die automatische Zoom-Funktion abzustellen, so dass es weniger verwirrend wirkt


Zu 3:

  • Im Projektmanagement-Modus eine Funktion einbauen, schnell und einfach Zweige in das Gantt-Diagramm einzufügen bzw. auszuschließen.
  • Die Formatierungsbox individuell konfigurierbar machen
  • Versuchen, weniger mit verschachtelten Kontextmenüs zu arbeiten

Prezi Präsentationssoftware jetzt verfügbar

Montag, 6. April 2009

Mitte Februar habe ich das erste Mal über Prezi berichtet, eine neue Präsentationssoftware, die es erlaubt Zooming-presentations auf einer großen Weißfläche zu erstellen.
Seit heute ist das Programm offiziell verfügbar über die Prezi-Homepage.
Neben kontinuierlichen Verbesserungen der Online-Oberfläche ist nun auch ein Offline-Editor im Angebot, damit man die Prezi-Präsentationen nicht nur offline zeigen kann, sondern diese auch offline erstellen kann.

Alle Infos zur nun verfügbaren Version sowie den Preismodellen gibt es auf dem Prezi-Blog

Um Prezi einmal zu demonstrieren, habe ich meine 5 Minuten Präsentation Warum Mind Mapping funktioniert, die ich in meinen Mind Mapping Seminaren halte öffentlich zugänglich gemacht. Die Präsentation ist nicht selbsterklärend, aber reicht sicherlich, um die Funktionsweise von Prezi deutlicher zu machen.

Alles Wichtige im Blick: Persönliche Startcenter mit MindManager

Montag, 9. März 2009

1986 erschien in den USA das Buch "One Page Management" von Riaz Khadem und Robert Lorber. In diesem als Erzählung geschriebenen Sachbuch hilft ein ominöser "Info-Mann" dem neu berufenen Geschäftsführer des "großen Industrieunternehmens" X-Corp bei seinem Kampf, die für das Management des Unternehmens notwendigen Schlüsselinformationen zu erhalten und zu organisieren. Wichtigste Waffe des Info-Manns sind drei themenspezifische Memos von jeweils einer Seite, in welchen sämtliche für den Geschäftsführer wichtigen Information, sowohl zu seiner eigenen Tätigkeit als auch über die Firma allgemein, dargestellt werden.

Die in One Page Management vorgestellten Memos, damals noch ausgedruckt, stellen für den Geschäftsführer eine Art Informationscockpit dar mit dessen Hilfe er Zugriff auf alle wichtigen Daten hat, die er für seine Tätigkeit als Geschäftsführer benötigt.
Wäre es nicht schön, wenn wir so ein Cockpit (siehe Bild 1) zur Verfügung hätten, von dem aus wir das gesamte Flugzeug steuern könnten? Wäre es außerdem nicht super, wenn wir dieses Cockpit nicht immer neu ausdrucken müssten, sondern digital zur Verfügung hätten?

Das Bild zeigt eine Beispieldatei des Programms let's focus.

Seit einigen Jahren ist das Erstellen von digitalen Infocockpits kein Problem mehr. Im Internet helfen personalisierte Startseiten, wie netvibes oder iGoogle dem Nutzer. Für die persönliche Arbeitsorganisation bietet sich z.B. Mindjet MindManager an, mit dem ich die Vorteile des Mind Mapping mit den Möglichkeiten von heutigen Computern verbinden kann. Ich selbst arbeite seit einigen Jahren mit einem persönlichen "Startcenter", wie ich dieses Infocockpit nenne, und berate auch meine Kunden bei deren Erstellung.

Zugriff auf alle relevanten Daten

Bild 2 zeigt mein Startcenter in eingeklappter Form, d.h. nur die Hauptäste und einige Zweige sind sichtbar. Mein Startcenter ist in einer für mich sinnvollen inhaltlichen Struktur angelegt, die es mir ermöglicht, innerhalb von Sekunden auf für mich wichtige private und berufliche Informationen zuzugreifen, wie z.B. Daten zu meiner Firma creaffective und für mich privat relevante Dokumente, wie z.B. meine Jahresplanung, Dokumente zum Münchner Denkclub und einer Wissensdatenbank zu Kreativitätstechniken und Verfahren.

