Fremdsprachen lernen mit Mind Maps

Freitag, 8. Februar 2008

Hallo Herr Rustler

Sie haben schon über Mind Mapping und Lernen geschrieben. Mich würde interessieren, wie man Mind Maps für Fremdsprachen einsetzt. Ich frische im Moment mein Englisch auf frage mich, ob mir Mind Maps dabei helfen?

Danke schon mal für Ihre Antwort!

Raphael


Man kann Mind Mapping auch zum Lernen von Fremdsprachen einsetzen. Ich habe die Technik in der Vergangenheit bei Französisch und Spanisch angewandt.

Ich sehe folgende Bereiche, wo sich der Einsatz besonders anbietet:

  • Wortfelder
  • Vorbereitung von Vorträgen


Wortfelder
Ein Mind Map kann eine Vokabelliste nicht ersetzen, allerdings eignet es sich hervorragend zur Erstellung von Wortfeldern, um sich Vokabular zu einem neuen Thema zu erarbeiten. Man kann dabei so vorgehen, dass man sich zuerst ein Wortfeld in seiner Muttersprache erstellt und dann die Entsprechungen in der Fremdsprache dazu sucht. Eine Alternative ist es, die Sprachen zu mischen und unbekannte Wörter danach schrittweise in die Fremdsprache zu übersetzen.

Vorbereitung von Vorträgen
Auf meiner Website habe ich ein Beispiel für ein Mind Mapping Vortragsmanuskript. Ein solches kann man auch in einer Fremdsprache erstellen. Dadurch dass ausschließlich Schlüsselwörter verwendet werden, ist man gezwungen, frei zu sprechen und selbstständig ganze Sätze zu bilden. In der Muttersprache ist das kein Problem in der Fremdsprache ist das ein sehr gute Übung freies Sprechen zu trainieren. Ich empfehle, immer einen Testlauf zu machen, dadurch fällt es dann vor den Mitschülern wesentlich leichter.

Auch Grammatik kann man mit Hilfe von Mind Maps lernen. Unten stehend ist ein Beispiel, wie ich Mind Mapping vor einigen Jahren zum Französischlernen eingesetzt habe. Ich habe eine Mitschrift zum subjunctive erstellt, die mir als Überblick diente. Das ersetzt ein Grammatikbuch natürlich nicht, aber es hilft sehr gut, sich schnell einen Überblick zu verschaffen und bereits Gelerntes zu wiederholen.

Computer-Mind Maps mit anderen teilen

Donnerstag, 3. Januar 2008

Wie kann man mit Software erstellte Mind Maps mit anderen teilen? Auf das Thema kam ich gestern im Gespräch mit einem Kunden.
Was mache ich, wenn ich z.B. mit Mindjet MindManager ein Map erstellt habe, dass ich anderen zur Ansicht geben möchte und die Kollegen/ Geschäftspartner bisher allerdings keine oder nur wenig Erfahrung mit Mind Mapping und Mind Mapping Software haben?

Software wie MindManager bietet inzwischen eine Fülle an Möglichkeiten, wie z.B.


  1. Das Map direkt als MindManager-Datei speichern und dem Kollegen bitten, den kostenlosen MindManager Viewer herunterzuladen
  2. Das Map als PDF Datei exportieren
  3. Das Map als Powerpoint Präsentationen exportieren
  4. Das Map als Bild exportieren
  5. Das Map als anklickbares Bild exportieren und ins Internet stellen


Pauschal gibt es nicht die optimale Vorgehensweise.

Zu 1.
Teilt man mit den Kollegen öfters Maps und möchte man, dass z.B. Textnotizen und Hyperlinks von MindManager-Dateien aktiviert und betrachtet werden können, dann bietet sich der Viewer an. Hier kann man das Map wie in der Vollversion des Programms betrachten und manipulieren und sogar den Präsentationsmodus starten.
Voraussetzung für diese Vorgehensweise ist, dass die Kollegen grundlegend verstehen, wie man in einem Map navigieren kann, z.B. wie man Zweige ein und ausklappt.

Zu 2.
Diese Möglichkeit funktioniert zumindest technisch bei meinem Gegenüber immer, da jeder über einen PDF-Reader verfügt. Das Problem bei dieser Lösung könnte sein, dass man keine Anmerkungen zum Map in Form von ergänzenden Texten machen kann.

Zu 3.
Software wie MindManager oder auch iMindMap bieten solche automatischen Exportmöglichkeiten an, das Ergebnis hat mich bisher allerdings noch nie überzeugt. Meist wird ein Map wieder in eine Listenform zerstückelt, was den visuellen Vorteil wieder zunichte macht.

