Adventskalender der Denkwerkzeuge 14: Hervorheben

Sonntag, 14. Dezember 2008

Hervorheben ist eines der Denkwerkzeugen, das an vielen Stellen eines kreativen Problemlöseprozesses ganz, oder teilweise zum Einsatz kommen kann, egal ob es um die Klärung des Problems, die Ideenentwicklung oder die Vorbereitung der Handlung geht. Es handelt sich um ein konvergierendes Werkzeug, dessen Ziel es ist, die besten Optionen (z.B. nach dem Suchen von Problemdefinitionen oder nach der Entwicklung von Ideen) auszuwählen, zu strukturieren und damit besser handhabbar zu machen.


Die drei Elemente von Hervorheben:

Das Denkwerkzeug besteht aus drei nacheinander auszuführenden Elementen

  1. Treffer markieren
  2. Gruppieren
  3. Gruppen benennen



Das hier dargestellte Visual zeigt die Umsetzung, wenn die vorangegangene Ideenentwicklung mit Post-its oder Kärtchen umgesetzt wurde. Das Ganze ist natürlich auch am Computer vorstellbar.

So funktioniert es:
  1. Treffer markieren
    Markieren (z.B. mit Klebepunkten) Sie aus der unstrukturierten Masse der Ideen nun diejenigen, die in die nächste Runde mitgenommen werden sollen. Auswahlkriterien könnten sein, dass die Ideen interessant, spezial, viel versprechend, oder besonders zielführend sein müssen...
  2. Gruppieren
    Hat man alle Treffer markiert, geht es darum, ähnliche Vorschläge zu Clustern zusammen zu bringen. Ich empfehle die Cluster in dieser Phase noch nicht zu beschriften.
  3. Gruppen benennen
    Wenn man die Cluster stehen, wird nun eine Beschriftung vergeben, die die Essenz des Clusters ausdrückt, z.B. einen preiswerten Englischkurs suchen oder mit Muttersprachlern unterhalten (um am Beispiel der letzten beiden Denkwerkzeuge zu bleiben)
Tipp:
Grundsätzlich sollte für die konvergierende Phase des Denkens mehr Zeit eingeplant werden als für die divergierende Phase. D.h. wenn man 15 Minuten damit verbracht hat, Ideen zu entwickeln, sollte man 20 – 30 Minuten für das auswählen, kategorisieren und beschriften einplanen. In vielen Gruppen wird dieser Teil unterschätzt, so dass man dann in fünf Minuten durch diesen wichtigen Abschnitt hecheln muss und damit die Qualität leidet, z.B. dadurch, dass Vorschläge mit viel Potenzial vorschnell abgesägt werden.

Adventskalender der Denkwerkzeuge 13: Aussagenstarter

Samstag, 13. Dezember 2008

Aussagenstarter ist ein Denkwerkzeug, das wie das Netz der Abstraktion noch vor der Ideenentwicklung eingesetzt wird, um das Problem/ die Herausforderung genauer einzugrenzen bzw. zu definieren.
Das Werkzeug wird immer in Kombination mit einer anderen Technik eingesetzt, die ich morgen vorstellen werde. Es kann sowohl alleine eingesetzt werden, wie auch das gestern vorstellte Netz der Abstraktion, macht aber besonders in Gruppen Sinn.

Unstrukturiertes Fragen
Im Gegensatz zum Netz der Abstraktion, das mit einem relativ systematischen und strukturierten Vorgehen arbeitet, ist Aussagenstarter zuerst einmal unstrukturiert, es findet ein Brainstorming nach Problemdefinitionen statt. Damit ist Aussagenstarter ein divergierendes Denkwerkzeug, es geht also darum, in die Breite zu denken. Dementsprechend gelten auch hier die Grundregeln des divergierenden Denkens.

