Alles Wichtige im Blick: Persönliche Startcenter mit MindManager

Montag, 9. März 2009

1986 erschien in den USA das Buch "One Page Management" von Riaz Khadem und Robert Lorber. In diesem als Erzählung geschriebenen Sachbuch hilft ein ominöser "Info-Mann" dem neu berufenen Geschäftsführer des "großen Industrieunternehmens" X-Corp bei seinem Kampf, die für das Management des Unternehmens notwendigen Schlüsselinformationen zu erhalten und zu organisieren. Wichtigste Waffe des Info-Manns sind drei themenspezifische Memos von jeweils einer Seite, in welchen sämtliche für den Geschäftsführer wichtigen Information, sowohl zu seiner eigenen Tätigkeit als auch über die Firma allgemein, dargestellt werden.

Die in One Page Management vorgestellten Memos, damals noch ausgedruckt, stellen für den Geschäftsführer eine Art Informationscockpit dar mit dessen Hilfe er Zugriff auf alle wichtigen Daten hat, die er für seine Tätigkeit als Geschäftsführer benötigt.
Wäre es nicht schön, wenn wir so ein Cockpit (siehe Bild 1) zur Verfügung hätten, von dem aus wir das gesamte Flugzeug steuern könnten? Wäre es außerdem nicht super, wenn wir dieses Cockpit nicht immer neu ausdrucken müssten, sondern digital zur Verfügung hätten?

Das Bild zeigt eine Beispieldatei des Programms let's focus.

Seit einigen Jahren ist das Erstellen von digitalen Infocockpits kein Problem mehr. Im Internet helfen personalisierte Startseiten, wie netvibes oder iGoogle dem Nutzer. Für die persönliche Arbeitsorganisation bietet sich z.B. Mindjet MindManager an, mit dem ich die Vorteile des Mind Mapping mit den Möglichkeiten von heutigen Computern verbinden kann. Ich selbst arbeite seit einigen Jahren mit einem persönlichen "Startcenter", wie ich dieses Infocockpit nenne, und berate auch meine Kunden bei deren Erstellung.

Zugriff auf alle relevanten Daten

Bild 2 zeigt mein Startcenter in eingeklappter Form, d.h. nur die Hauptäste und einige Zweige sind sichtbar. Mein Startcenter ist in einer für mich sinnvollen inhaltlichen Struktur angelegt, die es mir ermöglicht, innerhalb von Sekunden auf für mich wichtige private und berufliche Informationen zuzugreifen, wie z.B. Daten zu meiner Firma creaffective und für mich privat relevante Dokumente, wie z.B. meine Jahresplanung, Dokumente zum Münchner Denkclub und einer Wissensdatenbank zu Kreativitätstechniken und Verfahren.

Das Startcenter erfüllt mich nun zwei wichtige Funktionen:

  1. Es ermöglicht mir den schnellen Zugriff auf wichtige digitale Informationen, z.B. in Form von anderen MindManager Dateien oder Excellisten etc. Dazu muss ich das Programm MindManager nicht verlassen, sondern kann diese Dokumente per Hyperlink aus dem Startcenter heraus aktivieren.
  2. Es zeigt mir innerhalb des Startcenters bereits Schlüsselinformationen an, wie z.B. meine Jahresziele und aktuelle Kundendaten.
So ein Startcenter kann man sich wie die Spitze einer Informationspyramide vorstellen (siehe Bild 3). Aus dem Startcenter heraus kann ich nun entweder Information direkt sehen, oder per Klick andere Dateien öffnen, die die notwendigen Daten enthalten.

Klarheit durch visuelle Darstellung

Die Visualisierung in Mind Map-Form bietet eine Reihe von Vorteilen für den Nutzer.
  • Alle wichtigen Infos sind auf einer Seite sichtbar und diese sind nach inhaltlichen Kriterien angeordnet (und nicht einfach unter einander geschrieben). Dadurch wird das effektive Arbeiten erleichtert.
  • Die Zugriffsgeschwindigkeit auf wichtige Informationen erhöht sich beträchtlich, da mit einem Klick alles aktivierbar bzw. sichtbar wird.
  • Die Navigation zu Dokumenten erfolgt inhaltlich und nicht nach Ordnerstrukturen auf einer Festplatte. Dadurch lassen sich Zusammenhänge sinnvoller darstellen und es ist völlig egal, wo auf einem Rechner oder in einem Netzwerk sich Dokumente befinden.
  • Über die Mind Map artige Visualisierung ist es möglich, die Anzahl der Informationen auf einer Seite deutlich zu erhöhen und dabei gleichzeitig die Klarheit zu verbessern (Edward Tufte: To increase clarity, add complexity!). Hierbei kommen die Vorteile der Technik Mind Mapping zum tragen. So kann, z.B. mithilfe von Farben und kleinen Symbolen eine zusätzliche Bedeutung darstellen, wie Prioritäten, Farben für bestimmte Personen, Abteilungen oder Projekte etc.


Möglichkeiten mit MindManager
MindManager bietet eine Reihe von speziellen Funktionen, die für das Erstellen solcher Infocockpits sehr hilfreich sein können:
  • Excel-Bereich:
    Über die Funktion Excel-Bereich lassen sich innerhalb eines Maps Ausschnitte aus einer Exceltabelle einblenden (Bild 4). So kann ich mir aktuelle Vertriebszahlen direkt innerhalb meines Startcenters anzeigen lassen. Noch weitere Möglichkeiten bietet die, in Version 8 hinzugekommene Funktion des Datenbanklinkers, der es mir ermöglicht, Elemente anderer Datenquellen (z.B. Accessdatenbanken) innerhalb eines Maps darzustellen.

