Mind Map Wortanalyse

Sonntag, 29. November 2009

Anfang des Jahres sind Stefan Scheurer vom Wissens- und Datenmanagement Blog und ich in einen Artikel-Dialog getreten, wie man Mind Maps mit weiteren Informationsdimensionen anreichern könnte.
Im meinem Artikel Mind Mapping Software mit Tagcloud-Funktion habe ich mir Gedanken gemacht, wie von digitalen Mind Maps sogenannten quantitative Wortwolken erstellt werden könnten. Wortwolken sind bekannt als Tag-Clouds, z.B. bei Bookmarking-Diensten.

Damals habe ich einige Vorteile darin gesehen, wenn Mind Mapping Software wie z.B. Mindjet MindManager in der Lage wäre, solche Wortwolken zu erstellen:

"Diese parallele, aber visuell anders strukturierte, Darstellung eines Mind Maps Inhaltes bietet folgende Mehrwerte:

  • es wäre eine andere Sicht auf die Inhalte eines Mind Maps möglich.
  • Inhalte werden neben der hierarchisch strukturierten Darstellung des Mind Maps unabhängig von ihrer Verortung innerhalb des Maps quantitativ dargestellt.
  • auf diese Weise kann ein Informationsgewinn entstehen, da noch eine weitere „Dimension“ zum Inhalt des Mind Maps hinzukommt."

Nun habe ich eine Möglichkeit gefunden, wie man diese Wortwolken zumindest halb-automatisch erstellen kann.
Die Website Wordle.net bietet die Möglichkeit von beliebigen Texte oder Blogartikel quantitative Wortwolken zu erstellen. Quantitativ heißt, dass einfach die Häufigkeit der Worte abgebildet wird, ganz wie bei den Tagclouds.
In Wordle kann man nun Mind Mapping Inhalte einspeisen und sich eine Wortwolke erstellen lassen.

Bild 1 zeigt ein Mind Map zu einem wissenschaftlichen Text, den ich gelesen habe.
(1 - Brunet, A. P. and New, S. (2003) 'Kaizen in Japan: an empirical study', International Journal of Operations & Production Management, Vol. 23, no. 12, pp. 1426-1446.)



Bild 2 zeigt das Original Mind Map dazu



Über die Wortwolke ist nun eine zusätzliche Sicht auf das Mind Map möglich. Die Zusatzfunktionen, die ich mir in meinem Artikel vom Januar gewünscht habe, sind so natürlich nicht möglich.

Interessant wird es nun, wenn ich den Originaltext, der mir als PDF-Datei vorliegt durch Wordle jage.
Das Ergebnis zeigt Bild 3.



Damit sind nun Vergleiche möglich, z.B. ob der Leser eines Textes und Autor eines Mind Maps ähnliche inhaltliche Schwerpunkte gesetzt hat, wie der Autor des Textes, oder ob der Leser nur bestimmte Elemente als wichtig erachtet hat etc. Dies könnte sowohl für den Leser als auch für den Autor von Texten interessant sein.

Was nun über die Wortwolke nicht deutlich wird ist die Tatsache, dass ich den 21 seitigen Originaltext auf ein Mind Map komprimiert habe und die Anzahl der Wörter als auch die Komplexität des Texte wesentlich reduziert habe.

Alles Wichtige im Blick: Persönliche Startcenter mit MindManager

Montag, 9. März 2009

1986 erschien in den USA das Buch "One Page Management" von Riaz Khadem und Robert Lorber. In diesem als Erzählung geschriebenen Sachbuch hilft ein ominöser "Info-Mann" dem neu berufenen Geschäftsführer des "großen Industrieunternehmens" X-Corp bei seinem Kampf, die für das Management des Unternehmens notwendigen Schlüsselinformationen zu erhalten und zu organisieren. Wichtigste Waffe des Info-Manns sind drei themenspezifische Memos von jeweils einer Seite, in welchen sämtliche für den Geschäftsführer wichtigen Information, sowohl zu seiner eigenen Tätigkeit als auch über die Firma allgemein, dargestellt werden.

Die in One Page Management vorgestellten Memos, damals noch ausgedruckt, stellen für den Geschäftsführer eine Art Informationscockpit dar mit dessen Hilfe er Zugriff auf alle wichtigen Daten hat, die er für seine Tätigkeit als Geschäftsführer benötigt.
Wäre es nicht schön, wenn wir so ein Cockpit (siehe Bild 1) zur Verfügung hätten, von dem aus wir das gesamte Flugzeug steuern könnten? Wäre es außerdem nicht super, wenn wir dieses Cockpit nicht immer neu ausdrucken müssten, sondern digital zur Verfügung hätten?

Das Bild zeigt eine Beispieldatei des Programms let's focus.

Seit einigen Jahren ist das Erstellen von digitalen Infocockpits kein Problem mehr. Im Internet helfen personalisierte Startseiten, wie netvibes oder iGoogle dem Nutzer. Für die persönliche Arbeitsorganisation bietet sich z.B. Mindjet MindManager an, mit dem ich die Vorteile des Mind Mapping mit den Möglichkeiten von heutigen Computern verbinden kann. Ich selbst arbeite seit einigen Jahren mit einem persönlichen "Startcenter", wie ich dieses Infocockpit nenne, und berate auch meine Kunden bei deren Erstellung.

Zugriff auf alle relevanten Daten

Bild 2 zeigt mein Startcenter in eingeklappter Form, d.h. nur die Hauptäste und einige Zweige sind sichtbar. Mein Startcenter ist in einer für mich sinnvollen inhaltlichen Struktur angelegt, die es mir ermöglicht, innerhalb von Sekunden auf für mich wichtige private und berufliche Informationen zuzugreifen, wie z.B. Daten zu meiner Firma creaffective und für mich privat relevante Dokumente, wie z.B. meine Jahresplanung, Dokumente zum Münchner Denkclub und einer Wissensdatenbank zu Kreativitätstechniken und Verfahren.

Das Startcenter erfüllt mich nun zwei wichtige Funktionen:

  1. Es ermöglicht mir den schnellen Zugriff auf wichtige digitale Informationen, z.B. in Form von anderen MindManager Dateien oder Excellisten etc. Dazu muss ich das Programm MindManager nicht verlassen, sondern kann diese Dokumente per Hyperlink aus dem Startcenter heraus aktivieren.
  2. Es zeigt mir innerhalb des Startcenters bereits Schlüsselinformationen an, wie z.B. meine Jahresziele und aktuelle Kundendaten.
So ein Startcenter kann man sich wie die Spitze einer Informationspyramide vorstellen (siehe Bild 3). Aus dem Startcenter heraus kann ich nun entweder Information direkt sehen, oder per Klick andere Dateien öffnen, die die notwendigen Daten enthalten.

