Für das neue Jahr: Rituale statt Vorsätze

In seinem Post "Das war’s … – Bilanz statt Vorsatz" nennt Jochen Mai von Die Karriere-Bibel zwei Gründe, warum die Vorsätze für das neue Jahr meist scheitern:


  • Oft nimmt man sich zu viel auf einmal vor.
  • Viele Vorsätze entstehen aus einer Laune heraus und sind deshalb nicht realistisch und überschaubar geplant.
Wer dennoch etwas im kommenden Jahr verändern möchte, sollte zuerst einmal die zwei oben genannten Punkte berücksichtigen. In seinem wunderbaren und absolut empfehlenswerten Buch Happier empfiehlt Tal Ben-Shahar die Kraft der Rituale zu nutzen, um Veränderungen herbeizuführen.

Rituale bieten (zumindest) nachdem sie erfolgreich eingeführt wurden, den größten Hebel und die besten Erfolgsaussichten für nachhaltige Veränderungen. Zwar ist es nicht einfach, Rituale einzuführen und zu festigen, da diese, wie auch die guten Vorsätze, Disziplin voraussetzen. Sind Rituale aber erst einmal eingeführt, ist vergleichsweise wenig Disziplin für deren Aufrechterhalten nötig, da die Verhaltensweise ritualisiert wurde.

Ben-Shahar schreibt dazu:

"Much research suggests that learning new tricks, adopting new behaviors, or breaking old habits may be harder then we even realize and that most attempts at change, whether by individual or organizations, fail. It turns out that self-discipline is usually insufficient when it comes to fulfilling our commitments, even those we know are good for us [...] 'Building rituals requires defining very precise behaviors and performing them at very specific times - motivated by deeply held values.' Initiating a ritual is often difficult, but maintaining it is relatively easy." Tal Ben-Shahar: Happier, 2007, S. 8f

Wichtig bei der Einführung von Ritualen ist:

  • diese schrittweise einzuführen, d.h. nur sehr wenige oder nur eines zur gleichen Zeit anzugehen.
  • weitere Rituale erst einführen, wenn das vorherige wirklich zur Gewohnheit geworden ist und das Ritual gefestigt wurde.
  • die zu ritualisierende Handlung möglichst immer zur gleichen Zeit auszuführen, um den Ritualcharakter zu betonen.
  • nur Rituale zu Handlungen schaffen, die für einen selbst eine hohe Wertigkeit besitzen.
Beispiele für Rituale:

  • tägliches Duschen zu einer bestimmten Uhrzeit (Wert: Hygiene)
  • tägliches Zeitunglesen, z.B. in der U-Bahn (Wert: Informiert sein)
  • wöchentliches Sporttraining (Wert: körperliche Fitness)
  • Morgenmeditation (Wert: Geistige Übung und Klarheit)


Ein gutes neues Jahr und viel Erfolg beim Einführen der Rituale!

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Kommentare

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  1. jo. schreibt:

    Ich meine: es geht auch anders.

    http://www.viralvideochart.com/youtube/new_years_resolution_song?id=1eOu-jVuuxo

    ;-)

  2. Florian Rustler schreibt:

    Habe mich gut amüsiert!

  3. Andreas Weinberger schreibt:

    Dass Rituale sehr hilfreich sind merkt man auch bei Kindern. Wenn sich die mal an eine Vorgehensweise, z.B. Zähneputzen direkt nach dem Essen gewohnt haben reicht oft nur ein kleiner Anstoß während das rituallos oft ein zäher Kampf sein kann.

  4. Harald Schmid schreibt:

    Rituale sind allgemein enorm hilfreich. Ein Aspekt ist sicher, dass die Tätigkeit nicht mehr diskutiert wird. Wenn ich es einfach als gegeben ansehe, dass ich mir nach dem Essen die Zähne putze, muss ich nicht mehr über Sinn oder Unsinn der Tätigkeit nachdenken, sondern tue es einfach. Das spart viel Kraft.


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