TO-LO-PO-SO-GO: Die PO-Stufe

Sonntag, 13. Januar 2008

Vorherige Posts zu Thema:



PO steht für possibilities oder provocative operation. Die PO-Phase ist die Phase, in der Ideen generiert werden. Ablaufen kann diese Phase wie ein Brainstorming, d.h. in einer Gruppe nennt jeder seine Einfälle und andere können/sollen diese aufgreifen und weiter entwickeln. Möglich ist auch der Einsatz spezieller Kreativitätstechniken, wie z.B. die Fluchtmethode oder die Zufallswortmethode.
Ruth Pink weist in Ihrem Buch Bewusst kreativ darauf hin, dass eine Kreativphase 15 bis 20 Minuten dauern sollte. Dabei wird höchst wahrscheinlich jede Gruppe durch ein Ideen-Tal gehen, eine Phase, in der die Ideen besonders spärlich fließen. Es lohnt sich allerdings durch dieses Tal zu durchschreiten, da oft besonders gegen Ende noch einige sehr gute Einfälle entstehen. In unserer letzten Denkclubsitzung haben wir das auch wieder erleben dürfen.

Wie bei allen Kreativitätstechniken ist es zentral, dass das finden von Ideen und das Bewerten von Ideen getrennt wird. In der PO-Phase werden die gefundenen Ergebnisse nicht kritisiert, analysiert oder sonst irgendwie beurteilt.
Die Verfeinerung und Weiterentwicklung folgt in der nächsten Stufe, der SO-Phase.

TO-LO-PO-SO-GO

Montag, 17. Dezember 2007

Das ist kein Zungenbrecher, sondern der Name eines Prozesswerkzeugs nach Edward de Bono.
Was ist ein Prozesswerkzeug? Als Prozesswerkzeug bezeichne ich eine Methode oder Vorgehensweise, die einen gesamten Denkprozess von Beginn bis Ende strukturiert. Im Gegensatz zu anderen Denkwerkzeugen (vorgestellt, habe ich z.B. schon PMI oder Techniken des lateralen Denkens), kümmert sich ein Prozesswerkzeug nicht um einen bestimmten Aspekt des Denkens, sondern um den Denkprozess als Ganzes. Daher der Name Prozesswerkzeug.

Zur Abgrenzung: Laterale Techniken, die gerne auch Kreativitätstechniken genannt werden, haben zum Ziel, neue Ideen zu generieren und einen Spurwechsel im Denken zu erzeugen (Siehe hierzu meine Posts zur Fluchtmethode und zur Zufallsstimulation). Was man davor macht und was danach mit den Ideen passiert, oder ganz generell, wann man z.B. die Techniken des lateralen Denkens überhaupt einsetzt, darüber sagen die Techniken des lateralen Denkens nichts aus. Dafür benötigt man andere Werkzeuge, z.B. das TO-LO-PO-SO-GO-Werkzeug.

Die Abkürzungen stehen für die fünf Phasen des Denkprozesses.
TO: Zielsetzung
LO: Informationssammlung
PO: Generieren von Möglichkeiten
SO: Auswählen und verdichten der generierten Ideen und Möglichkeiten
GO: Umsetzungsschritte

In jeder der fünf Stufen können wiederum gesondert spezielle Techniken zum Einsatz kommen, wie z.B. die vorher erwähnten Techniken des lateralen Denkens. Andere Techniken können eingesetzt werden, müssen es aber nicht. Man kann TO-LO-PO-SO-GO einfach auch als Grundgerüst für das Denken sehen, ohne weitere Werkzeuge einzusetzen.

Hintergrund:
Denk- und Kreativitätsforscher haben in jahrelanger Forschungsarbeit Denkprozesse untersucht und daraus Modelle für einen vollständigen und effektiven Denkprozess abgeleitet, einer der Pioniere auf diesem Gebiet ist Edward deBono. Auch andere Forscher wie z.B. Teresa M. Amabile von der Havard School of Business sind mit ganz ähnlich strukturierten Modellen in die Öffentlichkeit getreten.