Datengrundlage wichtig
Bevor man mögliche Fragen brainstormen kann benötigt man eine Datengrundlage auf der man sich Fragen überlegen kann. Daher findet (und das auch, wenn man das Denkwerkzeug alleine einsetzt) immer zuerst eine Datensammlung statt, z.B. so wie ich es im Post über die 6 Ws dargelegt habe. Mit diesen Daten als Grundlage, geht es nun in das Brainstorming von Problemformulierungen.

Die Aussagenstarter
Beim Brainstormen nach Problembetrachtungen werden ausschließlich (!) die folgenden Aussagenstarter oder in diesem Fall besser Fragenstarter benutzt:

  • Auf welche Weise kann man...?
  • Wie...?
  • Wie kann/ könnte...?
  • Wie lauten alle... ?
z.B. Wie lauten alle Möglichkeiten, mein Englisch zu verbessern? Oder Wie könnte ich meine beruflichen Qualifikationen verbessern?

Der Einsatz dieser Aussagenstarter ist deshalb wichtig, weil es die Fragen in eine Richtung steuert, die man dann für eine Session zur Ideenentwicklung nutzen kann. Das heißt, die Fragen sind so formuliert, dass man darauf Ideen generieren kann.
Nicht hilfreich wäre z.B: Was mache ich, wenn ich keine Zeit habe?, Warum sollte ich überhaupt mein Englisch verbessern?

Ziel dieses Denkwerkzeuges ist es, so viele Fragen wie möglich zu generieren und dies auf der Grundlage der zuvor zur allgemeinen Herausforderung (siehe dazu die Denkwerkzeuge Wunschdenken und Erfolgszonen gesammelten Daten.

Nach wie vor sind diese Fragen noch unstrukturiert und ungefiltert. Mit weiteren Denkwerkzeugen können wir nun eine Struktur hineinbringen. Dazu bald mehr.

Adventskalender der Denkwerkzeuge 12: Das Netz der Abstraktion

Freitag, 12. Dezember 2008

Bevor es in Kreativworkshops an die Ideenentwicklung geht, sollte man sich erst einmal darüber im Klaren sein, wofür, das heißt für welches Problem man genau Ideen entwickeln möchte.
Genau um diesen Aspekt geht es in der Phase "das Problem klären" in Creative Problem Solving (CPS).
Stellen Sie sich vor Sie habe das allgemeine Ziel Ihr Englisch zu verbessern. Nun können Sie sich überlegen, welche Möglichkeiten Sie haben, ihre Sprachkenntnisse auf Vordermann zu bringen. Vielleicht ist das aber gar nicht das wirklich wichtige Problem? Vielleicht stellen Sie fest, dass Sie zuerst daran arbeiten sollten, wie Sie etwas weniger Verpflichtungen eingehen könnten, um so mehr Zeit zu haben, um dann z.B. Ihr Englisch zu verbessern.
Deutlicher wird das vielleicht an einem etwas komplexeren Beispiel, wie es in manchen meiner moderierten Ideenworkshops schon vorgekommen ist. "Wir möchten unsere Vertriebszahlen erhöhen". Das ist ein sehr allgemeines Problem, dass so möglicherweise noch zu ungenau und zu breit für die Ideenentwicklung ist. Daher macht es, nachdem man Daten gesammelt hat, z.B. mit Unterstützung der Technik 6 Ws Sinn, das Problemspektrum etwas aufzufächern, um so Teilaspekte des Problems zu identifizieren oder eine Priorisierung vorzunehmen, um dann in der Phase der Ideenentwicklung zu sehen, welche Lösungmöglichkeiten es gibt.

Abstrakter und handlungsorientierter
Ein Denkwerkzeug, das ich heute vorstellen möchte ist das Netz der Abstraktion, dessen Ziel es ist den Fächer der Perspektiven, wie man ein Problem betrachten kann, zu erweitern. Erweitern, in dem man das Problem abstrakter formuliert und erweitern, in dem man das Problem noch handlungsorientierter formuliert.

