Test iMindMap 5

Samstag, 18. Juni 2011

Die Version 5 von Buzan’s iMindMap ist nun schon seit einigen Monaten auf dem Markt. Da ich die Versionen 1 – 4 getestet habe und nun von einigen Lesern gebeten wurde, doch auch Version 5 zu testen, möchte ich dieser Bitte mit diesem Artikel nachkommen.
Die TRIZ-Methodik zur erfinderischen Problemlösung beschreibt die Evolution technischer Systeme und zeigt auf, wie technische Systeme mit der Zeit immer mächtiger, aber auch komplexer werden. Diesen Trend kann man an der Version 5 von iMindMap schön ablesen.
Die Funktionen und Möglichkeiten werden immer mehr, so dass es nun auch bei iMindMap 5 die MS-Office Symbolleisten gibt, um alles Funktionen noch unter zu bringen.
Neu in Version 5 ist unter anderem:

  • Ein 3D-Modus, um Mind Maps dreidimensional darzustellen
  • Eine Onlinekonto, um mit anderen gemeinsam an Mind Maps zu arbeiten
  • Die Möglichkeit Ablaufdiagramme in ein Mind Map einzufügen
  • Eine Filterfunktion
  • Automatische Designs um Mind Maps verschiedener Stilarten zu erstellen

Aufgehoben wurde die Unterscheidung zwischen einem SpeedMapping und einem Mind Mapping Modus zur Dateneingabe. Das Erstellen neuer Zweige erfolgt nun direkt über die Tastatur oder durch Zeichnen der Zweige per Maus oder Stift. Nach wie vor hat der Nutzer die Möglichkeit die Zweige komplett frei zu zeichnen, wie beim Erstellen von Mind Maps per Papier und Stift. iMindMap verfügt dabei über eine "SmartLayout"-Funktion, die die umliegenden Zweige bei Bedarf etwas verschiebt, so dass sich neu gezeichnete Zweige in das Mind Map einfügen und alles lesbar bleibt.
Ich gehe wie auch bei den Tests von iMindMap 4, iMindMap 3 und iMindMap 2 nach meiner Feedback-Methode vor.

iMindMap 5 – Was mir gut gefällt


Nach wie vor ist iMindMap eines von zwei MindMapping-Programmen, das ich nutze und eines von zwei Programmen (neben dem MindManager), die ich in meinem Buch Mind Mapping für Dummies ausführlicher vorgestellt habe.
Dies liegt daran, weil bei iMindMap einige Sachen richtig gut umgesetzt sind, die dieses Programm attraktiv machen. So auch in der neuen Version:
  • Individuelle Mind Maps: Mit iMindMap lassen sich optisch ansprechende und flexibel gestaltbare Mind Maps erstellen. Diese Individualität von Mind Maps machen viel von der Effektivität der Technik aus. iMindMap ist allerdings eines der wenigen Programme wo dies möglich ist. Viele andere Programme arbeiten mit „Fischgrätendiagrammen“, die kaum verändert werden können.
  • Freihandfunktion: Besonders die Freihand-Funktion ist interessant, bei der man die Zweige eines Mind Maps wie mit Stift und Papier völlig frei zeichnen kann. Dies ist vor allem für die wenigen Nutzer von Tablet PCs besonders attraktiv. Bei einem Tablet PC lässt sich der Bildschirm umklappen, womit er zu einer Schreibfläche wird. Mit einem speziellen Stift kann man nun so auf dem Bildschirm schreiben, oder – ähnlich wie beim iPad - die Finger nutzen. Mit einem Tablet-PC wird iMindMap wie ein digitales Papier, dass die Vorteile des freien Schreibens und Zeichnens mit den Vorteilen des Computers kombiniert. Die integrierte Handschrifterkennung von Windows 7 funktioniert wunderbar, so dass man seinen Text direkt mit Stift eingeben kann (siehe Abbildung 1).

    Abbildung 1: Freihand Modus


  • Filterfunktion: Neu und lange erwartet ist die Filterfunktion bei iMindMap 5. Damit lassen sich innerhalb eines Mind Maps Zweige, die bestimmten Kriterien entsprechen, ein- und ausblenden. Kriterien können dabei Symbole, Texte, Links oder Notizen sein (siehe Abbildung 2).

    Abbildung 2: Filterfunktion


  • Mehrere Zentralideen: iMindMap erlaubt es auf einer Weißfläche mehrere Mind Maps gleichzeitig zu erstellen. Nutzer werden vermutlich nicht oft den Bedarf haben, dies zu tun, aber für bestimmte Einsatzgebiete (z.B. Vergleiche) mag das durchaus interessant sein (Abbildung 3).

    Abbildung 3: Zwei Zentralideen auf einer Weißfläche


  • Verbesserte Symbolhandhabung: In meinen früheren iMindMap-Tests habe ich immer wieder die ungenügende Handhabung von Symbolen bemängelt. So musste man diese oft per Hand an die richtige Stelle des Zweiges ziehen oder nachjustieren, wenn man die Position eines Zweiges verschoben hat. Diese Probleme sind mit Version 5 behoben.
    Anderseits wurde nun auch die Flexibilität der Symbolverwendung eingeschränkt. So ist es zum Beispiel nicht möglich, mehr als ein Symbol auf einen Zweig zu platzieren. Dies finde ich sehr bedauerlich, da es oft Bedarf für genau diese Funktion gibt.
  • Angenehme Schrifteinstellung: Man könnte meinen, dass dies Standard sein sollte, war es bei iMindMap bis vor kurzem jedoch nicht. iMindMap verwendet nun voreingestellt eine angenehme Schriftart und mit den Zweigebenen kleiner werdende Schriftgrößen, was den Mind Maps ein schönes Aussehen verpasst und lästiges manuelles Verändern überflüssig macht.
  • Zeichnungen: iMindMap erlaubt die Erstellung von Zeichnungen und Skizzen, die zu einem Zweig hinzugefügt werden können. Nun kann man diese auch nachträglich sehr einfach verändern oder erweitern, in dem man einfach doppelt auf die Zeichnung klickt und so wieder in den Editiermodus gelangt.
  • Bildergalerie: iMindMap verwendet eine Online-Bildergalerie, die es ermöglicht aus tausenden von Bildern auszuwählen, um diese zu zweigen hinzuzufügen. In der Vergangenheit waren die Bilder frappierend scheußlich. Mein Eindruck ist, dass sich dies etwas gebessert hat und die Bilderdatenbank um ästhetisch anspruchsvollere Bilder ergänzt wurde.
  • Exportmöglichkeiten: Wer nach dem Erstellen eines MindMaps die Inhalte in anderem Programmen weiter verwenden möchte, bekommt eine Vielzahl an Exportmöglichkeiten geboten.

iMindMap 5 – Was ich verändern würde


Einige der Punkte, die ich bereits in den Kritiken zu Version 3 und 4 geschrieben habe, sind leider nach wie vor für die Version 5 gültig.