  • Power-Filter:
    Mit der Power-Filter Funktion lässt sich innerhalb eines Startcenters noch einmal die Ansicht nach bestimmte Kriterien einschränken, um so Komplexität weiter zu reduzieren und Klarheit zu erhöhen. Zum Beispiel lassen sich alle Zweige die mit einem Symbol für Vertrieb versehen sind, hervorheben und gleichzeitig andere Elemente ausblenden.

  • Map-Ansichten:
    Über die Funktion Map-Ansichten lassen sich zurechtgelegte Ansichten, z.B. nach einem Filtervorgang abspeichern. So ist es möglich per Klick Ansichten wie Tagesbeginn, Vertrieb, Projekte etc. anzuzeigen ohne sich jeweils wieder durch das Map klicken zu müssen.


Einmal in seinen Grundzügen angelegt, kann ein Startcenter jederzeit flexibel verändert und angepasst werden und sozusagen mit sich verändernden Aufgaben und Projekten mitwachsen.

Zum Schluss möchte ich natürlich auch einen Nachteil nicht verschweigen:
Wenn Sie sich entschließen auf Schlüsseldokumente per Hyperlink aus einer MindManager-Datei zuzugreifen, dann muss sichergestellt werden, dass sich weder der Name der Datei noch deren Speicherort ständig verändern. Sonst werden die Hyperlinks nicht funktionieren.

Den Zeit- und Effektivitätsgewinn, alles Wichtige auf einer Seite zu haben werden Sie jedenfalls bald nicht mehr missen mögen.

Mit Mindjet MindManager effektiv Ideen entwickeln

Montag, 5. Januar 2009

Überall ließt und hört man: Neue Ideen benötigen wir, gerade jetzt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten: "Dann lassen Sie sich mal was einfallen!"
Ideen kommen zwar teilweise durch Zufall und glückliche Fügungen, aber dies ist nicht zum Glück ausschließlich so. Im Gegenteil, im Rahmen des Adventskalenders der Denkwerkzeuge habe ich gezeigt, wie man Ideen sehr systematisch entwickeln und weiterentwickeln kann und dass der Zufall ein bewusstes Element im Rahmen eines strukturierten Prozesses ist. Dieser kann komplex sein, deshalb werde ich bei wichtigen und großen Themen als Moderator gebeten, diesen zu moderieren.
Es muss aber nicht immer ein moderierter Ideenworkshop sein, mit ein paar einfachen Regeln kann auch jeder Einzelne systematischer als bisher etwas für die Entwicklung von Ideen hin zum konkreten Handlungsplan tun.
In diesem Post möchte ich zeigen, wie Einzelne und Teams einen einfachen Prozess der Ideenentwicklung mit Hilfe von Mindjet MindManager effektiv und verständlich gestalten und visualisieren können.

Schritt 1: Die Ausgangsfrage formulieren
Um Ideen zu entwickeln, benötigt man immer eine konkrete Frage. Als Anwendungsfall nehme ich mein eigenes Thema, dass für mich im Moment wichtig ist und zu dem ich Ideen benötige: Wie lauten alle Themen, über die ich 2009 auf meinem Blog berichten könnte?

Alle im Artikel gezeigten Bilder können mit einem Klick vergrößert werden.

Schritt 2: Ideen generieren
Nun benötige ich Ideen. Dafür sollte man sich ca. 20 Minuten Zeit nehmen (auch alleine!). Am besten Sie schreiben alle Ihre Einfälle erst einmal völlig unstrukturiert herunter. Dafür gibt es im MindManager die äußerst praktische Funktion Brainstorming starten und das Programm liefert sogar eine Timer-Funktion mit, den man auf 20 Minuten einstellen kann (beide Funktionen im Menü unter Extras).

Wichtig, für die Phase der Ideenfindung sollten die Grundregeln dieser Art des Denkens beachtet werden. Also vor allem: keine Zensur und so viel und so wild wie möglich. Schreiben Sie alles und wirklich alles, was Ihnen einfällt, auf. Wenn Ihnen die Ideen ausgehen, habe ich ebenfalls im Rahmen meines Adventskalenders der Denkwerkzeuge ein paar Techniken gezeigt, die Ihnen auf die Sprünge helfen können.

Das Endergebnis mit Gedankensammlung mit MindManager sieht man in Bild 1.

Bild1

Schritt 3: Die besten Ideen auswählen
Wie auf Bild 1 ersichtlich, habe ich eine ganze Menge an Einfällen generiert, von denen wahrscheinlich aber nicht alle gut sein werden. Nun geht es darum, aus dieser unstrukturierten Menge der Ideen die besten zu markieren. Diese werden nun mit Hilfe der MindManager Funktion Icon-Markierungen Aufgabenprioritäten mit roten Einsern versehen (siehe Bild 2)

Bild2

Schritt 4: Die besten Ideen filtern
Bild 3Bild 4
In meinem konkreten Fall habe ich ca. 50% meiner Ideen für gut befunden und möchte diese weiter bedenken. Nun nutze ich die Funktion Powerfilter von MindManager (siehe Bild 3 & 4), um nur diejenigen Ideen anzuzeigen, die mit einer roten Eins versehen wurden, alle anderen Ideen sollen ausgeblendet werden. Das Ergebnis sieht man auf Bild 5.