So funktioniert es:
Ich kann es hier nur exemplarisch vorführen. Sie sollten sich zur Durchführung mindestens 20 Minuten Zeit nehmen.


  1. Schreiben Sie ihr Ziel in die Mitte eines Blattes, z.B. Es wäre super, wenn ich mein Englisch verbessern könnte.
  2. Nun fragen Sie sich Warum? und schreiben die Antwort oberhalb Ihres Ziels, z.B. Weil ich meine beruflichen Qualifikationen verbessern möchte..
  3. Nun fragen Sie Warum noch? und schreiben eine Antwort in die gleiche Ebene. Auf diese Weise erhalten Sie drei bis vier Antworten auf einem abstrakteren Level
  4. Nun können Sie das Gleiche noch einmal für die so neu gefundenen Antworten wiederholen und so ein weiteres Level der Abstraktion einführen.
  5. Um konkreter zu werden, gehen Sie zum ursprünglichen Ziel in der Blattmitte zurück und fragen Was hält mich davon ab? und Was hält mich noch davon ab? Auf diese Weise bekommen Sie Antworten die etwas konkreter werden. Eine Antwort könnte sein Weil ich keine Zeit habe.
  6. Auch hier können Sie zwei Ebenen entwickeln.
  7. Nun identifizieren Sie die Fragestellung an der Sie arbeiten möchten.


Wenn man das Netz einmal entwickelt hat, entsteht ein breiterer Blick auf das Problem und nicht selten stellt man fest, dass die Herausforderung auf die man seine Energien konzentrieren sollte, eine andere als die ursprünglich gedachte ist. Kann sein, muss aber nicht!

Klicken Sie zum Vergrößern des Beispiels auf das Bild.

Adventskalender der Denkwerkzeuge 11: Die 6 Ws

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Die 6 Ws ist eine Technik, die auch gerne als Journalistenfragen oder W-Fragen bezeichnet werden, dies wohl deshalb, weil sie sich besonders gut zur Vorbereitung von Artikeln eignet.
Im Rahmen von Creative Problem Solving (CPS) fallen die 6 Ws in die Phase des Daten sammeln. Ziel dieses Denkwerkzeugs ist es, möglichst alle für eine Herausforderung / ein Problem relevanten Daten zu sammeln.

Die 6 Ws stehen für die Fragen: Wer, Was, Wenn, Wo, Warum und Wie. Diese Fragen können ganz allgemein eingesetzt werden, um die Aufmerksamkeit in die Richtung der einzelnen W-Frage zu lenken.
Jede Einzelne W-Frage kann jedoch noch einmal mit spezifischeren Fragen angereichert werden, um so noch mehr wichtige Informationen zu erhalten. Z.B. Könnten unter WER noch die folgenden Fragen gestellt werden:

  • Wer ist im Problem involviert?
  • Wer ist der Entscheidungsträger?
  • Wer ist betroffen, wenn eine Handlung / eine Lösung herbeigeführt wird?
Erst in die Breite, dann ausdünnen
Wenn die 6 Ws im Rahmen von CPS eingesetzt wird, dann gilt auch hier wieder der wichtige Zweischritt: Zuerst versuchen wir möglichst viele Daten zu bekommen. Wir gehen also in die Breite und machen uns noch nicht so viele Gedanken, ob die so gefundenen Angaben wirklich zentral sind (divergierendes Denken). Das Aussortieren der relativ gesehen unwichtigen Antworten findet dann in einem zweiten Schritt statt, wenn wir uns alle gefundenen Antworten noch einmal ansehen (konvergierendes Denken). So erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit, dass wir die wirklich relevanten Daten auch erhalten und uns nicht zu sehr in eine Richtung beschränken.

Zentrale Bedeutung
Die Bedeutung dieses Schrittes (Daten sammeln) im Rahmen eines Problemlöseprozesses ist sehr hoch und sollte nicht unterschätzt werden oder in Eile gemacht werden. Die so gefundenen und ausgewählten Daten bilden die Grundlage, um z.B. in einem nächsten Schritt das genaue Problem zu definieren, für das dann Lösungen erarbeitet werden.