Beispiele:
Typische Einsatzbeispiele für die TO-LO-PO-SO-GO-Methode sind folgende Aufgaben:


  • Sie möchten ein neues Veranstaltungskonzept für einen Kunden entwickeln
  • Eine Firma möchte ein neues Preissystem einführen
  • Sie planen eine Urlaubsreise
  • Ein Lehrer erstellt ein neues Unterrichtskonzept / ein Trainer ein neues Seminarkonzept

Sehr viele Aufgaben lassen sich in die oben genannten fünf Stufen unterteilen, die mit der TO-LO-PO-SO-GO-Methode effektiv und strukturiert bearbeitet werden können.

In den nächsten Posts stelle ich stelle ich die einzelnen Stufen etwas detaillierter vor.

Laterales Rätsel

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Helmut vom Denkclub Würzburg hat mir ein geniales Rätsel geschickt, dass ich euch nicht vorenthalten möchte!

Stell dir vor:


Du fährst mit dem Auto und hältst eine konstante Geschwindigkeit. Auf deiner linken Seite befindet sich ein Abhang.

Auf deiner rechten Seite fährt ein riesiges Feuerwehrauto ständig neben dir.

Vor dir galoppiert ein Schwein, das genauso groß ist wie dein Auto - und du kannst nicht vorbei.

Hinter dir verfolgt dich ein Hubschrauber auf Bodenhöhe.

Das Schwein und der Hubschrauber haben exakt deine Geschwindigkeit.

Was unternimmst du, um dieser Situation gefahrlos zu entkommen ???




Die Antwort findet ihr im erweiterten Teil dieses Posts.


"Laterales Rätsel" vollständig lesen

Wie man Leute zum Lesen motiviert? Mit einem Nagel, Teakholz oder einem Blähbauch!

Dienstag, 11. Dezember 2007

In meinen letzten drei Seminaren habe ich mit den Teilnehmern unter anderem die Kreativitätstechnik der Zufallsstimulation, genauer des Zufallswortes geübt.
Bei der Technik versucht man anhand eines zufällig gewählten Wortes eine Verbindung zu einem anderen Wort oder einer Aufgabenstellung herzustellen. Wie bei allen lateralen Techniken besteht die Aufgabe darin, in jeder Idee einen Bewegungswert (ein wertvolles Element, das Bewegung hin zum Ziel erzeugt) zu finden, der einem dem Ziel näher bringt.

Gegeben war folgendes Ziel: Es sollen mehr Leute zum Lesen motiviert werden.

Mit folgenden drei Zufallsworten haben wir gearbeitet: Nagel, Teakholz und Blähbauch

Folgende Ideen sind daraus entstanden:

Nagel: Von Nagel kommt auf festnageln. Man könnte Bücher festnageln. Man könnte Bücher mit einer Kette in öffentlichen Räumen/ Gebäuden oder an öffentlichen Plätzen festnageln, so dass jeder darin lesen und schmökern kann. Bei spannenden Büchern bringt man vielleicht mehr Leute dazu, wieder mehr zu lesen.

Teakholz: Bei Teakholz kann man an Stärke und festes Holz denken. Von Stärke und fest kann man auf einen starken Charakter kommen, der durch das Lesen entsteht. Man könnte eine Werbekampagne entwickeln, in der bekannte Persönlichkeiten unter dem Motto „Lesen stärkt den Charakter“ für Bücher werben.

Blähbauch: Hier kommen einen Toiletten in den Sinn. Mit Toiletten assoziiert man Klopapier. Man könnte Auszüge von Romanen auf Klopapier drucken. Am Waschbecken stehen dann die Namen der Romane, die man in der Nähe erwerben. In öffentlichen Toiletten könnte man außerdem Hörbücher abspielen, so dass man während des Geschäfts was auf die Ohren bekommt.

Danke an meine Seminarteilnehmer für die vielen Ideen!

Wie funktioniert die Technik?
Man wählt per Zufall ein Wort aus dem Wörterbuch. Das gewählte Wort muss genommen werden. Nun versucht man ausgehend von diesem Wort, eine Rückverbindung zum Thema der Denkaufgabe herzustellen. In einer Gruppe können sich die Teilnehmer dabei gegenseitig mit ihren Assoziationen helfen. Wichtig ist es, keine Scheu zu haben, Assoziationen, die scheinbar erst einmal zu nichts führen zu äußern. Jede Äußerung wird unter der positiven Wahrnehmung betrachtet, dass diese etwas enthält, das uns dem Ziel näher bringt. Herauskommen werden viele Ideen von denen einige mehr andere weniger brauchbar sind.