Präsentationsmodus


Hier kann ich meine Kritik aus dem Artikel zu iMindMap 4 fast unverändert noch einmal wiederholen. Ich finde die Idee eines Präsentationsmodus gut und richtig. Das ermöglicht weitere Einsatzgebiete von iMindMap und Mind Maps im Allgemeinen. So gut die grundsätzliche Idee auch ist, die Umsetzung ist noch nicht zufriedenstellend. Für den praktischen und professionellen Einsatz ist der iMindMap Präsentationsmodus meiner Meinung nach, nach wie vor nicht geeignet.
Funktionen, die ich brauche, um vor Publikum mit iMindMap sinnvoll präsentieren zu können:
  • es ermöglichen, im Präsentationsmodus einzelne Zweige flexibel ein- und auszuklappen
  • es dem Benutzer ermöglichen, mit einem „Weiter“-Knopf immer den nächsten Zweig zu öffnen, ohne dabei sämtliche Unterzweige zu öffnen
  • es ermöglichen, zu Beginn der Präsentation alle Hauptzweige sichtbar zu machen
  • es ermöglichen, die automatische Zoom-Funktion abzustellen, so dass es visuell ruhiger wirkt.
    In Punkto Bedienerfreundlichkeit des Präsentationsmodus ist Mindjet MindManager aus meiner Sicht ein positives Beispiel.

Projektmanagement-Modus


Der Projektmanagement Modus ermöglicht die Darstellung eines Gantt-Diagramms in die Zuordnung von Prioritäten und Zeiten zu den einzelnen Zweigen. Damit soll iMindMap für das Projektmanagement nutzbar gemacht werden. Auch hier gilt dasselbe wie für den Präsentationmodus. Die Idee an sich ist gut und hat viel Potenzial. Die Umsetzung ist aus meiner Sicht zu wenig nutzerzentriert und nutzerorientiert. Ich habe die meisten Punkte bereits im Test zur Version 4 angesprochen, leider hat sich wenig verändert. Für mich ist das Arbeiten damit so umständlich und unübersichtlich, dass iMindMap als Projektmanagement-Software schlicht nicht in Frage kommt.
Was sich ändern müsste:
  • Was bei iMindMap 4 noch möglich war ist in der Version 5 nun nicht mehr möglich: Die gleichzeitige Ansicht von Mind Map und Projektmanagement Modus (siehe Abbildung 4). In Version 5 bekommt man lediglich das Gantt-Diagramme und eine tabellarische Ansicht der Mind Map-Inhalte angezeigt (siehe Abbildung 5). Der Nutzer erstellt in erster Linie ein Mind Map und orientiert sich an der visuellen Darstellung des Mind Maps. Wenn diese nun genommen wird und man sich lediglich in einer Tabelle zurechtfinden muss, ohne den visuellen Anker zu haben, dann ist die Navigation, besonders bei umfangreicheren Mind Maps extrem anstrengend und zeitraubend.

    Abbildung 4: Projektmanagement-Modus bei iMindMap 4


    Abbildung 5: Projektmanagement-Modus bei iMindMap 5


  • Anstatt alle Zweiginhalte automatisch in die Gantt-Ansicht einzufügen und diese Ansicht damit völlig zu überfrachten, müsste es genau anders herum sein. Anhand der visuellen Mind Map-Ansicht entscheidet der Nutzer, welche Zweige in den Projektmanagementmodus übertragen werden. Vorbildlich gelöst wurde dies in der Software Mindjet MindManager.
  • Im Moment lassen sich Zeitdauer und Datum eines Zweiges nur im Projektmanagement-Modus verändern nicht in der Taskansicht in der Seitenleiste. Hier kann man die Werte lediglich betrachten, aber nicht editieren. Als Nutzer brauche ich genau diese Funktion: Ich betrachte einen Zweig meins Mind Maps und will dann ohne das Mind Map zu verlassen Dinge wie Datum und Priorität einstellen können.

Mehrere Zweigsymbole ermöglichen


Vermutlich, weil es in dieser Version neu die Filterfunktion gibt, kann man aus wohl technischen Gründen nur noch ein Symbol pro Zweig hinzufügen. Aus Mind Mapping-Perspektive benötige ich oft mehrere Symbole pro Zweig, besonders bei der Erstellung von Mitschriften aus Texten und Büchern.

iMindMap 5 – Wo ich mir unschlüssig bin


Neu ist der 3D Modus (siehe Abbildung 6). Damit bekommen die zweidimensionalen Mind Maps plötzlich Tiefe und lassen sich bis zu einem gewissen Grad horizontal und vertikal rotieren. Ich habe mir noch keine abschließende Meinung gebildet, was ich davon halten soll.
Einen zusätzlichen Nutzen oder Vorteile beim Betrachten von Mind Maps und meinen Inhalten habe ich dadurch noch nicht erkannt. Vielleicht reicht es in diesem Fall ja, dass einige Nutzer es vielleicht cool finden.

Abbildung 6: 3D-Modus


iMindMap 5 – Fazit


Das Besondere an iMindMap ist nach wie vor, dass sich damit visuell ansprechende und gleichzeitig sehr individuelle Mind Maps gestalten lassen. Für die Effektivität und den Nutzen der Mind Mapping Technik ist das sehr wichtig. So simpel die Anforderung, so schwer ist gleichzeitig die Umsetzung. iMindMap ist nach wie vor eines der wenigen Programme, die dies ermöglichen. In Kombination mit einem Tablet-PC gibt es fast keinen Unterschied mehr zu den Freiheiten von Papier und Stift. Phantastisch! (siehe Abbildung 7)

Abbildung 7: Ein individuell erstelltes Mind Map mit iMindMap.


iMindMap versucht mit Projektmanagement und Präsentationmodus mehr zu sein, sich andere Nutzergruppen und Einsatzgebiete zu erschließen. Ich sehe das Potenzial in diesen Ideen und es gibt andere Mind Mapping Software wo dies bereits umgesetzt wurde. Die Umsetzung in iMindMap 5 ist momentan allerdings noch nicht so ausgereift und durchdacht, das dieses Potenzial wirklich gehoben werden kann und die genannten Funktionen für den Nutzer (in diesem Fall für mich) attraktiv sind.