Michael Hewitt-Gleeson hat auf seinem Blog die Bedeutung dieser W-Fragen im Rahmen seiner Technik Graustufendenken hingewiesen.

Hewitt-Gleeson hat in seinem Artikel die 6 Ws als Concept Map dargestellt. Ich visualisiere diese Mind Map artig mit Mindjet MindManager. Die Visualisierung hat den großen Vorteil, dass man leichter weitere Punkte einfügen kann und die Übersicht über das Thema leichter fällt.

Adventskalender der Denkwerkzeuge 10: Erfolgszonen

Mittwoch, 10. Dezember 2008


Erfolgszonen ist ein Denkwerkzeug, das im Anschluss an das gestern vorgestellte Wunschdenken eingesetzt werden kann. Es unterstützt den Denker, die unter Wunschdenken gefundenen möglichen Ziele und Herausforderungen zu priorisieren und seine Energien und Anstrengungen zur Problemlösung auf die richtigen Herausforderungen zu konzentrieren. Damit ist fällt es unter das konvergente Denken.


So funktioniert es:

  1. Erstellen Sie eine Matrix wie unten dargestellt, die aus den Achsen Erfolgswahrscheinlichkeit und Wichtigkeit besteht.
  2. Nun gleichen Sie jede der Herausforderungen, die Sie überlegen anzugehen, zuerst nach dem Kriterium Wichtigkeit und danach nach dem Kriterium Erfolgswahrscheinlichkeit ab. Als Bewertungsskala bietet sich ein System aus drei Einheiten (niedrig, mittel, hoch) an.
  3. Platzieren Sie jede Option in das entsprechende Feld in der Matrix


Diejenigen Optionen, die in die oberste Reihe fallen, sollten Sie besonders in Erwägung ziehen.

Adventskalender der Denkwerkzeuge 9: Wunschdenken

Dienstag, 9. Dezember 2008

Ja, Sie lesen richtig Wunschdenken ist ein Denkwerkzeug, dass im Rahmen von Creative Problem Solving (CPS) zum Einsatz kommen kann.
Es wird dazu eingesetzt, um mögliche Ziele, Wünsche und Herausforderungen, die jetzt oder später relevant werden zu identifizieren.


So funktioniert es:
Sie brauchen dafür ca. 15 - 20 Minuten Zeit.

  1. Wiederholen Sie die Richtlinien für divergierendes Denken
  2. Generieren Sie eine umfangreiche Liste von Wünschen, Zielen und Herausforderungen. Machen Sie sich noch keine zu großen Sorgen über die Wichtigkeit und die Relevanz Ihrer einzelnen Einfälle, darum kümmern wir uns später.
    Beginnen Sie jeden (!) Satz mit Ich wünschte..., Wäre es nicht super, wenn...
  3. Wenn Ihnen die Einfälle ausgehen, nutzen Sie folgende Fragen, um Sie auf weitere mögliche Ziele zu bringen.
    • Was wünschen Sie, würde besser funktionieren?
    • An welche Herausforderungen denken Sie häufig?
    • Was haben Sie kürzlich getan, von dem Sie wünschen, dass es besser klappt?
    • Stellen Sie sich vor, Sie reisen ein Jahr in die Zukunft. Was sind einige Ziele und Herausforderungen, die Sie im nächsten Jahr angehen könnten möchten?

