iMindMap – zweiter Test

Samstag, 18. August 2007

EDIT: Test zur Version 3 von iMindMap

Vor neun Monaten habe ich das damals neu auf den Markt gekommene Programm iMindMap zum ersten mal getestet, damals in der Version 1. Wie damals bereits berichtet, steckt hinter der Software der Erfinder des Mind Mappings Tony Buzan, der das Programm mit dem Argument vermarktet, mit iMindMap richtige und gerhirngerechte Mind Maps nach der von ihm erfunden Methode erstellen zu können. Nun liegt die Version 2 vor, die ich nun noch einmal unter die Lupe genommen habe.




 
Mit Tablet PC fast wie mit Papier und Stift
Diesmal hat sich an meinen Testbedingungen eine wichtige Änderung ergeben. Der letzte Test fand mit einem ganz normalen Laptop statt, diesmal arbeite ich mit einem Tablet PC, d.h. ich kann mit einem speziellen Stift direkt auf dem Bildschirm schreiben.
Das Gefühl auf einem Tablet PC mit iMindMap Mind Maps zu erstellen ist fantastisch! Durch den Freihandmodus der Software, kann man die Zweige wirklich völlig frei zeichnen, wie mit Papier und Stift. Dadurch ist iMindMap die erste Software, die wirkliche Mind Maps nach den Regeln von Tony Buzan am PC erstellen kann, da die Maps genau so erscheinen, wie ich diese zeichne und das haptische Erlebnis des selbst Zeichnens und Schreibens gegeben ist. (Mindjet Mindmanager arbeitet in der Tablet-Version nur mit Stiftgesten, Zweige werden nach wie vor in das MindManager Schema gepresst) Das Beschreiben der Zweige wird ermöglicht durch die Software ritepen, einer Handschriftenerkennung von Evernote, die extra zu erwerben ist. Auch das Zeichnen von kleinen Skizzen und Bildern erfolgt wie auf Papier, nur dass man mit iMindMap die alles nachträglich skalieren und verändern kann – absolut genial!

Wie gesagt: Genial mit dem Tablet, mit einem „normalen“ Laptop mit Maus und Tastatur ist das Erlebnis ein völlig anderes und auch der Mind Mapping Effekt ein anderer. Hier ist das Anlegen der Zweige eher mühsam und langsam, im Gegensatz zu anderer Software, wo man neue Zweige per Tastendruck anlegen kann.
Um diesem Problem Herr zu werden, hat das Programm nun den Speed Mapping Mode. Hier kann man Zweige ebenfalls per Tastendruck anlegen und diese schnell beschriften. Danach kann man diese dann ordnen und individualisieren, in dem man diese neu anordnet und ausrichtet. Leider ziemlich mühsam.

Gut gedacht – noch mangelhaft umgesetzt
Nochmal: Das Konzept hinter iMindMap und die Bedienung mittels Tablet PC ist großartig. Ich freue mich hier auf weitere Versionen. Mit iMindMap könnte die Unterscheidung zwischen Mind Mapping (mit Papier und Stift) und Business Mapping (am PC) fallen, da das Erstellen von Mind Maps mit fast den gleichen Freiheiten und (gehirnpsychologischen) Effekten wie mit Papier und Stift möglich wird.
Noch gibt es leider einige Fehler in der Umsetzung, die noch nicht zufriedenstellend gelöst sind und das vernünftige Arbeiten noch unmöglich machen.

Die beiden Hauptkritikpunkt sind aus meiner Sicht:

Icons und Bilder :
Diese lassen sich extrem umständlich einbinden und verhalten sich dann nicht intelligent. Icons und Bilder werden mitten in das geschriebene Wort eingefügt und müssen dann umständlich skaliert und repositioniert werden (Bild 2). Das macht die Bedienung sehr langsam und ineffektiv. Ein bestehender Bug der Software scheint zu sein, dass die Ausrichtung der Schlüsselworte (links, zentriert, rechts) nicht mit abgespeichert wird und diese nach dem Schließen des Maps wieder in den Default-Zustand gesetzt wird. Dadurch landen Bilder und Icons wieder mitten im Wort. Außerdem „haften“ die Bilder und Icons nicht richtig an den Zweigen, weshalb diese, wenn ein Zweig in seiner Position verändert wird, nicht richtig repositioniert werden.




Bearbeiten von Zweigen und Elementen:
iMindMap arbeitet mit Kontrollpunkten an Zweigen und Elementen wie Bildern und Icons. Hier funktioniert die Erkennung der Kontrollpunkte nur unzureichend. Wenn man z.B. eine Grafik markiert, um diese zu skalieren und sich in der Nähe der Grafik ein Kontrollpunkt für einen Zweig befindet, dann hat dieser bei iMindMap Vorrang. Ergebnis: Man kann die Grafik nicht skalieren, sondern verschiebt statt dessen den Zweig. Das Ganze artet dann in eine lästiges Gefummel aus.