Bild 5

Schritt 5: Ideen kategorisieren
Nachdem ich meine Ideen ausgewählt habe, müssen diese handhabbarer gemacht und in eine Struktur gebracht werden, sozusagen die Königsdisziplin des MindManagers. Deshalb beende ich nun den Brainstorming-Modus und erstelle mir eine Reihe von Hauptzweigen um das Zentralthema der Map. Diese Hauptzweige dienen mir als Platzhalter für Kategorieüberschriften, die noch hinzugefügt werden müssen. Zuerst teile ich meine gefilterten Ideen jedoch nach bestimmen Gemeinsamkeiten in Blöcke ein bzw. hefte diese als Unterzweige hinter einen der Platzhalter (siehe Bild 6)

Bild 6

Schritt 6: Kategorien beschriften
Nun, nachdem ich meine Ideen in Cluster sortiert habe, beschrifte ich diese, in dem ich Überschriften auf die Hauptzweige eintrage (Bild 7). Jetzt, wo alle guten Ideen zugeteilt wurden, kann ich auch den Ausschuss löschen. Dazu deaktiviere ich den Powerfilter, so dass jetzt wieder die bisher ausgeblendeten Ideen sichtbar werden (Bild 8 ). Diese kann ich nun markieren und löschen. Von allen anderen Ideen entferne ich nun die rote Einser, die ich vorher zum Filtern zugeteilt habe.

Bild 7
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Bild 8

Schritt 7: Kategorien überarbeiten
Einige Kategorien benötigen eventuell noch etwas Feinschliff oder ich möchte einige Ideen doch zu anderen Kategorien zuordnen. Dies mache ich jetzt. Weitere Ideen, die in die bestehenden Kategorien passen und die mir jetzt einfallen, trage ich ggf. ein (Bild 9).

Bild 9

Schritt 8: Ideen priorisieren
Wie man sieht, ist mir doch einiges eingefallen, das ich in diesem Jahr auf meinem Blog umsetzen können. Die wichtigsten Kategorien oder Einzelideen priorisiere ich, indem ich die Funktion Aufgabeninfo von MindManager nutze. Nun kann ich wieder mittels Powerfilter filtern und mir so meine wichtigsten Maßnahmen für dieses Jahr anzeigen lassen (Bild 10).

Bild 10

Mittels der Funktion Aufgabennotizen kann ich außerdem Deadlines vergeben, bis wann ich etwas bearbeitet haben möchte, oder wann ich mit etwas beginne. So kann ich auf die Ideenentwicklung gleich eine einfache Handlungsplanung folgen lassen, alles in MindManager. Leute, die mir helfen können, bestimmte Themen umzusetzen, werden mit helfe der Ressourcen-Funktion zum jeweiligen Zweig hinzu geschrieben. (Bild 11).

Bild 11

Dieses Vorgehen eignet sich sehr gut für die vielen kleineren Fragestellungen mit denen jeder von uns fast täglich konfrontiert ist. MindManager kann dabei eine sehr hilfreiche und vielfältige Hilfe sein, mit der man den ganzen Prozess strukturieren kann.

Die Landkarte der Karriere - Personalmarketing mit MindManager

Donnerstag, 28. August 2008

Als potenzieller Bewerber, der sich vor einer Bewerbung über ein Unternehmen informieren möchte, ist man mit einer Vielzahl von Karrierewebsites von Unternehmen konfrontiert. Diese sind mehr oder weniger gut strukturiert und optisch anspruchsvoll, auf jeden Fall gibt es für den Neuling auf einer solchen Karrierewebsite eine Vielzahl an Informationen und Texten, durch die er sich navigieren muss.

Mind Maps helfen, sich in komplexen Informationsstrukturen leichter zurecht zu finden. Besonders wirkungsvoll sind Mind Maps, wenn man diese selbst erstellt, um sich z.B. Exzerpte aus Büchern zu machen oder selbst Information aufzubereiten. Wenn man diese selbst erstellt, kann man diese so individuell wie möglich gestalten und so den Wiedererkennungswert erhöhen und den Zugang zum in den Mind Maps gespeicherten Wissen erleichtern.

Visuelles Karrierecenter
Es gibt allerdings auch Möglichkeiten, die visuelle Struktur von Mind Maps zu verwenden, um selbsterklärende Visualisierungen zu erstellen, um anderen Personen den Einstieg in ein Thema zu erleichtern.
Mit Mindjet MindManager habe ich einmal exemplarisch die (Karriere-)Websites von zwei Banken – der Deutschen Bank und der DekaBank – auf diese Weise visualisiert. Ich habe mich dabei ausschließlich der auf den Websites vorhandenen Information und Bildern bedient.
Ziel dieser visuellen Karrierecenter ist es, einen besseren Überblick zu ermöglichen, die Navigation zu erleichtern und die Geschwindigkeit, mit der Informationen gefunden werden können, zu erhöhen.

Eingesetzt werden könnten diese Karrierecenter als Mittel des Personalmarketings, um potenziellen Bewerbern eine leicht verständliche Visualisierung der Karrieremöglichkeiten in einem Unternehmen zu bieten, eine Art Landkarte, von der auch der Bewerber mit einem Klick alle weiteren Informationen erhält.

Flexible Ansichten mit Hyperlinks
Bild 1 und 2 zeigen jeweils die Grundansicht der von mir erstellten Karrierecenter für die Deutsche Bank und die DekaBank. Die erstellten Maps sind nicht komplett sichtbar sondern "eingeklappt", so dass nur die wichtigsten – für den Einstieg relevanten – Information dargestellt werden. Die "+" Symbole hinter den Zweigen zeigen an, dass sich dahinter weitere Details verbergen, die per Klick aufgeklappt werden können.












Die Funktionalitäten
Die hier dargestellten Visualisierungen sind so ausgestattet, dass von vielen Zweigen des Maps direkt auf die Website verlinkt wird, um weitere Informationen anzuzeigen. Bild 3 zeigt einen Zweig (gefiltert) mit den entsprechenden Hyperlink-Symbol. Ein Klick darauf befördert den Nutzer direkt auf die entsprechende Seite der Deutsche Bank Homepage.