Das Startcenter erfüllt mich nun zwei wichtige Funktionen:

  1. Es ermöglicht mir den schnellen Zugriff auf wichtige digitale Informationen, z.B. in Form von anderen MindManager Dateien oder Excellisten etc. Dazu muss ich das Programm MindManager nicht verlassen, sondern kann diese Dokumente per Hyperlink aus dem Startcenter heraus aktivieren.
  2. Es zeigt mir innerhalb des Startcenters bereits Schlüsselinformationen an, wie z.B. meine Jahresziele und aktuelle Kundendaten.
So ein Startcenter kann man sich wie die Spitze einer Informationspyramide vorstellen (siehe Bild 3). Aus dem Startcenter heraus kann ich nun entweder Information direkt sehen, oder per Klick andere Dateien öffnen, die die notwendigen Daten enthalten.

Klarheit durch visuelle Darstellung

Die Visualisierung in Mind Map-Form bietet eine Reihe von Vorteilen für den Nutzer.
  • Alle wichtigen Infos sind auf einer Seite sichtbar und diese sind nach inhaltlichen Kriterien angeordnet (und nicht einfach unter einander geschrieben). Dadurch wird das effektive Arbeiten erleichtert.
  • Die Zugriffsgeschwindigkeit auf wichtige Informationen erhöht sich beträchtlich, da mit einem Klick alles aktivierbar bzw. sichtbar wird.
  • Die Navigation zu Dokumenten erfolgt inhaltlich und nicht nach Ordnerstrukturen auf einer Festplatte. Dadurch lassen sich Zusammenhänge sinnvoller darstellen und es ist völlig egal, wo auf einem Rechner oder in einem Netzwerk sich Dokumente befinden.
  • Über die Mind Map artige Visualisierung ist es möglich, die Anzahl der Informationen auf einer Seite deutlich zu erhöhen und dabei gleichzeitig die Klarheit zu verbessern (Edward Tufte: To increase clarity, add complexity!). Hierbei kommen die Vorteile der Technik Mind Mapping zum tragen. So kann, z.B. mithilfe von Farben und kleinen Symbolen eine zusätzliche Bedeutung darstellen, wie Prioritäten, Farben für bestimmte Personen, Abteilungen oder Projekte etc.


Möglichkeiten mit MindManager
MindManager bietet eine Reihe von speziellen Funktionen, die für das Erstellen solcher Infocockpits sehr hilfreich sein können:
  • Excel-Bereich:
    Über die Funktion Excel-Bereich lassen sich innerhalb eines Maps Ausschnitte aus einer Exceltabelle einblenden (Bild 4). So kann ich mir aktuelle Vertriebszahlen direkt innerhalb meines Startcenters anzeigen lassen. Noch weitere Möglichkeiten bietet die, in Version 8 hinzugekommene Funktion des Datenbanklinkers, der es mir ermöglicht, Elemente anderer Datenquellen (z.B. Accessdatenbanken) innerhalb eines Maps darzustellen.

  • Power-Filter:
    Mit der Power-Filter Funktion lässt sich innerhalb eines Startcenters noch einmal die Ansicht nach bestimmte Kriterien einschränken, um so Komplexität weiter zu reduzieren und Klarheit zu erhöhen. Zum Beispiel lassen sich alle Zweige die mit einem Symbol für Vertrieb versehen sind, hervorheben und gleichzeitig andere Elemente ausblenden.

  • Map-Ansichten:
    Über die Funktion Map-Ansichten lassen sich zurechtgelegte Ansichten, z.B. nach einem Filtervorgang abspeichern. So ist es möglich per Klick Ansichten wie Tagesbeginn, Vertrieb, Projekte etc. anzuzeigen ohne sich jeweils wieder durch das Map klicken zu müssen.


Einmal in seinen Grundzügen angelegt, kann ein Startcenter jederzeit flexibel verändert und angepasst werden und sozusagen mit sich verändernden Aufgaben und Projekten mitwachsen.

Zum Schluss möchte ich natürlich auch einen Nachteil nicht verschweigen:
Wenn Sie sich entschließen auf Schlüsseldokumente per Hyperlink aus einer MindManager-Datei zuzugreifen, dann muss sichergestellt werden, dass sich weder der Name der Datei noch deren Speicherort ständig verändern. Sonst werden die Hyperlinks nicht funktionieren.

Den Zeit- und Effektivitätsgewinn, alles Wichtige auf einer Seite zu haben werden Sie jedenfalls bald nicht mehr missen mögen.