Klarheit durch visuelle Darstellung

Die Visualisierung in Mind Map-Form bietet eine Reihe von Vorteilen für den Nutzer.
  • Alle wichtigen Infos sind auf einer Seite sichtbar und diese sind nach inhaltlichen Kriterien angeordnet (und nicht einfach unter einander geschrieben). Dadurch wird das effektive Arbeiten erleichtert.
  • Die Zugriffsgeschwindigkeit auf wichtige Informationen erhöht sich beträchtlich, da mit einem Klick alles aktivierbar bzw. sichtbar wird.
  • Die Navigation zu Dokumenten erfolgt inhaltlich und nicht nach Ordnerstrukturen auf einer Festplatte. Dadurch lassen sich Zusammenhänge sinnvoller darstellen und es ist völlig egal, wo auf einem Rechner oder in einem Netzwerk sich Dokumente befinden.
  • Über die Mind Map artige Visualisierung ist es möglich, die Anzahl der Informationen auf einer Seite deutlich zu erhöhen und dabei gleichzeitig die Klarheit zu verbessern (Edward Tufte: To increase clarity, add complexity!). Hierbei kommen die Vorteile der Technik Mind Mapping zum tragen. So kann, z.B. mithilfe von Farben und kleinen Symbolen eine zusätzliche Bedeutung darstellen, wie Prioritäten, Farben für bestimmte Personen, Abteilungen oder Projekte etc.


Möglichkeiten mit MindManager
MindManager bietet eine Reihe von speziellen Funktionen, die für das Erstellen solcher Infocockpits sehr hilfreich sein können:
  • Excel-Bereich:
    Über die Funktion Excel-Bereich lassen sich innerhalb eines Maps Ausschnitte aus einer Exceltabelle einblenden (Bild 4). So kann ich mir aktuelle Vertriebszahlen direkt innerhalb meines Startcenters anzeigen lassen. Noch weitere Möglichkeiten bietet die, in Version 8 hinzugekommene Funktion des Datenbanklinkers, der es mir ermöglicht, Elemente anderer Datenquellen (z.B. Accessdatenbanken) innerhalb eines Maps darzustellen.

  • Power-Filter:
    Mit der Power-Filter Funktion lässt sich innerhalb eines Startcenters noch einmal die Ansicht nach bestimmte Kriterien einschränken, um so Komplexität weiter zu reduzieren und Klarheit zu erhöhen. Zum Beispiel lassen sich alle Zweige die mit einem Symbol für Vertrieb versehen sind, hervorheben und gleichzeitig andere Elemente ausblenden.

  • Map-Ansichten:
    Über die Funktion Map-Ansichten lassen sich zurechtgelegte Ansichten, z.B. nach einem Filtervorgang abspeichern. So ist es möglich per Klick Ansichten wie Tagesbeginn, Vertrieb, Projekte etc. anzuzeigen ohne sich jeweils wieder durch das Map klicken zu müssen.


Einmal in seinen Grundzügen angelegt, kann ein Startcenter jederzeit flexibel verändert und angepasst werden und sozusagen mit sich verändernden Aufgaben und Projekten mitwachsen.

Zum Schluss möchte ich natürlich auch einen Nachteil nicht verschweigen:
Wenn Sie sich entschließen auf Schlüsseldokumente per Hyperlink aus einer MindManager-Datei zuzugreifen, dann muss sichergestellt werden, dass sich weder der Name der Datei noch deren Speicherort ständig verändern. Sonst werden die Hyperlinks nicht funktionieren.

Den Zeit- und Effektivitätsgewinn, alles Wichtige auf einer Seite zu haben werden Sie jedenfalls bald nicht mehr missen mögen.

Mind Mapping Software mit Tagcloud-Funktion

Dienstag, 13. Januar 2009

Vor ein paar Wochen habe ich mit einem Bekannten darüber gesprochen, welche sinnvollen Funktionen wir uns für Mind Mapping Software noch wünschen würden.
Eine Funktion die einen wirklichen Mehrwert bieten könnte und die nicht schwer umzusetzen sein dürfte, wäre eine Tagcloudfunktion. Meines Wissens bietet bisher keines der Mind Mapping Programme dieses Extra an.
Blog-affine Leute kennen den Begriff Tagcloud wahrscheinlich, für alle, denen dieser Begriff nichts sagt hier noch einmal eine Erklärung. Das englische Wort tag bedeutet so viel wie Schlagwort. Diese Schlagwörter werden in Web 2.0. Applikationen, wie z.B. Mister-Wong oder z.b. beim Musiknetzwerk lastfm dazu benutzt, um Inhalte durch die Nutzer beliebig verschlagworten zu lassen. Die von den Nutzern vergebenen Schlagworte können nun in Schlagwortwolken (Tagclouds) visuell dargestellt werden. Oft zeigt die Darstellungsgröße eines Schlagwortes die Häufigkeit an, mit der es vergeben wurde. Besonders wichtige Themen können so z.b. fetter und größer dargestellt werden als eher unbedeutende Themen.

Mind Map mit Tagcloud-Ansicht
Spannend wäre es nun, wenn man dieses Prinzip der Darstellung von Inhalten auch auf elektronische Mind Maps übertragen würde. So könnte z.B. ein Mind Map automatisch nach Schlagworten analysiert werden und das Ergebnis als Tagcloud dargestellt werden. Wie das Aussehen könnte habe ich in der unten stehenden Fotomontage einmal angedeutet. Mindjet MindManager wurde hier mit der Mister-Wong Tagcloud versehen.

Diese parallele, aber visuell anders strukturierte, Darstellung eines Mind Maps Inhaltes bietet folgende Mehrwerte:

  • es wäre eine andere Sicht auf die Inhalte eines Mind Maps möglich.
  • Inhalte werden neben der hierarchisch strukturierten Darstellung des Mind Maps unabhängig von ihrer Verortung innerhalb des Maps quantitativ dargestellt.
  • auf diese Weise kann ein Informationsgewinn entstehen, da noch eine weitere „Dimension“ zum Inhalt des Mind Maps hinzukommt.
Mit dieser Möglichkeit wären einige Kombinationen denkbar
  • Bei einem Klick auf ein Schlagwort in der Tagcloud könnte dieses innerhalb des Mind Maps hervorgehoben oder gefiltert werden.
  • Es könnten Tagclouds von mehreren Mind Maps oder verlinkten Mind Maps erstellt werden. Dies wäre besonders für das Wissensmanagement mit Mind Mapping Software interessant.
  • Im Bereich des Wissensmanagements wäre es auch sehr spannend, eine Tagcloud mit allen Begriffen einer Sammlung verschiedener Maps zu haben und bei einem Klick auf ein Schlagwort, alle Mind Maps angezeigt zu bekommen, die das entsprechende Schlagwort enthalten. Es könnte eine Art Mapverwaltungseditor entstehen, der alle Maps nach verschiedenen Schlagworten und anderen Kriterien sortiert, ähnlich wie der Editor der Software snagit von Techsmith (Mit snagit lassen sich Schnappschnüsse des Bildschirms machen und verwalten).
  • Es könnte automatische Analysen gefahren werden, die z.B. von der Tagverteilung Mind Maps mit hoher Übereinstimmung finden.
Meiner Meinung nach wäre dieses Feature eine wirklich sinnvolle Kombination der Möglichkeiten sich ständig aktualisierender elektronischer Schlagwortlisten und Mind Mapping.
Vielleicht greift es ja ein Hersteller auf?! Ich freue mich über Kontakt und stehe gerne mit Ideen zur Verfügung.