Die Navigation – viele Möglichkeiten
Die bisher dargestellten Maps sind alle nicht vollständig ausgeklappt, um die Navigation zu erleichtern. Vorausgesetzt, die Nutzer nutzen MindManager oder den kostenlosen MindManager Viewer, um sich die Datei anzusehen, dann gibt es nun mehrere Möglichkeiten zu navigieren:


  • der Nutzer nutzt die Plus- und Minus-Symbole, um das Map an den interessanten Themen aufzuklappen.
  • Mind Manager 7 bietet die Möglichkeit von gespeicherten Mapansichten. Hier bietet es sich an, je nach Zielgruppe eine Ansicht zu speichern, also z.B. vier Ansichten für die jeweiligen Zielgruppen (Siehe Bild 4).




  • Ein Klick auf die jeweilige Ansicht würde das Map personalisiert für die Zielgruppe mit den relevanten Zweigen darstellen.
  • Über die Funktion Aufgabeninfo von MindManager lassen sich Zweige beschriften und dann danach filtern.

Bild 5 zeigt die personalisierte Ansicht für die Zielgruppe der Berufserfahrenen bei der DekaBank (zum Vergrößern klicken)




Die Kommunikation an die Zielgruppe – viele Formate möglich
Kann man erwarten, dass alle Bewerber MindManager haben, oder Lust haben sich den Viewer herunter zu laden. Vermutlich nicht! An vielen Universitäten gibt es MindManager für die Studenten gratis, da die Unis Teil des Mindjet Partnerprogramms sind.
Abgesehen von MindManager Format (.mmap) lässt sich das Map auch als anklickbares Bild ins Internet stellen, mit funktionierenden Hyperlinks etc.
Mit noch weniger Funktionen aber möglicherweise immer noch interessant ist ein Export in das PDF Format. Hier wäre das Map dann allerdings auf die reine Visualisierung beschränkt. Der aus meiner Sicht große Mehrwert Verlinkungen und Anhänge bereit zu stellen, sowie weitere Information in Form von Textnotizen bereit zu stellen, ließe sich damit nicht realisieren.

Mehrwert für die Zielgruppe
Die hier dargestellten Maps sind von mir in überschaubarem Zeitaufwand zusammen gestellt worden. Als Informationsquelle dienten mir die bestehenden Website der beiden Banken. Ich glaube, richtig interessant wird es, so ein Map zusammen mit Vertretern der Banken zu erstellen, da hier noch wesentlich mehr nützliche Infos eingebaut werden könnten. Ich denke da z.B. an die Möglichkeit Info-PDFs als Anhänge in das Map einzufügen, so dass potenzielle Bewerber mit dem Map über ein digitales Informationszentrum verfügen, welches Sie offline nutzen können und das alle wichtigen Informationen auf einer "Seite" enthält bzw. zugänglich macht.

Für alle die, die jetzt "ja, aber..." sagen, habe ich im erweiterten Teil des Post eine PPCO-Bewertung des Konzepts vorgenommen.


"Die Landkarte der Karriere - Personalmarketing mit MindManager" vollständig lesen

Die Frucht wächst am Rande des Baumes

Freitag, 6. Juni 2008

ein Gastbeitrag von Bauingenieur Stefan Scheurer-Schäfle



Das Wichtigste in Kürze


  • Das Mindmapping-Verfahren unterstützt die Entwicklung von wirklich neuen Ideen NICHT!
  • Es muss zwischen Aufgabenbewältigung und Ideen- bzw. Lösungsfindung unterschieden werden!
  • Die Unterscheidung zwischen Aufgaben- und Problemstellung ist eine wesentliche Grundlage für das Ergebnis!
  • Das Problem sollte gedanklich in die Problematik und die Lösung aufgeteilt werden
  • Umgehen wir das Problem, indem wir mit dem Problem umgehen


Zu meiner Person
Ich bin von Beruf Bauingenieur und bearbeite verschiedenste Projekte aus den Bereichen Wasserversorgung, Entwässerung und Wasserbau. Vom ersten Entwurf bis zur Erstellung des Bauwerkes wird ein Projekt in viele verschiedene Phasen aufgeteilt. Der Zeitraum der Bearbeitung kann sich unter Umständen über mehrere Jahre erstrecken.
Aufgrund der hohen Anzahl von Projektinformationen, die sich im Laufe der Zeit ansammeln, hatte ich vor einigen Jahren nach einem Instrument oder Verfahren gesucht, um wesentliche Daten aus šberlegungen, Besprechungen, Gutachten, Berechnungen uvm. möglichst in einem Datensatz zu speichern. Dabei bin ich über das Freeware-Programm "freemind" bzw. das Mindmapping-Verfahren "gestolpert". Sowohl das Programm als auch das MindMapping-Verfahren waren mir unbekannt. Da mir jedoch das Denken in Kategorien liegt, fand ich mich hier sehr schnell zurecht.

Eher durch Zufall bin ich auf einen archivierten Post auf dem creaffective-Blog mit den Themen Daten- und Wissensvernetzung gestoßen. Florian hatte mich nach einigen Dialogen aufgefordert, einen Artikel zu schreiben, da ich Mindmapping in meiner täglichen Praxis nutze und meine Erfahrungen für andere evtl. wertvoll sein könnten.
Ich habe aber auch den Artikel zum Anlass genommen, meine Erfahrungen zu dieser Vorgehensweise überhaupt erst einmal zu ordnen. Die hier beschriebenen Gedanken und Behauptungen erheben ausdrücklich keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, sondern nur den Anspruch auf Dialog.
Alle Überlegungen sind im Wesentlichen das Ergebnis meiner Reflektionen sowie dem Versuch, einen "roten Faden" durch dieses Thema zu ziehen. Am Ende der meisten Artikel habe ich dann nochmal wichtige Behauptungen und Erkenntnisse zusammengefasst.