Die Pyramide des Bücherlesens – Teil 2

Freitag, 23. Januar 2009

In Teil 1 habe ich die ersten beiden Stufen meiner Pyramidenmetapher vorgestellt. In diesem zweiten Teil möchte ich mich zur Spitze der Pyramide hocharbeiten.
Stufe 3: Regelmäßig wiederholen
Der Psychologe Ebbinghaus hat vor über 100 Jahren mit seiner Vergessenskurve bereits gezeigt, dass wir viel der neu gelernten Inhalte bereits nach kurzer Zeit wieder vergessen. Wie hoch dieser Prozentsatz des Vergessens genau ist, darüber gibt es keine genauen Angaben, fest steht jedoch, dass der Mensch vieles wieder vergisst und das schon nach sehr kurzer Zeit nach dem Lernen. Deshalb betonen Lernforscher die große Bedeutung der Wiederholung. Sowohl Prof. Stangl als auch John Medina, Autor des Buches "brainrules" (siehe hier seine Regeln zum Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis), weisen darauf hin, dass neue Lernstoff innerhalb von 24 Stunden wiederholt werden sollte und dann in regelmäßigen Abständen. Was genau regelmäßig heißt, lässt sich auch nicht definitiv sagen. Sicherlich nicht jeden Tag, aber sicherlich auch nicht einmal alle drei Jahre.

Da ich von jedem Sachbuch, das ich lese, eine Mind Map Mitschrift anfertigen, kann ich diese in kurzer Zeit (ca. 10 – 15 Minuten) wiederholen und mir so die Inhalte des Buches sofort wieder präsent machen. Dieses regelmäßige Wiederholen ist besonders für die Prüfungsvorbereitung wichtig, durch das Wiederholen der Mind Map Mitschriften, lässt sich sehr viel Zeit sparen, da ich für die Prüfung nicht die Bücher noch einmal lesen muss. Ich persönlich habe mir ein Buchwiederholungsschema angelegt. Dieses besteht aus einer nach Kalenderwochen sortierten Liste aller meine Buchmitschriften. Pro Woche wiederhole ich 2 – 3 meiner Mitschriften, pro Jahr habe ich somit jedes meiner gelesenen Bücher ein bis zweimal wiederholt.

Eine besondere Art der Wiederholung, die sich besonders zur Prüfungsvorbereitung anbietet oder wann immer ich viele Inhalte wiederholen muss, ist der Lernspaziergang. Hierbei verbindet man körperliche Bewegung an der frischen Luft mit dem Wiederholen des Lernstoffs.

Stufe 4: Es anderen erklären
Ob Sie die Inhalte eines Buches wirklich beherrschen und verstanden haben, merken Sie spätestens dann, wenn Sie es anderen Menschen erklären. Deshalb kann es eine tolle Übung sein, die Inhalte des gelesenen anderen vorzustellen. Dies kann ganz einfach in einem zehnminütigen Gespräch mit einem Freund oder Kollegen passieren. Wenn Sie mit Mind Mapping arbeiten, dann empfehle ich, Ihre Mind Map Mitschrift des Buches als Redemanuskript zu verwenden (Teilnehmer meiner Seminare kennen diese Übung). Dieser Vortrag lässt sich sehr schön mit dem Vorgehen des Lernspaziergangs verbinden.


Die Grundlagen anwenden
Ich bin sicher, wenn Sie das grundlegende Vorgehen der Pyramide anwenden, lassen sich bereits große positive Veränderungen erzielen. Das Vorgehen alles mit Mind Maps zu machen, ist dabei nicht zwingend notwendig, bringt allerdings großen Mehrwert.
Gewöhnen Sie sich als ersten Schritt an, bei Sachbüchern grundsätzlich Mitschriften anzufertigen. Wenn Sie das geschafft haben, können Sie die anderen Pyramidenstufen aufsetzen.

Die Pyramide des Bücherlesens – Teil 1

Mittwoch, 21. Januar 2009

Stellen Sie sich vor, Sie lesen ein Sachbuch, das Sie für Ihre Arbeit oder Ihr Studium benötigen. Während des Lesens markieren Sie sich mit dem Leuchtmarker einige wichtige Stellen. Nachdem Sie das Buch gelesen stellen Sie es wieder in das Regal zurück. Als Sie eine Woche später einem Kollegen etwas zum Inhalt des Buches erzählen sollen, merken Sie, dass Sie das meiste bereits schon wieder vergessen haben und sogar Schwierigkeiten haben, die Grundaussagen noch zu rekonstruieren. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Wenn man wie oben beschrieben an Sachbücher herangeht, dann ist das leider zu erwarten. Das liegt in der Funktionsweise unseres Gehirns begründet. Wer Inhalte eines Sachbuches nicht nur lesen muss, sondern diese auch für die weitere Arbeit benötigt, oder wer es einfach schade findet, nach dem Lesen eines Buches bereits nach einer Woche fast nichts davon behalten zu haben, für den möchte ich ein anderes Vorgehen vorstellen. Ich nenne es die Pyramide des Bücherlesens. Dieses Vorgehen übe ich mit Teilnehmern meiner Mind Mapping Seminare und speziell in Mind Mapping Seminaren für das Studium.