Zu 4.
Diese Möglichkeit ist ganz charmant, da man hier jede beliebige Ansicht eines Maps (z.B. teilweise eingeklappt oder ausgeklappt) als Bild exportieren kann. Dieses Bild kann man dann wieder in ein anderes Dokument, z.B. ein Word-Dokument oder in eine Präsentation einfügen und mit zusätzlichem Text versehen. So lässt sich die aus meiner Sicht oft ungenügende Exportfunktion der Mind Mapping Software umgehen. Auf diese Weise kann man sehr individuelle versendbare Präsentationen erstellen und diese mit zusätzlichen Anmerkungen versehen.
Ich habe zum besseren Verständnis einmal zwei Beispiel-Präsentationen erstellt, die das Vorgehen verdeutlichen. Die erste ist ein Beispiel eines MindManager Maps, die zweite ein Beispiel eines iMindMap Dokuments. Auf diese Weise lässt sich der optische Zusammenhang eines Mind Maps nutzen und mit Zusatzinfos in Form von Texten am Rand versehen.







Zu 5.
Hier ist der Vorteil, dass der Betrachter, die hinterlegten Links anklicken kann, vorausgesetzt, die Mind Mapping Software unterstützt dieses Vorgehen.

Mir fallen noch weitere Möglichkeiten ein, die man auch alle untereinander kombinieren kann. Welche sich anbietet hängt vom Gegenüber ab und vom Arbeitsaufwand, den man hineinstecken möchte. Das schöne an Präsentationen direkt mit Mind Mapping Software ist ja, dass diese sich mit einem Tastendruck und ohne Zeitverlust starten lassen.

Kann man beim Mind Mapping Zweige zusammenführen?

Donnerstag, 1. November 2007

Hallo Florian,

wir hatten vor einiger Zeit mal korrespondiert und nun ist mir bei der Anfrage eines Kollegen spontan Dein Name in den Sinn gekommen. Und zwar handelt es sich um eine Frage bzgl. der MindManager-Features.

Anbei ein Bild mit einer Mindmap, bei der sich zwei Unteräste wieder zu einem gemeinsamen Pfad vereinen. Dies ist hier durch übereinanderschieben von zwei Unterästen realisiert. Frage: Bietet MM die Vereinigung von Unterästen auch als "echte" Funktion an oder geht das nur durch unschönes "Schummeln"?

Wäre Dir dankbar für eine kurze Experteneinschätzung.

Grüße aus Berlin,
Thomas




Hallo Thomas,

Danke für deine Nachricht! Die Frage bekomme ich in meinen auch öfters gestellt.
Nein, es gibt keine Möglichkeit, um Unterzweige wieder zusammenzuführen, das wäre gegen das Prinzip von Mind Mapping, wo ja jeder Zweig wieder Ausgang für viele neue Zweige sein soll. Würde man diese wieder vereinen können, dann wären die Denkmöglichkeiten für diesen Richtung abgeschnitten. Um Zusammenhänge und Verbindungen klarzumachen, gibt es bei Mind Mapping und auch im MindManager die Möglichkeit, Verbindungspfeile einzufügen. Der Ersteller des Maps müsste sich allerdings entscheiden, an welchem der beiden Unterzweige, die durch den Pfeil verbunden werden, die Detailinfo dranhängt. In den neunen MindManager Versionen ist so ein Zusammenschieben von Ästen gar nicht mehr möglich.

Viele Grüße

Florian

MindMap Software mit Sicht Feature?

Samstag, 8. September 2007

Hallo Herr Rustler,

kennen Sie eine MindMapping Software mit Sicht Feature? In Datenbankssystemen gibt es einmal gewöhnliche Tabellen. Daneben aber auch sogenannte Sichten, welche eine Teilmenge einer Tabelle oder die Kombination mehrerer Tabellen sein kann. Dabei kann man genauso mit den Sichten, virtuellen Tabellen arbeiten, wie mit den eigentlichen. Die Daten bleiben synchron.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sicht_(Datenbank)

Kennen Sie eine MindMapping Software die diese Funktionalität enthält?

Der Vorteil von Sichten ist bspw. folgendes: Es existiert eine Todo MindMap mit sämtlichen Aufgaben zugeordnet nach Projekten. Nun kann man eine Sicht definieren, die nur alle Aufgaben beinhaltet die diese Woche erledigt werden soll. So hat man nur eine Datenbasis, jedoch zwei unterschiedliche Tabellen. Eine Änderung in der Einen wirkt sich auf die Andere. So bleiben beide synchron und Redundanz wird vermieden.

