Analoge Kreativität

Letzte Woche habe ich endlich das lang ersehnte Buch Presentation Zen (wie das gleichnamige Blog) von Garr Reynolds bekommen.
Reynolds zeigt in diesem wunderbaren Buch wie man mit Powerpoint & Co. wieder das erreicht, wozu es ursprünglich gedacht war: Den Redner in seiner Rede zu unterstützen (nicht zu ersetzen), einen inspirierenden und anregnenden (keinen quälend langweiligen) Vortrag zu halten.

Ein Abschnitt des Buches widmet sich der Vorbereitung eines Vortrags. Dabei machte Reynolds eine interessante Beobachtung: Richtig gute Redner und kreative Köpfe arbeiten besonders am Anfang erst einmal völlig ohne Computer, während sich unerfahrene und/ oder verfahrene Präsentatoren sofort an die Kiste setzen und anfangen, Folienvorlagen zu sortieren.

Das weg vom Computer ermöglicht uns erst einmal einen Fokus auf das eigentliche Problem, auf die Hauptfragen und die Kernbotschaft. Wir werden nicht von den ganzen technischen Möglichkeiten abgelenkt.
Das Herumspielen und Herumzeichnen ist dabei keineswegs verlorene Zeit, die man sich hätte sparen können, wenn man sich gleich an den Computer gesetzt hätte. Im Gegenteil, Kreativität benötigt Zeit (siehe hierzu diesen Post)! Das Überarbeiten ist Teil des wichtigen Prozesses des Verarbeitens von Gedanken­strukturen und Assoziationen. Für viele Menschen – Sie vielleicht eingeschlossen? - ist es darüber hinaus einfach ein anderes Gefühl, ein anderes Erleben, mit Papier und Stift zu arbeiten, als lediglich auf Tastatur und Maus beschränkt zu sein. Dieses Gefühl ist besonders für Kreativität sehr wichtig! In diesem Zusammenhang bin ich einem anderen Beitrag auch darauf eingegangen, warum ich Mind Mapping mit Papier und Stift trotz der vielen hilfreichen und sinnvollen Möglichkeiten von Software nach wie vor für wichtig und in vielen Fällen für angebracht halte.

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Kommentare

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  1. Joachim Zischke schreibt:

    Was ist eigentlich das Gegenteil von "analoger Kreativität"? Digitale Kreativität? Bedeutet das Arbeiten mit einer Visualisierungssoftware etwa Kreativität? ...

    Meine einfache Meinung ist: Wenn ein Redner nichts wirklich zu sagen hat, wird das, was er sagt, auch durch technische Hilfsmittel nicht besser. Abgesehen von der Darstellung technischer Zusammenhänge vielleicht, benötigen wir in den seltensten Fällen Computer und Beamer. Eine spritzige Rede, mit Humor gewürzt und mit Verve vorgetragen: das wird für die Zuhörer immer zum Erlebnis, an das sie sich gerne erinnern.

    Gruss, Joachim

  2. Florian Rustler schreibt:

    Hallo Joachim,

    ich weiß nicht ob es ein Gegenteil dazu gibt. Ich glaube, man kann mit einer Visualisierungssoftware sehr kreativ sein, ist es aber sicherlich nicht automatisch.
    Ich gebe dir recht, ohne guten Inhalt nützt eine Visualisierung nichts. Meiner Meinung nach macht eine gute Visualisierung einen guten Inhalt noch besser, einfach dadurch dass weitere Sinne angesprochen werden und mit Bildern Emotionen erzeugt werden können. Wie das Buch Presentation Zen zeigt, ist das allerdings alles andere als einfach.

    Gruß

    Florian


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