Gratis Version des creaffective Mind Mapping Onlinekurses verfügbar

Donnerstag, 17. Juni 2010

So ein Sabbatical hier in Asien ist eine tolle Sache. Ich habe noch mehr Zeit als sonst zu lesen. Ein Buch, das mir viele Anregungen gegeben hat ist "free" von Chris Anderson.
Nach der Lektüre dieses Buches habe ich mich entschlossen, eine Gratisversion meines kürzlich veröffentlichten Mind Mapping Onlinekurses anzubieten.
Diese ist nun unter obigem Link verfügbar.
Mein Ziel ist es, die Vorteile und Möglichkeiten des Mind Mapping möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Der Mind Mapping Onlinekurs bietet eine Möglichkeit dazu. Die Gratisversion enthält einen Großteil der Inhalte und ist unbeschränkt zugänglich.
Einige Themen sowie ein individuelle Rückmeldung von mir mit Tipps und Verbesserungsvorschlägen zu zwei von Ihnen erstellten Mind Maps sind jedoch nur in der kostenpflichtigen Premiumversion erhältlich.

Ich wünsche Ihnen viele hilfreiche Lernerfahrungen mit diesem Kurs und freue mich über Rückmeldungen und Anregungen.

Willkommen zum creaffective Mind Mapping Online-Kurs

Montag, 3. Mai 2010

Nun ist es soweit, der creaffective Mind Mapping Online-Videokurs ist verfügbar. Alle Interessierten, die die Technik des Mind Mapping und die Anwendung von Mind Mapping in seinen verschiedenen Einsatzgebieten erlernen möchten, können dies mit diesem Kurs tun.

An wen richtet sich der Mind Mapping Online-Kurs?


Der creaffective Mind Mapping Online-Kurs richtet sich am alle Kopf- und Wissensarbeiter ab 16 Jahren, wie zum Beispiel:
  • Schüler
  • Studenten
  • Wissenschaftler
  • Berufstätige

Für all diese Gruppe habe ich als zertifizierter Mind Mapping Trainer in der Vergangenheit Mind Mapping Seminare gegeben, um den richtigen Einsatz des Mind Mapping zu vermitteln.

Das obige Bild zeigt ein Mind Map erstellt mit Papier und Stift.

Das obige Bild zeigt ein Mind Map erstellt mit der Software iMindMap.

Warum sollte ich einen Mind Mapping Online-Kurs anstelle eines Mind Mapping Seminars vor Ort nutzen?


Für alle, für die ein Seminar, wie ich es zum Beispiel bei der IHK oder firmenintern gebe, einfach zu teuer ist, oder zu weit weg, für die kann der Online-Kurs eine günstige und trotzdem hilfreiche Alternative sein. Es gibt in Deutschland nur wenige zertifizierte Mind Mapping Trainer, aber leider viele, die Mind Mapping in anderen Trainings in 10 Minuten abhandeln und leider auch viele, die Mind Mapping Trainings anbieten, ohne wirklich zu wissen, wie die Technik funktioniert. Wie es geht und wie Sie damit richtig arbeiten können, zeige ich in diesem Kurs.

Was lerne ich in diesem Mind Mapping Online-Kurs?


In 14 praxisorientierten Kapiteln werde ich, nach einer grundlegenden Einführung in Mind Mapping an sich, die verschiedenen Anwendungsgebiete üben und sind in der Lage danach in diesen Bereich mit Mind Mapping zu arbeiten. Vorausgesetzt Sie machen die Übungen wirklich.
Diese Mind Mapping Einsatzgebiete, die ich im Kurs behandle sind:
  • Planung und Organisation mit Mind Mapping
  • Vorträge und Präsentationen mit Mind Mapping vorbereiten und halten
  • Erfassen und Aufbereiten der wichtigsten Informationen aus Texten und Büchern mit Mind Mapping. Besonders interessant für alle, die viel lesen und lernen müssen.
  • Projektarbeit mit Mind Mapping (mit traditionell erstellten Mind Maps und mit Mind Mapping Software)
  • Mitschriften mit Mind Mapping bei Besprechungen, im Unterricht und in Vorlesungen.

Außerdem habe ich den beiden Mind Mapping Software-Programmen Mindjet MindManager und Buzan’s iMindMap jeweils ein Kapitel gewidmet, in dem ich das Programm und seine Einsatzgebiete vorstelle.

Wo finde ich den Mind Mapping Online-Kurs und was kostet er?


Der Kurs läuft über die Videoplattform Seminars2you, kostet 39 Euro inklusive Mehrwertsteuer und ist nach Aktivierung 21 Tage gültig, also mehr als genug Zeit, um den Kurs mehrmals zu machen oder ihn an einige Freunde weiterzugeben :-).
Es gibt außerdem Volumenlizenzen für Unternehmen sowie spezielle Angebote für Schulen und Universitäten.

Version 4 von Buzan's iMindMap

Donnerstag, 9. April 2009

Die Stillschweigevereinbarung ist aufgehoben, nun darf geschrieben werden. Die vierte Version von Buzan's iMindMap steht kurz vor der Veröffentlichung und wartet mit interessanten kleinen und großen Änderungen.

Die wichtigsten Neuerungen: Präsentationsmodus und Audionotizen

Was man von anderen Mind Mapping Programmen kennt, kommt nun auch bei iMindMap: Ein Präsentationsmodus. In der Version 3 hat sich iMindMap noch mit der Hilfskonstruktion einer Powerpoint- oder OpenOffice-Präsentation beholfen. Jetzt ist ein zumindest optisch sehr ansprechender Präsentationsmodus im Programm enthalten, der meiner Meinung nach aber noch nicht wirklich praxistauglich ist, da er dem Benutzer zu wenige Möglichkeiten der Steuerung lässt. Mehr dazu weiter unten.