An manchen meiner Kritikpunkte aus dem ersten Post hat sich auch in Version 2 noch nichts geändert. Der Präsentationsmodus ist so konzipiert, dass der Präsentator alles machen kann, außer sich auf seine Präsentation zu konzentrieren. Statt dessen ist man immer mit dem Nachjustieren des Maps beschäftigt.

Zweignotizen und Links werden nun inzwischen mit einem kleinen Symbol kenntlich gemacht, dafür verschwinden die – in dieser Version verfügbaren – Aufgabeninfos ins Nirwana sobald man diese angelegt hat.

Fazit
Das Konzept des Programms ist großartig, besonders in Verbindung mit einem Tablet PC. Hier können wie mit Papier und Stift richtige Mind Maps erstellt werden mit allen Vorteilen aus der händischen Erstellung und den Möglichkeiten des Computers!
Für 99% aller Nutzer, die über keinen Tablet PC verfügen ist der Nutzen und die Bedienung nur halb so gut.
Noch stecken leider immer noch zu viele Fehler (wirkliche Fehler) in der Bedienung des Programms, weshalb ich nach wie vor empfehlen würde, mit der Anschaffung zu warten. Es gibt Fortschritte im Vergleich zum letzten Test, noch ist das Programm aber nicht ausgereift.

Missverständnisse zu Mind Mapping

Sonntag, 12. August 2007

In einem Telefonat mit einem Unternehmen letzter Woche kam das Gespräch auf Mind Mapping. Wieder einmal zeigte sich, dass mein Ansprechpartner den Begriff Mind Mapping mit Mindjet Mindmanager gleichsetzte. Das ist sicherlich schön für Mindjet, weil das Unternehmen es geschafft hat, einen Begriff mit einem Produkt zu besetzen.
Auf der anderen Seite ist das für Mind Mapping und die vielfältigen Möglichkeiten dieser Technik äußerst bedauerlich, da dieses Gleichsetzen den Blick verengt und ein falsches Bild erzeugt.
Es bedarf dann immer wieder Aufklärungsarbeit, um meinem Gegenüber klar zu machen, was Mind Mapping eigentlich ist und wo das Potenzial dieser Technik steckt und warum es auch ohne Computereinsatz sinnvoll sein kann, diese Technik zu erlernen.

Vielleicht zu Anfang einige Kurzformeln:

  • Mind Mapping ist nicht mit Business Mapping (computergestütztes Mind Mapping) gleichzusetzen!
  • Mind Mapping ist definitiv nicht Mindjet Mindmanager!
Ich möchte die Definition von Mind Mapping, wie diese auch auf meiner Website zu finden ist, noch einmal wiederholen: "Mind Mapping® ist eine einfache und äußerst wirksame grafische Technik, um Gedanken, Wissen und Informationen zu visualisieren, zu organisieren und zu strukturieren. Mind Maps® funktionieren als externes Repräsentationssystem, um (gehirn-)interne Gedankenstrukturen darzustellen."

Mind Mapping ist eine Art und Weise Informationen zu strukturieren und zu organisieren, die nicht an einen Computer oder gar eine Software gebunden ist! Es ist eine Fertigkeit, die ich gerne mit Lesen, Schreiben oder sogar Zeichnen vergleiche. Wenn ich die Fertigkeit habe, dann kann ich mir das Mittel wählen, mit dem ich die Fertigkeit umsetze! Das Mittel variiert je nach meinem Ziel.
Dies können auch im 21. Jahrhundert Papier und Stift sein, oder ein Computer und dann eines der vielen vorhanden Programme dafür. D.h. der Computer und die Software sind ein mögliches Vehikel!
Wenn ich keinen Computer dafür einsetzen kann, heißt das nicht, dass man die Technik nicht einsetzen kann. Schreiben und Zeichnen kann ich sowohl mit als auch ohne Computer. Manchmal ist es sinnvoll ein E-Mail zu schreiben, manchmal möchte ich eine Nachricht auf einem Stück Papier verfassen.
Egal für welche Art der Umsetzung ich mich entscheide, zuerst muss ich einmal die Technik an sich beherrschen.

Software erweitert die Möglichkeiten des traditionellen Mind Mapping, da der Computer Operationen ermöglicht, die mit Papier und Stift unmöglich sind. Das ist in manchen Fällen äußerst sinnvoll und hilfreich. Ich selbst arbeite auch viel mit Business Mapping (computergestütztes Mind Mapping), setze jedoch das traditionelle papiergestützte Mind Mapping noch mindestens genauso häufig ein, obwohl ich beruflich die meiste Zeit vor der Kiste sitze.