Die Sichten in DBMS werden mit SQL definiert. In XML basierten MindMaps könnte hierfür vielleicht XQuery dienen. Leider habe ich bislang keine Software mit diesem Feature entdecken können.

mfg...


Es gibt beim MindManager Funktionen, mit denen man einen ähnlichen Effekt erreichen kann, jedoch technisch nicht auf mehrere Maps zugreift, sondern sich nur innerhalb eines Maps bewegt. Dies sind die Filterfunktionen, mit der man Ihr angesprochenes Todo-Map umsetzen kann. Die Filterfunktionen wurden in MindManager 7 erheblich verbessert, so dass sich hier nun z.B. Abfragen speichern lassen. Dazu habe ich auch schon Posts verfasst (Planung mit MindManager Teil1 und Teil2), wo ich diese Funktionalität beschrieben habe.
Es gibt das kostenpflichte MindManager Plugin ResultsManager, das die Gettings Things Done Methode (siehe dazu meine Posts Teil1 und Teil 2) umsetzt, die anscheinend wirklich neue Maps aus bestehenden Maps erstellen und diese rücksynchronisieren. Ich denke das kommt Ihrem Sicht-System sehr nahe.

Ich hoffe, ich kann Ihnen damit weiterhelfen! Es lesen ja auch immer viele Spezialisten dieses Blog, vielleicht hat hier jemand noch weiteren Input.

Viele Grüße

Florian Rustler

Bewertung von Kreativität

Mittwoch, 28. März 2007

Gestern hat mich eine Frage erreicht, die ich nun anonym vorstellen möchte:

"Ich mache mir zur Zeit Gedanken über die Bewertbarkeit von Kreativität und dachte mir, dass Sie vielleicht einige Ideen haben oder Literatur dazu empfehlen können.
Die Definitionen zielen meist auf den Aspekt -Neu- ab. Aber für einen Bewertungsbogen kann das doch nicht ausreichen, um eine Idee bzw. die Lösung eines Problems als kreativ einzustufen.
Genauer gesagt möchte ich eine Gruppe von Leuten befragen, wie oder ob sie ein Design-Produkt als kreativ bewertet.
Vielleicht haben Sie einen Vorschlag nach welchen Kriterien und Fragen man eine Bewertung durchführen könnte.
Ich bin mir zudem nicht ganz sicher, ob man z.B. auch eine Trennung zwischen Idee und Umsetzung vornehmen kann bei der Bewertung. Wenn diese Trennung möglich ist - ist dann die Person die beides (Idee und Umsetzung) gemacht hat nur kreativ, wenn beides als kreativ bewertet werden kann, oder auch schon wenn nur ein Aspekt als kreativ gilt?"


Das ist eine sehr spannende Frage, über dich bis jetzt noch wenig wissenschaftlich recherchiert habe.

Wenn Sie Kreativität im Rahmen eines wissenschaftlichen Vorgehens bewerten wollen sehe ich zwei Schritte: Zuerst muss der Begriff Kreativität konzeptionalisiert werden, d.h. Sie benötigen eine für Ihre Arbeit gültige Definition von Kreativität.
In einem zweiten Schritt müsste das Konzept der Kreativität operationalisiert werden, d.h. Sie müssen Messkriterien festlegen, anhand derer Sie entscheiden, ob etwas als kreativ einzustufen ist, oder nicht.

Definition von Kreativität.

In meinen Posts vom 25.12.06 und 01.01.07 habe ich mich mit dem Kreativitäts-Konzept von Prof. Holm-Hadulla beschäftigt, der sich mit den Bestandteilen und Voraussetzungen von Kreativität befasst, nicht aber mit deren Messung und Bewertung. Am Anfang von Teil 1 dieses Posts habe ich eine Definition von Kreativität gebracht:

Kreativität bezeichnet die Fähigkeit intelligenter Lebewesen, neue und ungewöhnliche Lösungen für Problemstellungen zu finden. Voraussetzung für Kreativität ist die Fähigkeit, Dinge und Vorgehensweisen frei und neu kombinieren und entwickeln zu können. Ein wesentlicher Bestandteil ist oft die Fähigkeit, produktiv gegen Regeln zu denken und zu handeln (also: nicht nur zu kombinieren) und damit auch neue Regeln aufzustellen.