Die Pyramide steht als Metapher für ein bestimmtes Vorgehen, das auf vier aufeinander aufbauenden Schritten besteht. Ziel dieser Herangehensweise ist es, nach dem Lesen eines Sachbuches mehr zu behalten und mit relativ geringem zeitlichen Aufwand sich die Inhalte eines Sachbuches wieder präsent zu machen.



Die Basis: Mitschriften anfertigen
Es ist für unser Gehirn schlicht und einfach unmöglich, sich auch nur die wichtigsten Inhalte eines Buches einfach nur dadurch zu behalten und nachhaltig zu verstehen, dass wir diese einmal lesen. Die Lernspsychologie und die Pädagogik betonen hier die Bedeutung von Mitschriften. Prof. Stangl von der Universität Linz, der ein wirklich großartige Sammlung von Lerntipps aufbereitet hat, bezeichnet Mitschriften als schriftliches Gedächtnis, das wir benötigen, um uns die Inhalte zu merken. Er gibt folgende Tipps, was man beim anfertigen von Mitschriften beachten sollte:

  • Stichwörter in nicht-linearer Folge anordnen
  • nicht alles wörtlich mitschreiben
  • Das Gehörte in Beziehung zu bereits Bekanntem setzen!
  • Das Gehörte strukturieren!
  • System von Abkürzungen und Symbolen entwickeln!
Für regelmäßige Leser dieses Blogs: Kennen Sie eine Technik, über die ich dauernd schreibe und die all diese Anforderungen berücksichtigt?
Ja, es schreit gerade zu nach Mind Mapping.

Für alle, die sich mit der Technik ausreichend sicher fühlen, empfehle ich, die Mitschriften in Mind Mapping Form anzufertigen, da diese eine Menge an Vorteilen gegenüber linearen Zeilenteppichen aufweist.
Infos zu Mind Mapping:Ich persönlich bin dazu übergegangen, meine Mind Map Mitschriften elektronisch zu erstellen mit der Software iMindMap und einem Tablet-PC.

Stufe 2: Eigene Gedanken eintragen
Wenn man etwas liest, ist es selten so, dass man von einem Thema überhaupt keine Ahnung hat und alles neu ist. Im Gegenteil, meist lesen wir Bücher in unserem Fach- oder Interessensgebiet und während des Lesens kommen uns eine Menge Ideen und Assoziationen zu anderen Inhalten. Diese sollten Sie unbedingt aufschreiben. Wenn diese Gedanken thematisch zum Thema passen und es sich nicht um Ideen handelt, die in eine ganz andere Richtung führen, dann sollten Sie diese Gedanken zu Ihren Buchmitschriften hinzu schreiben. Dadurch schaffen Sie zusätzlich Lernanker, um die Inhalte zu verarbeiten und Sie erweitern den Kontext des Gelesenen durch eigene Anmerkungen. Besonders spannend finde ich es, diese eigenen Gedanken nach einiger Zeit beim Wiederholen (siehe Stufe 3) der Inhalte wieder zu lesen und zu erweitern.
Auch für das Eintragen von eigenen Gedanken zu den Mitschriften bietet Mind Mapping ein in Bezug auf den Schreibprozess und die Visualisierung vorteilhaftes Vorgehen an.
Wie genau das funktioniert, habe ich in einem Artikel zu Rein und Raus Schreiben erklärt.



In Teil 2 werde ich die Stufen 3 und 4 vorstellen.

Die Mind Mapping Regeln als Video

Sonntag, 18. Januar 2009

Vor zwei Jahren habe ich hier auf dem Blog eine dreiteilige Serie über die Mind Mapping Regeln veröffentlicht (Teil 1, Teil 2, Teil 3). Wer mit Mind Mapping effektiv arbeiten möchte und die Möglichkeiten dieser Technik wirklich nutzen möchte, der sollte nach diesen Grundregeln vorgehen. Vielen Menschen fallen schriftliche Erklärungen schwer und bevorzugen eine andere Form der Informationsvermittlung. Deshalb möchte ich ein 12 minütiges Video (Quicktime) zur Verfügung stellen (das für eine Buchproduktion entstanden ist), in dem ich die Grundregeln des Mind Mapping erkläre. Die Qualität ist nicht die beste, aber ich denke, man kann das Wichtigste sehen.