EDIT am 27.01.09
Stefan Scheurer hat diese Idee sowie einige Gedanken von zwei anderen Posts aufgriffen und sich Gedanken über Lernfunktion für Mind Mapping Software gemacht. Sehr interessant und lesenswert.



Mit Mindjet MindManager effektiv Ideen entwickeln

Montag, 5. Januar 2009

Überall ließt und hört man: Neue Ideen benötigen wir, gerade jetzt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten: "Dann lassen Sie sich mal was einfallen!"
Ideen kommen zwar teilweise durch Zufall und glückliche Fügungen, aber dies ist nicht zum Glück ausschließlich so. Im Gegenteil, im Rahmen des Adventskalenders der Denkwerkzeuge habe ich gezeigt, wie man Ideen sehr systematisch entwickeln und weiterentwickeln kann und dass der Zufall ein bewusstes Element im Rahmen eines strukturierten Prozesses ist. Dieser kann komplex sein, deshalb werde ich bei wichtigen und großen Themen als Moderator gebeten, diesen zu moderieren.
Es muss aber nicht immer ein moderierter Ideenworkshop sein, mit ein paar einfachen Regeln kann auch jeder Einzelne systematischer als bisher etwas für die Entwicklung von Ideen hin zum konkreten Handlungsplan tun.
In diesem Post möchte ich zeigen, wie Einzelne und Teams einen einfachen Prozess der Ideenentwicklung mit Hilfe von Mindjet MindManager effektiv und verständlich gestalten und visualisieren können.

Schritt 1: Die Ausgangsfrage formulieren
Um Ideen zu entwickeln, benötigt man immer eine konkrete Frage. Als Anwendungsfall nehme ich mein eigenes Thema, dass für mich im Moment wichtig ist und zu dem ich Ideen benötige: Wie lauten alle Themen, über die ich 2009 auf meinem Blog berichten könnte?

Alle im Artikel gezeigten Bilder können mit einem Klick vergrößert werden.

Schritt 2: Ideen generieren
Nun benötige ich Ideen. Dafür sollte man sich ca. 20 Minuten Zeit nehmen (auch alleine!). Am besten Sie schreiben alle Ihre Einfälle erst einmal völlig unstrukturiert herunter. Dafür gibt es im MindManager die äußerst praktische Funktion Brainstorming starten und das Programm liefert sogar eine Timer-Funktion mit, den man auf 20 Minuten einstellen kann (beide Funktionen im Menü unter Extras).

Wichtig, für die Phase der Ideenfindung sollten die Grundregeln dieser Art des Denkens beachtet werden. Also vor allem: keine Zensur und so viel und so wild wie möglich. Schreiben Sie alles und wirklich alles, was Ihnen einfällt, auf. Wenn Ihnen die Ideen ausgehen, habe ich ebenfalls im Rahmen meines Adventskalenders der Denkwerkzeuge ein paar Techniken gezeigt, die Ihnen auf die Sprünge helfen können.

Das Endergebnis mit Gedankensammlung mit MindManager sieht man in Bild 1.

Bild1

Schritt 3: Die besten Ideen auswählen
Wie auf Bild 1 ersichtlich, habe ich eine ganze Menge an Einfällen generiert, von denen wahrscheinlich aber nicht alle gut sein werden. Nun geht es darum, aus dieser unstrukturierten Menge der Ideen die besten zu markieren. Diese werden nun mit Hilfe der MindManager Funktion Icon-Markierungen Aufgabenprioritäten mit roten Einsern versehen (siehe Bild 2)

Bild2

Schritt 4: Die besten Ideen filtern
Bild 3Bild 4
In meinem konkreten Fall habe ich ca. 50% meiner Ideen für gut befunden und möchte diese weiter bedenken. Nun nutze ich die Funktion Powerfilter von MindManager (siehe Bild 3 & 4), um nur diejenigen Ideen anzuzeigen, die mit einer roten Eins versehen wurden, alle anderen Ideen sollen ausgeblendet werden. Das Ergebnis sieht man auf Bild 5.

Bild 5

Schritt 5: Ideen kategorisieren
Nachdem ich meine Ideen ausgewählt habe, müssen diese handhabbarer gemacht und in eine Struktur gebracht werden, sozusagen die Königsdisziplin des MindManagers. Deshalb beende ich nun den Brainstorming-Modus und erstelle mir eine Reihe von Hauptzweigen um das Zentralthema der Map. Diese Hauptzweige dienen mir als Platzhalter für Kategorieüberschriften, die noch hinzugefügt werden müssen. Zuerst teile ich meine gefilterten Ideen jedoch nach bestimmen Gemeinsamkeiten in Blöcke ein bzw. hefte diese als Unterzweige hinter einen der Platzhalter (siehe Bild 6)

Bild 6

Schritt 6: Kategorien beschriften
Nun, nachdem ich meine Ideen in Cluster sortiert habe, beschrifte ich diese, in dem ich Überschriften auf die Hauptzweige eintrage (Bild 7). Jetzt, wo alle guten Ideen zugeteilt wurden, kann ich auch den Ausschuss löschen. Dazu deaktiviere ich den Powerfilter, so dass jetzt wieder die bisher ausgeblendeten Ideen sichtbar werden (Bild 8 ). Diese kann ich nun markieren und löschen. Von allen anderen Ideen entferne ich nun die rote Einser, die ich vorher zum Filtern zugeteilt habe.

Bild 7
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Bild 8

Schritt 7: Kategorien überarbeiten
Einige Kategorien benötigen eventuell noch etwas Feinschliff oder ich möchte einige Ideen doch zu anderen Kategorien zuordnen. Dies mache ich jetzt. Weitere Ideen, die in die bestehenden Kategorien passen und die mir jetzt einfallen, trage ich ggf. ein (Bild 9).

Bild 9

Schritt 8: Ideen priorisieren
Wie man sieht, ist mir doch einiges eingefallen, das ich in diesem Jahr auf meinem Blog umsetzen können. Die wichtigsten Kategorien oder Einzelideen priorisiere ich, indem ich die Funktion Aufgabeninfo von MindManager nutze. Nun kann ich wieder mittels Powerfilter filtern und mir so meine wichtigsten Maßnahmen für dieses Jahr anzeigen lassen (Bild 10).

Bild 10

Mittels der Funktion Aufgabennotizen kann ich außerdem Deadlines vergeben, bis wann ich etwas bearbeitet haben möchte, oder wann ich mit etwas beginne. So kann ich auf die Ideenentwicklung gleich eine einfache Handlungsplanung folgen lassen, alles in MindManager. Leute, die mir helfen können, bestimmte Themen umzusetzen, werden mit helfe der Ressourcen-Funktion zum jeweiligen Zweig hinzu geschrieben. (Bild 11).