Auch in dieser Definition schwingt wieder das Neu-sein mit, aber ich denke nur weil etwas neu oder anders ist, ist es noch nicht als kreativ zu bezeichnen, aber das ist Definitionssache. für viele Menschen ist dieses Kriterien neu und anders bereits ausreichend, um etwas als kreativ einzustufen. Wenn ich mich nun entschließe, das rote Licht der Ampel durch ein blaues Licht zu ersetzen, dann ist das zwar neu und ungewöhnlich, nicht aber kreativ.
Was in der obigen Definition auch anklingt, – und das ist meines Erachtens besonders wichtig – das, was die kreative Handlung hervorbringt, muss nicht nur neu oder ungewöhnlich sein, es vor allem einen Mehrwert gegenüber Bestehendem bieten.
Hierzu könnten Bücher von Edward deBono (z.B. lateral thinking) sehr hilfreich sein, der dazu sehr viel geschrieben hat. Sie auch hier meinen Post vom 14.02.07.

Was ein Mehrwert ist, ist höchst subjektiv und wird sich nur selten mit objektiven Kriterien feststellen lassen. Wenn ich Ihre Frage richtig verstehe, geht es ja auch darum einen vergleichbaren Fragekatalog zu entwickeln, mit dessen Hilfe die subjektive Einschätzung zur Kreativität eines Produktes erfasst werden kann.
Anhand dieser Kriterien (neu/ungewöhnlich und Mehrwert schaffend) würde ich Kreativität konzeptionalisieren. Ich bin mir selbst noch nicht ganz sicher, wie trennscharf neu und ungewöhnlich sind und ob man diese Kriterien trennen müsste. Wenn etwas neu ist, dann wird es wohl auch als ungewöhnlich bezeichnet werden. Wenn etwas ungewöhnlich ist, muss es nicht unbedingt neu sein, aber vielleicht in einem bestimmten Kontext schon.
Anhand dieser Kriterien könnte man das mittels eines Fragebogens (jetzt einmal aus der Hüfte geschossen) auch abfragen, indem man Menschen bittet das Designprodukt anhand der Kriterien neu/ungewöhnlich und Mehrwert schaffend zu bewerten. Interessant wäre es dann auch noch zu erfahren, warum etwas als ungewöhnlich eingestuft wird und wo die Befragten die Mehrwert des Produkts sehen.

Vielleicht haben ja andere Leser noch Meinungen, Wissen und Literaturempfehlungen.

Trennung von Idee und Umsetzung

Bei der Trennung von Idee und Umsetzung kommen wir noch einmal in ganz andere Gewässer. Grundsätzlich glaube ich, dass Ideen nicht danach bewertet werden, ob diese kreativ sind, sondern, ob diese einen Mehrwert bieten und ob diese umsetzbar sind. Wie gesagt, ich glaube, Kreativität ist kein Selbstzweck, niemand wird sagen, ich möchte eine kreative Lösung. Es geht vielmehr darum, dass die Lösung einen Gewinn im Vergleich zu anderen darstellt und das lässt sich eben oft durch eine kreative Lösung erreichen. Einige Ansätze zur Ideenbewertung habe ich in meinem Post vom 07. 01.07 über Brainstorming beschrieben.
Ideen sind zwar immer nett, nützen aber wenig, wenn sie nicht umgesetzt werden. Besonders die Umsetzung ist dabei das Schwierige. Möglicherweise stellt sich bei der Umsetzung heraus, dass das alles gar nicht so funktioniert, wie in der Idee angedacht und heraus kommt etwas völlig anderes. Deswegen glaube ich, dass das Endprodukt, also die Umsetzung danach bewertet werden sollte, ob es kreativ ist oder nicht.

Neue Rubrik: Fragen&Antworten eröffnet

Donnerstag, 15. März 2007

Ich möchte eine Idee, die mir neulich im Gespräch mit einem Seminarteilnehmer gekommen ist, nun umsetzen: Oft gibt es Fragen zu Denk- und Arbeitstechniken und natürlich speziell zu Mind Mapping und Business Mapping, die aufkommen, die aber zu keinem der bestehenden Blogeinträge in Form eines Kommentars dazu passen. Trotzdem sind diese Fragen für viele Nutzer relevant und interessant.
Daher möchte ich nun mit dieser Rubrik den Grundstein legen: Wenn es von Ihnen irgendwelche Fragen zu den hier behandelten Themen gibt, die ich hoffentlich beantworten kann, dann schicken Sie mir ein Mail. Ich werde dann versuchen, über das Blog weiter zu helfen.
Einfach ein Mail an rustler(at)creaffective(dot)de

Ich freue mich auf Zusendungen und hoffe, weiterhelfen zu können.