Eine weitere Neuerung, die es meines Wissens nach bei anderem Programmen nicht gibt und die wirklichen Zusatznutzen bietet, sind die Audionotizen. Zu jedem Zweig lassen sich nun auf Wunsch Notizen aufsprechen, die dann in die .imm-Datei gespeichert werden. Das funktioniert über einen einfach zu bedienenden eingebauten Audioeditor.
Ich habe die Audionotiz-Funktion vor einigen Monaten mal hier auf dem Blog als Idee vorgeschlagen und auch an die Entwickler von iMindMap geschickt. Ob mein Vorschlag aufgenommen wurde, oder ob es sowieso schon geplant war, weiß ich nicht. Schön ist, dass die Funktion jetzt verfügbar ist.

Die dritte auffällige Funktion, die in der Version 4 verfügbar ist, sind sogenannte Zweig-Boxen (siehe Bild 1). Diese sind dafür gedacht, mehr Text auf einen Zweig zu schreiben und diese optisch von anderen Zweigen abzuheben.



Ansonsten zeichnet sich die neue Version von iMindMap vor allem durch viele kleine Detailverbesserungen aus, die die Nutzung vereinfachen bzw. verbessern, wie z.B. eine Formatierungsbox für individuelle Zweige.

Wie auch bereits beim meinem Post zur Version 3 von iMindMap getan, möchte ich auch für die Version 4 von iMindMap Rückmeldung mit der PPCO-Technik geben.

Plus: Was gefällt mir gut


  • die Tatsache, das ein Präsentationsmodus nun integriert wurde
  • die Audionotizen, die eine weitere Möglichkeit bieten, Informationen in Mind Maps zu kodieren
  • die Formatierungsbox für jeden Zweig mit welcher wichtige Funktionen schnell zugreifbar werden
  • eine kleine aber fundamentale Änderung im Projektmanagement Modus: Es ist nun möglich, für jeden Zweig einzeln festzulegen, ob dieser in einer Gantt Ansicht erscheint (siehe Bild2), oder nicht. In der letzten Version war dies noch nicht möglich, was dazu führte, dass jeder Zweig automatisch auch im Gantt-Diagramm dargestellt wurde, was sehr unübersichtlich war und die Benutzung des Projektmanagement Modus fast unmöglich gemacht hat. Nun ist es möglich, auch wenn die Funktion sehr gut versteckt ist und immer noch umständlich zu bedienen ist.
  • die Textansicht von iMindMap, die auch die Bilder mit beinhaltet. Bei anderen Mind Mapping Programmen wird hier teilweise nur Text angezeigt, Zweige die keinen Text enthalten, sondern lediglich aus einem Bild bestehen erscheinen dann leer, was die Interpretation erschwert.




  • die Einfachheit in der Bedienung des Programms trotz steigender Funktionsvielfalt
  • die wirklich vielen Möglichkeiten ein Mind Map optisch ansprechend zu gestalten und es völlig frei zu gestalten, wie mit Papier und Stift.




Potentials: Zu welchen positiven Entwicklungen könnte es in der Zukunft führen?

  • iMind Map könnte sich in ein mächtiges Tool (ähnlich wie MindManager) verwandeln und dabei trotzdem seine Besonderheiten, besonders hinsichtich der Mind Map Optik, behalten.
  • iMindMap könnte besonders im Bereich Projektmanagement für kleine Projekte interessant werden, indem Filterfunktionen hinzugefügt werden und damit individuelle Ansichten innerhalb eines Map möglich werden, wie z.B. bei der Erstellung von Startcentern.
  • Mit iMindMap könnten wunderschöne Präsentationen mit dem Präsentationsmodus entstehen, wenn er noch etwas handhabbarer gemacht würde
  • iMindMap könnte besonders für Nutzer von Tablet-Laptops eine phantastische Alternative zum Mappen mit Papier und Stift darstellen. Für mich ist es das bereits


Concerns: Bedenken, die ich sehe:

  1. Wie könnte man die Zweig Boxen flexibler gestalten?
  2. Auf welche Weise könnte man den Präsentationsmodus besser bedienbar machen?
  3. Wie lauten alle Möglichkeiten, wichtige Befehle schneller zugänglich machen?


Overcome Concerns: Meine Ideen, um die obigen Bedenken auszuräumen.
Vielleicht stellen diese für die iMindMap Entwickler ja eine Basis da, diese weiter zu entwickeln und zu verfeinern.

Zu 1:

  • Zweigboxen individuell anpassbar machen
  • es ermöglichen sowohl Höhe als auch Breite manuell zu verändern
  • die Zweige zur Zweigbox ungefähr so lang machen wie die Box und diese nicht unnötig verlängern


Zu 2:

  • es ermöglichen, im Präsentationsmodus einzelne Zweige flexibel ein- und auszuklappen
  • es dem Benutzer ermöglichen, mit einem „Weiter“-Knopf immer den nächsten Zweig zu öffnen, ohne dabei sämtliche Unterzweige zu öffnen
  • eine Option einbauen, die die Abspielgeschwindigkeit veränderbar macht
  • es ermöglichen, zu Beginn der Präsentation die Hauptzweige sichtbar zu machen
  • es ermöglichen, die automatische Zoom-Funktion abzustellen, so dass es weniger verwirrend wirkt


Zu 3:

  • Im Projektmanagement-Modus eine Funktion einbauen, schnell und einfach Zweige in das Gantt-Diagramm einzufügen bzw. auszuschließen.
  • Die Formatierungsbox individuell konfigurierbar machen
  • Versuchen, weniger mit verschachtelten Kontextmenüs zu arbeiten

Die Pyramide des Bücherlesens – Teil 1

Mittwoch, 21. Januar 2009

Stellen Sie sich vor, Sie lesen ein Sachbuch, das Sie für Ihre Arbeit oder Ihr Studium benötigen. Während des Lesens markieren Sie sich mit dem Leuchtmarker einige wichtige Stellen. Nachdem Sie das Buch gelesen stellen Sie es wieder in das Regal zurück. Als Sie eine Woche später einem Kollegen etwas zum Inhalt des Buches erzählen sollen, merken Sie, dass Sie das meiste bereits schon wieder vergessen haben und sogar Schwierigkeiten haben, die Grundaussagen noch zu rekonstruieren. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Wenn man wie oben beschrieben an Sachbücher herangeht, dann ist das leider zu erwarten. Das liegt in der Funktionsweise unseres Gehirns begründet. Wer Inhalte eines Sachbuches nicht nur lesen muss, sondern diese auch für die weitere Arbeit benötigt, oder wer es einfach schade findet, nach dem Lesen eines Buches bereits nach einer Woche fast nichts davon behalten zu haben, für den möchte ich ein anderes Vorgehen vorstellen. Ich nenne es die Pyramide des Bücherlesens. Dieses Vorgehen übe ich mit Teilnehmern meiner Mind Mapping Seminare und speziell in Mind Mapping Seminaren für das Studium.