 



 
Manchmal kann der Computer mit all seinen Funktionen dem guten alten Papier und ein paar farbigen Stiften einfach nicht das Wasser reichen.

Einige Beispiele, wofür ich Papier und Stift einsetze:

  • Telefon- und Besprechungsnotizen
  • Ideensammlung und Planung
  • Lernen und Merken
  • Exzerpte aus Büchern
Diese Bereiche lassen sich sinnvoll mit Computer verbinden, manchmal geht allerdings einfach nichts über ein Blatt Papier und ein paar Stifte.


Mind Mapping Software Test in der c't

Montag, 6. August 2007

Nachdem schon über zwei Jahre seit dem letzten Test vergangen sind, war es für die c't mal wieder Zeit für einen Mind Mapping Software Test (erschienen in der aktuellen Ausgabe vom 6.8.07). Ich nenne diese Programme ja immer noch Business Mapping Software, aber lassen wir das...
Getestet wurden:


  • ConceptDraw Mindmap Pro 5.0
  • Freemind 0.9.0
  • Knowledge Map 2007 Professional (siehe hierzu meinen Post vom 14.01.07)
  • MindGenius 2 business
  • MindManager Pro 7 (die Liste meiner Posts hierzu ist zu lang, um diese nun alle aufzuführen)
  • Creative MindMap 4 Pro
  • MindMapper 5.0 Pro
  • OpenMind 2.0 Business
  • Visual Mind 9


Die wichtigsten Programme hat der Artikel damit abgedeckt, schön wäre es gewesen iMindMap von Tony Buzan noch mit aufzunehmen (siehe hierzu meinen Post vom Dezember 2006). Hierzu werde ich bald wieder einen neuen Test veröffentlichen, denn hier hat sich in den letzten Monaten einiges getan. Die Preispanne der getesteten Programm reicht dabei von kostenlos (Freemind) bis zu MindManager Pro (356 Euro). Gar nicht mit von der Partie waren die zahlreichen Online Mind Mapping Tools, die in letzten Monaten entstehen, obwohl diese möglicherweise für einige der vorgestellten Programm eine Alternative darstellen könnten.
Wer einen groben Überblick über die wichtigsten Funktionen und Unterschiede der Programme erhalten möchte, für den ist der Artikel sicherlich interessant. Für alles andere heißt es nur: ausprobieren.

PersonalBrain – Work the way you think

Donnerstag, 12. Juli 2007

Im letzten Post habe ich dynamisches Business Mapping berichtet. Meines Wissens gibt es bis jetzt nur eine Software, – im Gegensatz zu statischem Business Mapping, wo es sehr viele Anbieter gibt – die die Erstellung dynamischer Business Maps ermöglicht: PersonalBrain.
Seit Kurzem ist die Version vier erhältlich nach über dreijähriger Entwicklungspause. Im Vergleich zum Vorgängerversion gibt es einige funktionelle Neuerungen, die ich in diesem Post vorstellen möchte. Ähnlich wie andere Anbieter von Business Mapping Software folgt der Hersteller dem Trend deutlich unterschiedliche Lizenzen mit anderem Funktionsumfang anzubieten: Free, Core und Pro. Die Unterscheidung geht immer stärker dahin zwischen den Standard und den Powerusern zu unterscheiden, die die Möglichkeiten der Software wirklich ausnutzen.

Der Plex
Kernbestandteil der Software ist das Map-Fenster oder auch Plex genannt (Bild 1). Hier ist das Map und der aktuell markierte Hauptzweig zu sehen. Dadurch das nie das gesamte Map auf einmal sichtbar ist wird am unteren Rand eine Liste der zuletzt aktivierten Zweige angezeigt. Am oberen Rand gibt es mit der Pinfunktion die Möglichkeit, häufig benutzte Zweige fest zu pinnen, um auf diese immer schnell Zugriff zu haben.


Die Navigation innerhalb des Maps verläuft teilweise anders als beim statischen Business Mapping, wo man sich anhand der räumlichen Struktur orientiert, da immer das gesamte Map sichtbar ist. Dadurch das bei PersonalBrain immer nur der aktive Zweig und die umliegenden Zweige sichtbar sind nutzt man zum navigieren sehr stark die Suchfunktion, um von einem Themenkomplex zum anderen zu springen.
Neu in Version 4 ist die Möglichkeit, den Ansichtsmodus zu wechseln und mehr als nur die aktuellen Zweig mit seinen Unterzweigen einzublenden. Es gibt nun die Möglichkeit einzelne Zweige bewusst ein und auszuklappen und sogar das Ganz Map anzusehen (Bild 2). Diese Funktion führt allerdings sehr schnell dazu, dass das die Darstellung sehr unübersichtlich wird, deshalb ist diese Funktion mit großer Vorsicht zu genießen.