    Sie können auch andere Fragen nutzen, je nach Stoßrichtung. Wenn Sie z.B. eine neue Geschäftsidee suchen, könnten Fragen lauten:
    • Welche Produkte könnte man noch verbessern?
    • Welche Art von Dienstleistungen könnte man noch anbieten?
    • Über welches Produkt, habe ich mich kürzlich erst einmal wieder geärgert?
  4. Nun identifizieren Sie aus dieser Liste an Einfällen diejenigen, für die CPS besonders geeignet ist. Dazu gehen Sie in drei Durchgängen durch Ihre Liste:
    Im ersten Durchgang markieren Sie alle Punkte, für die Sie Entscheidungsgewalt haben/ über die Sie entscheiden können.
    Im zweiten Durchgang, markieren Sie alle Herausforderungen, bei denen Sie Motivation verspüren, etwas zu unternehmen.
    Im dritten Durchgang kennzeichnen Sie alle Herausforderungen, für deren Lösung in irgendeiner Form Vorstellungskraft und neue Ideen notwendig sind.

Beispiele:
Eine persönliche Herausforderung, die auf meine Liste steht ist: Ich wünschte, ich könnte mein Japanisch verbessern.
Eine berufliche Herausforderung, die auf meine Liste steht ist: Es wäre super, wenn ich die Tätigkeit und den Kundennutzen eines Prozessmoderators (Facilitators) in Deutschland bekannter machen könnte.

Adventskalender der Denkwerkzeuge 8: Sieben Denkfertigkeiten

Montag, 8. Dezember 2008

In der Kreativitätsforschung werden den Phasen des gestern vorgestellten CPS-Modells verschiedene Denkfertigkeiten zugeordnet, die in der jeweiligen Phase gefordert sind und die durch Denkwerkzeuge unterstützt werden können.

Diese Fertigkeiten lauten (nach einer Einteilung von Mance, Murdock und Puccio):

Visionäres Denken
Visionäres Denken heißt, ein erstes Bild dessen zu beschreiben und artikulieren, was man erschaffen/ erreichen möchte.

Beispiel: Gerade habe ich das wunderbare Buch Kopf schlägt Kapital von Günter Faltin zuende gelesen, in dem er sein Konzept von Entrepreneurship darlegt. Für Gründungsinteressierte könnten sich im Laufe dieser Art des Denkens und der entsprechenden Tools einige Bereiche heraus schälen, in welchen sie neue Geschäftsmöglichkeiten überlegen möchten.
Meist ist es jedoch so, dass man das allgemeine Ziel bereits vor Augen hat, aber noch nicht genau weiß, wie man mit der Erarbeitung beginnen soll.

Phase in CPS: Ziel, Wunsch Herausforderung identifizieren


Diagnostisches Denken
Bedeutet eine Situation zu untersuchen, die Art des Problems zu beschreiben und zu entscheiden, welche Schritte als nächstes eingeleitet werden müssen.

Beispiel: Geht es darum, Lösungsmöglichkeiten für ein Problem zu überlegen, oder muss erst einmal genau herausgefunden werden, was eigentlich das genaue Problem ist? Sehr oft ist es so, dass Gruppen nach Ideen zur Lösung einer Frage suchen, ohne vorher genau überlegt zu haben, ob es sich bei der vorliegende Frage um die richtige und wichtige handelt.

Phase in CPS: Daten sammeln


Strategisches Denken
Hier geht es darum, die kritischen Fragen/ Probleme zu identifizieren, die wirklich angesprochen werden müssen und dann zu überlegen, wie man am besten vorgehen möchte.

Beispiel: Vom allgemeinen Thema wir möchten unsere Dienstleistung verbessern, kann man hier zu einzelnen Problembereichen kommen und feststellen, dass die größten Hebel bei der Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit und der Flexibilität liegen. Diese Aufgabenstellungen sind nun wesentlich konkreter als das allgemeine Verbessern der Dienstleistung und es ist somit leichter möglich, gezielte Lösungen zu überlegen.

Phase in CPS: Das Problem klären


Ideenhaftes Denken
Dieses Denken steht für das Erschaffen von neuen Ideen und Gedanken, um Antworten auf wichtige Herausforderungen zu finden.