Bild 11

Dieses Vorgehen eignet sich sehr gut für die vielen kleineren Fragestellungen mit denen jeder von uns fast täglich konfrontiert ist. MindManager kann dabei eine sehr hilfreiche und vielfältige Hilfe sein, mit der man den ganzen Prozess strukturieren kann.

Adventskalender der Denkwerkzeuge 15: Mind Mapping

Montag, 15. Dezember 2008

Mind Mapping gehört eigentlich nicht in einen Adventskalender der Denkwerkzeuge, da Mind Mapping kein Denkwerkzeug ist, in dem Sinne, wie ich Denkwerkzeuge definiere. Mind Mapping sagt dem Denker nicht, was er bedenken soll bzw. in welche Richtung er denken soll. D.h. Mind Mapping strukturiert das Denken eines Individuums oder einer Gruppe nicht! Im Gegenteil, der Nutzer eines Mind Maps gibt einem Thema eine individuelle Struktur und diese ist bei jedem Menschen anders. Mind Mapping auch keine Kreativitätstechnik (eine Untergruppe der Denkwerkzeuge) oder gar eine Technik für das Brainstorming, davon rate ich sogar explizit ab; warum das so ist, habe ich hier beschrieben.
Das Mind Mapping kein Denkwerkzeug ist, ist ein Vorteil für Mind Mapping, denn sonst wäre der Einsatz wesentlich beschränkter. Ein Denkwerkzeug ist meist für einen bestimmten Zweck entwickelt worden, z.B. lohnenswerte Ziele zu identifizieren (Wunschdenken) oder das Problem eingrenzen (Netz der Abstraktion oder Aussagenstarter). Mind Mapping ist viel breiter! Mind Mapping wird als das Schweizer Taschenmesser für das Gehirn bezeichnet, weil es wesentlich mehr kann. Mit Mind Mapping lassen sich vielfältige Informationen strukturieren und visualisieren (z.B. ganze Bücher oder Mitschriften von Vorträgen), daher ist die Anwendung keinesfalls nur auf die Ideenentwicklung beschränkt. Das Mind Mapping lediglich eine Kreativitätstechnik sei, lese ich eigentlich nur in Texten, wo man bei Lesen bereits merkt, dass die Autoren nicht mit Mind Mapping arbeiten und wirklich verstanden haben, wie die Technik funktioniert.

Warum ich Mind Mapping dennoch hier vorstelle? Weil sich die Technik sehr gut eignet, um manche Denkwerkzeuge zu visualisieren oder sogar einen ganzen Problemlöseprozess. Wie das mittels Software (in diesem Fall Mindjet MindManager) funktionieren kann, habe ich hier gezeigt. Da Menschen besonders stark auf visuelle Informationen reagieren und man durch visuelle Information Zusammenhänge ausdrücken kann, wie es mit Wörtern nur schwer möglich ist, setze ich die Technik gerne als Instrument der Visualisierung für manche Denkwerkzeuge ein.

Bild 1 stellt eine Visualisierung der des Denkwerkzeugs Hervorheben dar, welches ich gestern vorgestellt habe. Die orangen Cluster symbolisieren die mit der unstrukturierten Technik Aussagenstarter gefundenen Problemcluster, die gelben könnten nachträglich hinzugefügt worden sein.

So funktioniert es:
Mind Mapping nach Tony Buzan arbeitet nach einer Reihe einfacher Regeln, die ich in einer dreiteiligen Serie vorgestellt habe: Teil 1, Teil 2, Teil 3.

Mind Mapping Kalender
Auf imgriff habe ich vor einigen Tagen einen interessanten Post über das Chronotbook der japanischen Firma Muji gefunden. Das Chonotbook stellt eine Art visuellen Kalender zur Zeitplanung dar. Diese Vorlage ein wenig weitergesponnen und einmal herumexperimentiert, wie eine visuelle Tagesplanung in einer Kombination mit Mind Mapping aussehen könnte.
Beim Chronotebook (siehe Bild 2) gibt es jeweils für Vormittag und Nachmittag einen Zeitkreis.

Der Vorteil besteht darin, dass man die verplanten Zeitstücke sieht. In Kombination mit Mind Mapping (Bild 3) könnte man nun die Ereignisse in Form von Zweigen an den Zeitkreis dranhängen und damit nicht nur das Ereignis an sich, sondern auch die Details in Form von Unterzweigen anschließen. Mit speziellen Farbcodes und Symbolen wie bei Mind Mapping könnte man noch mehr Infos hineinpacken. Angst, dass der Kreis überfüllt wird hätte ich nicht (zumindest nicht beim Großteil der Menschen), zumindest wenn in den Kalender nur Dinge hinein kommen, die an einen spezifischen Zeitpunkt gebunden sind (wie z.B. eine Besprechung) und der Kalender nicht als Todo-Liste mit verwendet wird.

iMindMap Version 3 erschienen

Donnerstag, 11. September 2008

Seit heute ist sie erhältlich, Tony Buzans neue Version seiner Software iMindMap. In einem Interview, das ich letztes Jahr mit ihm geführt habe, wollte er sich noch nicht zu den Neuerungen äußern, um die Spannung hoch zu halten.
Neuerungen im Vergleich zur Version 2.5. gibt es jede Menge, so viel steht fest. Ich hatte als Betatester ja schon etwas länger Gelegenheit mit der Software zu arbeiten.

Drei unterschiedliche Lizenzen
Auch die Macher von iMindMap haben sich nun dazu entschlossen unterschiedliche Versionen mit abgestufter Funktionsvielfalt und gestaffelten Preisen auf den Markt zu bringen. In Zukunft hat der Nutzer die Wahl zwischen iMindMap Elements, Professional und Ultimate.

Auf einige der neuen Features, die aus meiner Sicht wichtig sind, möchte ich eingehen. Um noch einen anderen Blick auf die Software zu bekommen, empfehle ich einen Post auf dem MindMapping Software Blog.

Die Benutzeroberfläche – übersichtlich und aufgeräumt
Bild 1 zeigt die neue Nutzeroberfläche, die sich von der alten deutlich unterscheidet. iMindMap hat einige neue Funktionen bekommen, so dass sich die Macher entschlossen haben, diese nicht alle in Form einzelner Icons in den Symbolleisten zu platzieren, sondern diese in grafische Oberkategorien zusammen zu führen.


Die neuen Funktionen – eine Vielzahl an Neuerungen und Verbesserungen
Neuerungen gibt es viele, die interessantesten möchte ich herausgreifen. Für einen Gesamtüberblick über alle Neuerungen empfehle ich die iMindMap Website.

Autolayout – Drei Stile, stufenlos veränderbar
Im Nachhinein kann man es natürlich nie genau sagen, was jetzt den Ausschlag gegeben hat, aber ich erinnere mich, dass ich nach Erscheinen der Version 2 den Vorschlag gebracht habe, dass es eine Möglichkeit geben sollte, im Layout der Maps zwischen organischen Mind Maps, wie von Tony Buzan entwickelt und der linearen und starren Darstellungsweise anderer Mapping Programme zu wechseln. Genau diese Funktion gibt es nun: Die Funktion Autolayout bietet über einen stufenlos verstellbaren Regler die Möglichkeit, zwischen der linearen Ansicht (Bild 2), der organischen Ansicht (Bild 3) und der radialen Ansicht (Bild 4) zu wählen.