Die Pyramide steht als Metapher für ein bestimmtes Vorgehen, das auf vier aufeinander aufbauenden Schritten besteht. Ziel dieser Herangehensweise ist es, nach dem Lesen eines Sachbuches mehr zu behalten und mit relativ geringem zeitlichen Aufwand sich die Inhalte eines Sachbuches wieder präsent zu machen.



Die Basis: Mitschriften anfertigen
Es ist für unser Gehirn schlicht und einfach unmöglich, sich auch nur die wichtigsten Inhalte eines Buches einfach nur dadurch zu behalten und nachhaltig zu verstehen, dass wir diese einmal lesen. Die Lernspsychologie und die Pädagogik betonen hier die Bedeutung von Mitschriften. Prof. Stangl von der Universität Linz, der ein wirklich großartige Sammlung von Lerntipps aufbereitet hat, bezeichnet Mitschriften als schriftliches Gedächtnis, das wir benötigen, um uns die Inhalte zu merken. Er gibt folgende Tipps, was man beim anfertigen von Mitschriften beachten sollte:

  • Stichwörter in nicht-linearer Folge anordnen
  • nicht alles wörtlich mitschreiben
  • Das Gehörte in Beziehung zu bereits Bekanntem setzen!
  • Das Gehörte strukturieren!
  • System von Abkürzungen und Symbolen entwickeln!
Für regelmäßige Leser dieses Blogs: Kennen Sie eine Technik, über die ich dauernd schreibe und die all diese Anforderungen berücksichtigt?
Ja, es schreit gerade zu nach Mind Mapping.

Für alle, die sich mit der Technik ausreichend sicher fühlen, empfehle ich, die Mitschriften in Mind Mapping Form anzufertigen, da diese eine Menge an Vorteilen gegenüber linearen Zeilenteppichen aufweist.
Infos zu Mind Mapping:Ich persönlich bin dazu übergegangen, meine Mind Map Mitschriften elektronisch zu erstellen mit der Software iMindMap und einem Tablet-PC.

Stufe 2: Eigene Gedanken eintragen
Wenn man etwas liest, ist es selten so, dass man von einem Thema überhaupt keine Ahnung hat und alles neu ist. Im Gegenteil, meist lesen wir Bücher in unserem Fach- oder Interessensgebiet und während des Lesens kommen uns eine Menge Ideen und Assoziationen zu anderen Inhalten. Diese sollten Sie unbedingt aufschreiben. Wenn diese Gedanken thematisch zum Thema passen und es sich nicht um Ideen handelt, die in eine ganz andere Richtung führen, dann sollten Sie diese Gedanken zu Ihren Buchmitschriften hinzu schreiben. Dadurch schaffen Sie zusätzlich Lernanker, um die Inhalte zu verarbeiten und Sie erweitern den Kontext des Gelesenen durch eigene Anmerkungen. Besonders spannend finde ich es, diese eigenen Gedanken nach einiger Zeit beim Wiederholen (siehe Stufe 3) der Inhalte wieder zu lesen und zu erweitern.
Auch für das Eintragen von eigenen Gedanken zu den Mitschriften bietet Mind Mapping ein in Bezug auf den Schreibprozess und die Visualisierung vorteilhaftes Vorgehen an.
Wie genau das funktioniert, habe ich in einem Artikel zu Rein und Raus Schreiben erklärt.



In Teil 2 werde ich die Stufen 3 und 4 vorstellen.

Mind Mapping Software mit Tagcloud-Funktion

Dienstag, 13. Januar 2009

Vor ein paar Wochen habe ich mit einem Bekannten darüber gesprochen, welche sinnvollen Funktionen wir uns für Mind Mapping Software noch wünschen würden.
Eine Funktion die einen wirklichen Mehrwert bieten könnte und die nicht schwer umzusetzen sein dürfte, wäre eine Tagcloudfunktion. Meines Wissens bietet bisher keines der Mind Mapping Programme dieses Extra an.
Blog-affine Leute kennen den Begriff Tagcloud wahrscheinlich, für alle, denen dieser Begriff nichts sagt hier noch einmal eine Erklärung. Das englische Wort tag bedeutet so viel wie Schlagwort. Diese Schlagwörter werden in Web 2.0. Applikationen, wie z.B. Mister-Wong oder z.b. beim Musiknetzwerk lastfm dazu benutzt, um Inhalte durch die Nutzer beliebig verschlagworten zu lassen. Die von den Nutzern vergebenen Schlagworte können nun in Schlagwortwolken (Tagclouds) visuell dargestellt werden. Oft zeigt die Darstellungsgröße eines Schlagwortes die Häufigkeit an, mit der es vergeben wurde. Besonders wichtige Themen können so z.b. fetter und größer dargestellt werden als eher unbedeutende Themen.

Mind Map mit Tagcloud-Ansicht
Spannend wäre es nun, wenn man dieses Prinzip der Darstellung von Inhalten auch auf elektronische Mind Maps übertragen würde. So könnte z.B. ein Mind Map automatisch nach Schlagworten analysiert werden und das Ergebnis als Tagcloud dargestellt werden. Wie das Aussehen könnte habe ich in der unten stehenden Fotomontage einmal angedeutet. Mindjet MindManager wurde hier mit der Mister-Wong Tagcloud versehen.

