Ein Büro für den Kreativitätsprozess

Das Projekt Office 21 des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation hat Kreativitätsprozesse untersucht und daraus ein Bürokonzept entwickelt, welches Kreativität architektonisch unterstützt und fördert: Interactive Creativity Landscape (ICL).

In einem wissenschaftlichen Artikel (Haner, Udo-Ernst: « Spaces for Creativity and Innovation in Two Established Organizations », CREATIVITY AND INNOVATION MANAGEMENT, 2005, 3, p. 288-298) beschreibt Udo-Ernst Haner, der am Forschungsprojekt beteiligt ist, sehr schön die unterschiedlichen Prozesse und Denkmodi, die in während der unterschiedlichen Phasen von Kreativitäts -und Innovationsprozessen (Kreativität und Innovation sind nicht deckungsgleich, hängen allerdings zusammen und weisen sehr ähnliche Charakteristika auf) auftauchen.

Die Denk-Modi
Verteilt über die Phasen (hier gibt es unterschiedliche Modelle, wie viele das genau sind und ob und in welcher Reihenfolge diese ablaufen) gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Denk-Modi: divergierend und konvergierend.

Beim divergierend Denken geht es darum, das Denken in viele Richtungen zu lenken, es sozusagen auseinander zu treiben, um möglichst viele Ideen und Ansätze zu generieren. Man kann diese Phase auch als die Ideenfindung oder Ideengenerierung bezeichnen. Dazu habe ich auch in meinen Posts zum lateralen Denken und TO-LO-PO-SO-GO mehr geschrieben.



Beim konvergierenden Denken, geht es darum, das Denken wieder zu fokussieren und dann Ergebnisse des divergierenden Denkens zu bewerten und weiter zu entwickeln. Diese Phase kann man auch als die Phase der Ideenbewertung bezeichnen.



Einzel- und Gruppenarbeit
Während eines Kreativitäts- und Innovationsprozesses gibt es außerdem Phasen, wo der Einzelne auf sich gestellt ist um z.B. zu recherchieren und analysieren oder auch nur um sich auszuruhen und die Ideen reifen zu lassen und Phasen, wo eine Gruppe zusammen trifft und gemeinsam arbeitet. Auch diese unterschiedlichen Aspekte des kreativen Prozesses werden in der ICL berücksichtigt.

Beides, sowohl die unterschiedlichen Denk-Modi als auch Einzel- und Teamprozesse, wurden in das Design der ICL eingearbeitet.

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Kommentare

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  1. Alexander Greisle schreibt:

    Und sie klappt wirklich, aus eigener Erfahrung. Besonders die kreativen Rückzugsmöglichkeiten (in denen mehrere Sinne angesprochen werden) zum Denken und die Möglichkeiten zum formlosen und inspirierten Gedankenaustausch in der "Frozen Cloud" sind für mich besonders nützliche Möglichkeiten der ICL (es gibt noch mehr, für andere Stufen des Kreativitätsprozesses). Es zahlt sich direkt aus, wenn das Werkzeug stimmt...

  2. Florian Rustler schreibt:

    Hallo Alexander,

    kann man die ICL regelmäßig besuchen? Da wäre ich natürlich sehr interessiert daran?

    Gruß

    Florian

  3. Alexander Greisle schreibt:

    Hallo Florian,

    ja, man kann sie besuchen. Wenn Du möchtest, können wir da was organisieren. Vielleicht telefonieren wir nächste Woche mal dazu?

    Beste Grüße,
    Alex

  4. Thomas schreibt:

    Ich sag immer:
    ,,besser divegierend gedacht..
    als..
    kovergierend gehandelt..
    ;-))


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