Housten, wir haben ein Problem!
Mindmapping ist ja nicht schlecht, aber...
Durch permanentes Zergliedern von Themen erzwingt das Mindmapping-Verfahren eine strukturierte und analytische Vorgehensweise und im Laufe der Zeit habe ich die meisten Projekte nach dem Mindmapping-Verfahren verwaltet.
Meine Thesen sind jedoch, dass zum einen das Mindmapping-Verfahren die Entwicklung von wirklich neuen Ideen NICHT unterstützt, und zum anderen das Mindmapping-Verfahren zur Bearbeitung bzw. Darstellung von Projekten alleine NICHT ausreicht.
Um dies näher zu erläutern, will ich einen Vorgang, den ich "Aufgabenbewältigung" nenne, von dem Vorgang, den ich "Ideen- oder Lösungsfindung" nenne, abgrenzen.

Keine Idee, trotz Mindmapping!
"Aufgabenbewältigung" ist für mich der Vorgang, mit bekannten Hilfsmitteln ein Problem zu lösen. Ihnen ist ein Lösungsschema bekannt oder Sie wissen zuest, unter welchem Stichwort zu suchen ist. Beispielsweise möchten Sie von "hier" nach "dort" gelangen und untersuchen die Aufgabe nach dem Mindmapping-Verfahren oder mit der "Mittel-Ziel-Analyse": Fortbewegungsmöglichkeiten (laufen, fahren, schwimmen, fliegen) werden aufgelistet; Zeiten und Kosten verglichen, um danach die optimale oder gewünschte Art und Weise der Fortbewegung zu wählen. Hier wird das Problem durch bereits bekannte Denkkategorien gelöst.

Was ist aber mit Problemen, für die Ihnen jeglicher Ansatz fehlt. Also Probleme, die in den Rahmen der Ideen- und Lösungsfindung hineinfallen. Diese Art von Problemen erkennen Sie vielleicht, weil Ihnen und anderen (z.B. Wikipedia) dazu nichts mehr einfällt. Möglicherweise arbeiten Sie auch noch unter Zeitdruck und die Methode der Inkubation (am nächsten Morgen wache ich auf und habe vielleicht eine Lösung) ist zu unsicher. Was dann?

Das kognitive Psychodrama!
Verschiedene Ansätze zur Propblemlösung werden in der kognitiven Psychologie behandelt:
Priorisierung, Mittel-Ziel-Analyse, Methode der Unterschiedsreduktion, Analogiebildung usw. Alles Operatoren oder Algorithmen um neue Verknüpfung in einem bereits bestehenden Wissensnetzen zu erzeugen.

Ich behaupte, dass diese Vorgehensweisen ihrem Wesen nach bei wirklich neuen Ideen versagen. Ich behaupte ABER auch, dass bei Verwendung dieser Verfahren trotzdem die Möglichkeit, eine wirklich neue Idee zu haben, gegeben ist.

Dieser Effekt liegt aber nicht an dem Wesen und der Tüchtigkeit der oben aufgezählten Verfahren, sondern an der Bedeutsamkeit der Problemrepräsentation, die durch diese Verfahren ermöglicht wird.

Thesen: Ideen haben oder Aufgaben bewältigen?
  • es muss zwischen Aufgabenbewältigung und Ideen- und Lösungsfindung unterschieden werden!
  • Jedes verwendete Verfahren kann zweifach verwendet werden: Einerseits als Algorithmus zur Lösungsfindung und andererseits als Verfahren zur Problemrepräsentation im Sinne der Anschaulichkeit!


Lesen Sie den kompletten Artikel im erweiterten Eintrag dieses Posts!


"Die Frucht wächst am Rande des Baumes" vollständig lesen

Biete Beratungsprojekt, suche Interessenten: Wissensmanagement- System auf Mind Mapping Basis

Montag, 5. Mai 2008

Warum nicht mal andersherum? Ich biete ein Beratungsprojekt, auf das ich wahnsinnig Lust hätte und suche jetzt ein Unternehmen, das an der grundlegenden Idee Interesse hat. Ich würde mich freuen, in einen Gedankenaustausch zu treten und diese Idee gemeinsam weiterzuentwickeln und anzupassen: Ich habe sehr große Lust, ein Unternehmen/ eine Organisation bei der Einführung eines Computer-Mind Mapping basierenden Wissensmanagementsystems zu beraten.

Bei Beratungsunternehmen kommen normalerweise Kunden mit Anfragen und Problemen, für die sie sich von der Beratung eine Lösung erhoffen. In der aktuellen Brand eins (Mai 2008) ist ein sehr inspirierender Artikel über das niederländische Beratungsunternehmen Kessels & Smit und einen der Mitarbeiter, der das Prinzip umgedreht hat. Er hat Unternehmen und bestehende Kunden mit einem Projektvorschlag kontaktiert, der in selbst begeisterte, um zu sehen, was diese darüber denken.

Grundidee: Wissen mit Mind Maps speichern und vernetzen
Mind Maps eigenen sich hervorragend dazu, komplexe Themen und Wissensstrukturen in verdichteter Form grafisch zu visualisieren und damit den Zugang zu Themen zu erleichtern, Komplexität zu reduzieren und die Verarbeitungsgeschwindigkeit zu erhöhen.
Computergenerierte Mind Maps bieten darüber hinaus den Mehrwert, dass diese miteinander verknüpft werden können, wodurch wirklich ein Wissensnetz entsteht und komplexes Wissen navigierbar gemacht werden könnte.