Mind Mapping Software mit Tagcloud-Funktion

Dienstag, 13. Januar 2009

Vor ein paar Wochen habe ich mit einem Bekannten darüber gesprochen, welche sinnvollen Funktionen wir uns für Mind Mapping Software noch wünschen würden.
Eine Funktion die einen wirklichen Mehrwert bieten könnte und die nicht schwer umzusetzen sein dürfte, wäre eine Tagcloudfunktion. Meines Wissens bietet bisher keines der Mind Mapping Programme dieses Extra an.
Blog-affine Leute kennen den Begriff Tagcloud wahrscheinlich, für alle, denen dieser Begriff nichts sagt hier noch einmal eine Erklärung. Das englische Wort tag bedeutet so viel wie Schlagwort. Diese Schlagwörter werden in Web 2.0. Applikationen, wie z.B. Mister-Wong oder z.b. beim Musiknetzwerk lastfm dazu benutzt, um Inhalte durch die Nutzer beliebig verschlagworten zu lassen. Die von den Nutzern vergebenen Schlagworte können nun in Schlagwortwolken (Tagclouds) visuell dargestellt werden. Oft zeigt die Darstellungsgröße eines Schlagwortes die Häufigkeit an, mit der es vergeben wurde. Besonders wichtige Themen können so z.b. fetter und größer dargestellt werden als eher unbedeutende Themen.

Mind Map mit Tagcloud-Ansicht
Spannend wäre es nun, wenn man dieses Prinzip der Darstellung von Inhalten auch auf elektronische Mind Maps übertragen würde. So könnte z.B. ein Mind Map automatisch nach Schlagworten analysiert werden und das Ergebnis als Tagcloud dargestellt werden. Wie das Aussehen könnte habe ich in der unten stehenden Fotomontage einmal angedeutet. Mindjet MindManager wurde hier mit der Mister-Wong Tagcloud versehen.

Diese parallele, aber visuell anders strukturierte, Darstellung eines Mind Maps Inhaltes bietet folgende Mehrwerte:

  • es wäre eine andere Sicht auf die Inhalte eines Mind Maps möglich.
  • Inhalte werden neben der hierarchisch strukturierten Darstellung des Mind Maps unabhängig von ihrer Verortung innerhalb des Maps quantitativ dargestellt.
  • auf diese Weise kann ein Informationsgewinn entstehen, da noch eine weitere „Dimension“ zum Inhalt des Mind Maps hinzukommt.
Mit dieser Möglichkeit wären einige Kombinationen denkbar
  • Bei einem Klick auf ein Schlagwort in der Tagcloud könnte dieses innerhalb des Mind Maps hervorgehoben oder gefiltert werden.
  • Es könnten Tagclouds von mehreren Mind Maps oder verlinkten Mind Maps erstellt werden. Dies wäre besonders für das Wissensmanagement mit Mind Mapping Software interessant.
  • Im Bereich des Wissensmanagements wäre es auch sehr spannend, eine Tagcloud mit allen Begriffen einer Sammlung verschiedener Maps zu haben und bei einem Klick auf ein Schlagwort, alle Mind Maps angezeigt zu bekommen, die das entsprechende Schlagwort enthalten. Es könnte eine Art Mapverwaltungseditor entstehen, der alle Maps nach verschiedenen Schlagworten und anderen Kriterien sortiert, ähnlich wie der Editor der Software snagit von Techsmith (Mit snagit lassen sich Schnappschnüsse des Bildschirms machen und verwalten).
  • Es könnte automatische Analysen gefahren werden, die z.B. von der Tagverteilung Mind Maps mit hoher Übereinstimmung finden.
Meiner Meinung nach wäre dieses Feature eine wirklich sinnvolle Kombination der Möglichkeiten sich ständig aktualisierender elektronischer Schlagwortlisten und Mind Mapping.
Vielleicht greift es ja ein Hersteller auf?! Ich freue mich über Kontakt und stehe gerne mit Ideen zur Verfügung.



EDIT am 27.01.09
Stefan Scheurer hat diese Idee sowie einige Gedanken von zwei anderen Posts aufgriffen und sich Gedanken über Lernfunktion für Mind Mapping Software gemacht. Sehr interessant und lesenswert.