Beispiel: Wie lauten alle Möglichkeiten, Dienstleistungen für gestresste Weihnachtseinkäufer anzubieten?

Phase in CPS: Ideen generieren


Evaluatives Denken
Es werden die Sinnhaftigkeit und Qualität von Ideen bewertet, mit dem Ziel, diese in umsetzbare Lösungen weiter zu entwickeln.

Beispiel: Aus der oben genannten Frage, wie man Dienstleistungen für gestresste Weihnachtseinkäufer entwickeln könnte, sind nun einige Ideen entstanden, von denen die besten nun ausgewählt und nun nach bestimmten (noch festzulegenden) Kriterien beurteilt werden.

Phase in CPS: Lösungen auswählen und stärken


Kontextuelles Denken
Hier versucht man die Faktoren und Personen zu identifizieren, die eine mögliche Lösungen begünstigen oder behindern könnten.

Beispiel: Eine Arbeitsgruppe in einem Unternehmen hat einige Ideen Vorschläge entwickelt, die nach dem Willen der Arbeitsgruppe nun umgesetzt werden sollen. Nun geht es darum zu überlegen, wer im Unternehmen dafür und dagegen ist und wie man die möglichen Gegner einbinden und zur Zusammenarbeit bewegen könnte.

Phase in CPS: Handlungsschritte planen


Taktisches Denken
Beschreibt nach der Definition der oben genannten Autoren das Ausarbeiten von spezifischen und messbaren Handlungsschritten, um ein angestrebtes Ziel zu erreichen.

Phase in CPS: Handlungsschritte planen


Ab morgen werde ich dann endlich praktisch anwendbare Denkwerkzeuge zu jeder Denkfertigkeit vorstellen.

Adventskalender der Denkwerkzeuge 7: Creative Problem Solving (CPS)

Sonntag, 7. Dezember 2008

Creative Problem Solving ist einmal die Bezeichnung einer bestimmten Art zu denken, nämlich auf kreative Art Probleme zu lösen, und auf der anderen Seite der Name eines der mächtigsten und hoch entwickelten Frameworks, auf welches ich mich spezialisiert habe.

CPS wurde in den letzten 50 Jahren basierend auf Forschungsarbeiten zu Problemlöseprozessen entwickelt und ständig weiter entwickelt. Es bildet in seiner Struktur das in Post 4 beschriebene Vorgehen zur kreativen Problemlösung ab.

Das Bild zeigt die drei großen Komponenten und die einzelnen Phasen des Prozesses. Jeder dieser Phasen kann wiederum mit einer Vielzahl an Denkwerkzeugen kombiniert werden, von welchen ich im Laufe dieses Adventskalenders einige vorstellen werde.



Zum Thema CPS habe ich den letzten Monate einiges veröffentlicht. Für alle, die mehr wissen möchten, hier einige Artikelhinweise:



Adventskalender der Denkwerkzeuge 6: TO-LO-PO-SO-GO

Samstag, 6. Dezember 2008

Regelmäßige Leser dieses Blogs haben diesen schönen kryptischen Namen schon einmal gehört. TO-LO-PO-SO-GO ist der Name eines Frameworks (eines Vorgehens, um einen Problemlöseprozess zu strukturieren) von Edward de Bono.

Die Abkürzungen TO, LO, PO, SO, GO stehen für die einzelnen Stufen des Vorgehens, die sich im Großen und Ganzen an den Phasen (siehe Tag 4 dieses Adventskalenders) der kreativen Problemlösung orientieren.

Die Stufen im Detail
Jede der Phasen steht für eine bestimmte Richtung des Denkens und lässt sich in der Anwendung mit verschiedenen, für den Zweck des Denkens passenden, Denkwerkzeugen kombinieren, um so schneller ans Ziel zu kommen.

Die Bedeutung der Phasen:

  • TO: Finden des Ziels.