Die Vorteile einer Mind Mapping basierten Vorgehensweise

  • Inhalte werden dem Gehirn über verschiedene Kanäle dargeboten: Wörter, Bilder, Farben und räumliche Verortung von Wissensinhalten).
  • Komplexität wird erheblich reduziert, ohne zu simplifizieren.
  • Der einfache Zugang zu einem Thema ist leichter möglich.
  • Verstehen und Navigieren in Themen wird erheblich beschleunigt.
  • Es ist weniger Information zu lesen, da diese auch grafisch visualisiert wird.
  • Wissen in grafischer Form kann man schneller behalten.
  • Mind Maps lassen sich schnell und einfach erstellen.


Wie konkret?
Es gibt bereits ein System, das mit rudimentären, rein auf Wörtern basierenden Mind Maps arbeitet. Das Forschungs-Informations-System (FIS), darüber habe ich bereits berichtet. Hier wurde das Grundprinzip für die Primärnavigation umgesetzt, um Politikern den Zugang zu wissenschaftlichen Information zu den Themen Mobilität und Verkehr und Raumentwicklung zu bieten.
Weitere Gedanken zu diesem Thema habe ich mir hier gemacht.

Ich freue mich über Kontakt: rustler(at)creaffective.de

Computer-Mind Maps mit anderen teilen

Donnerstag, 3. Januar 2008

Wie kann man mit Software erstellte Mind Maps mit anderen teilen? Auf das Thema kam ich gestern im Gespräch mit einem Kunden.
Was mache ich, wenn ich z.B. mit Mindjet MindManager ein Map erstellt habe, dass ich anderen zur Ansicht geben möchte und die Kollegen/ Geschäftspartner bisher allerdings keine oder nur wenig Erfahrung mit Mind Mapping und Mind Mapping Software haben?

Software wie MindManager bietet inzwischen eine Fülle an Möglichkeiten, wie z.B.


  1. Das Map direkt als MindManager-Datei speichern und dem Kollegen bitten, den kostenlosen MindManager Viewer herunterzuladen
  2. Das Map als PDF Datei exportieren
  3. Das Map als Powerpoint Präsentationen exportieren
  4. Das Map als Bild exportieren
  5. Das Map als anklickbares Bild exportieren und ins Internet stellen


Pauschal gibt es nicht die optimale Vorgehensweise.

Zu 1.
Teilt man mit den Kollegen öfters Maps und möchte man, dass z.B. Textnotizen und Hyperlinks von MindManager-Dateien aktiviert und betrachtet werden können, dann bietet sich der Viewer an. Hier kann man das Map wie in der Vollversion des Programms betrachten und manipulieren und sogar den Präsentationsmodus starten.
Voraussetzung für diese Vorgehensweise ist, dass die Kollegen grundlegend verstehen, wie man in einem Map navigieren kann, z.B. wie man Zweige ein und ausklappt.

Zu 2.
Diese Möglichkeit funktioniert zumindest technisch bei meinem Gegenüber immer, da jeder über einen PDF-Reader verfügt. Das Problem bei dieser Lösung könnte sein, dass man keine Anmerkungen zum Map in Form von ergänzenden Texten machen kann.

Zu 3.
Software wie MindManager oder auch iMindMap bieten solche automatischen Exportmöglichkeiten an, das Ergebnis hat mich bisher allerdings noch nie überzeugt. Meist wird ein Map wieder in eine Listenform zerstückelt, was den visuellen Vorteil wieder zunichte macht.

Zu 4.
Diese Möglichkeit ist ganz charmant, da man hier jede beliebige Ansicht eines Maps (z.B. teilweise eingeklappt oder ausgeklappt) als Bild exportieren kann. Dieses Bild kann man dann wieder in ein anderes Dokument, z.B. ein Word-Dokument oder in eine Präsentation einfügen und mit zusätzlichem Text versehen. So lässt sich die aus meiner Sicht oft ungenügende Exportfunktion der Mind Mapping Software umgehen. Auf diese Weise kann man sehr individuelle versendbare Präsentationen erstellen und diese mit zusätzlichen Anmerkungen versehen.
Ich habe zum besseren Verständnis einmal zwei Beispiel-Präsentationen erstellt, die das Vorgehen verdeutlichen. Die erste ist ein Beispiel eines MindManager Maps, die zweite ein Beispiel eines iMindMap Dokuments. Auf diese Weise lässt sich der optische Zusammenhang eines Mind Maps nutzen und mit Zusatzinfos in Form von Texten am Rand versehen.







Zu 5.
Hier ist der Vorteil, dass der Betrachter, die hinterlegten Links anklicken kann, vorausgesetzt, die Mind Mapping Software unterstützt dieses Vorgehen.

Mir fallen noch weitere Möglichkeiten ein, die man auch alle untereinander kombinieren kann. Welche sich anbietet hängt vom Gegenüber ab und vom Arbeitsaufwand, den man hineinstecken möchte. Das schöne an Präsentationen direkt mit Mind Mapping Software ist ja, dass diese sich mit einem Tastendruck und ohne Zeitverlust starten lassen.