Bild 5 zeigt das ursprüngliche Mind Map, dass ich per Freihandmodus erstellt habe. Ist die Funktion Autolayout einmal aktiviert, gibt es keine Möglichkeit mehr, die ursprünglich selbst gezeichnete Map wiederherzustellen, daher sollte man immer ein Duplikat speichern.
Neben der Autolayout-Funktion gibt es natürlich nach wie vor die Möglichkeit die Zweige selbst zu ziehen oder mit dem Freihandmodus komplett frei zu zeichnen.



Die Autolayout-Funktion hat die positive Konsequenz, dass jetzt ähnlich wie bei MindManager unendlich viel Platz zur Verfügung steht, das Map zu zeichnen, da die Software den Platz immer wieder neu justiert und alle Zweige unterbringt.
Dabei wird in Kauf genommen, dass die so entstanden Maps einige Mind Mapping Regeln, die Tony Buzan aus gutem Grund entwickelt hat, verletzen. So rückt die Information auf den Hauptzweigen, die eigentlich direkt an das Zentrum eines Mind Maps anschließen sollte, weit nach außen, um alles unter zu bringen. Durch das Autolayout geht auch die Individualität und Einzigartigkeit der Darstellung eines Mind Maps verloren, die besonders für das Lernen und Merken wichtig ist. Schön ist, man kann mit iMindMap beides haben.

Speedmapping – Verbesserung in der Bedienung
Der Speedmapping Modus ähnelt von seiner Bedienung der Software MindManager. In diesem Modus wird das individuelle Zeichnen der Zweige unterbunden. Statt dessen wird per Tastendruck automatisch ein neuer Zweig eingefügt und von der Software automatisch platziert. Hat diese Anordnung der Zweige in der Vorgängerversion noch nicht so wirklich funktioniert, klappt es jetzt einwandfrei, ohne Überscheidungen der Zweige und in drei Stilen (linear, organisch und radial).

Projektmanagement-Funktion mit integrierten GANTT-Diagrammen
Auch hier haben sich die Macher von iMindMap an den aktuellen Entwicklungen anderer Hersteller orientiert. Sicherlich auch, um den potenziellen Nutzerkreis der Software zu erweitern.
iMindMap kommt nun mit einem integrierten Projektmanagement-Modus (siehe Bild 6), je nach erworbener Linzenz. Jeder Zweig kann nun mit Aufgabeninfos und Enddaten versehen werden. Das Ganze wird automatisch in einem GANTT-Diagramm dargestellt.



Aus meiner Sicht ist dieser Modus von der Grundidee her gut gedacht, allerdings nur beschränkt - für meine persönliche Arbeitsweise gar nicht - für die tägliche Projektarbeit tauglich: Im iMindMap Projektmanagement Modus werden automatisch alle bestehenden Zweige eines Mind Maps hinzugefügt und in das GANTT-Diagramm eingebaut. Der Nutzer hat keinen Einfluss darauf, welche Zweige aufgenommen werden und welche nicht. Bild 6 zeigt das für diesen Artikel verwendete Map, das aus 137 Zweigen besteht. D.h. im Projektmanagement habe ich 137 Aufgaben und 137 Balken im GANTT-Diagramm. Das macht das Ganze nicht nur unpraktisch, da ich die meisten Zweige gar nicht in der Projektansicht haben möchte, sondern fast unnavigierbar, da man sich in der Projektansicht fast zu Tode sucht.

Import von Freemind und MindManager Dateien
Kräftig aufpoliert wurden die Import und Exportfunktionen von iMindMap 3. Nun ist es sogar möglich MindManager Dateien zu importieren. Zumindest teilweise. Manche Bilder, Icons, Anmerkungen und Hyperlinks fallen dem Import zum Opfer. Im großen und ganzen funktioniert es allerdings gut. Bild 7 zeigt ein ursprüngliches MindManager Map, Bild 8 zeigt das importierte Ergebnis in iMindMap. Klasse finde ich, dass man nun beim importierten Map den Mapstil ändern kann (linear, organisch, radial).





Export – interaktive Präsentation und OpenOffice Unterstützung
Sehr Erfreuliches gibt es auch bei den Exportfunktionen zu vermelden. Der bisher fehlende Präsentationsmodus wird nun zumindest teilweise über die Funktion interaktive Präsentation nachgeholt. Hier wird ein Map in eine Powerpoint Datei exportiert. Per Animationsfunktion kann man dann jeden Zweig per Tastenklick einblenden. Leider hat diese Funktion bisher bei mir nie funktioniert, was möglicherweise an meiner alten Office-Version liegt.
Umso erfreulicher ist es, dass nun auch Nutzer von OpenOffice auf Ihre Kosten kommen, auch dieses wird von iMindMap 3 unterstützt, allerdings nicht die Funktion interaktive Präsentation.

Fazit
Abschließend kann ich sagen, dass sich seit der letzten Version wirklich einiges getan hat und den iMindMap Machern der Spagat zwischen wirklichen Mind Maps und den Möglichkeiten Mind Map ähnlicher Visualisierungen gut gelungen ist. Daher stimme ich der etwas plakativen Aussage auf der iMindMap Homepage zu, dass iMindMap das einzige Programm ist, mit dem man wirkliche Mind Maps erstellen kann. Und jetzt eben noch viel mehr. Eine Entwicklung der Funktionen hin zu bestehenden Programmen, vor allem MindManager, ist nicht zu übersehen.

Im erweiterten Teil gibt es meine Rückmeldung und Bewertung zur Software mit der PPCO-Methode.


"iMindMap Version 3 erschienen" vollständig lesen

Die Landkarte der Karriere - Personalmarketing mit MindManager

Donnerstag, 28. August 2008

Als potenzieller Bewerber, der sich vor einer Bewerbung über ein Unternehmen informieren möchte, ist man mit einer Vielzahl von Karrierewebsites von Unternehmen konfrontiert. Diese sind mehr oder weniger gut strukturiert und optisch anspruchsvoll, auf jeden Fall gibt es für den Neuling auf einer solchen Karrierewebsite eine Vielzahl an Informationen und Texten, durch die er sich navigieren muss.

Mind Maps helfen, sich in komplexen Informationsstrukturen leichter zurecht zu finden. Besonders wirkungsvoll sind Mind Maps, wenn man diese selbst erstellt, um sich z.B. Exzerpte aus Büchern zu machen oder selbst Information aufzubereiten. Wenn man diese selbst erstellt, kann man diese so individuell wie möglich gestalten und so den Wiedererkennungswert erhöhen und den Zugang zum in den Mind Maps gespeicherten Wissen erleichtern.