Das Eigenschaftenfeld
Kräftig aufpoliert wurde das Eigenschaftenfeld, hier verstecken sich die meisten Neuerungen. Wie in der Vorgängerversion auch, kann jeder Zweig (ähnlich wie bei Mindjet MindManager) Textnotizen erhalten, nach denen in der Suche auch gesucht werde kann.
Neu ist, dass jeder Zweig nicht nur einen Link oder Anhang erhalten kann, sondern beliebig viele. Es ist theoretisch möglich, das gesamte Dateisystem in das Brain (so heißen die Dateien, die PersonalBrain abspeichert) zu verlagern und Informationen ausschließlich so zu verwalten.
Neu ist auch die Funktion, Zweigen einen Zweigtyp zuzuordnen. So ist es z.B. möglich, alle Personen einem Zweigtyp zuzuteilen, der diese grafisch besonders hervorhebt. Generell ist auf das Visuelle in der Version diesmal wesentlich mehr Wert gelegt worden, abgesehen von der an sich schon visuellen Darstellung der Informationen als Map. Zweige können nun mit verschiedenen Farben und Icons versehen werden, die sich automatisch vergrößern, sobald mit der Maus darüber fährt.
Neu ist ebenfalls, das Zweige nun verschlagwortet werden können (tagging). Mit der Suchfunktion können dann Zweige mit einem bestimmten Tag, das nicht im Namen an sich enthalten ist, gesucht werden.

Die Reportfunktion gibt Aufschluss darüber, welche Art von Zweig wie oft angeklickt bzw. genutzt wurde. Diese Funktion ist spannend, wenn man sehr große Maps für das Wissensmanagement einsetzt.
Die Kalenderfunktion ermöglicht es nun, in einem globalen Kalender Termine zu einzelnen Zweigen zu definieren. Alle Termine egal zu welchen Zweigen diese gehören, werden dann im Kalender angezeigt.
Die Pro Version von PersonalBrain besitzt die Möglichkeit, Termine mit Outlook zu synchronisieren. Nur dann macht der Kalender meiner Meinung nach überhaupt Sinn, zumindest für den der Outlook als Kalender nutzt, da man ansonsten wieder mehrere Kalender pflegen müsste.

Fazit
Die neue Version mit den erweiterten Funktionen hat wieder richtig Lust gemacht, mehr mit der Software zu arbeiten, da es wirklich sinnvolle Einsatzgebiete dafür gibt, die über andere Business Mapping Programme hinaus gehen. Wer „Mind Maps“ elektronisch erstellen möchten, sollte sich ein anderes Programm suchen, dass statische „Business Maps“ erstellt. Wer sehr große Maps bearbeiten möchte, aber nicht von diesen erschlagen werden möchte, der findet in PersonalBrain vielleicht ein hilfreiches Instrument. Wirklich sinnvoll ist es aus meiner Sicht vor allem für komplexes Wissensmanagement. Hier können sämtliche Informationen unabhängig von ihren wirklichen Position auf der Festplatte in einem Wissensnetz konzentriert und organisiert werden und das sehr einfach uns schnell.

Weitere Artikel zu PersonalBrain, die kürzlich auf anderen Blogs erschienen sind:

Dynamisches Business Mapping

Dienstag, 3. Juli 2007

Wolfgang hat in einem Kommentar zu meinem Artikel "Wissensmanagement mit MindManager" eine interessante Diskussion zum Themas Wissensmanagement und PersonalBrain angestoßen.
PersonalBrain ist eine Software, die dynamische Business Mapping ermöglicht und seit kurzem in der Version 4 vorliegt.

Dynamisches Business Mapping vs. statisches Business Mapping
Nun ist schon wieder so ein sperriger Begriff gefallen: Dynamisches Business Mapping. Was heißt das? Am besten verdeutlicht wird das wahrscheinlich durch einen bildlichen Vergleich.
Beim statischen Business Mapping, z.B. durch Software wie Mindjet MindManager ist die Grundstruktur des Maps unveränderlich (Bild 1). Statisches Business Mapping orientiert sich an der Methode des Mind Mapping nach Tony Buzan. Ausgangspunkt des Maps bildet ein zentrales Bild oder Thema, um das sich weitere Information in Form von Haupt- und Unterzweigen angliedert. Software wie MindManager erlaubt es zwar einzelne Zweige ein- oder auszuklappen und das Map somit zu manipulieren, die Grundstruktur bleibt allerdings immer gleich und damit statisch.


Die Software PersonalBrain arbeitet nach dem dynamischen Prinzip. Wie beim statischen Business Mapping gibt es einen zentralen Ausgangspunkt. Weitere Informationen gliedern sich in Form von Unterzweigen an (Bild 2).