Mind Mapping Toolbox

Donnerstag, 29. November 2007

Heute morgen erreichte mich eine Nachricht von Amy S. Quinn, die mich auf einen heute veröffentlichten Artikel "The Mindmapping Toolbox: 100+ Tools, Resources, and Tutorials" hingewiesen hat. Hier finden sich 100 meist englischsprachige Links zu Mind Mapping Quellen, kategorisiert nach


  • kostenloser Software
  • kostenpflichtiger Software
  • Onlinelehrgängen
  • Artikeln
  • Videos
  • Blogs
  • und Büchern


Auf einiger der genannten Quellen habe ich in früheren Posts hingewiesen, vieles ist auch für mich neu. Jetzt muss ich nur noch dafür sorgen, dass das creaffective Blog auch auf der Liste der Blogs auftaucht :-)

Business Mapping Podcast bei Kreativblog

Donnerstag, 20. September 2007

Vor Kurzem hatte ich die Ehre von Ruth Pink vom Kreativblog zum Thema Mind Mapping und Business Mapping interviewt zu werden. Im Interview sind wir auf die Unterschiede zwischen Mind Mapping, Business Mapping und unterschiedlicher Software (z.B. iMindMap, PersonalBrain und MindManager) eingegangen. Vieles von dem, was ich hier auf dem Blog beschrieben habe, ist in verdichteter Form im Podcast zu hören.
Viel Spaß beim Hören!

MindMap Software mit Sicht Feature?

Samstag, 8. September 2007

Hallo Herr Rustler,

kennen Sie eine MindMapping Software mit Sicht Feature? In Datenbankssystemen gibt es einmal gewöhnliche Tabellen. Daneben aber auch sogenannte Sichten, welche eine Teilmenge einer Tabelle oder die Kombination mehrerer Tabellen sein kann. Dabei kann man genauso mit den Sichten, virtuellen Tabellen arbeiten, wie mit den eigentlichen. Die Daten bleiben synchron.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sicht_(Datenbank)

Kennen Sie eine MindMapping Software die diese Funktionalität enthält?

Der Vorteil von Sichten ist bspw. folgendes: Es existiert eine Todo MindMap mit sämtlichen Aufgaben zugeordnet nach Projekten. Nun kann man eine Sicht definieren, die nur alle Aufgaben beinhaltet die diese Woche erledigt werden soll. So hat man nur eine Datenbasis, jedoch zwei unterschiedliche Tabellen. Eine Änderung in der Einen wirkt sich auf die Andere. So bleiben beide synchron und Redundanz wird vermieden.

Die Sichten in DBMS werden mit SQL definiert. In XML basierten MindMaps könnte hierfür vielleicht XQuery dienen. Leider habe ich bislang keine Software mit diesem Feature entdecken können.

mfg...


Es gibt beim MindManager Funktionen, mit denen man einen ähnlichen Effekt erreichen kann, jedoch technisch nicht auf mehrere Maps zugreift, sondern sich nur innerhalb eines Maps bewegt. Dies sind die Filterfunktionen, mit der man Ihr angesprochenes Todo-Map umsetzen kann. Die Filterfunktionen wurden in MindManager 7 erheblich verbessert, so dass sich hier nun z.B. Abfragen speichern lassen. Dazu habe ich auch schon Posts verfasst (Planung mit MindManager Teil1 und Teil2), wo ich diese Funktionalität beschrieben habe.
Es gibt das kostenpflichte MindManager Plugin ResultsManager, das die Gettings Things Done Methode (siehe dazu meine Posts Teil1 und Teil 2) umsetzt, die anscheinend wirklich neue Maps aus bestehenden Maps erstellen und diese rücksynchronisieren. Ich denke das kommt Ihrem Sicht-System sehr nahe.

Ich hoffe, ich kann Ihnen damit weiterhelfen! Es lesen ja auch immer viele Spezialisten dieses Blog, vielleicht hat hier jemand noch weiteren Input.

Viele Grüße

Florian Rustler

Anwenderporträt Alexander Greisle

Donnerstag, 30. August 2007


Herr Greisle, stellen Sie sich bitte kurz vor und sagen Sie ein paar Sätze, was Sie beruflich machen (Aufgaben).

Hallo, mein Name ist Alexander Greisle. Ich helfe Unternehmen bei der Einführung neuer Arbeitskonzepte. Das reicht von modernen, innovations- und kommunikationsförderlichen Büros bis hin zur Unterstützung von verteilt arbeitenden Teams. Dabei interessieren mich vor allem die Methoden und die Menschen, aber natürlich auch die Werkzeuge. Ein Büro ist übrigens auch "nur" ein Werkzeug und keinesfalls schlicht "vorhanden".

Zweiter Schwerpunkt ist etwas, das ich als "Information Worker Performance" bezeichne. Also die Frage, wie wir uns persönlich und im Team mit den neuen Informations- und Kommunikationswerkzeugen, auch dem Web 2.0, voran bringen. Auch hier sehe ich die unterschiedlichen Menschentypen und Arbeitsweisen im Mittelpunkt. Für diese müssen die richtigen Methoden in die Werkzeuge des täglichen Tuns umgesetzt werden. Dabei unterstütze ich meine Kunden in Projekten und mit Seminaren und individuellen Coachings.

Und dann schreibe ich noch im work.innovation Blog, das Gedanken, Tipps und Interessantes zu all diesen Themen bietet.

Wie sind Sie mit Mind Mapping in Berührung gekommen und wie haben Sie es gelernt?

Wie ich damit in Berührung gekommen bin? Das weiß ich schon gar nicht mehr. War irgendwann während des ersten Studiums. Damals hatte ich mir ein Buch über Mindmapping gekauft, ich weiß gar nicht mehr welches, und es mir autodidaktisch beigebracht. Seit dem nutze ich Mindmapping, mal mehr, mal weniger intensiv und mit immer wieder wechselnden Einsatzschwerpunkten.

Wie erstellen Sie Mind Maps? Als traditionelle Mind Maps mit Papier und Stift und/oder als Business Maps mittels einer Visualisierungs-Software (z.B. Mindjet Mindmanager)?