    Was ist das Ziel des Denkens, was soll am Ende herauskommen
  • LO: Finden der Fakten (LO steht für look out)
  • PO: Finden von Ideen zur Lösung (PO steht für de Bonos Techniken der Provokation)
  • SO: Finden von Lösungen (SO für so what?)

    Die gefundenen Ideen müssen nun bewertet und verbessert werden
  • GO: Handlungsplanung
Ich habe diesem Framework zu Anfang des Jahres bereits eine sehr ausführliche Artikelserie mit Anwendungsbeispiel und Visualisierung mit MindManager gewidmet. Für alle Interessierten geht es hier zum Anwendungsbeispiel, von dem aus alle Teile der Artikelserie erreichbar sind.

Adventskalender der Denkwerkzeuge 5: Six Thinking Hats

Freitag, 5. Dezember 2008

Ein Zwitter aus Framework (siehe Post Adventskalender Nr. 4) und einem Denkwerkzeug sind die auch in Deutschland bekannten Denkhüte von Edward de Bono.

Ein Thema umfassend betrachten
Sinn und Zweck der Sechs Denkhüte ist es, ein Thema umfassend und strukturiert zu betrachten und das oft sprunghafte und unstrukturierte Hin und Her, wie es sich in vielen Diskussionen findet, zu vermeiden. Damit soll einmal Zeit gespart werden, aber vor allem auch ein Thema wirklich ganzheitlicher betrachtet werden, um so eine bessere Ausgangsbasis für Entscheidungen oder Diskussionen zu haben.


Eine Farbe pro Denkrichtung
Wie der Name bereits sagt, arbeitet dieses Vorgehen mit sechs verschiedenfarbigen Hüten, deren Farben eine bestimmte Art zu Denken symbolisieren. Das Besondere daran: Wenn die Technik in einer Gruppe angewendet wird, dann haben alle Personen zur gleichen Zeit, den gleichen Hut auf, d.h. alle betrachten zur gleichen Zeit den gleichen Aspekt. Dieses Vorgehen nennt de Bono auch paralleles Denken, da alle zur gleichen Zeit in die gleiche Richtung denken und auch alle gemeinsam den Hut wechseln. Zum Beispiel könnten in einer Hut-Sitzung alle Teilnehmer gebeten werden, einmal zwei Minuten zu überlegen, wo Vorteile und Potenziale einer Sache liegen – und zwar unabhängig von ihrer ursprünglichen Meinung (ich bin dafür oder dagegen). Als nächstes könnten dann alle gemeinsam wiederum für eine bestimmte Zeit überlegen, wo Schwachstellen und Gefahren liegen.


Die Hüte im Detail
Das Vorgehen arbeitet mit den Farben weiß, rot, schwarz, gelb, grün und blau.

Kurz und knapp vorgestellt stehen die Farben für folgende Arten des Denkens:

  • Weiß: Objektive Fakten und Fragen
  • Rot: Emotionen, Intuition und Ahnungen
  • Schwarz: Gefahren, Schwächen, Nachteile
  • Gelb: Vorteile, Möglichkeiten und Chancen
  • Grün: Alternativen und neue Sichtweisen
  • Blau: Meta-Hut, dieser Hut strukturiert das Denken
Zu Anfang des Post habe ich die Sechs Denkhüte als einen Zwitter aus einem Framework und einem Denkwerkzeug beschrieben. Eine Mischform deshalb, da die Technik anhand einer bestimmten Hut-Reihenfolge "abgespult" werden kann, dann hat es stärker einen Werkzeugcharakter. Die Hüte können allerdings auch wesentlich umfangreicher und mächtiger eingesetzt werden, wenn eine Person bestimmt wird, die den blauen Hut auf setzt und sich aus den Inhalten heraus hält und damit als Moderator fungiert und die Hüte nach Bedarf variiert oder wiederholt (Framework-Charakter).

Etwas ausführlicher (Teil 1 und Teil 2) habe ich die Sechs Denkhüte bereits in 2007 einmal vorgestellt.