Visuelles Karrierecenter
Es gibt allerdings auch Möglichkeiten, die visuelle Struktur von Mind Maps zu verwenden, um selbsterklärende Visualisierungen zu erstellen, um anderen Personen den Einstieg in ein Thema zu erleichtern.
Mit Mindjet MindManager habe ich einmal exemplarisch die (Karriere-)Websites von zwei Banken – der Deutschen Bank und der DekaBank – auf diese Weise visualisiert. Ich habe mich dabei ausschließlich der auf den Websites vorhandenen Information und Bildern bedient.
Ziel dieser visuellen Karrierecenter ist es, einen besseren Überblick zu ermöglichen, die Navigation zu erleichtern und die Geschwindigkeit, mit der Informationen gefunden werden können, zu erhöhen.

Eingesetzt werden könnten diese Karrierecenter als Mittel des Personalmarketings, um potenziellen Bewerbern eine leicht verständliche Visualisierung der Karrieremöglichkeiten in einem Unternehmen zu bieten, eine Art Landkarte, von der auch der Bewerber mit einem Klick alle weiteren Informationen erhält.

Flexible Ansichten mit Hyperlinks
Bild 1 und 2 zeigen jeweils die Grundansicht der von mir erstellten Karrierecenter für die Deutsche Bank und die DekaBank. Die erstellten Maps sind nicht komplett sichtbar sondern "eingeklappt", so dass nur die wichtigsten – für den Einstieg relevanten – Information dargestellt werden. Die "+" Symbole hinter den Zweigen zeigen an, dass sich dahinter weitere Details verbergen, die per Klick aufgeklappt werden können.












Die Funktionalitäten
Die hier dargestellten Visualisierungen sind so ausgestattet, dass von vielen Zweigen des Maps direkt auf die Website verlinkt wird, um weitere Informationen anzuzeigen. Bild 3 zeigt einen Zweig (gefiltert) mit den entsprechenden Hyperlink-Symbol. Ein Klick darauf befördert den Nutzer direkt auf die entsprechende Seite der Deutsche Bank Homepage.





Die Navigation – viele Möglichkeiten
Die bisher dargestellten Maps sind alle nicht vollständig ausgeklappt, um die Navigation zu erleichtern. Vorausgesetzt, die Nutzer nutzen MindManager oder den kostenlosen MindManager Viewer, um sich die Datei anzusehen, dann gibt es nun mehrere Möglichkeiten zu navigieren:


  • der Nutzer nutzt die Plus- und Minus-Symbole, um das Map an den interessanten Themen aufzuklappen.
  • Mind Manager 7 bietet die Möglichkeit von gespeicherten Mapansichten. Hier bietet es sich an, je nach Zielgruppe eine Ansicht zu speichern, also z.B. vier Ansichten für die jeweiligen Zielgruppen (Siehe Bild 4).




  • Ein Klick auf die jeweilige Ansicht würde das Map personalisiert für die Zielgruppe mit den relevanten Zweigen darstellen.
  • Über die Funktion Aufgabeninfo von MindManager lassen sich Zweige beschriften und dann danach filtern.

Bild 5 zeigt die personalisierte Ansicht für die Zielgruppe der Berufserfahrenen bei der DekaBank (zum Vergrößern klicken)




Die Kommunikation an die Zielgruppe – viele Formate möglich
Kann man erwarten, dass alle Bewerber MindManager haben, oder Lust haben sich den Viewer herunter zu laden. Vermutlich nicht! An vielen Universitäten gibt es MindManager für die Studenten gratis, da die Unis Teil des Mindjet Partnerprogramms sind.
Abgesehen von MindManager Format (.mmap) lässt sich das Map auch als anklickbares Bild ins Internet stellen, mit funktionierenden Hyperlinks etc.
Mit noch weniger Funktionen aber möglicherweise immer noch interessant ist ein Export in das PDF Format. Hier wäre das Map dann allerdings auf die reine Visualisierung beschränkt. Der aus meiner Sicht große Mehrwert Verlinkungen und Anhänge bereit zu stellen, sowie weitere Information in Form von Textnotizen bereit zu stellen, ließe sich damit nicht realisieren.

Mehrwert für die Zielgruppe
Die hier dargestellten Maps sind von mir in überschaubarem Zeitaufwand zusammen gestellt worden. Als Informationsquelle dienten mir die bestehenden Website der beiden Banken. Ich glaube, richtig interessant wird es, so ein Map zusammen mit Vertretern der Banken zu erstellen, da hier noch wesentlich mehr nützliche Infos eingebaut werden könnten. Ich denke da z.B. an die Möglichkeit Info-PDFs als Anhänge in das Map einzufügen, so dass potenzielle Bewerber mit dem Map über ein digitales Informationszentrum verfügen, welches Sie offline nutzen können und das alle wichtigen Informationen auf einer "Seite" enthält bzw. zugänglich macht.

Für alle die, die jetzt "ja, aber..." sagen, habe ich im erweiterten Teil des Post eine PPCO-Bewertung des Konzepts vorgenommen.


"Die Landkarte der Karriere - Personalmarketing mit MindManager" vollständig lesen

Brainstorming: online und offline

Samstag, 2. August 2008

Durch einen Kommentar auf diesem Blog, bin ich dazu angeregt worden, etwas über die verschiedenen technischen Möglichkeiten zu schreiben, ein Brainstorming durchzuführen.

Brainstorming nach Alex Osborn
Alex Osborn, der den Begriff des Brainstorming geprägt hat, definierte Brainstorming als "den Versuch einer Gruppe, durch das Anhäufen von Ideen Lösungen für eine konkrete Fragestellung zu finden". Als Osoborn damals in den 1950er die Technik entwickelte gab es als Mittel der Umsetzung nur Papier und Stift. Die Ideen wurden also einfach untereinander auf ein Flipchart oder ähnliches geschrieben.

Vier Arten der Umsetzung
Ich möchte für diesen Post insgesamt vier Arten der Umsetzung von Brainstorming unterscheiden.




  • Traditionell
  • Digital und offline
  • Digital und online bei gleichzeitiger Aktion aller Teilnehmer
  • Digital und online bei zeitunabhängiger Aktion der Teilnehmer


Traditionell: Stick' em up
Die damals von Osborn verwendete Variante, alle Ideen untereinander auf Papier zu schreiben, ist heute sehr selten geworden. Heute findet Brainstorming, zumindest in Moderationen, meist mittels Karten statt, die an Stellwände gepinnt werden, oder mit Hilfe selbstklebender Post-It Zettel, die einfach auf Flipchart-Papier geklebt werden. Bei dieser Art schreiben die Teilnehmer eines Brainstormings Ihre Ideen selbst auf die Zettel. Ich persönlich verwende das letzt genannte Vorgehen, da das Umsortieren und Gruppieren der Ideen so am schnellsten geht. Das Vorgehen mit den Post-its wird in der Kreativitäts-Literatur auch Stick'em up Brainstorming genannt.