Diese parallele, aber visuell anders strukturierte, Darstellung eines Mind Maps Inhaltes bietet folgende Mehrwerte:

  • es wäre eine andere Sicht auf die Inhalte eines Mind Maps möglich.
  • Inhalte werden neben der hierarchisch strukturierten Darstellung des Mind Maps unabhängig von ihrer Verortung innerhalb des Maps quantitativ dargestellt.
  • auf diese Weise kann ein Informationsgewinn entstehen, da noch eine weitere „Dimension“ zum Inhalt des Mind Maps hinzukommt.
Mit dieser Möglichkeit wären einige Kombinationen denkbar
  • Bei einem Klick auf ein Schlagwort in der Tagcloud könnte dieses innerhalb des Mind Maps hervorgehoben oder gefiltert werden.
  • Es könnten Tagclouds von mehreren Mind Maps oder verlinkten Mind Maps erstellt werden. Dies wäre besonders für das Wissensmanagement mit Mind Mapping Software interessant.
  • Im Bereich des Wissensmanagements wäre es auch sehr spannend, eine Tagcloud mit allen Begriffen einer Sammlung verschiedener Maps zu haben und bei einem Klick auf ein Schlagwort, alle Mind Maps angezeigt zu bekommen, die das entsprechende Schlagwort enthalten. Es könnte eine Art Mapverwaltungseditor entstehen, der alle Maps nach verschiedenen Schlagworten und anderen Kriterien sortiert, ähnlich wie der Editor der Software snagit von Techsmith (Mit snagit lassen sich Schnappschnüsse des Bildschirms machen und verwalten).
  • Es könnte automatische Analysen gefahren werden, die z.B. von der Tagverteilung Mind Maps mit hoher Übereinstimmung finden.
Meiner Meinung nach wäre dieses Feature eine wirklich sinnvolle Kombination der Möglichkeiten sich ständig aktualisierender elektronischer Schlagwortlisten und Mind Mapping.
Vielleicht greift es ja ein Hersteller auf?! Ich freue mich über Kontakt und stehe gerne mit Ideen zur Verfügung.



EDIT am 27.01.09
Stefan Scheurer hat diese Idee sowie einige Gedanken von zwei anderen Posts aufgriffen und sich Gedanken über Lernfunktion für Mind Mapping Software gemacht. Sehr interessant und lesenswert.



iMindMap Version 3 erschienen

Donnerstag, 11. September 2008

Seit heute ist sie erhältlich, Tony Buzans neue Version seiner Software iMindMap. In einem Interview, das ich letztes Jahr mit ihm geführt habe, wollte er sich noch nicht zu den Neuerungen äußern, um die Spannung hoch zu halten.
Neuerungen im Vergleich zur Version 2.5. gibt es jede Menge, so viel steht fest. Ich hatte als Betatester ja schon etwas länger Gelegenheit mit der Software zu arbeiten.

Drei unterschiedliche Lizenzen
Auch die Macher von iMindMap haben sich nun dazu entschlossen unterschiedliche Versionen mit abgestufter Funktionsvielfalt und gestaffelten Preisen auf den Markt zu bringen. In Zukunft hat der Nutzer die Wahl zwischen iMindMap Elements, Professional und Ultimate.

Auf einige der neuen Features, die aus meiner Sicht wichtig sind, möchte ich eingehen. Um noch einen anderen Blick auf die Software zu bekommen, empfehle ich einen Post auf dem MindMapping Software Blog.

Die Benutzeroberfläche – übersichtlich und aufgeräumt
Bild 1 zeigt die neue Nutzeroberfläche, die sich von der alten deutlich unterscheidet. iMindMap hat einige neue Funktionen bekommen, so dass sich die Macher entschlossen haben, diese nicht alle in Form einzelner Icons in den Symbolleisten zu platzieren, sondern diese in grafische Oberkategorien zusammen zu führen.


Die neuen Funktionen – eine Vielzahl an Neuerungen und Verbesserungen
Neuerungen gibt es viele, die interessantesten möchte ich herausgreifen. Für einen Gesamtüberblick über alle Neuerungen empfehle ich die iMindMap Website.

Autolayout – Drei Stile, stufenlos veränderbar
Im Nachhinein kann man es natürlich nie genau sagen, was jetzt den Ausschlag gegeben hat, aber ich erinnere mich, dass ich nach Erscheinen der Version 2 den Vorschlag gebracht habe, dass es eine Möglichkeit geben sollte, im Layout der Maps zwischen organischen Mind Maps, wie von Tony Buzan entwickelt und der linearen und starren Darstellungsweise anderer Mapping Programme zu wechseln. Genau diese Funktion gibt es nun: Die Funktion Autolayout bietet über einen stufenlos verstellbaren Regler die Möglichkeit, zwischen der linearen Ansicht (Bild 2), der organischen Ansicht (Bild 3) und der radialen Ansicht (Bild 4) zu wählen.







Bild 5 zeigt das ursprüngliche Mind Map, dass ich per Freihandmodus erstellt habe. Ist die Funktion Autolayout einmal aktiviert, gibt es keine Möglichkeit mehr, die ursprünglich selbst gezeichnete Map wiederherzustellen, daher sollte man immer ein Duplikat speichern.
Neben der Autolayout-Funktion gibt es natürlich nach wie vor die Möglichkeit die Zweige selbst zu ziehen oder mit dem Freihandmodus komplett frei zu zeichnen.



Die Autolayout-Funktion hat die positive Konsequenz, dass jetzt ähnlich wie bei MindManager unendlich viel Platz zur Verfügung steht, das Map zu zeichnen, da die Software den Platz immer wieder neu justiert und alle Zweige unterbringt.
Dabei wird in Kauf genommen, dass die so entstanden Maps einige Mind Mapping Regeln, die Tony Buzan aus gutem Grund entwickelt hat, verletzen. So rückt die Information auf den Hauptzweigen, die eigentlich direkt an das Zentrum eines Mind Maps anschließen sollte, weit nach außen, um alles unter zu bringen. Durch das Autolayout geht auch die Individualität und Einzigartigkeit der Darstellung eines Mind Maps verloren, die besonders für das Lernen und Merken wichtig ist. Schön ist, man kann mit iMindMap beides haben.

Speedmapping – Verbesserung in der Bedienung
Der Speedmapping Modus ähnelt von seiner Bedienung der Software MindManager. In diesem Modus wird das individuelle Zeichnen der Zweige unterbunden. Statt dessen wird per Tastendruck automatisch ein neuer Zweig eingefügt und von der Software automatisch platziert. Hat diese Anordnung der Zweige in der Vorgängerversion noch nicht so wirklich funktioniert, klappt es jetzt einwandfrei, ohne Überscheidungen der Zweige und in drei Stilen (linear, organisch und radial).