Das Besondere daran ist, dass immer der aktuell markierte Zweig in den Mittelpunkt rückt und somit zum Zentralbild wird, d.h. der Betrachtungspunkt wird dynamisch verändert (Bild 3). Außerdem wird immer nur ein kleiner Ausschnitt eines Maps dargestellt, nie das gesamte Map.


Die Auwirkungen
Diese dynamische Art des Business Mapping hat eine Reihe von Konsequenzen, die diese Art des Business Mapping für bestimmte Anwendung besonders auszeichnen.
Dadurch, dass immer der aktuell markierte Zweig in den Mittelpunkt rückt, ist nie das ganze Map sichtbar, sondern immer nur ein Aussschnitt: Der aktuelle Mittelpunkt und die angrenzenden Hierarchieebenen. Dadurch sind wesentlich größere Maps möglich, ohne unübersichtlich zu werden. Beim statischen Business Mapping stößt man irgendwann an Grenzen der visuellen Darstellung, da zu viele Zweige und Hierarchieebenen das Map unübersichtlich machen und die eigentlich angestrebte Klarheit dann irgendwann verloren geht. In diesem Fall muss man mit verknüpften Untermaps arbeiten.

Die dynamische Darstellung erlaubt bessere Querverbindungen und Sprünge zwischen Zweigen (Bild 4). Von jedem Zweig können nicht nur Unterzweige gebildet werden, sondern ähnlich wie beim statischen Business Mapping Querverbindungen zu anderen Zweigen gesetzt werden. Dies geschieht hier nun allerdings nicht mittels Pfeilen oder Sprüngen zwischen verlinkten Business Maps wie beim MindManager, sondern mittels Sprüngen innerhalb eines Maps.


Unterschiedliche Einsatzgebiete
Wie in der Diskussion mit Wolfgang im oben erwähnten Post bereits angedeutet eignen sich statisches und dynamisches Business Mapping für unterschiedliche Anwendungsgebiete.
Wenn es um das Visualisieren von Wissen und Informationen geht (z.B. eine Mitschrift aus einem Vortrag), dann eignet sich statisches Business Mapping besser. Für das Gehirn ist eine wiedererkennbare bildhafte Struktur wichtig, wie sie beim statischen Business Mapping gegeben ist. Außerdem ermöglicht die statische Business Mapping sowie auch das Mind Mapping immer den Blick auf das große Ganze, das gesamte Thema, wohingegen beim dynamischen Business Mapping, immer nur ein bestimmter Ausschnitt angezeigt wird.

Dynamisches Business Mapping eignet sich meiner Meinung besonders gut für die Verknüpfung von großen Wissensmengen, da man hier sehr große Themengebiete in einem Map gut navigierbar und übersichtlich ablegen kann. Die gute Suchfunktion von PersonalBrain ermöglicht einen schnelleren Zugriff auf Daten als MindManager, da das Map nie verlassen werden muss und man sich entweder anhand der Zweigstruktur oder anhand von Suchworten durch das Map bewegt.

Wie auch MindManager ermöglicht PersonalBrain die Verknüpfung von Zweigen mit Dateien, Webadressen etc. Das Besondere am Wissensmanagement mit Business Mapping allgemein, egal ob statisch oder dynamisch ist, – und hier möchte ich Wolfgangs Gedanken aufgreifen – dass man digitale Information nun inhaltlich gliedert und nicht anhand einer Ordnerstruktur auf einem Datenträger. D.h. ich gliedere ein Thema nach inhaltlichen Kriterien und verknüpfe dann bestimmte Dateien und Websites damit, egal wo sich diese befinden und in welchem Format diese abgelegt sind. Je nach Thema können bestimmte Dateien auch mehrmals von einem Map aus verlinkt werden. Business Mapping kümmert sich also mehr um die Wissenszusammenhänge als um Speicherorte für Dateien. Wo genau Dateien nun abgelegt werden, wird hier nun zweitrangig. Dies kann zu einer völlig neuen Art des Umgangs mit digitalen Informationen führen. So wäre es z.B. denkbar, dass sämtliche Dateien in ein einziges Verzeichnis gelegt werden und von einem Business Map darauf verlinkt wird bzw. mittels Desktop-Suchmaschinen nach bestimmten Information gesucht wird.

Im nächsten Post möchte ich auf weniger auf die Methode des dynamischen Business Mappings eingehen, sonder die Software PersonalBrain vorstellen.