Begonnen habe ich mit Papier und Stift, bin aber recht schnell auf den MindManager gekommen. Den nutze ich inzwischen seit der Version 2.0, also schon ein paar Jahre. Inzwischen nutze ich als zweites Tool noch iMindMap von Tony Buzan.
Es kommt durchaus auch mal vor, dass ich ein Mindmap per Hand zeichne. In letzter Zeit aber immer weniger, da ich meine Ablage inklusive der Notizen komplett digital habe. Da fallen Papier-Mindmaps halt etwas aus dem Rahmen und eingescannte Maps lassen sich über die Desktop-Search nur sehr eingeschränkt wieder finden.

Für welche Einsatzgebiete verwenden Sie Mind Mapping? Geben Sie bitte einige Beispiele.

Mit iMindMap kann man die Maps sehr schön am Computer gestalten. Diese entsprechen eher handgemachten Mindmaps als man das von den anderen Computerwerkzeugen so kennt. Diese Mindmaps nutze ich gerne in anderen Dokumenten und Präsentationen.

Für ausgearbeitete Konzepte, Ideensammlungen und in letzter Zeit auch verstärkt Angebote verwende ich den MindManager. Da gefällt mir die Handhabung – gut, ich bin sie auch seit Jahren gewöhnt – und die Schnelligkeit, mit der man die Dinge erledigt bekommt. Bei den genannten Anwendungen halte ich mich auch nicht strikt an die Mindmapping-Regeln, das ist eher Business-Mapping ohne den Anspruch auf methodische Reinheit.

Den Mindmanager verwende ich in letzter Zeit häufiger in Workshops. Für alle sichtbar an die Wand projiziert hat man eine wunderbare Visualisierung der wichtigsten Ergebnisse und kann diese direkt diskutieren und klären. Mit dem Effekt – und etwas Moderationsgeschick vorausgesetzt –, dass nach dem Meeting bereits ein abgestimmtes Protokoll steht, jeder weiß, was er zu tun hat und die Nacharbeiten auf ein Minimum reduziert werden. Egal ob als pdf oder als Mindmanager-Datei haben die Teilnehmer das Protokoll oft schon im Postfach, bevor sie überhaupt wieder am Platz sind.
In der einen oder anderen Workshop-Situation haben sich an der Pinwand händische Mindmaps ebenfalls sehr bewährt.

Wo sehen Sie die Vorteile beim Einsatz der Mind Mapping Methode?

Beim Mindmapping in der klaren Visualisierung der Themen und in der spielerischen Gestaltung. Neben der Visualisierung hilft mir der Gestaltungsprozess beim Erstellen einer Mindmap dabei, meine Gedanken zu sortieren. Was häufig zu einer inhaltlichen Weiterentwicklung der Mindmap führt.
Beim Business-Mapping in der Schnelligkeit der Ergebnisse, in der Übersichtlichkeit und den Navigationsmöglichkeiten und, last but not least, der sehr einfachen Möglichkeit, diese immer wieder und sehr einfach weiterentwickeln zu können.

Wo haben Sie Schwierigkeiten beim Mind Mapping?

Ist eine Mindmap, die nicht nur für den persönlichen Gebrauch ist, zu stichwortartig, dann lässt sie viel Raum für Interpretation. Gerade in interdisziplinären Teams sind Begriffe ja häufig mehrfach belegt bzw. werden mit einem anderen Mind-Set interpretiert. Selbst bei älteren Mindmaps für den persönlichen Gebrauch stelle ich schon ab und an mal fest, dass ich über den Kontext und die Bedeutung eines Astes nachgrüble.
In Bezug auf die Computerwerkzeuge wäre ich für einen funktionierenden Datenaustausch ohne zeitraubende manuelle Zwischenschritte sehr dankbar. Leider habe ich den Eindruck, dass die Big Player im Markt der Mindmapping-Software hier die gleiche proprietäre Strategie fahren, wie sie Microsoft lange Jahre verfolgt hat und erst langsam aufgibt.

Erstellen Sie Mind Maps nur für sich, oder teilen Sie diese auch mit Ihren Freunden/Kollegen? Wie reagieren diese darauf?

Wie aus den vorherigen Antworten sicher hervorgegangen ist: Sowohl als auch.
Ich erlebe eigentlich nur positive Reaktionen. Mindmapping kennt man inzwischen, auch wenn es bei weitem nicht jeder aktiv nutzt. Hier hilft es, kurze Gebrauchshilfen einzubauen, zum Beispiel einen gebogenen Pfeil, der die Leserichtung anzeigt.

Verwenden Sie noch weitere Denk- und Arbeitstechniken? Wenn ja, welche und wie setzen Sie diese ein?

Sehr viele. Das resultiert nicht zuletzt aus meiner Tätigkeit. Letztlich ist es ein bunter, auf meine Arbeitsweise zugeschnittener Mix an Methoden. Ein „Best-of“ sozusagen. Am liebsten sehr einfach, intuitiv und so, dass sich die Methoden an die Arbeitsweise anpassen – keinesfalls umgekehrt.

Ich verfolge da einen auf den ersten Blick einfachen Dreiklang:

Arbeitsprozesse und Arbeitsweise => Unterstützende Methoden => Tools und Werkzeuge.

Das wichtigste dabei sind die Pfeile, die im Alltag leider häufig kaum beachtet werden. Sie symbolisieren die Transformation zwischen den Schritten. Nur wenn diese Abstimmung gelingt, dann wird ein rundes Ganzes für das tägliche Tun daraus. Daran arbeite ich und deshalb wechseln die Methoden immer wieder. Nur einige bewährte, wie das Mindmapping, bleiben dauerhaft.