Digital und offline
Hier wird zum Festhalten der Ideen ein Computer verwendet, in den alle Ideen eingegeben werden. Der Computer dient einfach als Eingabemittel, der es danach erleichtert, die Inhalte umzusortieren und diese leichter weiter zu bearbeiten. Bei diesem Vorgehen ist es oft so, dass es einen Protokollanten (der meist nicht gleichzeitig Moderator ist) gibt, der alle Äußerungen einer Gruppe mitschreibt. Software die man dafür nutzen kann, gibt es viele. Die simpelste und für die meisten Menschen einfachste Variante ist ein Textverarbeitungsprogramm zu verwenden. Ich arbeite gerne mit MindManager, hier habe ich mir spezielle Moderationsvorlagen (Siehe meine Posts zu TO-LO-PO-SO-GO und CPS) erstellt, die ich dafür verwende.
Ein anderes schönes Programm, dass sogar die Klebenotizen grafisch darstellt, ist VUE ein Freewareprogramm entwickelt von der Tufts University, das im Moment speziell für kreative Problemlöseprozesse weiter entwickelt wird. Daneben gibt es auch noch eine Reihe speziell für Moderationen entwickelte Programme.

Digital und online
Bei dieser Variante findet das Brainstorming mittels einer Internetverbindung statt.
Hier möchte ich noch einmal zwei Gruppen unterscheiden.

Online-Brainstorming mit gleichzeitiger Aktion aller Teilnehmer
Bei dieser Art können alle Teilnehmer gleichzeitig über Ihren Computer Eingaben selbst verfassen. Diese tauchen dann gleich im entsprechenden, gemeinsam genutzten Dokument auf. Die Teilnehmer können theoretisch alle im gleichen Raum sitzen und über Rechner Input eingeben. In der Praxis wird es häufiger so sein, dass die Teilnehmer an unterschiedlichen Orten sitzen und gleichzeitig an einem Online-Brainstorming teilnehmen. Um ein solches Brainstorming durchzuführen, kann man speziell dafür erstellte Software nutzen (z.B. hat sich IBM hierfür intern eine eigene Lösung geschrieben), die dann teilweise auch eine Moderatorfunktion vorsieht oder sich selbst eine Lösung basteln. Hier wäre z.B. eine Lösung mit Google-Docs und einer Konferenzsoftware wie z.B. pcvisit denkbar. Seit kurzem ist auch möglich, ein Online-Brainstroming mit mehreren Teilnehmern mit Hilfe von Mindjet MindManager und der neuen Connect-Lösung von Mindjet zu erstellen. Diese sieht auch Tonübertragung vor, so dass das Eingreifen eines Moderators denkbar wäre.
Besonders faszinierend fand ich ein kürzlich statt gefundenes Brainstorming in Second Life bei dem ein Google Dokument in den virtuellen Brainstorming in Second Life projiziert wurde.

Zeitungebundes Online-Brainstorming
Bei dieser Variante können die Teilnehmer Ihre Ideen fast völlig zeitunabhängig in ein dafür vorgesehenes Online-Forum eingeben. Meist wird für eine Ideensession ein gewisser Zeitraum ausgeschrieben, z.B. zwei Wochen. Während dieser Zeit können die Teilnehmer nach Lust und Laune Ihre Ideen eingeben.
Dies kann in der Form geschehen, dass alle Teilnehmer die bereits geschriebenen Ideen sehen können, wie dies bei brainr ermöglicht wird. Anderseits kann es auch geschlossen ablaufen, so dass nur der Auftraggeber die Ideen sieht, die Inputgeber selbst allerdings Ihre Inhalte in eine Art Black Box schieben, wie dies bei brainfloor der Fall ist. Es gibt außerdem eine dritte Variante, bei der man sich mit einer Gruppe von Teilnehmern in ein geschlossenes Forum einmieten kann, wo dann allerdings alle zugelassenen Teilnehmer alles sehen.

Meist noch traditionell
In den meisten Unternehmen finden definitiv noch die traditionellen Brainstormings statt. Dies hat meines Erachtens mehrere Gründe:

  • die Leute sind diese Art einfach gewohnt
  • es ist am einfachsten durchzuführen
  • Gruppendynamiken können sich in solchen persönlichen Sessions am einfachsten entfalten
  • meist fehlt es an den technischen Voraussetzungen für andere Lösungen
  • oft sind die Computerfähigkeiten der Teilnehmern nicht ausreichend genug
    um an einem Online-Brainstorming teilzunehmen.


Unten stehend habe ich eine Evaluationsmatrix erstellt, in der ich die unterschiedlichen Arten aus meiner Sicht nach einigen Kriterien evaluiert habe.


Erweiterte Mind Maps

Donnerstag, 24. Juli 2008

Kürzlich habe ich in den USA eine Masterarbeit von Dave Hoffmann gelesen, in der er vorgeschlagen hat, die Mind Mapping Technik nach Tony Buzan für noch mehr Sinne zugänglich zu machen.

Zur Erinnerung: Mind Mapping arbeitet bereits mit einer Vielzahl an Ankern, um es unserem Gehirn leicht zu machen, die Inhalte zu verarbeiten. z.B. Wörter, Farben, Symbole, Bilder sowie die räumliche Anordnung der Inhalte in Form eines nach außen wachsenden Zweiggerüsts.
Das unterscheidet Mind Maps grundlegend von der sequenziellen Aneinanderreihung von Information, wie dies z.B. in diesem Text geschieht. Die visuelle Darstellung verringert dabei Komplexität und erleichtert das verstehen, lernen und behalten der Inhalte.

3D - Mind Maps
Dave schwebt nun ein Konzept vor, Mind Maps durch unterschiedliche Oberflächentexturen zu erweitern, so dass auch der Tastsinn angesprochen wird. Also z.B. einen Zweig mit einer Sandpapiertextur oder einer Holzmaserung. In diese Oberflächen könnten nun zusätzliche Informationen kodiert werden, z.B. Schwierigkeiten als raue Oberfläche und gut funktionierende Dinge als glatte Oberfläche. Außerdem könnten nach diesem Modell Mind Maps auch als 3D Konstruktionen erstellt werden, um ein räumliches Gefühl zu vermitteln. Nach Daves Vorstellungen müsste man diese Mind Maps wirklich händisch bauen, um sie dreidimensional werden zu lassen. Zweidimensional auf einer Fläche angeordnet könnten diese zumindest mit Texturen (z.B. mit speziellen Klebebändern...) erweitert werden.

Erweiterte digitale Mind Maps
Ich habe nun an meine eigene Arbeit und an meine Kunden gedacht. Hier findet viel in Form von digitalen Mind Maps mit Hilfe von Software statt. Auch diese könnte man (in diesem Falle die Softwarehersteller) leicht erweitern, um diese noch vielfältiger zu machen.

Ein paar Ideen:

Audiosymbole
Bereits jetzt kann man mit Software wie MindManager oder iMindMap von jedem Zweig beliebig auf Dateien verlinken, auch auf Audiodateien. Ein Erweiterung dieses Prinzips könnte sein, ein kleines grafisches Symbol zu haben, dass bei einer Mausberührung einen Ton abspielt.