Projektmanagement-Funktion mit integrierten GANTT-Diagrammen
Auch hier haben sich die Macher von iMindMap an den aktuellen Entwicklungen anderer Hersteller orientiert. Sicherlich auch, um den potenziellen Nutzerkreis der Software zu erweitern.
iMindMap kommt nun mit einem integrierten Projektmanagement-Modus (siehe Bild 6), je nach erworbener Linzenz. Jeder Zweig kann nun mit Aufgabeninfos und Enddaten versehen werden. Das Ganze wird automatisch in einem GANTT-Diagramm dargestellt.



Aus meiner Sicht ist dieser Modus von der Grundidee her gut gedacht, allerdings nur beschränkt - für meine persönliche Arbeitsweise gar nicht - für die tägliche Projektarbeit tauglich: Im iMindMap Projektmanagement Modus werden automatisch alle bestehenden Zweige eines Mind Maps hinzugefügt und in das GANTT-Diagramm eingebaut. Der Nutzer hat keinen Einfluss darauf, welche Zweige aufgenommen werden und welche nicht. Bild 6 zeigt das für diesen Artikel verwendete Map, das aus 137 Zweigen besteht. D.h. im Projektmanagement habe ich 137 Aufgaben und 137 Balken im GANTT-Diagramm. Das macht das Ganze nicht nur unpraktisch, da ich die meisten Zweige gar nicht in der Projektansicht haben möchte, sondern fast unnavigierbar, da man sich in der Projektansicht fast zu Tode sucht.

Import von Freemind und MindManager Dateien
Kräftig aufpoliert wurden die Import und Exportfunktionen von iMindMap 3. Nun ist es sogar möglich MindManager Dateien zu importieren. Zumindest teilweise. Manche Bilder, Icons, Anmerkungen und Hyperlinks fallen dem Import zum Opfer. Im großen und ganzen funktioniert es allerdings gut. Bild 7 zeigt ein ursprüngliches MindManager Map, Bild 8 zeigt das importierte Ergebnis in iMindMap. Klasse finde ich, dass man nun beim importierten Map den Mapstil ändern kann (linear, organisch, radial).





Export – interaktive Präsentation und OpenOffice Unterstützung
Sehr Erfreuliches gibt es auch bei den Exportfunktionen zu vermelden. Der bisher fehlende Präsentationsmodus wird nun zumindest teilweise über die Funktion interaktive Präsentation nachgeholt. Hier wird ein Map in eine Powerpoint Datei exportiert. Per Animationsfunktion kann man dann jeden Zweig per Tastenklick einblenden. Leider hat diese Funktion bisher bei mir nie funktioniert, was möglicherweise an meiner alten Office-Version liegt.
Umso erfreulicher ist es, dass nun auch Nutzer von OpenOffice auf Ihre Kosten kommen, auch dieses wird von iMindMap 3 unterstützt, allerdings nicht die Funktion interaktive Präsentation.

Fazit
Abschließend kann ich sagen, dass sich seit der letzten Version wirklich einiges getan hat und den iMindMap Machern der Spagat zwischen wirklichen Mind Maps und den Möglichkeiten Mind Map ähnlicher Visualisierungen gut gelungen ist. Daher stimme ich der etwas plakativen Aussage auf der iMindMap Homepage zu, dass iMindMap das einzige Programm ist, mit dem man wirkliche Mind Maps erstellen kann. Und jetzt eben noch viel mehr. Eine Entwicklung der Funktionen hin zu bestehenden Programmen, vor allem MindManager, ist nicht zu übersehen.

Im erweiterten Teil gibt es meine Rückmeldung und Bewertung zur Software mit der PPCO-Methode.


"iMindMap Version 3 erschienen" vollständig lesen

Erweiterte Mind Maps

Donnerstag, 24. Juli 2008

Kürzlich habe ich in den USA eine Masterarbeit von Dave Hoffmann gelesen, in der er vorgeschlagen hat, die Mind Mapping Technik nach Tony Buzan für noch mehr Sinne zugänglich zu machen.

Zur Erinnerung: Mind Mapping arbeitet bereits mit einer Vielzahl an Ankern, um es unserem Gehirn leicht zu machen, die Inhalte zu verarbeiten. z.B. Wörter, Farben, Symbole, Bilder sowie die räumliche Anordnung der Inhalte in Form eines nach außen wachsenden Zweiggerüsts.
Das unterscheidet Mind Maps grundlegend von der sequenziellen Aneinanderreihung von Information, wie dies z.B. in diesem Text geschieht. Die visuelle Darstellung verringert dabei Komplexität und erleichtert das verstehen, lernen und behalten der Inhalte.

3D - Mind Maps
Dave schwebt nun ein Konzept vor, Mind Maps durch unterschiedliche Oberflächentexturen zu erweitern, so dass auch der Tastsinn angesprochen wird. Also z.B. einen Zweig mit einer Sandpapiertextur oder einer Holzmaserung. In diese Oberflächen könnten nun zusätzliche Informationen kodiert werden, z.B. Schwierigkeiten als raue Oberfläche und gut funktionierende Dinge als glatte Oberfläche. Außerdem könnten nach diesem Modell Mind Maps auch als 3D Konstruktionen erstellt werden, um ein räumliches Gefühl zu vermitteln. Nach Daves Vorstellungen müsste man diese Mind Maps wirklich händisch bauen, um sie dreidimensional werden zu lassen. Zweidimensional auf einer Fläche angeordnet könnten diese zumindest mit Texturen (z.B. mit speziellen Klebebändern...) erweitert werden.

Erweiterte digitale Mind Maps
Ich habe nun an meine eigene Arbeit und an meine Kunden gedacht. Hier findet viel in Form von digitalen Mind Maps mit Hilfe von Software statt. Auch diese könnte man (in diesem Falle die Softwarehersteller) leicht erweitern, um diese noch vielfältiger zu machen.

Ein paar Ideen:

Audiosymbole
Bereits jetzt kann man mit Software wie MindManager oder iMindMap von jedem Zweig beliebig auf Dateien verlinken, auch auf Audiodateien. Ein Erweiterung dieses Prinzips könnte sein, ein kleines grafisches Symbol zu haben, dass bei einer Mausberührung einen Ton abspielt.