Denkwerkzeug-Vorlage als Business Map zum Download

Donnerstag, 21. Juni 2007

In meinem Artikel über das erste Treffen des Thinking Club habe ich das Denkwerkzeug PMI vorgestellt. Viele dieser Denkwerkzeuge lassen sich sehr gut mit Mind Mapping oder Business Mapping visualisieren und umsetzen.
Ich habe nun ein selbsterklärende MindManager-Datei erstellt, die in PMI und die Anwendung einführen soll. Dieses gibt es hier zum herunterladen. Die Erklärungen finden sich in der Anmerkung "So funktioniert es".


Ich freue mich über Rückmeldungen, Anmerkungen und Kritik.

Dazu gibt es außerdem ein Beispiel-Anwendung als Flash-Film, der den Einsatz des PMI-Maps verdeutlichen soll. Den Film gibt es hier (es öffnet sich ein neues Browerfenster). Das Tutorial zeigt einen drei minütige Live-Anwendung von PMI und MindManager. Meine Eingaben im Film wirken etwas ruckelig, da der Film mit einem Frame pro Sekunde erstellt wurde.

Wissensmangament mit MindManager

Donnerstag, 7. Juni 2007

In der Vorbereitung für ein Business Mapping Seminar ist mir wieder einmal deutlich geworden, dass viele Nutzer Mind Manager lediglich dazu nutzen, Mind Maps in digitaler Form zu erstellen. Dies hat sich auch in einer Onlineumfrage mit über 1400 MindManager Nutzern herausgestellt, die ich für e-fellows.net durchgeführt habe.
Mind Maps (darunter verstehe ich die mit Papier und Stift erstellten Visualisierungen nach Tony Buzan) sind ein sehr mächtiges Werkzeug zur Visualisierung von Gedanken und Informationen. Mit Papier und Stift erstellt haben diese einige natürliche Beschränkungen (aber auch Vorteile): So kann man diese nicht manipulieren (z.B. bestimmte Zweige ein- oder ausblenden), filtern oder mit anderen Informationsquellen verknüpfen. Genau darin besteht jedoch der größte Unterschied und auch das wirklich über Papier und Stift Hinausgehende! Daher der Name Business Mapping.
Dadurch, dass man von jedem Zweig einer Map Links und Verknüpfungen zu anderen Informationsquellen setzen kann, kann ein Business Map (z.B. mit MindManager erstellt, aber auch mit anderen Programmen erstellt) eine Art Schaltzentrale für das Wissensmanagement werden. Ausgehend von einem Map, kann man Links zu weiteren Maps setzen und von diesen wiederum zu anderen Informationsquellen verlinken; und dies theoretisch über beliebig viele Ebenen (siehe Bild). Dieses Prinzip machen sich all map-basierten Portale zunutze (ein Beispiel ist das Forschungsinformationssystem, über das ich bereits berichtet habe).



Die Möglichkeit mit Maps als Informationsportalen zu arbeiten, verändert die Art und Weise auf digitale Informationen zugreifen grundlegend. Man muss sich nicht mehr durch Startmenüs oder Ordner und Dateistrukturen hangeln, sondern kann alle relevanten Informationen in einem Map sammeln und von dort aus starten.
Den Anfang macht mein so genanntes Startcenter. Dies ist ein Map, von dem aus jedes Arbeiten am Computer beginnt. Von hier aus kann ich alle wichtigen Programme starten, sowie auf weitere wichtige Maps und Websites zugreifen.

Mein Startcenter symbolisiert die erste Ebene der Pyramide. Von dort aus kann ich weitere thematisch geordnete Startcenter öffnen. Z.B. meine GTD-Map und meine beruflichen Maps für creaffective und e-fellows.net. So kann ich fast alles was ich benötige aus den Maps heraus ansteuern und alle wichtige Informationen (z.b. zu einer Tätigkeit oder einem Kunden) in einem entsprechendem Map konzentrieren.

Tablet-PC

Samstag, 5. Mai 2007

Seit einigen Tagen habe ich ihn nun und es macht nicht nur Spaß, sondern bringt auch die Vorteile, die ich mir erhofft hatte.
Aber mal von vorne: Was ist ein Tablet-PC? Ein Tablet-PC ist ein Notebook, bei dem man auf dem Bildschirm schreiben kann bzw. das man mit einem Stift bedienen kann. Manche dieser Modelle haben nicht mal mehr eine Tastatur (man spricht hier von Slate-Geräten) [Bild 1], andere wiederum (wie z.B. meiner) sehen aus wie ganz normale Laptops, mit dem Unterschied, dass man den Bildschirm auf die Tastatur klappen kann, um dann darauf zu schreiben (diese Geräte heißen Convertibles) [Bild 2].







Noch sind Tablets absolute Nischenprodukte, weil die meisten Leute einfach kaum Einsatzmöglichkeiten für diese Geräte sehen und weil sie teurer sind, als normale Laptops.