Texturen
Daves Idee der Texturen sollte sich ohne Probleme umsetzen lassen, in dem man die bestehende Möglichkeit, Farben für bestimmte Zweige zu ermöglichen um Texturen (dies ist in vielen Grafikprogrammen möglich) erweitert.

Bewegtbilder
Die Software iMindMap ermöglicht es bereits jetzt, animierte Gif-Bilder einzufügen. Diese sind allerdings nur animiert, wenn man das Map als html-Datei exportiert. Nett wäre es auch, wenn man Videos in Maps einbinden könnte. Diese könnten z.B. in einem Miniaturbild dargestellt werden und bei einem Klick automatisch vergrößert werden (siehe Bild 2 und 3) und abgespielt werden. Auch hier kann man sich bereits jetzt mit Verlinkungen zu Websites behelfen.
Ähnlich, wie ich ein Video in mein Blog einbinden kann, könnte es in Zukunft möglich sein, ein Video in das Dateiformat von Programmen wie MindManager oder iMindMap einzubinden.









Diese Vorschläge sind alle noch nicht weiter entwickelt, ich glaube allerdings, dass es hier für digitale Mind Maps noch sinnvolle Erweiterungsmöglichkeiten gibt, um noch mehr Sinne anzusprechen oder Informationen durch das gleichzeitige Anbieten mehrerer Elemente auf einem Zweig noch zu verdichten.

Das Creative Problem Solving (CPS) Verfahren

Donnerstag, 10. Juli 2008

Gibt es ein Verfahren mit dem man, wenn man es anwendet, innovative Lösungen für Herausforderungen und Probleme finden kann? Sozusagen fast automatisch?
Automatisch geht es leider nicht, aber Verfahren, die einen bei der zielgerichteten Suche nach innovativen Lösungen unterstützen können und die Erfolgswahrscheinlichkeit stark erhöhen, gibt es sogar mehrere:

Das TO-LO-PO-SO-GO Verfahren von Edward de Bono zu diesem Zweck sowie die Visualisierung mit Mindjet MindManager habe ich hier schon ausführlich vorgestellt. Aus Russland kommt das TRIZ-Verfahren zur Erfinderischen Problemlösung. Eine weitere große Schule ist das Synectics Verfahren.
Das Verfahren, das wissenschaftlich auch heute noch am stärksten untersucht, evaluiert und weiterentwickelt wird ist das Creative Problem Solving (CPS) Verfahren. Seinen Ursprung hat CPS in den 50ern Jahren am International Center for Studies in Creativity in Buffalo USA, wo ich auch meine Ausbildung dazu erhalten habe. Mit entwickelt wurde CPS in den Anfängen von Alex Osborn, dem Erfinder des Brainstorming, der auch hier zu Lande den meisten ein Begriff ist.

CPS: Ein expliziter Prozess zur kreativen Problemlösung

CPS ist keine Zauberei oder eine irgendwie besonders komplizierte Methode. CPS ist (wie übrigens die oben genannten Verfahren auch) ein expliziter Prozess, der sich an der natürlichen Art und Weise vieler Menschen Probleme zu lösen orientiert.





Das Bild (nach Miller, Vehar und Firestien) zeigt die drei Komponenten von CPS. In den Grundzügen ähneln sich alle vier genannten Prozesse:
Am Anfang steht immer eine Analyse des Problems / der Herausforderung. Wenn man dies einmal herausgearbeitet und eingegrenzt hat, folgt eine Phase der Ideengenerierung. Die gefundenen Ideen werden dann in einer weiteren Stufe weiterentwickelt und umsetzbar gemacht. (Einen guten Einblick in die grundlegende Struktur von TRIZ und dem Design Thinking Modell von Ideo bietet übrigens die aktuelle Ausgabe des Harvard Business Managers)

Einsatz bei "kreativen" Problemen

Warum rede ich immer von kreativen Problemen? Alle genannten Verfahren kommen zum Einsatz, wenn es sich um Probleme oder Herausforderungen handelt, die vom Ergebnis her offen sind, d.h. das Endergebnis steht nicht im Vorhinein fest, wie z.B. bei einem Reparaturprozess, und deren Lösungen in irgendeiner Weise neu und anders sein müssen. Mit diesen beiden Kriterien haben wir eine Arbeitsdefinition (es gibt viele mehr) von Kreativität: Etwas das neu ist und Nutzen bietet. Ob es sich dabei um ein reaktives Vorgehen auf ein vorhandenes Problem handelt oder ein proaktives Vorgehen, um Probleme zu vermeiden, ist dabei egal.

Mehrere Phasen mit wiederkehrenden Arten des Denkens

Bild 1 zeigt die drei Komponenten von CPS, die wiederum in weitere Phasen unterteilt werden. Jeder dieser Phasen ist gemein, dass Sie zuerst divergierendes Denken (die breite Suche nach unterschiedlichen, neuen Alternativen) gefolgt von konvergierendem Denken (die fokussierte und bejahende Bewertung der Alternativen) erfordern (siehe Bild 2).




(Dieses Bild ist eine Kombination der Arbeiten von Puccio, Murdock und Mance sowie Miller, Vehar und Firestien)

Die Vermischung dieser beiden getrennten Phasen führt dazu, dass sogenannte „Ideensitzungen“ meist in die Hose gehen (einen schönen Beitrag hat dazu Jürgen Stock vom heureka-Blog geschrieben).

Kombination mit Denkwerkzeuge und Kreativitätstechniken

Angereichert werden die einzelnen Phasen von CPS (und auch die der anderen Verfahren) nun mit Kreativitätstechniken und Denkwerkzeugen um das beste aus einer Gruppe herauszuholen.

Da dies in Kombination alles nicht so einfach ist, werden Problemlöseverfahren in Gruppen meist durch einen Facilitator (Prozessmoderator) geleitet, der die Gruppe geschickt durch den Prozess leitet.

Warum?

Eingesetzt wird CPS immer dann, wenn innovative Lösungen auf Probleme (reaktiv) oder Herausforderungen (proaktiv) nötig sind. Der Einsatz von CPS ermöglicht es, die Arbeit, die in Gruppen oft in vielen Tagen oder Wochen statt findet auf einige Stunden zu kondensieren. Außerdem wird das leichter möglich gemacht, was oft aus eigener Anstrengung nur mit sehr viel Aufwand oder gar nicht möglich ist: Umsetzbare innovative Lösungen.

Hauptsächlich in Gruppen, aber auch alleine

Am meisten Sinn mach es, solche Prozesse in Gruppen einzusetzen. Es ist aber genauso möglich, den Prozess alleine zu durchlaufen. Am Beispiel von de Bonos TO-LO-PO-SO-GO habe ich das bereits einmal durchexerziert.
Ähnlich wie bei TO-LO-PO-SO-GO lässt sich auch der CPS-Prozess visualisieren und protokollieren(!). Auch hier habe ich wieder Mindjet MindManager benutzt.



(Entwickelt von Florian Rustler)