Texturen
Daves Idee der Texturen sollte sich ohne Probleme umsetzen lassen, in dem man die bestehende Möglichkeit, Farben für bestimmte Zweige zu ermöglichen um Texturen (dies ist in vielen Grafikprogrammen möglich) erweitert.

Bewegtbilder
Die Software iMindMap ermöglicht es bereits jetzt, animierte Gif-Bilder einzufügen. Diese sind allerdings nur animiert, wenn man das Map als html-Datei exportiert. Nett wäre es auch, wenn man Videos in Maps einbinden könnte. Diese könnten z.B. in einem Miniaturbild dargestellt werden und bei einem Klick automatisch vergrößert werden (siehe Bild 2 und 3) und abgespielt werden. Auch hier kann man sich bereits jetzt mit Verlinkungen zu Websites behelfen.
Ähnlich, wie ich ein Video in mein Blog einbinden kann, könnte es in Zukunft möglich sein, ein Video in das Dateiformat von Programmen wie MindManager oder iMindMap einzubinden.









Diese Vorschläge sind alle noch nicht weiter entwickelt, ich glaube allerdings, dass es hier für digitale Mind Maps noch sinnvolle Erweiterungsmöglichkeiten gibt, um noch mehr Sinne anzusprechen oder Informationen durch das gleichzeitige Anbieten mehrerer Elemente auf einem Zweig noch zu verdichten.

Neue Version von Tony Buzans iMindMap angekündigt

Freitag, 4. Juli 2008

Tony Buzan hat gestern Version 3 seiner Software iMindMap angekündigt, über die ich schon mehrmals auf diesem Blog berichtet habe. Letztes Jahr habe ich noch ein Interiew mit Tony geführt, wo er sich allerdings noch ziemlich verschlossen gab.

Man merkt, das Buzan auf einige der Entwicklungen auf dem Mind Mapping Softwaremarkt reagiert. Einen kompletten Überblick über alle neuen Features gibt es hier.

Die wichtigsten Neuerungen (es freut mich zu sehen, dass einige meiner Vorschläge an die Entwickler hier eingegangen sind):


  • es wird drei Versionen für unterschiedliche Zielgruppen geben (Elements, Professional, Ultimate)
  • Der Stil der Mind Maps lässt sich anpassen. Der bisher rein organische Stil nach der von Tony Buzan entwickelten Methode des Mind Mapping lässt sich nun verändern. Es sind nun Maps möglich, die eher an den Großteil aller anderen Programme erinnern, die wesentlich starrer wirken, dafür aber immer waagrecht sind und gut lesbar sind. In diesem Zusammenhang ist auch der Import von MindManager Dateien angekündigt.
  • Zweige lassen sich nun ein- und ausklappen
  • es gibt eine Integration mit MS Office und OpenOffice (sehr schön!)
  • Die Projektmanagementfunktionen wurden gestärkt. Es ist nun sogar möglich Gantt Diagramme zu erstellen. Erst kürzlich hat ja Mindjet diese Funktion in den MindManager integriert.
  • Es sind nun Mehrzeilige Texte auf einem Zweig möglich. Tony hat immer dagegen argumentiert, dies zu machen, da es der Mind Mapping Methode grundsätzlich widerspricht und meist kontraproduktiv ist. Aber was tut man nicht alles, um ein Produkt einfach zu verkaufen...
  • Die Bilderdatenbank ist nun integriert, so dass man nicht immer ein Internetverbindung benötigt, um ein Bild einfügen zu können.


Ich bin gespannt auf die neue Version und werde berichten.

Rein und Raus Schreiben

Dienstag, 10. Juni 2008

Die American Psychological Association hat eine Studie dazu gemacht, was Menschen denken, während sie in einer Besprechung sitzen oder einem Vortag zuhören. Das Ergebnis in Zahlen:

18% hören dem Redner zu
25% haben erotische Gedanken
57% denken an etwas anderes

Ich vermute die Zahlen sind mit ähnlicher Vorsicht zu genießen, wie die seit den 70ern bekannten Zahlen zu Kommunikation und Rhetorik. Laut diesen Zahlen hängt die Wirkung eines Vortrags nur zu 7% vom Inhalt ab, aber zu 38% von der Stimme und zu 55% von der Körperhaltung.
Jedoch geben solche Zahlen einen guten Hinweis.

Wir wissen, dass sich der Mensch nicht all zu lange auf eine Sache konzentrieren kann, sondern dass die Gedanken schnell abschweifen, oder wie in einem Vortrag oder ein Besprechung, dass das Gesagte bei uns weitere Assoziationen auslöst, die auch zu anderen Themen führen.

Das Potenzial des Abschweifens nutzen
Diese Gedanken sollten wir nutzen, denn hier findet eine aktive Verknüpfung mit bestehendem Wissen statt.
Die Art und Weise, wie die meisten Menschen Ihre Aufzeichnungen machen, unterstützt diese abschweifenden oder weiterführenden Gedanken jedoch nicht.
Dafür wurde die Technik Rein und Raus entwickelt.

In der Mitte seine Blattes zieht man einen Strich, um so das Blatt in zwei Hälften einzuteilen. Die linke Seite heißt rein die rechte raus.
Alles was rein kommt, was man also vom Redner aufnimmt, wird ganz normal auf die linke Seite unter rein notiert. Alle weiterführenden Gedanken und Verknüpfungen, die man für wertvoll erachtet, kann man nun unter raus notieren. Dieses Vorgehen hilft, beim Wiederholen der Notizen, die Brücken zu weiteren Gedanken herzustellen und das Potenzial der Dinge, die uns in 57% der Zeit durch den Kopf gehen, besser zu nutzen.




Mind Mapping = rein und raus10
Das ist eine gute Technik für die Freunde der linearen Aufzeichnungen.
Erheblich effektiver und deutlicher wird das ganze, wenn mit Mind Mapping umgesetzt. Meine Seminarteilnehmer lernen dieses Vorgehen in der Textübung während des Seminars. Beim Mind Mapping kann man die Raus-Gedanken einfach in einer anderen Farbe und möglicherweise mit einem entsprechenden Symbol (siehe Beispiel) einfach an den jeweiligen Zweig hinzufügen. So hat man die Verknüpfung noch wesentlich deutlicher und kann diese noch weiter entwickeln.