Einsatzmöglichkeiten gibt es viele, die für mich relevanten möchte ich kurz vorstellen:

Mind Mapping
Für mich als Mind Mapper sind Tablets optimal, ich kann nun die Funktionalität der Mapping-Software mit dem händischen Erstellen von Mind Maps verbinden. Programme wie z.B. MindManager unterstützen eine Handschriftfunktion, man kann somit wirklich in ganz normaler Handschrift auf die Zweige schreiben (Bild 3). Später kann man per Tastendruck das Geschriebene in Computerschrift umwandeln lassen (Bild 4). Fantastisch ist die Möglichkeit nicht nur schreiben zu können, sondern auf dem Bildschirm Zeichnungen und Skizzen zu erstellen und diese in Dokumente einzubinden. Der Tablet-Stift dient dabei als Schreibgerät und als Maus, mit dem ich bestimmte Punkte auf dem Bildschirm anklicken kann.
Ausprobiert habe ich das ganze auf einem Kongress, wo ich wie immer die Vorträge mitgemappt habe, nur diesmal nicht mit Papier und Stift sondern direkt auf dem Bildschirm. Die Zeitersparnis ist enorm! Im Gegensatz zum Papier kann ich jederzeit „radieren“ und Zweige ausschneiden und neu anordnen.





Besprechungsnotizen
Mit Programmen wie dem mitgelieferten Windows-Journal (Bild 5), kann man wie auf einem normalen Notizblog schreiben, zeichnen, kritzeln, was auch immer! Das Ganze kann man sich dann wieder in normale Schrift umwandeln lassen und es gleich weiterverarbeiten. In Besprechungen könnte man ja auch einen normalen Laptop benutzen, was aber häufig nicht gemacht wird, weil die offene Laptop-Klappe wie eine Wand wirkt, die die Kommunikation erschwert. Ein Tablet-PC ist nur wenig dicker als ein Schreibblock und dürfte daher kaum eine Barriere darstellen.

In Windows Journal kann man außerdem beliebige Dateien importieren (z.B. PDF-Dateien), um diese dann mit Leuchtmarkern, handschriftlichen Notizen etc. zu versehen.

Eine Idee, dich in meinem nächsten Seminar unbedingt einmal ausprobieren muss, ist es Flipchartnotizen einmal auf dem Tablet zu machen und diese per Beamer an die Wand zu werfen...

Mapping-basierte Navigation im Forschungsinformationssystem (FIS)

Montag, 2. April 2007

Ein Beispiel, wie Mapping-basiertes Wissensmanagement aussehen kann zeigt das Forschungsinformaitonssystem (FIS). Das FIS ist ein vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) mitinitiiertes Projekt, das aktuelle Forschungsergebnisse der Themen Mobilität, Verkehr, Städtebau, Raumentwicklung und Wohnungswesen navigierbar macht. Bereits in 2006 habe ich mich mit einem der Mitentwickler dieses Projekts unterhalten: Das Problem einer komplexen Datenbank zu diesen Themen ist es, das ganze Wissen auch für Nichtspezialisten irgendwie handhabbar zu machen, ohne dass der Anwender davon erschlagen wird und ohne dass es einen Spezialisten braucht, um das System zu bedienen.
Der Weg den das FIS nun geht, ist es, die erste explorative Navigation in die Themen mittels Wissens-Maps zu ermöglichen. Der Benutzer klickt sich zuerst durch eine Reihe von Themenmaps, bis er an einen Punkt gelangt, wo dann ausführliche Fachartikel auftauchen.
Diese Themenmaps basieren auf MindManager 4 generierten Maps, die dann als Bilder exportiert wurden und mit klickbaren Imagemaps versehen wurden.
Den gesamten Navigationsprozess sieht man in Bild 1. Eine Demotour durch das System kann über die Projektwebsite heruntergeladen werden.


Ich finde das einen interessanten Einsatz der Mapping-Visualisierung. Der Anwender muss keine besonderen Kenntnisse mitbringen, im Gegenteil, die Maps sollen gerade das Navigieren erleichtern. Der Benutzer benötigt auch keine spezielle Software, alle Maps werden als Bilddateien dargestellt.

Wer über eine Mapping-Software verfügt, kann sein Wissensmanagement mithilfe dieser Programme betreiben. Ich persönlich arbeite sehr viel mit verlinkten MindManager Dateien. Aus jedem Map weisen eine Vielzahl von Links zu anderen Maps (siehe Bild 2) und/oder zu anderen Dokumenten wie z.B. Worddateien etc.
Ausgangspunkt bildet ein Startmap, dass ich Controllcenter nenne, von dem aus ich starte sobald ich meinen Computer anschalte. Von diesem Map kann ich meine wichtigen auf dem Computer installierten Programme aufrufen, als auch Maps meiner bisher gelesenen Bücher etc.

