Kreativtraining, Kreativseminar und Kreativworkshop
Gibt es dar einen Unterschied zwischen einem Seminar, einem Training und einem Workshop? Mir fällt auf, dass viele Gesprächspartner die Begriffe oft synonym verwenden.
Ich treffe folgende Unterscheidungen, die für mich als Auftragnehmer und Anbieter von sowohl Kreativworkshops als auch Kreativtrainings und anderen Trainings einen großen Unterschied machen.
Seminar/ Training = Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten

Die Begriffe Seminar und Training sind für mich gleich bedeutend. Bei einem Seminar geht es um die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten. D.h. es steht das Erlernen von Kreativtechniken im Vordergrund. Ziel eines Kreativseminars ist es, den Teilnehmern die Inhalte so zu vermitteln, dass diese damit nach dem Seminar alleine weiter arbeiten können und diese eigenständig anwenden können. In einem Kreativseminar werden Kreativtechniken an konkreten Beispielen der Teilnehmer geübt, es geht allerdings vornehmlich um das Üben und Erlernen der Kreativtechniken. Das bedeutet, dass Teilnehmer in einem Seminar nicht unbedingt Lösungen auf ein Problem erarbeiten, sondern alles unter dem Aspekt der Übung von Techniken steht.
Kreativworkshop = Erarbeiten von konkreten Ergebnissen

In einem Kreativworkshop in dem ich als Prozessmoderator auftrete geht es darum, konkrete Ergebnisse auf eine bestimmte Fragestellung / ein Problem zu erarbeiten. Eine grobe Eingrenzung findet vor dem Workshop in einem Gespräch zwischen dem Moderator und dem Auftraggeber statt. Ziel des Workshops ist es Kreativtechniken so auszuwählen und einzusetzen, dass sie dem Kunden helfen, Lösungen auf sein Problem zu erarbeiten, sie sind dabei nur Mittel zum Zweck. Wenn ich einen Kreativworkshop als Prozessmoderator leite, sind keine Vorkenntnisse in Kreativtechniken nötig. Ich erkläre diese im Workshop so, dass alle Teilnehmer diese unter Anleitung sofort auf die gegebene Aufgabenstellung anwenden können. Die Techniken richten sich immer nach dem Stand des Problems bzw. dem Ergebnis. Es wird so lange gearbeitet, bis ein Ergebnis erzielt und ein Handlungsplan erstellt wurde.
Es gibt allerdings auch in einem Workshop die Möglichkeit, diesen so zu gestalten, dass die Teilnehmer die Techniken danach selbst einsetzen können. Dazu muss dann noch etwas mehr Zeit eingeplant werden. Dies macht dann Sinn, wenn eine Gruppe nach dem Workshop gemeinsam weiter arbeitet.
Wir kennen es alle, dass die meisten Menschen (das kann man ohne Übertreibung sagen) sehr schnell eng und fokussiert denken und schnell ein Urteil fällen und große Schwierigkeiten haben, die Beurteilung zurück zu stellen und offen für Alternativen zu bleiben. Während meiner Facilitator-Ausbildung in den USA habe ich dafür den Begriff "Krokodil-Reaktion" gelernt. Eine Krokodil-Reaktion spielt auf die Metapher des Reptiliengehirns an, ein evolutionär älterer Teil unseres Gehirns, in dem z.B. die Amygdala sitzt, die aktiviert wird, wenn Angst und negative Emotionen im Spiel sind. In solchen Situationen, z.B. wenn ich auf dem Waldboden eine Schlange sehe, brachte es einen evolutionären Vorteil, schnell und sozusagen automatisch zu handeln. Es ist sozusagen eine Überlebensreaktion. Diese zeigt sich heute noch schön in Diskussionen, wenn Menschen den Status quo in Gefahr sehen und nun alle Mittel darauf verwenden, diesen zu verteidigen.
Stufe 3: Regelmäßig wiederholen

Beziehungen als Ziel jedes Handelns