Bücher-Mappen

Samstag, 24. März 2007

Ein Punkt, der die Teilnehmer im Seminar immer wieder erstaunt und fasziniert sind Mind Maps, die den Inhalt eines ganzen Buches (vor allem Sachbücher) abbilden. Bild 1 und Bild 2 zeigen zwei Beispiele von Büchern von jeweils über 200 Seiten. Es handelt sich dabei nicht lediglich um einen Überblick oder eine kurze Zusammenfassung, sondern wirklich um alle für den Ersteller des Mind Maps relevanten Inhalte und Details eines Buches.





Um ein solches Buch-Map zu erstellen muss man ungefähr mit zwei bis drei Stunden zusätzlicher Zeit rechnen. Einmal erstellt, hat man dann in Sekundenschnelle wieder Zugriff auf den Inhalt eines Buches, auch nach langer Zeit noch. Der Inhalt bleibt außerdem viel stärker im Gedächtnis haften, als wenn man das Buch lediglich lesen würde. Wenn man also mit dem Inhalt eines Buches wirklich arbeiten muss, sind diese zwei Stunden eine lohnende Investition, die sich vielfach wieder auszahlt und sehr viel Zeit spart. Wie oft kommt es vor, dass man ein interessantes Buch liest, es wieder in den Schrank stellt und dann den Inhalt so gut wie wieder vergessen hat? Aus meiner Erfahrung sehr oft, wenn man sich keine Notizen macht.

Der Prozess
Die hier gezeigten Beispielmaps sind das Endergebnis eines Erstellungsprozesses, den ich nun vorstellen möchte:


  1. Während des Lesens wird von jedem Kapitel parallel zum Lesen ein Mind Map (auf DIN A4 oder DIN A3 Papier) erstellt. Immer wenn ich einen relevanten Inhalt lese, kann ich mein Mind Map erweitern. So habe ich am Ende eines Kapitels eine Mind Map Mitschrift.
    So verfahre ich mit jedem Kapitel, so dass ich am Ende zu jedem Kapitel ein Map habe (siehe Bild 3).
  2. Am Ende nehme ich mir alle meine Kapitel-Maps und vereinige diese zu einem großen Buch-Map (auf DIN A3 oder DIN A2). Dieser Teil ist noch einmal mit etwas Arbeit verbunden, da ich mir eine Struktur für dieses große Map überlegen muss und entscheiden muss, welche Zweige aus den Kapitel-Maps in das finale Map übernommen werden. Einige Inhalte aus den Kapitel-Maps werden sich überschneiden, so dass ich hier kürzen und aussortieren kann.
    Das Bild zeigt, wie sich das endgültige Map aus den verschiedenen Elementen der Kapitel-Maps zusammen setzt.



Was gibt es zu beachten?
Ich beobachte, dass viele Leute die Angewohnheit haben, einen Text erst einmal zu lesen und sich dann wichtige Punkte anzustreichen, um dann am Ende möglicherweise eine Mitschrift zu erstellen. Dieses Vorgehen ist bei einem einseitigen Text möglich, allerdings nicht bei einem Buch, das würde viel zu lange dauern. Beim oben beschriebenen Prozess wird das Map wirklich während des Lesens erstellt und ggf. später überarbeitet und verändert. Es muss nicht beim ersten Mal eine fehlerfreie Map herauskommen, im Gegenteil, der Prozess ist darauf angelegt, dass das Map später noch einmal überarbeitet werden kann.

Mind Mapping oder Business Mapping?
Muss man die Maps wirklich von Hand erstellen und dann wieder überarbeiten, oder kann man diese nicht gleich per Software mitmappen, z.B. mit MindManager?
Kann man schon, dadurch würde man sich auf alle Fälle Zeit sparen. Außerdem kann man das Map viel einfacher nachbearbeiten, weiterversenden etc., das spricht alles für den Computer.

Für das Erstellen eines traditionellen Mind Maps per Hand spricht, dass der Inhalt des Buches meist besser verarbeitet und vor allem besser gemerkt wird, wenn ein Map per Hand erstellt wird. Das selber Schreiben und Zeichnen eines Mind Maps anstelle des Tippens, ist für das Gehirn eine wichtiger Informationskanal, der beim Abspeichern von Informationen unterstützt. Außerdem ist ein handgezeichnetes Mind Map viel individueller und flexibler (Zeichnungen, Symbole etc.) als ein computergeneriertes Map und bleibt dadurch wesentlich besser im Gedächtnis. Deshalb erstelle ich meist ein Mind Maps, dass ich dann am Ende vorne in das Buch legen kann.

Ich empfehle hier, die beiden Herangehensweisen einfach einmal auszuprobieren. Es ist auch möglich, während des Lesens ein Mind Map zu erstellen und am Ende das finale Map am Computer zu erstellen.